{"id":4403,"date":"2026-05-22T18:32:17","date_gmt":"2026-05-22T16:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/finanzen\/panzerbauer-knds-bund-kauft-40-prozent-einstieg-vor-boersengang-37425582-html\/"},"modified":"2026-05-22T18:32:17","modified_gmt":"2026-05-22T16:32:17","slug":"panzerbauer-knds-bund-kauft-40-prozent-einstieg-vor-boersengang-37425582-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/finanzen\/panzerbauer-knds-bund-kauft-40-prozent-einstieg-vor-boersengang-37425582-html\/","title":{"rendered":"Panzerbauer: 8-Milliarden-Deal: Bund \u00fcbernimmt 40 Prozent an KNDS vor B\u00f6rsengang"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Kurz vor dem B\u00f6rsengang greift der Staat zu: Deutschland steigt beim Leopard-2-Hersteller KNDS ein. Ziel ist Einfluss \u2013 doch langfristig soll der Staatsanteil wieder sinken<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Nach monatelangem Tauziehen hat sich Deutschland zum Einstieg mit 40 Prozent beim Panzerbauer KNDS durchgerungen. Der Bund hielte damit nach dem f\u00fcr den Sommer geplanten B\u00f6rsengang gleich viele Anteile an dem deutsch-franz\u00f6sischen R\u00fcstungskonzern wie Frankreich. KNDS-Verwaltungsratschef Tom Enders best\u00e4tigte am Mittwochabend entsprechende Angaben aus Regierungskreisen. Die Regierungen in Berlin und Paris h\u00e4tten sich auch \u00fcber die k\u00fcnftige Machtverteilung verst\u00e4ndigt, sagte ein deutscher Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Der Anteil solle m\u00f6glichst binnen zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent sinken, Frankreich wolle seinen Anteil parallel dazu reduzieren.<\/p>\n<p>Enders begr\u00fc\u00dfte den Einstieg des Bundes, will aber die staatliche Dominanz bald eind\u00e4mmen: \u201eZiel muss sein, \u00fcber Zeit die Staatsanteile deutlich abzuschmelzen\u201c, sagte der ehemalige Airbus-Chef der Nachrichtenagentur Reuters. Am Ende sollten beide zusammen weniger als 50 Prozent halten. Nationale Sicherheitsinteressen sollten in erster Linie \u00fcber Auftr\u00e4ge und spezifische Vereinbarungen gesichert werden und nicht \u00fcber Mehrheitsbeteiligungen, sagte Enders.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u201eEntscheidend bei den anstehenden Verhandlungen wird sein, dass KNDS jetzt auch eine b\u00f6rsentaugliche Governance und Regeln erh\u00e4lt, die die Agilit\u00e4t des Unternehmens sowie seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit, technologische und finanzielle Exzellenz und weitere europ\u00e4ische Konsolidierung erm\u00f6glichen\u201c, betonte der Manager, der aus seiner Zeit beim Flugzeugbauer Airbus Erfahrung im Ausbalancieren nationaler Interessen zwischen Deutschland und Frankreich hat. Dabei geht es etwa um die Zahl der Sitze im KNDS-Verwaltungsrat f\u00fcr die beiden Gro\u00dfaktion\u00e4re und deren Mitspracherechte bei operativen Entscheidungen. Der Vereinbarung zwischen den Regierungen zufolge sollen Deutschland und Frankreich unabh\u00e4ngig vom jeweiligen Anteilsbesitz die gleichen Stimmrechte bekommen. Wichtige Entscheidungen zu Arbeitspl\u00e4tzen oder Standorten k\u00f6nnten also nur gemeinsam getroffen werden.<\/p>\n<p>Derzeit halten die Familien Bode und Braunbehrens die H\u00e4lfte der Anteile an KNDS, Frankreich die andere H\u00e4lfte. Die Familien hatten die ehemalige Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie schwierigen Zeiten gest\u00fctzt, ehe sich KMW und die staatliche franz\u00f6sische Nexter zu KNDS zusammenschlossen. Die Familien wollen den milliardenschweren B\u00f6rsengang nun zum Ausstieg nutzen. \u00dcber die Modalit\u00e4ten des Einstiegs muss sich der Bund noch mit ihnen einigen. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, hie\u00df es in Unternehmenskreisen. Der Regierungsvertreter sagte, der Preis, den der Bund zahle, werde sich nach dem Ausgabepreis der Anteilsscheine beim B\u00f6rsengang richten. Einen Paket-Abschlag oder -zuschlag werde es nicht geben.<\/p>\n<p>Beim B\u00f6rsengang wollen die Familien und Frankreich jeweils einen Anteil von zehn Prozent zum Verkauf stellen, sodass dann zun\u00e4chst 20 Prozent der KNDS-Aktien im Streubesitz w\u00e4ren. In Finanzkreisen hatte es zuletzt gehei\u00dfen, der Konzern k\u00f6nne beim B\u00f6rsengang mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden. Der Bund m\u00fcsste f\u00fcr seinen Anteil damit bis zu acht Milliarden Euro hinbl\u00e4ttern.<\/p>\n<h2>H\u00f6he der Beteiligung bei KNDS war umstritten<\/h2>\n<p>Deutschland hatte fr\u00fchzeitig Interesse bekundet, \u00fcber einen Einstieg Einfluss auf KNDS zu nehmen. In der Regierung gab es aber Differenzen \u00fcber die H\u00f6he der Beteiligung und die Bedeutung eines Gleichgewichts mit Frankreich. Die Zeit dr\u00e4ngte, da KNDS signalisiert hatte, mit dem f\u00fcr Juni\/Juli geplanten B\u00f6rsengang nicht auf den Bund warten zu wollen.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u00dcber den Umfang der Beteiligung stritten vor allem das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) und das Verteidigungsressort von Boris Pistorius (SPD). Pistorius wollte 40 Prozent, da der Produzent des \u201eLeopard 2\u201c-Kampfpanzers als Schl\u00fcssel-Unternehmen f\u00fcr die deutsche Aufr\u00fcstung gilt. Reiche favorisierte aus marktwirtschaftlichen Gr\u00fcnden 30 Prozent. Auch CSU-Chef Markus S\u00f6der hatte sich aber f\u00fcr eine starke deutsche Staatsbeteiligung ausgesprochen, da die gro\u00dfen Produktionsstandorte von KNDS in Bayern liegen. Die Federf\u00fchrung bei der Beteiligung soll das Wirtschaftsministerium bekommen. Es m\u00fcsse sich aber mit dem Verteidigungsressort abstimmen, sagte der Regierungsvertreter.<\/p>\n<p>KNDS erwirtschaftete 2024 mit rund 11.000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwas weniger als vier Milliarden Euro, Zahlen f\u00fcr 2025 liegen noch nicht vor. Der Auftragsbestand \u00fcbersteigt angesichts der Aufr\u00fcstung deutlich die 20 Milliarden Euro. Der Konzern soll auch den Radpanzer Boxer in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen f\u00fcr die Bundeswehr produzieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Kurz vor dem B\u00f6rsengang greift der Staat zu: Deutschland steigt beim Leopard-2-Hersteller KNDS ein. 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