{"id":22018,"date":"2026-09-10T22:03:13","date_gmt":"2026-09-10T20:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-generalsanierung-verzoegert-sich-um-jahre-38234318-html\/"},"modified":"2026-09-10T22:03:13","modified_gmt":"2026-09-10T20:03:13","slug":"deutsche-bahn-generalsanierung-verzoegert-sich-um-jahre-38234318-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/deutsche-bahn-generalsanierung-verzoegert-sich-um-jahre-38234318-html\/","title":{"rendered":"Weniger Baustellen: Deutsche Bahn braucht noch l\u00e4nger f\u00fcr Generalsanierung"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Deutsche Bahn muss ihre Sanierungspl\u00e4ne deutlich strecken. Statt vier will Bahnchefin Evelyn Palla k\u00fcnftig nur noch zwei bis drei wichtige Strecken pro Jahr grundlegend erneuern. Die Folgen f\u00fcr Fahrg\u00e4ste sind erheblich<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Deutsche Bahn f\u00e4hrt ihren P\u00fcnktlichkeitszielen hinterher. Hauptgrund daf\u00fcr ist nach Ansicht des Konzerns die marode Infrastruktur. Nun wird klar: Das vielerorts bauf\u00e4llige Netz wird die Z\u00fcge in Deutschland wohl noch deutlich l\u00e4nger ausbremsen als zun\u00e4chst gedacht. Denn die Generalsanierung wichtiger Strecken wird nach Aussage von Bahnchefin Evelyn Palla l\u00e4nger dauern.<\/p>\n<p>Eine \u00dcberarbeitung des Konzepts habe gezeigt, dass vier solcher Sanierungen pro Jahr zu viel seien, sagte Palla vor Journalisten in Berlin. Sie rechne k\u00fcnftig mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei Generalsanierungen pro Jahr. Das \u00fcberarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Genaue Jahreszahlen wollte Palla nicht nennen.<\/p>\n<p>Die Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 zwischen Mannheim und Frankfurt auf der sogenannten Riedbahn mit den Generalsanierungen begonnen. Das Konzept sieht im Kern mehrmonatige Vollsperrungen vor, damit nicht im laufenden Betrieb saniert werden muss.<\/p>\n<h2>Generalsanierungen k\u00f6nnten bis in die 2040er Jahre dauern<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Generalsanierungen wurden rund 40 Strecken ausgew\u00e4hlt. Urspr\u00fcnglich war das Ziel, Anfang der 2030er Jahre alle Sanierungen abzuschlie\u00dfen. Zuletzt war dann von 2036 die Rede. Nach der \u00dcberarbeitung des Konzepts k\u00f6nnte es sein, dass die Arbeiten nicht mehr innerhalb der 2030er Jahre abgeschlossen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anpassung nannte Palla neben Erfahrungen aus den ersten Gro\u00dfbaustellen auch die Frage, wie viel Geld aus dem Sonderverm\u00f6gen des Bundes f\u00fcr alle Generalsanierungen zur Verf\u00fcgung stehen wird. \u201eWir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen\u201c, sagte Palla. Zudem sei deutlich geworden, dass vier gro\u00dfe Sanierungen gleichzeitig die Kapazit\u00e4ten im gesamten Netz zu stark verringerten.<\/p>\n<p>Neben der Riedbahn wurden die Strecken Emmerich\u2013Oberhausen, Hamburg\u2013Berlin, Hagen\u2013Wuppertal\u2013K\u00f6ln und N\u00fcrnberg\u2013Regensburg grundlegend saniert. Derzeit laufen Bauarbeiten auf den Verbindungen Obertraubling\u2013Passau und Troisdorf\u2013Wiesbaden. Im Oktober starten zudem die Arbeiten zwischen Berlin und Hannover.<\/p>\n<p>Bei den bisherigen Sanierungen kam es in einigen F\u00e4llen zu Verz\u00f6gerungen, auch das Bauvolumen musste verringert werden. Nach den Wiederer\u00f6ffnungen gab es teils viele St\u00f6rungen. Auf einer Strecke in Nordrhein-Westfalen fiel erst nach der Sanierung auf, dass eine Br\u00fccke marode ist und nicht mehr mit voller Last befahren werden kann.<\/p>\n<p>Das Konzept gilt in der Branche im Kern als alternativlos, weil die Infrastruktur jahrzehntelang nicht ausreichend instand gehalten wurde und auf manchen Strecken wohl nur eine umfassende Sanierung mit Vollsperrung hilft. Die Probleme bei den ersten Generalsanierungen haben aber auch zu viel Kritik gef\u00fchrt. Der Verband der privaten G\u00fcterbahnen kritisiert vor allem zu lange Umwege f\u00fcr den G\u00fcterverkehr. Der Interessenverband Allianz Pro Schiene beklagt immer wieder gebrochene Versprechen beim Bauvolumen.<\/p>\n<p>\u201eDie Korridorsanierungen mit mehrmonatigen Vollsperrungen d\u00fcrfen nicht zum Dauerzustand werden\u201c, sagte Allianz-Pro-Schiene-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Flege zu den neuen Pl\u00e4nen der Bahn. \u201eBis zum Ende des kommenden Jahrzehnts muss der Sanierungsstau aufgel\u00f6st sein. Insofern kann der Zeitplan nicht beliebig gestreckt werden.\u201c<\/p>\n<h2>Bahn will aus Problemen bei bisherigen Sanierungen lernen<\/h2>\n<p>Palla k\u00fcndigte an, dass Strecken nach grundlegenden Sanierungen k\u00fcnftig nicht mehr von einem Tag auf den anderen mit voller Last in Betrieb genommen werden. Man habe etwa aus der Sanierung Hamburg\u2013Berlin gelernt, \u201edass es keinen Stichtag gibt, an dem wir die Strecke aufmachen, und dann funktioniert alles wie am Schn\u00fcrchen\u201c. Es brauche nach einer grundlegenden Sanierung eine sogenannte Hochlaufphase.<\/p>\n<\/p>\n<p>Wichtig sei auch, dass die Umleitungsstrecken vor Beginn einer Generalsanierung angemessen f\u00fcr den zeitweise deutlich h\u00f6heren Verkehr ert\u00fcchtigt seien. Ein Beispiel ist die Korridorsanierung zwischen Berlin und Hannover: Weil eine parallel verlaufende Strecke nicht rechtzeitig elektrifiziert werden konnte, m\u00fcssen Fahrg\u00e4ste 14 Monate lang einen Umweg mit 80 Minuten mehr Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover hinnehmen.<\/p>\n<p>\u201eEs geht auch um das Thema, welches Leistungsversprechen wollen wir konkret abgeben\u201c, sagte Palla. \u201eWelche Zustandsnote wollen wir erreichen? Welche Baufreiheit garantieren wir? Das wird unterschiedlich sein dann, weil wir auch nicht immer dasselbe machen.\u201c Bei der Sanierung der Infrastruktur sei es insgesamt wichtig, die Bereiche Bauen und Fahren k\u00fcnftig besser in Balance zu bringen.<\/p>\n<h2>Palla: ICE \u201eauf ein neues Level\u201c heben<\/h2>\n<p>Die S\u00fcdtirolerin leitet den Bahn-Konzern seit knapp einem Jahr. F\u00fcr die n\u00e4chsten Monate hat sie neben der Sanierung der Infrastruktur drei weitere Schwerpunkte ausgemacht: die Sicherheit an Bahnh\u00f6fen und in den Z\u00fcgen, den Konzernumbau und eine neue Herangehensweise beim Fernverkehr. Dieser solle wieder st\u00e4rker \u201edas Aush\u00e4ngeschild der Deutschen Bahn\u201c werden.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen das Produkt ICE auf ein neues Level heben\u201c, sagte Palla. Details wollte sie noch nicht verraten. Es gehe aber nicht um sauberere Z\u00fcge oder eine funktionierende Innenausstattung. \u201eEs geht um das Kundenerlebnis, um das Produkt ICE an sich.\u201cMan habe sich viele Konzepte in anderen L\u00e4ndern angeschaut und die Frage gestellt: \u201eWas k\u00f6nnte in Deutschland funktionieren? Was finden wir gut, was finden wir nicht gut?\u201c, sagte Palla. Der genaue Plan soll in den kommenden Wochen vorgestellt werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Deutsche Bahn muss ihre Sanierungspl\u00e4ne deutlich strecken. Statt vier will Bahnchefin Evelyn Palla k\u00fcnftig nur noch zwei bis drei wichtige Strecken pro Jahr grundlegend erneuern. 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