{"id":21758,"date":"2026-09-09T12:03:06","date_gmt":"2026-09-09T10:03:06","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/gespraech-mit-chef-so-fuehre-ich-unangenehme-gespraeche-mit-vorgesetzten-35564992-html\/"},"modified":"2026-09-09T12:03:06","modified_gmt":"2026-09-09T10:03:06","slug":"gespraech-mit-chef-so-fuehre-ich-unangenehme-gespraeche-mit-vorgesetzten-35564992-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/gespraech-mit-chef-so-fuehre-ich-unangenehme-gespraeche-mit-vorgesetzten-35564992-html\/","title":{"rendered":"Arbeitsalltag: Mit dieser Strategie \u00fcberstehen Sie unangenehme Gespr\u00e4che mit dem Chef"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Chefin hat etwas zu kritisieren oder Sie m\u00fcssen mit Ihrer F\u00fchrungskraft \u00fcber private Probleme sprechen? Das k\u00f6nnte schnell unangenehm werden. Mit der richtigen Haltung und Gespr\u00e4chsf\u00fchrung l\u00e4sst sich das verhindern<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Unangenehme Situationen kommen im Berufsalltag immer wieder vor. Aber ein schwieriges Gespr\u00e4ch mit dem Chef oder der Chefin liegt vielen besonders im Magen. Allein der Gedanke daran kann schon Stress oder gar ein Gef\u00fchl der Ohnmacht ausl\u00f6sen. Egal, ob es um eigenes Fehlverhalten, Kritik an der F\u00fchrungskraft, Konflikte im Team oder private Probleme geht, mit einer guten mentalen und argumentativen Vorbereitung k\u00f6nnen auch unangenehme Gespr\u00e4che zum Erfolg werden.\u00a0<\/p>\n<h2>Emotionen meist Grund f\u00fcr unangenehme Gespr\u00e4che<\/h2>\n<p>Personalberater Maximilian Kr\u00fcger ist in seinem Unternehmen selbst F\u00fchrungskraft. Er sieht besonders drei klassische Fehler, die Mitarbeitende in schwierigen Gespr\u00e4chen machen: Erstens w\u00fcrden viele mit aufgestauten Emotionen in das Gespr\u00e4ch gehen, was den Verlauf negativ beeinflussen k\u00f6nne. Seiner Erfahrung nach sind Emotionen der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr unangenehme Gespr\u00e4che im Arbeitskontext. Zweitens h\u00e4tten viele Angst, vollkommen ehrlich zu sein, und drittens w\u00fcrden viele Mitarbeitende das Gespr\u00e4ch nur aus ihrer eigenen Perspektive betrachten und sich nicht in die der F\u00fchrungskraft hineinversetzen. Dabei sei der Perspektivwechsel wichtig, um eine gemeinsame L\u00f6sung f\u00fcr das Problem zu finden.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eIn den meisten F\u00e4llen wird eine L\u00f6sung in einem Kompromiss liegen, der f\u00fcr beide Seiten gewinnbringend ist\u201c, sagt er. \u201eEin Unternehmen profitiert am meisten, wenn seine Mitarbeitenden ihr volles Potenzial entfalten k\u00f6nnen\u00a0\u2013 und genau das sollte auch das Ziel eines solchen Gespr\u00e4chs sein.\u201c<\/p>\n<p>Allerdings w\u00fcrden viele bereits im Vorfeld eine Verteidigungshaltung einnehmen, womit das Problem\u00a0beginne, sagt Coach Felicitas Kapp. \u201eDas Gespr\u00e4ch f\u00e4ngt vor dem Gespr\u00e4ch an \u2013 mit der eigenen negativen Grundhaltung\u201c, sagt sie. \u201eWenn man schon vorher denkt, dass das Gespr\u00e4ch bestimmt schlecht verlaufen wird, hat das unterbewusst sehr viele Auswirkungen, zum Beispiel auf unsere K\u00f6rperhaltung und Stimme und darauf, welche Formulierungen wir w\u00e4hlen\u201c, sagt sie. \u201eWir senden dem Gegen\u00fcber also unterbewusst schon das Signal, dass es ein schlechtes Gespr\u00e4ch wird.\u201c<\/p>\n<h2>Souver\u00e4n und selbstbewusst Gespr\u00e4ch f\u00fchren<\/h2>\n<p>F\u00fcr sie kommt es daher in der Vorbereitung auf das Gespr\u00e4ch vor allem darauf an, eine offene Haltung zu entwickeln und es als Chance zu betrachten, die eigene Position klar zu machen. \u201eWenn ich offen in das Gespr\u00e4ch gehe, bin ich insgesamt\u00a0souver\u00e4ner und selbstbewusster, ohne konfrontativ zu sein\u201c, sagt sie. Zur Offenheit geh\u00f6re auch, das Gespr\u00e4ch als Hin und Her zu betrachten, statt unbedingt die eigene Meinung durchsetzen zu wollen. \u201eIn der Vorbereitung auf ein solches Gespr\u00e4ch, ist man oft die ganze Zeit nur bei sich selbst, aber in der Gespr\u00e4chssituation geht es um beide Perspektiven. Die Strategie im Gespr\u00e4ch ist deshalb, aktiv zuzuh\u00f6ren statt nur selbst zu reden.\u201c Karrierecoach Sarika K\u00f6tter r\u00e4t schlicht, auch damit zu rechnen, dass es unangenehm werden k\u00f6nnte. \u201eWenn man sich darauf einstellt, ist man besser gesch\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>Auch Personalberater Kr\u00fcger h\u00e4lt eine gute Vorbereitung f\u00fcr entscheidend, besonders wenn Mitarbeitende von sich aus das Gespr\u00e4ch suchen. \u201eF\u00fchrungskr\u00e4fte haben klare Erwartungen an Mitarbeitende, die ein herausforderndes Thema ansprechen\u201c, sagt Kr\u00fcger. So sollten sie fr\u00fchzeitig dar\u00fcber kommunizieren und ihre pers\u00f6nlichen Befindlichkeiten au\u00dfen vor lassen. Hilfreich sei, in der Vorbereitung auf das Gespr\u00e4ch selbst zu reflektieren: Woher kommen meine Emotionen? Liegen sie an einer falschen Erwartungshaltung oder basieren sie auf schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit?<\/p>\n<h2>Klare Struktur im Gespr\u00e4ch<\/h2>\n<p>Um das Gespr\u00e4ch selbst dann konstruktiv zu gestalten, sollten sich sowohl Angestellte als auch F\u00fchrungskr\u00e4fte an eine klare Struktur halten. \u201eZuerst das Problem benennen, dann die Auswirkungen schildern und schlie\u00dflich L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge pr\u00e4sentieren\u201c, so Kr\u00fcger. \u201eFalls noch keine L\u00f6sung bekannt ist, kann das offen kommuniziert werden, damit im Gespr\u00e4ch gemeinsam danach gesucht werden kann.\u201c Wichtig sei, dass beide Seiten vor allem in der ersten Phase die \u201eIst-Situation\u201c wertfrei beschreiben. Als Mitarbeiter sollte man seinen Ausf\u00fchrungen selbst keine Wertung geben. \u201eSobald man eine Wertung ins Gespr\u00e4ch bringt, wird auch die F\u00fchrungskraft aus ihrer Perspektive eine Wertung hinzuf\u00fcgen \u2013 und die objektive Analyse der Situation wird gest\u00f6rt\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Handelt es sich um ein Kritikgespr\u00e4ch, sollten Mitarbeitende die F\u00fchrungskraft ausreden lassen, die Kritik erstmal ohne direkte Bewertung annehmen und nicht sofort eine Gegenargumentation starten. Wichtig sei aber nachzufragen, wenn etwas unklar ist. \u201eBevor ein Gespr\u00e4ch endet, sollte sichergestellt werden, dass Sender und Empf\u00e4nger dieselbe Wahrnehmung der Kritik haben\u201c, sagt Kr\u00fcger. \u201eDieser ,Klarheitskreis\u2019 hilft nicht nur der F\u00fchrungskraft, die eigene Botschaft zu reflektieren, sondern stellt auch sicher, dass die Mitarbeitenden genau verstehen, was gemeint ist.\u201c\u00a0<\/p>\n<h2>Ich-Botschaften an Chefs formulieren<\/h2>\n<p>Um\u00a0im Gespr\u00e4ch Selbstbewusstsein zu signalisieren, empfiehlt K\u00f6tter den Blickkontakt zu halten und aufrecht zu sitzen. Au\u00dferdem: \u201eRuhig bleiben und sich nicht provozieren lassen\u201c, sagt sie zu Capital. \u201eDabei hilft es, tief durchzuatmen, mindestens f\u00fcnfmal hintereinander, um nicht aus einer emotionalen \u201aAufwallung\u2018 heraus zu antworten.\u201c Hilfreich sei es auch, aus der Ich-Perspektive zu argumentieren, ein Element aus der gewaltfreien Kommunikation. Statt \u201eDa haben Sie Unrecht\u201c etwa lieber \u201eDas sehe ich anders\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Kapp empfiehlt Ich-Botschaften wie \u201eIch nehme wahr, dass\u201c oder \u201eF\u00fcr mich stellt sich das so dar\u201c, denn gegen die k\u00f6nne niemand etwas sagen. So bleibe man bei der eigenen Wahrnehmung und greife nicht in den Bereich des anderen ein. Von genau zurecht gelegten Formulierungen h\u00e4lt sie jedoch wenig. \u201eWenn wir nur auswendig gelernte S\u00e4tze dahersagen, sind wir nicht authentisch und souver\u00e4n. Das ist schwierig, weil unser Gegen\u00fcber das merkt.\u201c<\/p>\n<p><em>Transparenzhinweis: Dieser Text stammt aus dem Archiv und erschien erstmals im M\u00e4rz 2025. Er wurde aktualisiert.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Chefin hat etwas zu kritisieren oder Sie m\u00fcssen mit Ihrer F\u00fchrungskraft \u00fcber private Probleme sprechen? Das k\u00f6nnte schnell unangenehm werden. 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