{"id":22390,"date":"2026-09-13T15:04:09","date_gmt":"2026-09-13T13:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/polen-setzt-zerstoerung-sowjetischer-ehrenmale-fort\/"},"modified":"2026-09-13T15:04:09","modified_gmt":"2026-09-13T13:04:09","slug":"polen-setzt-zerstoerung-sowjetischer-ehrenmale-fort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/polen-setzt-zerstoerung-sowjetischer-ehrenmale-fort\/","title":{"rendered":"Polen setzt Zerst\u00f6rung sowjetischer Ehrenmale fort"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Nachdem Ende Juli ein Denkmal zu Ehren der Roten Armee in <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/rusemb_pl\/status\/2086110508004913416\">Pyrzyce<\/a> (Woiwodschaft Westpommern) abgerissen worden war, traf es nun einen Gedenkort in der Woiwodschaft Schlesien. In Bytom, dem einstigen Beuthen, einer im Oberschlesischen Kohlerevier gelegenen Gro\u00dfstadt mit rund 150.000 Einwohnern stand ein rund sechs Meter hoher Obelisk zum Gedenken an die Gefallenen der Roten Armee.<\/p>\n<p><a><\/a>In der umliegenden sowjetischen Kriegsgr\u00e4beranlage sind nach Angaben des Nachrichtenportals <em>\u017bycie<\/em><em> <\/em><em>B<\/em><em>ytomskie<\/em> rund 6.296 Sowjetsoldaten begraben, darunter 533 Kriegsgefangene, die in deutscher Gefangenschaft ums Leben gekommen waren. Nur 955 der dort begrabenen Toten sind namentlich bekannt. Die Anlage wurde im Jahr 1945 errichtet und in den 50er-Jahren erweitert.<\/p>\n<p>Doch das Hauptst\u00fcck der Anlage, der Obelisk mit dem Roten Stern der sowjetischen Armee, existiert nicht mehr. Laut Meldung der russischen Nachrichtenagentur <em>TASS<\/em> haben die \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden am 4.\u00a0September 2026 den Abriss des Monuments durchf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Die Botschaft der Russischen F\u00f6deration in Warschau legte angesichts dieses Vorgehens gegen eine Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Protest ein und forderte, das Denkmal in seinen ordnungsgem\u00e4\u00dfen Zustand zur\u00fcckzuversetzen. \u00c4hnliche Vorf\u00e4lle d\u00fcrften sich in Zukunft nicht mehr ereignen.<\/p>\n<p>Die diplomatische Vertretung Russlands <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/rusemb_pl\/status\/2098464249450242228\">schrieb<\/a> angesichts des Zerst\u00f6rungswerk in Bytom von einem &#8222;Akt des staatlichen Vandalismus&#8220; und einem &#8222;Sakrileg&#8220;. Der &#8222;Krieg gegen Denkm\u00e4ler&#8220; beinhalte eine F\u00e4lschung der Geschichte, die darauf abziele, die Befreiungstat der Roten Armee aus dem Bewusstsein der Polen tilgen zu wollen.<\/p>\n<p>Des Weiteren wies die russische Botschaft darauf hin, dass Polen mit dem Abriss des Bytomer Monuments das polnisch-russische Kriegsgr\u00e4berabkommen von 1994 verletze, das solche Gedenkobjekte unter Schutz stelle und zu ihrem Erhalt in einem ordnungsgem\u00e4\u00dfen Zustand verpflichte.<\/p>\n<p>Die polnische Seite rekurriert dagegen gerade auf den schlechten baulichen Zustand des Monuments, der einen Abriss n\u00f6tig gemacht habe. In einer <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bytom.pl\/aktualnosci\/index\/Pomnik-na-cmentarzu-komunalnym-rozebrany-przez-zly-stan-techniczny\/idn:47302\">Pressemitteilung<\/a> vom 7.\u00a0September 2026 argumentiert die Stadtverwaltung Bytom damit, dass der Obelisk eine Gefahr f\u00fcr Leib und Leben der Friedhofsbesucher dargestellt h\u00e4tte. Auch seien Teile des Gesimses und des Putzes bereits abgebr\u00f6ckelt. Die Bezirksbauaufsichtsbeh\u00f6rde habe schlie\u00dflich die Entscheidung zum Abriss des Denkmals getroffen.<\/p>\n<p><em>\u017bycie<\/em><em> <\/em><em>B<\/em><em>ytomskie<\/em> verweist zudem in einem Artikel zum Abriss darauf, dass sich in Polen laut g\u00e4ngiger Auffassung der Schutz von Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten nicht auf &#8222;kommunistische oder faschistische Symbole, Propagandainschriften oder Denkm\u00e4ler, die die UdSSR oder das Dritte Reich verherrlichen&#8220; erstrecke, auch wenn sie sich auf Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten bef\u00e4nden.<\/p>\n<p>Den Obelisken konnte auch der Umstand nicht mehr retten, dass ein einst darauf befindliches Stalin-Zitat, das besagte: &#8222;Unsere Sache ist gerecht\u00a0\u2013 wir haben gesiegt&#8220;, schon vor einiger Zeit entfernt worden war.<\/p>\n<p>Nicht alle sind indes mit der Entscheidung gl\u00fccklich. So <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo?fbid=1090048316880516&amp;set=a.139139958638028\">klagte<\/a>\u00a0ein Bytomer Lehrer und Lokalhistoriker auf der Social-Media-Plattform Facebook: &#8222;Mit tiefer Trauer teile ich Ihnen mit, dass der Obelisk f\u00fcr die gefallenen Rotarmisten auf dem Friedhof von Bytom nicht mehr existiert\u00a0\u2026 Es geschah ganz still und leise. Man h\u00e4tte lediglich die sowjetischen Symbole entfernen k\u00f6nnen (\u00e4hnlich wie in Piekary)\u00a0\u2026 Zerst\u00f6rung f\u00e4llt uns so leicht.&#8220;<\/p>\n<p>Das offizielle Bytom beschreitet derweil andere Wege der Erinnerungskultur und besch\u00e4ftigt sich statt mit der W\u00fcrdigung der Verdienste der Rote Armee mit der Aufarbeitung des Kommunismus und der Erinnerung an die sogenannte Oberschlesische Trag\u00f6die (Tragedia G\u00f3rno\u015bl\u0105ska) im Jahr 1945.<\/p>\n<p>Allj\u00e4hrlich l\u00e4sst die Stadtverwaltung das Massaker von Miechowitz in einem Historien-Schauspiel nachstellen. Dazu kommen ein derzeit laufender Geschichtswettbewerb und ein schulisches Bildungsprojekt, ebenfalls zur Oberschlesischen Trag\u00f6die.<\/p>\n<p>Ein Gedenkort in Form eines Viehwaggons erinnert seit 2015 an die Zehntausenden Oberschlesier, die nach 1945 Zwangsarbeit in der Sowjetunion leisten mussten. Auf dem Marktplatz von Bytom, wo einst ebenfalls Rotarmisten begraben waren und gleichfalls ein Obelisk zu sehen war, steht seit 2008 ein &#8222;Denkmal der Opfer des kommunistischen Terrors&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rt.com\/europa\/196023-russland-setzt-estlands-premierministerin\/\">Russland setzt Estlands Premierministerin auf Fahndungsliste<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-vk\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/vk.com\/video_ext.php?oid=-134310637&amp;id=456253567\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Ende Juli ein Denkmal zu Ehren der Roten Armee in Pyrzyce (Woiwodschaft Westpommern) abgerissen worden war, traf es nun einen Gedenkort in der Woiwodschaft Schlesien. 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