{"id":21714,"date":"2026-09-09T08:04:22","date_gmt":"2026-09-09T06:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/sie-geben-es-zu-die-ukraine-verliert-den-krieg-und-europas-strategie-ist-gescheitert\/"},"modified":"2026-09-09T08:04:22","modified_gmt":"2026-09-09T06:04:22","slug":"sie-geben-es-zu-die-ukraine-verliert-den-krieg-und-europas-strategie-ist-gescheitert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/sie-geben-es-zu-die-ukraine-verliert-den-krieg-und-europas-strategie-ist-gescheitert\/","title":{"rendered":"Sie geben es zu: Die Ukraine verliert den Krieg \u2013 und Europas Strategie ist gescheitert"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrelang lautete die Botschaft aus westlichen Hauptst\u00e4dten, Russland werde durch Sanktionen geschw\u00e4cht, die Ukraine durch Waffenlieferungen gest\u00e4rkt und ein milit\u00e4rischer Sieg Kiews sei nur eine Frage der Zeit. Nun zieht ausgerechnet der britische <em>Spectator<\/em> eine <a href=\"https:\/\/spectator.com\/article\/ukraine-is-losing-the-war-kushner-witkoff\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/spectator.com\/article\/ukraine-is-losing-the-war-kushner-witkoff\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vernichtende Bilanz<\/a>. \u201eUkraine is losing the war\u201c \u2013 die Ukraine verliert den Krieg \u2013, schreibt Owen Matthews, stellvertretender Chefredakteur des Magazins und Autor eines Buches \u00fcber Putins Krieg. Seine Analyse ist keine russische Erfolgsmeldung, sondern eine Abrechnung mit der westlichen Politik.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Versprechen des Westens treffen auf die Realit\u00e4t<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matthews sieht nach den j\u00fcngsten Gespr\u00e4chen von Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew drei ern\u00fcchternde Erkenntnisse: Putin hat seine Kriegsziele nicht aufgegeben, Trump verf\u00fcgt \u00fcber keinen neuen Friedensplan jenseits einer Einigung zu russischen Bedingungen, und Kiew gehen Geld, Soldaten und Luftabwehrmunition aus. Die diplomatische Initiative brachte keinen Durchbruch. W\u00e4hrend Washington \u00fcber wirtschaftliche Vorteile eines Kriegsendes spricht, bezeichnet Selenskyj den Kampf um den Donbass als \u00dcberlebenskrieg.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders schwer wiegt die milit\u00e4rische Entwicklung. Russland setzt nach Matthews\u2019 Darstellung zunehmend schnellere und pr\u00e4zisere Angriffsdrohnen ein, entwickelt kosteng\u00fcnstige Marschflugk\u00f6rpersysteme und steigert die Produktion ballistischer Raketen. Der ukrainische Verteidigungstechnologieberater Serhii Beskrestnov warnt, dass Angriffe inzwischen st\u00e4rker geworden seien als die Verteidigung. F\u00fcr den kommenden Winter werde die Ukraine voraussichtlich nicht gen\u00fcgend Raketen erhalten, um ihre St\u00e4dte vollst\u00e4ndig zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sanktionen, Waffen, Diplomatie: Die dreifache Fehlleistung<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Sprengstoff des Artikels liegt jedoch in Matthews\u2019 Kritik an Europa. Er spricht von einem dreifachen Versagen: Sanktionen seien gro\u00df angek\u00fcndigt worden, w\u00e4hrend weiterhin russische Energie gekauft wurde. Wichtige Waffensysteme seien aus Angst vor Eskalation oder wegen eigener Verteidigungsinteressen zur\u00fcckgehalten worden. Und vor allem habe Europa sich geweigert, ernsthaft \u00fcber Verhandlungen mit Moskau nachzudenken, w\u00e4hrend es die Ukraine immer weiter zum K\u00e4mpfen ermutigte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit stellt Matthews die zentrale westliche Kriegsstrategie infrage. Die wiederholten Versprechen, Kiew \u201eso lange wie n\u00f6tig\u201c und mit \u201eallem, was n\u00f6tig ist\u201c zu unterst\u00fctzen, bezeichnet er als grundlegend irref\u00fchrend. Der Westen habe Erwartungen geweckt, die er selbst nicht erf\u00fcllen konnte. Gleichzeitig habe er Russland nicht wirtschaftlich in die Knie gezwungen und keine diplomatische Alternative entwickelt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist der entscheidende Widerspruch:<\/strong> Europa versprach der Ukraine einen langen Krieg bis zum Erfolg, ohne die Mittel f\u00fcr diesen Erfolg bereitzustellen \u2013 und ohne einen \u00fcberzeugenden Plan f\u00fcr den Fall, dass die Strategie scheitert.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kiew droht die Rechnung pr\u00e4sentiert zu bekommen<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matthews erwartet, dass die milit\u00e4rische Ersch\u00f6pfung bald von einer finanziellen Krise versch\u00e4rft wird. Er verweist auf ein drohendes Haushaltsloch von 26 Milliarden Euro, obwohl die EU bereits ein Darlehen \u00fcber 90 Milliarden Euro bereitgestellt habe. Hinzu kommen Personalmangel, knappe Luftabwehrmunition und ein schwieriger Winter. Die im Artikel genannten Haushaltszahlen sind Angaben des Autors; ihre genaue H\u00f6he m\u00fcsste anhand aktueller ukrainischer Haushaltsunterlagen \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch innenpolitisch beschreibt er eine Regierung unter wachsendem Druck. Korruptionsskandale, Ermittlungen gegen hochrangige Funktion\u00e4re, Konflikte zwischen Sicherheitsdiensten und sinkendes Vertrauen in Selenskyj versch\u00e4rften die Lage. Matthews verweist auf eine Recherche der <em>New York Times<\/em>, wonach 2024 rund 1,2 Milliarden Dollar durch \u00fcberh\u00f6hte Preise und korrupte Milit\u00e4rvertr\u00e4ge verloren gegangen seien.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die unbequeme Frage: Wof\u00fcr wird weitergek\u00e4mpft?<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <em>Spectator<\/em> stellt damit eine Frage, die in der europ\u00e4ischen Politik lange als unerw\u00fcnscht galt: Was ist das realistische Ziel der Fortsetzung dieses Krieges, wenn weder ein milit\u00e4rischer Sieg noch ein wirtschaftlicher Zusammenbruch Russlands absehbar sind?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matthews argumentiert, dass jede neue Friedensofferte f\u00fcr Kiew schlechter ausgefallen sei als die vorherige. Er sieht die Gefahr, dass Russland seine milit\u00e4rische Position weiter verbessert und die Ukraine schlie\u00dflich unter noch ung\u00fcnstigeren Bedingungen verhandeln muss. Europa rede weiterhin von Unterst\u00fctzung, verf\u00fcge aber \u00fcber keinen konkreten Plan, wie es die Ukraine retten, die russische Wirtschaft entscheidend schw\u00e4chen oder Putins Kriegswillen brechen k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass ein vollst\u00e4ndiger ukrainischer Zusammenbruch unmittelbar bevorsteht oder Russland s\u00e4mtliche Kriegsziele erreichen wird. Auch Moskau tr\u00e4gt enorme Kosten, und der weitere Verlauf bleibt offen. Doch Matthews\u2019 Analyse macht deutlich, dass die bisherige westliche Strategie ihre eigenen Versprechen nicht eingel\u00f6st hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die politische Bilanz ist verheerend: Milliarden wurden ausgegeben, Hunderttausende Menschen get\u00f6tet oder verwundet, ganze Landstriche zerst\u00f6rt \u2013 und nun r\u00e4umt ein etabliertes britisches Magazin ein, dass die Ukraine den Krieg verliert. Die Frage ist nicht mehr nur, wie lange Kiew noch durchhalten kann. Sie lautet auch, wie lange Europas Regierungen an einer Strategie festhalten wollen, deren Scheitern sie zunehmend selbst beschreiben.<\/strong><\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahrelang lautete die Botschaft aus westlichen Hauptst\u00e4dten, Russland werde durch Sanktionen geschw\u00e4cht, die Ukraine durch Waffenlieferungen gest\u00e4rkt und ein milit\u00e4rischer Sieg Kiews sei nur eine Frage der Zeit. 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