{"id":21864,"date":"2026-09-09T21:03:07","date_gmt":"2026-09-09T19:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/tagesgeld-fuer-unternehmen-mittelstand-entgehen-milliarden-an-zinsen-36300124-html-2\/"},"modified":"2026-09-09T21:03:07","modified_gmt":"2026-09-09T19:03:07","slug":"tagesgeld-fuer-unternehmen-mittelstand-entgehen-milliarden-an-zinsen-36300124-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/tagesgeld-fuer-unternehmen-mittelstand-entgehen-milliarden-an-zinsen-36300124-html-2\/","title":{"rendered":"Kaum Zinsen: Der milliardenschwere Fehler des Mittelstands beim Tagesgeld"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Deutsche Unternehmen horten so viel Geld bei Banken wie nie: Fast 900 Milliarden Euro liegen inzwischen auf Konten, zeigt eine Auswertung. Doch die Verzinsung ist mager \u2013 mit Folgen f\u00fcr die Wirtschaft<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Der Forderungskatalog an das schwarz-rote Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war lang: Ein g\u00fcnstigerer Industriestrompreis, Steuernachl\u00e4sse und weniger B\u00fcrokratie sollten der deutschen Wirtschaft endlich wieder Schwung verleihen. Doch knapp anderthalb Jahre nach dem Regierungswechsel f\u00e4llt die Bilanz ern\u00fcchternd aus.\u00a0<\/p>\n<p>Die Bundesregierung erwartet f\u00fcr dieses Jahr nur noch 0,5 Prozent Wachstum, halb so viel wie zu Jahresbeginn. Wobei diese Prognose aus dem Fr\u00fchjahr stammt und manche Institute inzwischen eher von einem Wachstum knapp \u00fcber einem Prozent ausgehen. An den Problemen \u00e4ndert das aber wenig: Wirtschaftsverb\u00e4nde beklagen einen Reformstau, und nach der j\u00fcngsten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/afd--warum-der-wahlsieg-der-partei-langfristig-schaden-koennte-38225770.html?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Sachsen-Anhalt: Extrem, v\u00f6lkisch, sucht: Wie der Erfolg die AfD unter Druck setzt\">Landtagswahl in Sachsen-Anhalt <\/a>w\u00e4chst auch politisch der Druck auf die schwarz-rote Koalition, bei den angek\u00fcndigten Reformen endlich voranzukommen.<\/p>\n<h2>Riesige Zinsl\u00fccke im Mittelstand<\/h2>\n<p>Zumindest an einer Stelle k\u00f6nnten sich viele Unternehmen allerdings kurzfristig selbst helfen. Und zwar, indem sie einen Blick auf ihr Tagesgeldkonto werfen, und die Konditionen vergleichen. Denn deutsche Unternehmen halten derzeit enorme Geldreserven \u2013 bekommen daf\u00fcr aber vergleichsweise wenig Zinsen. Insgesamt lagen im August rund 873 Mrd. Euro auf Bankkonten, wie aus einer aktuellen Erhebung des Finanz-Start-ups Unitplus hervorgeht. Allein 263 Mrd. Euro davon steckten auf Tagesgeldkonten.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dort erhalten Unternehmen derzeit im Schnitt lediglich 1,42 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: Der kurzfristige Euro-Geldmarktzins liegt bei 2,19 Prozent. Nach Berechnungen von Unitplus entgehen deutschen Unternehmen durch diese Zinsl\u00fccke mehr als zwei Mrd. Euro an m\u00f6glichen Zinsertr\u00e4gen pro Jahr.<\/p>\n<p>Die Zahlen ergeben sich aus dem sogenannten \u201eTagesgeld-Index\u201c, den Unitplus zusammen mit der Finanzberatung Barkow Consulting erstellt. Er basiert auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von rund 200 deutschen Banken. Dabei werden deren angebotene Tagesgeldzinsen f\u00fcr Unternehmen ausgewertet und t\u00e4glich aktualisiert. So l\u00e4sst sich ablesen, wie sich die Durchschnittszinsen im Firmenkundengesch\u00e4ft entwickeln \u2013 und wie gro\u00df die L\u00fccke zwischen Euro-Geldmarktzins und tats\u00e4chlicher Verzinsung f\u00fcr Unternehmen ist.<\/p>\n<h2>Barbest\u00e4nde auf Rekordhoch, Tagesgeld nicht<\/h2>\n<p>Bemerkenswert ist dabei nicht nur die geringe Verzinsung, sondern auch die H\u00f6he der Geldreserven. Gegen\u00fcber der letzten Erhebung im November 2025 ist die bei Banken geparkte Liquidit\u00e4t weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr hatten Unitplus und Barkow noch rund 854 Mrd. Euro errechnet. Inzwischen sind es 873 Mrd. Euro.<\/p>\n<p>Unitplus-Gr\u00fcnder Fabian Mohr sieht in den hohen Geldreserven auch ein Warnsignal f\u00fcr die Konjunktur. Die fast 900 Mrd. Euro auf Bankkonten verdeutlichten \u201edie anhaltend hohe Unsicherheit im deutschen Mittelstand\u201c, sagt Mohr. Viele Unternehmen hielten sich lieber alle Optionen offen, statt zu investieren. Zwar sei der hohe Anteil ungenutzter Liquidit\u00e4t auch auf die wirtschaftliche Vorsicht vieler Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren, etwa um zahlungsf\u00e4hig zu bleiben.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Dadurch werde aber zugleich verhindert, dass Kapital produktiv eingesetzt werde: \u201eEs k\u00f6nnte in Forschung und Entwicklung flie\u00dfen, in Fuhrparks, neue Fabriken oder in Projekte f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz\u201c, sagt Mohr. Bereiche, die das Wachstum in der deutschen Wirtschaft beleben k\u00f6nnten. Gleichzeitig entst\u00fcnden den Unternehmen durch Kaufkraftverluste und entgangene Zinsertr\u00e4ge Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele kleine und mittlere Unternehmen bleibt die Hausbank die erste Anlaufstelle, wenn es um ein Tagesgeldkonto geht. Doch gerade dort k\u00f6nnen die Zinsen niedriger als bei anderen Anbietern sein. Wer gr\u00f6\u00dfere liquide Reserven h\u00e4lt, sollte deshalb die Konditionen regelm\u00e4\u00dfig vergleichen. Schon wenige Zehntelprozentpunkte Unterschied k\u00f6nnen bei hohen Betr\u00e4gen erhebliche Summen ausmachen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Deutsche Unternehmen horten so viel Geld bei Banken wie nie: Fast 900 Milliarden Euro liegen inzwischen auf Konten, zeigt eine Auswertung. 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