{"id":4583,"date":"2026-05-23T14:42:12","date_gmt":"2026-05-23T12:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/finanzen\/arbeitsrechtler-haben-jetzt-hochkonjunktur-beste-anwaelte-37431488-html\/"},"modified":"2026-05-23T14:42:12","modified_gmt":"2026-05-23T12:42:12","slug":"arbeitsrechtler-haben-jetzt-hochkonjunktur-beste-anwaelte-37431488-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/finanzen\/arbeitsrechtler-haben-jetzt-hochkonjunktur-beste-anwaelte-37431488-html\/","title":{"rendered":"Beste Anwaltskanzleien: Job statt Abfindung: Warum Arbeitsrechtler jetzt Hochkonjunktur haben"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Arbeitnehmer gegen Unternehmen: Ein Blick hinter die Kulissen des Arbeitsrechts zeigt, wie hart Anw\u00e4lte beider Seiten um Stellen, Abfindungen und Einfluss ringen<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Streng blickt Che Guevara von der Wand. Direkt unter dem Kunstdruck mit dem Konterfei des Revolution\u00e4rs sitzt Arbeitsrechtler Thomas M\u00fcller. Sein <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/karriere\/management-sechs-bueroarten-und-ihre-nachteile?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"New Work: B\u00fcro\" class=\"autolinker\">B\u00fcro<\/a> liegt im vierten Stock eines unscheinbaren Geb\u00e4udes in der N\u00fcrnberger Weststadt. Der <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/spitzenstreiter-deutschlands-beste-rechtsanwaelte?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Rechtsanw\u00e4lte: Rechtsanwalt\" class=\"autolinker\">Rechtsanwalt<\/a> ber\u00e4t f\u00fcr die Kanzlei Manske &amp; Partner Arbeitnehmer, Betriebsr\u00e4te und Gewerkschaften. Das Che-Portr\u00e4t h\u00e4ngt hier nicht zuf\u00e4llig. M\u00fcller hat Verbindungen nach Kuba, auch zu Anw\u00e4lten und Gewerkschaftern. Au\u00dferdem, so sagt er, stehe die Figur gegen kapitalistische Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeit: \u201eWir vertreten die Arbeitnehmerseite aus politischer \u00dcberzeugung.\u201c<\/p>\n<p>400 Kilometer entfernt in K\u00f6ln empf\u00e4ngt Stefan Seitz Besucher in einer gediegenen Stadtvilla. Auch er ist Rechtsanwalt. Seitz ber\u00e4t Firmen, oft geht es um den Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen. \u201eMan ist auf der Seite des Unternehmens am Entscheidungstisch\u201c, sagt er. Es gehe nicht nur darum, juristisch saubere Modelle zu bauen, sondern diese auch durchzubringen.<\/p>\n<p>Thomas M\u00fcller und Stefan Seitz arbeiten im selben Fachgebiet, sprechen \u00fcber dieselben Themen \u2013 n\u00e4hern sich diesen jedoch von unterschiedlichen Seiten. Manchmal treffen ihre Kanzleien auch aufeinander, etwa bei DB Cargo. Die G\u00fctersparte der Deutschen Bahn schreibt seit Jahren Verluste. Lange glich der Mutterkonzern das Defizit mit staatlichen Mitteln aus. Doch damit ist Schluss. Die Europ\u00e4ische Union verlangt, dass DB Cargo k\u00fcnftig ohne diese Unterst\u00fctzung auskommt. F\u00fcr das Unternehmen hei\u00dft das: sparen, umbauen \u2013 und Stellen streichen.<\/p>\n<p>Die Kanzlei Seitz ber\u00e4t die Bahn-Tochter dabei, wie viele Jobs wegfallen sollen und wie sich der Stellenabbau umsetzen l\u00e4sst. Die Kanzlei Manske &amp; Partner unterst\u00fctzt den Gesamtbetriebsrat bei seiner Argumentation und stellt die Zahlen der Gegenseite infrage. Sie pr\u00fcft, ob der Eingriff wirklich n\u00f6tig ist und wo sich der Abbau abmildern l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Arbeitsrechtliche Konflikte z\u00e4hlen hierzulande zu den h\u00e4ufigsten juristischen Auseinandersetzungen. Entsprechend viele Kanzleien besch\u00e4ftigen sich mit diesem Gebiet. Anfang der 90er-Jahre gab es in Deutschland weniger als 1000 Fachanw\u00e4lte f\u00fcr Arbeitsrecht. Zu Jahresbeginn z\u00e4hlte die Bundesrechtsanwaltskammer 11.253, mehr als in jeder anderen Fachanwaltschaft. Der Arbeitsmarkt hat sich in dieser Zeit massiv ver\u00e4ndert: Unternehmen kaufen zu, spalten Bereiche ab, digitalisieren Prozesse, verlagern Standorte. Schw\u00e4chelt die Konjunktur wie derzeit, geraten Jobs umso mehr unter Druck. Und das erh\u00f6ht den Bedarf an Rechtsberatung.\u00a0<\/p>\n<p>Nicht umsonst z\u00e4hlt Arbeitsrecht im Capital-Ranking der besten Anw\u00e4lte zu den umfangreichsten Rubriken \u2013 sowohl bei den Kanzleien f\u00fcr Privatmandanten als auch bei denen f\u00fcr Unternehmen. In 34 Rechtsgebieten wurden in diesem Jahr 675 Anwaltskanzleien ausgezeichnet. Da manche Kanzleien in mehreren Feldern vertreten sind, gibt es insgesamt 1076 Eintr\u00e4ge.<\/p>\n<\/p>\n<h2>Job statt Abfindung<\/h2>\n<p>Wer die Kanzlei von Manske &amp; Partner betritt, wird zun\u00e4chst gebeten, in einem Warteraum mit vielen St\u00fchlen und einer Spielecke f\u00fcr Kinder Platz zu nehmen. Ein langer Flur f\u00fchrt vorbei an den B\u00fcros der zw\u00f6lf Anw\u00e4lte. Aus den Fenstern am Ende f\u00e4llt der Blick direkt aufs N\u00fcrnberger Arbeitsgericht. \u201eWenn unsere F\u00e4lle vor Gericht gehen, haben wir kurze Wege\u201c, sagt Anwalt M\u00fcller.<\/p>\n<p>Ein paar T\u00fcren weiter sitzt Sabine Feichtinger. Sie arbeitet seit 23\u00a0Jahren in der Kanzlei und vertritt oft einzelne Besch\u00e4ftigte im Kampf um deren Arbeitsplatz. Im Individualrecht gelten kurze Fristen. Wer gek\u00fcndigt wird, hat drei Wochen Zeit, Klage zu erheben. So ergeben sich schnelle Verfahren \u2013 anders als bei den oft langwierigen Verhandlungen mit Betriebsr\u00e4ten.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Fr\u00fcher sei es h\u00e4ufiger um Boni oder Konflikte im Betrieb gegangen, berichtet Feichtinger. Heute stehe im Vordergrund, den Job zu behalten. \u201eUnsicherheit am Arbeitsplatz ist das dominierende Thema.\u201c Rund drei Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos, die Quote liegt bei etwa 6,5\u00a0Prozent. Gleichzeitig sind lediglich 640.000 Stellen offen. \u201eViele erhalten auf ihre Bewerbungen nur Absagen\u201c, sagt die Juristin. \u201eUmso st\u00e4rker halten sie an ihrem Job fest.\u201c Das ver\u00e4ndert die Verhandlungen. Eine Abfindung ist f\u00fcr viele kein Ausweg mehr. \u201eSich g\u00fctlich zu einigen wird schwieriger\u201c, sagt Sabine Feichtinger. Arbeitnehmer seien vorsichtiger, Unternehmen zugleich zur\u00fcckhaltender bei Abfindungen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gehe es immer \u00f6fter darum, dass Arbeitgeber Krankschreibungen anzweifeln. Lohn wird nicht gezahlt, und der Streit landet vor Gericht. Thomas M\u00fcller \u00e4rgert sich \u00fcber das Verhalten mancher Arbeitgeber: \u201eEs ist leichter zu sagen, die Leute arbeiten zu wenig oder machen blau, als sich die Ursachen f\u00fcr Arbeitsunf\u00e4higkeiten anzuschauen\u201c, sagt er. Die wachsende Zahl psychischer Erkrankungen erkl\u00e4rt sich der Anwalt nicht zuletzt mit wachsendem Druck am Arbeitsplatz.\u00a0<\/p>\n<p>M\u00fcller, 51, hat sich schon von Beginn seiner anwaltlichen T\u00e4tigkeit an auf Arbeitsrecht spezialisiert. 2005 ist er zu Manske &amp; Partner gekommen und k\u00fcmmert sich seither vor allem um die Beratung von Arbeitnehmervertretern. Das Kollektivrecht erf\u00fcllt ihn: die komplexen Themen, die Verhandlungen am gro\u00dfen Tisch mit Betriebsr\u00e4ten und Gewerkschaftern. In seinem B\u00fcro steht so ein Tisch, rund, drumherum vier orange bezogene St\u00fchle.\u00a0<\/p>\n<h2>Die T\u00fccke von Sozialpl\u00e4nen<\/h2>\n<p>Die Kanzlei Seitz hat ihren Sitz im vornehmen K\u00f6lner Stadtteil Lindenthal, Besucher betreten sie \u00fcber ein Foyer mit poliertem Steinfu\u00dfboden \u2013 die Konferenzetage. Wenn die Sonne in die beiden Besprechungsr\u00e4ume hineinf\u00e4llt, wirkt der Ort fast wie ein Atelier \u2013 dabei geht es hier um ganz handfeste Themen wie Umstrukturierung oder Stellenabbau.<\/p>\n<\/p>\n<p>Stefan Seitz sitzt im Erdgeschoss in einem dieser Zimmer. Der 59-J\u00e4hrige spricht ruhig, fast beil\u00e4ufig\u00a0\u2013 als wolle er einen Kontrapunkt setzen zur Lautst\u00e4rke, in der zumeist \u00fcber die Themen debattiert wird, die sein Alltagsgesch\u00e4ft pr\u00e4gen. Seitz hat in K\u00f6ln Jura studiert und dort auch promoviert, am Lehrstuhl von Peter Hanau. Von dort stammt ein Satz, der den Rechtsanwalt bis heute begleitet: \u201eArbeitsrecht ist Menschenrecht.\u201c Seitz selbst dr\u00fcckt es so aus: \u201eDas Arbeitsrecht menschelt.\u201c Man m\u00fcsse sich immer wieder bewusst machen, wie weit Entscheidungen auf diesem Gebiet reichen. Es werde in Lebensl\u00e4ufe eingegriffen: Wer bleibt? Wer geht und muss pl\u00f6tzlich ganz neu anfangen?\u00a0<\/p>\n<p>Wenn Stellen abgebaut werden, l\u00e4uft viel \u00fcber Freiwilligenprogramme und Sozialpl\u00e4ne, also \u00fcber Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, die festlegen, unter welchen Bedingungen Arbeitnehmer gehen und welche Abfindungen sie erhalten. F\u00fcr Besch\u00e4ftigte sind sie ein Schutzinstrument, f\u00fcr Unternehmen bergen sie jedoch ein Risiko: Wer gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, greift oft zuerst zu. \u201eViele Firmen konzentrieren sich zu sehr darauf, wer gehen muss\u201c, sagt Seitz. \u201eAber entscheidend ist, wer bleiben muss.\u201c<\/p>\n<p>1997 hat Seitz die <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/die-groessten-wirtschaftskanzleien-in-deutschland?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Ranking: Wirtschaftskanzlei\" class=\"autolinker\">Wirtschaftskanzlei<\/a> gegr\u00fcndet. Heute arbeiten an sechs Standorten rund 160 Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte. Zu den Mandanten z\u00e4hlen Unternehmen wie Ford, Lufthansa, die Mediengruppe Dumont oder die Deutsche Bahn.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Nicht immer liegt eine akute Krise vor, wenn Seitz und seine Kollegen zum Einsatz kommen. Vor Kurzem hat er ein Mandat von Biontech \u00fcbernommen. Das Mainzer Unternehmen gilt als Shootingstar der deutschen Biotechbranche. Biontechs Coronaimpfstoff brachte Milliardenums\u00e4tze, schnelles Wachstum, Tausende neue Stellen.\u00a0<\/p>\n<p>Nun scheidet das Gr\u00fcnderpaar \u00d6zlem T\u00fcreci und U\u011fur \u015eahin aus, das Unternehmen richtet sich neu aus, weg vom Impfstoffgesch\u00e4ft, hin zur Krebsforschung. F\u00fcr Stefan Seitz geht es darum zu \u00fcberlegen, welche Bereiche bleiben, welche verschwinden, wie die neue Struktur funktionieren soll \u2013 und wie viele Besch\u00e4ftigte an welchen Stellen noch n\u00f6tig sind.<\/p>\n<h2>Start-up ohne Betriebsrat<\/h2>\n<p>Das Beispiel Biontech zeigt, dass Konflikte um Stellenabbau und Arbeitsbedingungen l\u00e4ngst nicht nur in Betrieben mit klassischen Gesch\u00e4ftsmodellen stattfinden. Auch in Start-ups, Ausgr\u00fcndungen oder Dependancen ausl\u00e4ndischer Techfirmen knirscht es zwischen Belegschaft und Unternehmensleitung. Oft spielen Themen wie Mitbestimmung, \u00dcberwachung am Arbeitsplatz oder Verg\u00fctung eine Rolle.\u00a0<\/p>\n<p>Benedikt R\u00fcdesheim ber\u00e4t in solchen F\u00e4lle die Arbeitnehmerseite. Der 38-J\u00e4hrige arbeitet bei DKA Rechtsanw\u00e4lte in Berlin, die in Prenzlauer Berg insgesamt 31 Anw\u00e4lte besch\u00e4ftigen. R\u00fcdesheim vertritt vor allem Betriebsr\u00e4te, die dabei sind, sich zu gr\u00fcnden. \u201eJunge Firmen ticken anders als Traditionsunternehmen, die schon seit 30 Jahren einen Betriebsrat haben\u201c, sagt er. R\u00fcdesheim hat in Heidelberg Jura studiert und in Bristol einen Master im Menschenrechtsschutz gemacht. Seit 2020 ist er Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und versucht durchzusetzen, dass Besch\u00e4ftigte in Unternehmen mitreden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Viele der Firmen, mit denen er zu tun hat, sind schnell gewachsen. Passende Strukturen entstehen oft erst mit Verz\u00f6gerung. Konflikte, f\u00fcr deren Bew\u00e4ltigung \u00e4ltere Betriebe l\u00e4ngst Regeln gefunden haben, tauchen hier zum ersten Mal auf. In Berlin ist das so deutlich zu sehen wie in kaum einer anderen Stadt. Mit mehr als 1\u2006600 risikokapitalfinanzierten Firmen, die insgesamt rund 170\u00a0Mrd. Euro wert sind, gilt die hiesige Start-up-Szene als gr\u00f6\u00dfte in Deutschland. Sobald Organisationen gr\u00f6\u00dfer werden, will auch die Belegschaft st\u00e4rker mitbestimmen.\u00a0<\/p>\n<p>Werden Versuche, Betriebsr\u00e4te zu gr\u00fcnden, erschwert, sprechen Arbeitsrechtler von Union Busting. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Tesla in Gr\u00fcnheide. Im deutschen Werk des US-amerikanischen Elektroautobauers verteidigten Besch\u00e4ftigte ihr Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren. In diesem Konflikt vertritt DKA Rechtsanw\u00e4lte die IG Metall.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Knapp f\u00fcnf Kilometer entfernt, unweit des Potsdamer Platzes, betrachtet Thomas Wahlig solche Konflikte von der Arbeitgeberseite. Der 56-J\u00e4hrige ist Namenspartner bei Pusch Wahlig Workplace Law. 77 Anw\u00e4lte arbeiten an sechs Standorten f\u00fcr die Kanzlei, 29 davon sind Partner. Wahlig hat in Berlin und Kanada Jura studiert. Fr\u00fch wurde er Partner in gro\u00dfen Wirtschaftskanzleien, 2008 wechselte er zu der Berliner Boutique, die heute seinen Namen tr\u00e4gt.\u00a0<\/p>\n<h2>Die Sicht der Basis<\/h2>\n<p>Wie Benedikt R\u00fcdesheim h\u00e4lt er Betriebsr\u00e4te f\u00fcr legitime Gremien. \u201eUnternehmen m\u00fcssen sie zulassen, das ist gar keine Frage\u201c, sagt Wahlig. Seine Kanzlei vertrat Unternehmen wie den Lieferdienst Flink oder das Hasso-Plattner-Institut in Auseinandersetzungen, bei denen Arbeitnehmer eine Interessenvertretung durchsetzen wollten. \u201eEs gibt jedoch viele Mitarbeitende, die gar keinen Betriebsrat wollen\u201c, sagt er, den Ansto\u00df f\u00fcr eine Gr\u00fcndung g\u00e4ben vielmehr oft Gewerkschaften.<\/p>\n<p>Gegner der Mitbestimmung ist Wahlig trotzdem nicht. \u201eDer Betriebsrat bringt h\u00e4ufig eine Perspektive ein, die unternehmerische Entscheidungen besser machen kann.\u201c Gerade bei Restrukturierungen, die Wahlig oft begleitet, fehle zuweilen die Sicht der Basis im Betrieb.\u00a0<\/p>\n<p>Wahlig wird oft f\u00fcr Unternehmen t\u00e4tig, in denen es nicht rundl\u00e4uft. Er sieht sich dabei allerdings nicht als Handlanger des Managements. \u201eWenn man sich darauf reduziert, ist man kein guter Anwalt, und dann hat man auch keine Moral und kein Gewissen\u201c, sagt er. Es gehe vielmehr darum, Unternehmen bei der Durchsetzung legitimer Interessen zu unterst\u00fctzen und ihnen den rechtlich wie praktisch sichersten Weg aufzuzeigen.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Zahl der arbeitsrechtlichen Konflikte wird in naher Zukunft kaum abnehmen \u2013 daf\u00fcr sorgen die schlappe Konjunktur und der gebremste Reformeifer der Regierenden. Wie gro\u00df der Druck inzwischen ist, zeigen die Zahlen von Creditreform: Die Wirtschaftsauskunftei z\u00e4hlte im Jahr 2025 rund 24\u2006000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, so viele wie seit Jahren nicht mehr. \u201eEs betrifft fast alle Branchen\u201c, beobachtet Wahlig. Besonders betroffen seien die Automobilindustrie und energieintensive Unternehmen, aber eben nicht nur. Wahligs Diagnose: \u201eDas Gesch\u00e4ftsmodell der Bundesrepublik Deutschland steckt in der Krise.\u201c Selbst gut gef\u00fchrte Unternehmen strichen hierzulande Stellen, weil sich die Produktion nicht mehr trage.<\/p>\n<h2>Es geht ums Geld<\/h2>\n<p>Neben dem Jobabbau, berichtet Wahlig, sei in j\u00fcngster Zeit ein zweites Thema in den Vordergrund ger\u00fcckt: die Bezahlung. Infolge des Entgelttransparenzgesetzes gibt es in Deutschland zwar bereits seit 2017 erste Auskunftsrechte. Eine EU-Richtlinie zwingt die Mitgliedstaaten nun jedoch, diese Regeln bis Juni deutlich auszuweiten.\u00a0<\/p>\n<p>K\u00fcnftig m\u00fcssen Unternehmen offenlegen, wie Verg\u00fctungen zustande kommen, Gehaltsspannen fr\u00fch kommunizieren und Unterschiede begr\u00fcnden. Das l\u00e4uft den Strukturen in vielen Unternehmen zuwider. Geh\u00e4lter seien oft historisch gewachsen, individuell verhandelt und kaum vergleichbar, sagt Wahlig: \u201eDas bedeutet, dass wir Verg\u00fctungssysteme komplett neu aufsetzen m\u00fcssen.\u201c Gerade in gro\u00dfen Organisationen sei das eine \u201eHerkulesaufgabe\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Zumindest eine Gruppe profitiert in jedem dieser Streitf\u00e4lle und Konfliktsituationen: die Arbeitsrechtler, die f\u00fcr ihre Mandanten das Optimum herausholen wollen. Ihnen wird die Arbeit nicht ausgehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Arbeitnehmer gegen Unternehmen: Ein Blick hinter die Kulissen des Arbeitsrechts zeigt, wie hart Anw\u00e4lte beider Seiten um Stellen, Abfindungen und Einfluss ringen<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":4584,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-finanzen"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",1440,810,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:300\/h:169\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:768\/h:432\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:1024\/h:576\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",1440,810,false],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",1440,810,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:18\/h:10\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/thomas-mueller.jpg",18,10,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Arbeitnehmer gegen Unternehmen: Ein Blick hinter die Kulissen des Arbeitsrechts zeigt, wie hart Anw\u00e4lte beider Seiten um Stellen, Abfindungen und Einfluss ringen","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}