{"id":4770,"date":"2026-05-24T15:47:45","date_gmt":"2026-05-24T13:47:45","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/brussel-ehrt-muttis-versagen-von-janine-beicht\/"},"modified":"2026-05-24T15:47:45","modified_gmt":"2026-05-24T13:47:45","slug":"brussel-ehrt-muttis-versagen-von-janine-beicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/brussel-ehrt-muttis-versagen-von-janine-beicht\/","title":{"rendered":"Br\u00fcssel ehrt Muttis Versagen | Von Janine Beicht"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Br\u00fcssel ehrt Muttis Versagen | Von Janine Beicht\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/3E4kxrChrZ5MProkhA6q7Q\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\">\n<div class=\"kg-audio-thumbnail placeholder kg-audio-hide\"><svg width=\"24\" height=\"24\" fill=\"none\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M7.5 15.33a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0ZM15 13.83a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M14.486 6.81A2.25 2.25 0 0 1 17.25 9v5.579a.75.75 0 0 1-1.5 0v-5.58a.75.75 0 0 0-.932-.727.755.755 0 0 1-.059.013l-4.465.744a.75.75 0 0 0-.544.72v6.33a.75.75 0 0 1-1.5 0v-6.33a2.25 2.25 0 0 1 1.763-2.194l4.473-.746Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M3 1.5a.75.75 0 0 0-.75.75v19.5a.75.75 0 0 0 .75.75h18a.75.75 0 0 0 .75-.75V5.133a.75.75 0 0 0-.225-.535l-.002-.002-3-2.883A.75.75 0 0 0 18 1.5H3ZM1.409.659A2.25 2.25 0 0 1 3 0h15a2.25 2.25 0 0 1 1.568.637l.003.002 3 2.883a2.25 2.25 0 0 1 .679 1.61V21.75A2.25 2.25 0 0 1 21 24H3a2.25 2.25 0 0 1-2.25-2.25V2.25c0-.597.237-1.169.659-1.591Z\"><\/path><\/svg><\/div>\n<div class=\"kg-audio-player-container\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/05\/tagesdosis-20260521-apolut.mp3\" preload=\"metadata\"><\/audio><\/p>\n<div class=\"kg-audio-title\">Tagesdosis 20260521 apolut<\/div>\n<div class=\"kg-audio-player\"><button class=\"kg-audio-play-icon\" aria-label=\"Play audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M23.14 10.608 2.253.164A1.559 1.559 0 0 0 0 1.557v20.887a1.558 1.558 0 0 0 2.253 1.392L23.14 13.393a1.557 1.557 0 0 0 0-2.785Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-pause-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Pause audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><rect x=\"3\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><rect x=\"14\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><\/svg><\/button><span class=\"kg-audio-current-time\">0:00<\/span><\/p>\n<div class=\"kg-audio-time\">\/<span class=\"kg-audio-duration\">1666.209896<\/span><\/div>\n<p><input type=\"range\" class=\"kg-audio-seek-slider\" max=\"100\" value=\"0\"><button class=\"kg-audio-playback-rate\" aria-label=\"Adjust playback speed\">1\u00d7<\/button><button class=\"kg-audio-unmute-icon\" aria-label=\"Unmute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M15.189 2.021a9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h1.794a.249.249 0 0 1 .221.133 9.73 9.73 0 0 0 7.924 4.85h.06a1 1 0 0 0 1-1V3.02a1 1 0 0 0-1.06-.998Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-mute-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Mute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M16.177 4.3a.248.248 0 0 0 .073-.176v-1.1a1 1 0 0 0-1.061-1 9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h.114a.251.251 0 0 0 .177-.073ZM23.707 1.706A1 1 0 0 0 22.293.292l-22 22a1 1 0 0 0 0 1.414l.009.009a1 1 0 0 0 1.405-.009l6.63-6.631A.251.251 0 0 1 8.515 17a.245.245 0 0 1 .177.075 10.081 10.081 0 0 0 6.5 2.92 1 1 0 0 0 1.061-1V9.266a.247.247 0 0 1 .073-.176Z\"><\/path><\/svg><\/button><input type=\"range\" class=\"kg-audio-volume-slider\" max=\"100\" value=\"100\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><img data-opt-id=1823017817  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GHOST_TD_215.jpg\" alt=\"Br\u00fcssel ehrt Muttis Versagen | Von Janine Beicht\"><\/p>\n<p><strong>Mit Merkels Auszeichnung feiert die EU Kontrolle statt Demokratie.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Ehrung steht nicht nur f\u00fcr eine einzelne Politikerin, sondern f\u00fcr ein System moralischer Alternativlosigkeit, das Kritik \u00fcber Jahre delegitimierte und gesellschaftliche Spannungen mit wachsender Arroganz beantwortete.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von\u00a0<strong>Janine Beicht<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Im Europ\u00e4ischen Parlament wurde Angela Merkel ausgezeichnet. Nicht mit irgendeiner Ehrung, sondern mit dem neu geschaffenen Europ\u00e4ischen Verdienstorden, jenem Br\u00fcsseler Ehrenabzeichen f\u00fcr Politiker, Funktion\u00e4re und ideologische Verwalter des europ\u00e4ischen Machtapparates. Ausgerechnet Merkel, die Frau der Grenz\u00f6ffnung, der Alternativlosigkeit, der politischen Entkernung demokratischer Prozesse, wurde dort zur moralischen Instanz verkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Jury sprach von <em>\u201ekonstanter F\u00fchrungsautorit\u00e4t\u201c<\/em> (1) und lobte ihren Einsatz f\u00fcr europ\u00e4ische Integration, Stabilit\u00e4t und Koh\u00e4sion. Der fr\u00fchere EU-Kommissionspr\u00e4sident Jos\u00e9 Manuel Barroso w\u00fcrdigte ihr <\/p>\n<blockquote><p>\u201eunerm\u00fcdliches Engagement f\u00fcr die europ\u00e4ische Integration und f\u00fcr gemeinsame Werte\u201c. (2)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nominiert wurde Merkel ausgerechnet vom Bremer SPD Politiker Andreas Bovenschulte. Es war eine jener selbstreferenziellen Machtveranstaltungen, bei denen sich ein politischer Apparat gegenseitig best\u00e4tigt, dass er trotz wachsender Ablehnung weiterhin moralisch \u00fcberlegen sei (3).<\/p>\n<p>Geehrt wurde nicht nur eine ehemalige Kanzlerin, sondern ein gesamtes politisches Zeitalter, das Europa in einen seelenlos-effizienten Verwaltungsraum verwandelt hat, in dem demokratische Prozesse zunehmend nur noch akzeptiert werden, solange sie die gew\u00fcnschten Ergebnisse produzieren.<\/p>\n<p><strong>Die digitale \u00d6ffentlichkeit als Feindbild der Macht<\/strong><\/p>\n<p>Merkel nutzte die B\u00fchne nicht f\u00fcr R\u00fcckblick oder Altersmilde, vielmehr wurde sie zur politischen Kampfansage. In ihrer Botschaft sprach sie sich f\u00fcr eine noch st\u00e4rkere Kontrolle sozialer Netzwerke sowie k\u00fcnstlicher Intelligenz aus. Die Europ\u00e4ische Union m\u00fcsse den bisherigen Kurs konsequent weiterverfolgen. Plattformen im Internet w\u00fcrden ihrer Darstellung nach die Errungenschaften der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung bedrohen, sobald Tatsachen ihre Verbindlichkeit verlieren und Wahrheit zur blo\u00dfen Auslegungssache werde. Zugleich warnte sie davor, dass demokratische Strukturen Schaden n\u00e4hmen, wenn Falschbehauptungen ohne Konsequenzen blieben und niemand daf\u00fcr verantwortlich gemacht werde. Besonders deutlich formulierte Merkel diese Position in folgender Passage ihrer Rede (3):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUnd auch die Demokratie steht unter Druck. Und hier will ich nur einen Bereich nennen, bei dem die Europ\u00e4ische Union heute f\u00fcr mich Vorreiter ist. Das ist die Entwicklung der sogenannten sozialen Medien, in denen pl\u00f6tzlich Fakten nicht mehr Fakten sind. Wahrheiten L\u00fcgen genannt werden k\u00f6nnen, L\u00fcgen Wahrheiten, in denen Gef\u00fchle und Fakten vermischt werden und damit die grundlegenden Grundlagen der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung in Gefahr geraten. Und dies alles, dies alles wird noch einmal verst\u00e4rkt durch die rasante Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Und ich kann Sie alle nur ermutigen: Gehen Sie weiter auf dem Weg der Regulierung.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Satz klingt auf den ersten Blick vielleicht harmlos. Tats\u00e4chlich steckt darin das gesamte autorit\u00e4re Denken eines politischen Milieus, das seit Jahren die Kontrolle \u00fcber den \u00f6ffentlichen Diskurs verliert. Die klassische Medienlandschaft funktioniert nicht mehr wie fr\u00fcher. B\u00fcrger formulieren eigene Ansichten. Informationen verbreiten sich au\u00dferhalb der etablierten Filterblasen. Die politische Deutungshoheit br\u00f6ckelt. Und genau dort beginnt das Problem f\u00fcr jene Kreise, die jahrzehntelang bestimmen konnten, welche Meinung akzeptabel ist und welche gesellschaftlich vernichtet werden muss. <\/p>\n<p>Merkel spricht von Verantwortung, doch gemeint ist vor allem Kontrolle \u00fcber R\u00e4ume, in denen politische Deutungsmacht l\u00e4ngst nicht mehr exklusiv bei Regierungen, Leitmedien und institutionellen Akteuren liegt. Sie spricht von Wahrheit, meint jedoch die Frage, wer festlegt, welche Sichtweisen als legitim gelten d\u00fcrfen und welche als Gefahr markiert werden. Und sie spricht von Demokratie, w\u00e4hrend sich dahinter immer deutlicher das Bed\u00fcrfnis abzeichnet, einen autorit\u00e4ren politischen und medialen Machtapparat zu stabilisieren, dessen Herrschaftsanspruch in den vergangenen Jahren sichtbar br\u00fcchig geworden ist. Denn je st\u00e4rker Vertrauen schwindet, desto lauter wird der Ruf nach Regulierung, Aufsicht und Eingriffen in die digitale \u00d6ffentlichkeit. Was einst als offene Debatte galt, erscheint in dieser Logik zunehmend nur noch dann akzeptabel, wenn sie innerhalb jener Grenzen stattfindet, die politische Institutionen zuvor selbst definiert haben.<\/p>\n<p>Die internetbasierte \u00d6ffentlichkeit ist deshalb f\u00fcr diese politische Klasse kein Ausdruck demokratischer Vielfalt, sondern ein Sicherheitsproblem. Der B\u00fcrger soll konsumieren, nicht widersprechen. Er soll gehorsam folgen und blo\u00df nicht hinterfragen. Sobald Menschen die vermeintlich falschen Schl\u00fcsse ziehen oder sich au\u00dferhalb des gew\u00fcnschten Meinungskorridors bewegen, wird aus freier Rede pl\u00f6tzlich \u201eHass und Hetze\u201c oder auch die sogenannte \u201eDesinformation\u201c.<\/p>\n<p><strong>Die alte Kanzlerin legt die Tarnung ab<\/strong><\/p>\n<p>Besonders aufschlussreich war dabei nicht nur ihre Stra\u00dfburger Rede, sondern ein Auftritt wenige Tage zuvor auf der Digitalkonferenz re:publica in Berlin (4). Dort formulierte Merkel offen ihre Position \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer AfD-Kanzlerin in der Zukunft:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eIch werde jedenfalls alles tun, was in meiner Macht noch steht, dass das nicht passiert.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Satz ist keine beil\u00e4ufige Bemerkung. Er ist die enthemmte Selbstbeschreibung einer politischen Denkschule, die demokratische Prozesse nur so lange akzeptiert, wie das eigene Lager gewinnt.<\/p>\n<p>Merkel legte noch nach und erkl\u00e4rte sinngem\u00e4\u00df, es m\u00fcssten nur ausreichend viele Menschen an diese Demokratie glauben, dann lie\u00dfe sich ein entsprechendes Wahlergebnis schon verhindern. Eine signifikante Vorstellung von Demokratie: Solange das richtige Kreuz gesetzt wird, gilt der W\u00e4hler als aufgekl\u00e4rt, verantwortungsvoll und staatsb\u00fcrgerlich wertvoll. Ger\u00e4t das Ergebnis jedoch politisch au\u00dfer Kontrolle, beginnt pl\u00f6tzlich die gro\u00dfe p\u00e4dagogische Umerziehungsmission gegen den B\u00fcrgerwillen. <\/p>\n<p>Gleichzeitig rief sie die Bev\u00f6lkerung dazu auf, einer weiteren St\u00e4rkung der AfD aktiv entgegenzutreten. Die Partei versuche angeblich, den Begriff des Volkes umzudeuten. Ausgerechnet Angela Merkel warnt also vor einer Ver\u00e4nderung des Volksbegriffs, die Ex-Kanzlerin, unter deren Regierungszeit nationale Identit\u00e4t, Grenzen und kulturelle Selbstverst\u00e4ndlichkeiten wie l\u00e4stige Relikte behandelt wurden. Die Ironie daran ist kaum noch zu \u00fcberbieten. Besonders aufschlussreich wurde ihre Aussage jedoch an anderer Stelle. Demokratie, so Merkel, funktioniere nur dann, wenn sogenannte Fakten auch solche blieben (4).<\/p>\n<blockquote><p><em>Sache ist: Jetzt m\u00fcssen wir schon wieder vern\u00fcnftig sein. D\u00fcrfen wir nicht mal unsere Stimmung sprechen lassen? Unsere Demokratie beruht darauf, dass Fakten Fakten sind und Stimmungen Stimmungen. Stimmungen sind zul\u00e4ssig. Aber Stimmungen k\u00f6nnen Fakten nicht ersetzen. Und wenn wir damit einmal anfangen, dann sind wir auf dem wirklichen Holzweg. Und das Dritte ist, wenn ich gerade dabei bin, wenn wir noch die Zeit haben, na ja, schlecht ausgedr\u00fcckt, ganz kurz nur, dass die AfD versucht, zu definieren, wer das Volk ist.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Satz, der bei n\u00e4herer Betrachtung tief blicken l\u00e4sst. Denn wer definiert inzwischen eigentlich, welche Realit\u00e4t offiziell akzeptabel ist und welche Wahrnehmung als gef\u00e4hrlich, populistisch oder demokratiefeindlich markiert wird? Genau dort beginnt seit Jahren die eigentliche Auseinandersetzung: Nicht mehr nur um Meinungen, sondern um die Deutungshoheit \u00fcber Wirklichkeit selbst. <\/p>\n<p>Gerade dieser moralische Absolutheitsanspruch ist aufschlussreich. Wer die eigene politische Position permanent mit der geltenden Demokratie gleichsetzt, f\u00fchrt damit die Demokratie selbst ad absurdum. Denn pl\u00f6tzlich gilt nicht mehr der freie politische Wettbewerb als Kern des Systems, sondern nur noch die Zustimmung zum vorgegebenen Meinungskorridor. Jede Opposition wird automatisch zum Problemfall. Aus Gegnern werden Gef\u00e4hrder. Aus abweichenden Meinungen werden demokratische Risiken. Genau diese Denkweise pr\u00e4gt mittlerweile gro\u00dfe Teile des politischen Betriebs in Deutschland und Br\u00fcssel.<\/p>\n<p><strong>Th\u00fcringen bleibt der politische Offenbarungseid Merkels<\/strong><\/p>\n<p>Dass Merkel ihre Aussagen ernst meint, hat sie bereits bewiesen. Das drastischste Beispiel bleibt Th\u00fcringen im Jahr 202<strong>0. <\/strong>Thomas Kemmerich wurde damals mit Stimmen der AfD demokratisch zum Ministerpr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Das Ergebnis war politisch unbequem, aber parlamentarisch v\u00f6llig legitim zustande gekommen. Doch Merkel akzeptierte dieses Resultat nicht. Von einer Auslandsreise in S\u00fcdafrika aus erkl\u00e4rte die damalige Kanzlerin \u00f6ffentlich (5):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Wahl dieses Ministerpr\u00e4sidenten war ein einzigartiger Vorgang, der mit einer Grund\u00fcberzeugung f\u00fcr die CDU und auch f\u00fcr mich gebrochen hat, dass n\u00e4mlich keine Mehrheiten mit Hilfe der AfD gewonnen werden sollen. Da dies in der Konstellation, in der im dritten Wahlgang gew\u00e4hlt wurde, absehbar war, muss man sagen, dass dieser Vorgang unverzeihlich ist und deshalb das Ergebnis r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden muss.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Vorgang von enormer Tragweite. Eine Regierungschefin griff offen in die demokratischen Abl\u00e4ufe eines Bundeslandes ein, weil ihr das Ergebnis missfiel. Sp\u00e4ter stellte sogar das Bundesverfassungsgericht fest, dass Merkel mit ihren \u00c4u\u00dferungen die AfD in ihrem Recht auf Chancengleichheit verletzt hatte. In dem Urteil des Zweiten Senats vom 15. Juni 2022 steht (6):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eF\u00fcr den Bundeskanzler gelten die Ma\u00dfgaben zur Abgrenzung des Handelns in amtlicher Funktion von der nicht amtsbezogenen Teilnahme am politischen Wettbewerb grunds\u00e4tzlich in gleicher Weise wie f\u00fcr die sonstigen Mitglieder der Bundesregierung. [\u2026] Gr\u00fcnde, die Ungleichbehandlungen rechtfertigen und der Bundesregierung eine Befugnis zum Eingriff in die Chancengleichheit der Parteien verleihen, m\u00fcssen durch die Verfassung legitimiert und von einem Gewicht sein, das dem Grundsatz der Chancengleichheit der Parteien die Waage halten kann.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dies ist der politische Kern in Merkels Biographie. Politisch hatte die Intervention l\u00e4ngst gewirkt. Die Wahl wurde faktisch annulliert. Der politische Druck war massiv genug, um das Ergebnis r\u00fcckabzuwickeln.<\/p>\n<p>Genau darin liegt der Kern des Merkel-Systems. Die neue, sogenannte \u201eUnsere Demokratie\u201c gilt nur so lange, bis die falschen Menschen gewinnen. Sobald unerw\u00fcnschte Mehrheiten entstehen, wird moralischer Ausnahmezustand ausgerufen. Dann beginnt die Phase der \u201eVerantwortung\u201c, jener freundlich formulierte Begriff f\u00fcr einen antidemokratischen, politischen Eingriff von oben. Wie sehr das auf EU-Ebene unter der \u00c4gide von Merkels Sch\u00fctzling von der Leyen bereits greift, sieht man an der r\u00fcckabgewickelten Wahl in Rum\u00e4nien.<\/p>\n<p><strong>Rum\u00e4nien zeigt, wohin die Entwicklung l\u00e4ngst f\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p>Der autorit\u00e4re Reflex endet selbstverst\u00e4ndlich nicht an den deutschen Landesgrenzen. Unter Ursula von der Leyen entwickelt sich die Europ\u00e4ische Union zunehmend zu einem Raum reglementierter \u00d6ffentlichkeit und politischer Vorselektion. Genau deshalb wirkte Merkels Ehrung durch von der Leyen wie eine symbolische Staffel\u00fcbergabe innerhalb desselben politischen Machtmodells. Beide CDU-Frauen stehen f\u00fcr eine Politik der administrativen Verwaltung. Beide vertreten eine Form technokratischer Herrschaft, bei der demokratische Prozesse zwar formal erhalten bleiben, praktisch jedoch immer st\u00e4rker gelenkt und ausgehebelt werden. <\/p>\n<p>Die Instrumente daf\u00fcr wachsen kontinuierlich. Plattformregulierung, digitale Identit\u00e4ten, Chatkontrolle, sogenannte Werteprogramme und immer neue Eingriffe in die Onlinewelt werden unter wohlklingenden Begriffen verkauft. Angeblich geht es um Sicherheit, Zusammenhalt oder Demokratieschutz. Tats\u00e4chlich entsteht ein System permanenter Beaufsichtigung.<\/p>\n<p>Die Entwicklung in Rum\u00e4nien zeigte zuletzt mit brutaler Deutlichkeit, wie weit europ\u00e4ische Machtstrukturen inzwischen bereit sind zu gehen, wenn Wahlergebnisse politisch unerw\u00fcnscht erscheinen. Das rum\u00e4nische Verfassungsgericht annullierte die Pr\u00e4sidentschaftswahl (7), in der der pro-russische Au\u00dfenseiter C\u0103lin Georgescu \u00fcberraschend siegte. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen begleitete diesen Vorgang nicht nur, sie nutzte ihn aktiv, um ihr Lieblingsinstrument durchzusetzen: Das Gesetz \u00fcber digitale Dienste, kurz DSA. <\/p>\n<p>Von der Leyen pers\u00f6nlich leitete ein f\u00f6rmliches Verfahren gegen TikTok ein und erkl\u00e4rte, ausl\u00e4ndische Akteure h\u00e4tten sich \u00fcber die Plattform in die rum\u00e4nische Wahl eingemischt (8). Sie tat bereits genau das, was Merkel gefordert hatte: Mehr Regulierung der sozialen Medien, mehr Kontrolle der digitalen \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Der ehemalige EU-Kommissar Thierry Breton brachte die kalte Logik dieser Technokratie wenig sp\u00e4ter auf den Punkt, als er in einem Interview ungeniert erkl\u00e4rte (9):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWir haben es in Rum\u00e4nien getan, und wir werden es offensichtlich, wenn n\u00f6tig, auch in Deutschland tun m\u00fcssen.<\/em>\u201c\u00a0<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Gedanke, demokratische Entscheidungen notfalls zu neutralisieren, wirkt in Br\u00fcssel l\u00e4ngst nicht mehr wie ein Tabubruch, sondern zunehmend wie eine administrative Option.<\/p>\n<p><strong>Boykott im Parlament, kaschiert durch Ersatzpublikum<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Merkel ihren Orden entgegennahm, versuchten konservative Fraktionen im Europaparlament, ein sichtbares Zeichen des Protestes zu setzen. Die Reihen ihrer Abgeordneten sollten leer bleiben. Der Boykott sollte dokumentieren, dass diese Ehrung keineswegs unumstritten ist. Doch genau dieser Protest wurde offenbar gezielt entsch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Mehrere Abgeordnete berichteten anschlie\u00dfend, freie Pl\u00e4tze seien mit anderen Personen aufgef\u00fcllt worden. Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Europaparlament, Tomasz Froehlich, sprach auf \ud835\udd4f von einem unfassbaren Vorgang (10).<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eSchockierendes Ereignis im Europ\u00e4ischen Parlament: Angela Merkel steht kurz davor, mit dem Europ\u00e4ischen Verdienstorden ausgezeichnet zu werden. Die patriotischen Fraktionen boykottieren die Zeremonie, indem ihre Sitze leer bleiben sollen \u2013 als klares politisches Statement. In einem beispiellosen Schritt, der allen parlamentarischen Gepflogenheiten widerspricht, wurden Klatscher in die Sitze unserer Abgeordneten gesetzt, um diese Botschaft zu unterlaufen. Das ist absolut emp\u00f6rend!\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die Europaabgeordnete Mary Khan fand deutliche Worte f\u00fcr den Vorgang und erkl\u00e4rte, kritische Stimmen sollten offenbar m\u00f6glichst unsichtbar gemacht werden (11), im wahrsten Sinne des Wortes. <\/p>\n<p>In einem weiteren Beitrag stellte sie die Frage, wof\u00fcr Angela Merkel eigentlich ausgezeichnet werde. W\u00e4hrend Millionen Menschen bis heute mit den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen ihrer Regierungsjahre konfrontiert seien, verleihe die EU ausgerechnet daf\u00fcr ihren h\u00f6chsten Orden. Das Ganze wirke weniger wie eine ehrliche W\u00fcrdigung politischer Leistungen als vielmehr wie ein ritualisiertes Schauspiel gegenseitiger Selbstbest\u00e4tigung innerhalb einer Elite, die ihre eigenen Fehlentscheidungen weder reflektieren noch eingestehen will. Eine politische Selbstbeweihr\u00e4ucherung von solcher Dreistigkeit, dass sie inzwischen kaum noch nach Arroganz aussieht, sondern nach v\u00f6lliger Entkopplung von der Realit\u00e4t. Sie postet weiter (12):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eHeute wurde Angela Merkel im Europ\u00e4ischen Parlament mit dem Europ\u00e4ischen Verdienstorden ausgezeichnet. Ein Orden, der eigentlich f\u00fcr besondere Verdienste um Europa stehen soll. Doch wof\u00fcr genau wird Merkel geehrt? F\u00fcr eine Politik der offenen Grenzen, deren Folgen Europa bis heute tragen muss? F\u00fcr unz\u00e4hlige Opfer migrantischer Gewalt und die Vergewaltigung junger Frauen? F\u00fcr Kontrollverlust und \u00fcberforderte Kommunen? F\u00fcr eine Migrationspolitik, die das Vertrauen der B\u00fcrger in die Politik massiv besch\u00e4digt hat? Ein Europ\u00e4ischer Verdienstorden sollte Menschen ehren, die Europa st\u00e4rker, sicherer und wohlhabender gemacht haben. Nicht einer Politik, die zum Symbol von Kontrollverlust und politischem Versagen geworden ist.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der ehemalige Europaabgeordnete Dr. Friedrich P\u00fcrner berichtete ebenfalls von <em>\u201eseltsamen Dingen\u201c <\/em>w\u00e4hrend der Zeremonie. Auf den freien Sitzen h\u00e4tten pl\u00f6tzlich andere Personen gesessen, obwohl diese Pl\u00e4tze normalerweise nur Abgeordneten zug\u00e4nglich seien (13).<\/p>\n<p>Die Symbolik dieser Szene ist beinahe grotesk. Ausgerechnet bei einer Ehrung f\u00fcr Angela Merkel wird sichtbarer Protest optisch neutralisiert, damit die Bilder eines geschlossenen Hauses entstehen. Selbst leere St\u00fchle werden inzwischen offenbar als Gefahr wahrgenommen.<\/p>\n<p><strong>Merkel pl\u00f6tzlich wieder als Europas Krisendiplomatin?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Merkel in Stra\u00dfburg bereits wie eine moralische \u00dcberfigur des europ\u00e4ischen Establishments inszeniert wurde, tauchte parallel noch eine andere Debatte auf, die beinahe surreal wirkt. In Br\u00fcssel wird inzwischen offenbar ernsthaft dar\u00fcber gesprochen, ob ausgerechnet Angela Merkel k\u00fcnftig eine Rolle als europ\u00e4ische Vermittlerin in m\u00f6glichen Gespr\u00e4chen mit Wladimir Putin \u00fcbernehmen k\u00f6nnte. (14)<\/p>\n<p>Wie die Financial Times berichtet (14), diskutieren mehrere EU-Staaten hinter den Kulissen dar\u00fcber, wer Europa bei potenziellen Verhandlungen im Ukraine-Konflikt vertreten soll. <\/p>\n<p>Neben Mario Draghi fiel dabei auch der Name Angela Merkel. Allein diese \u00dcberlegung offenbart bereits, wie stark sich Teile des europ\u00e4ischen Machtapparates weiterhin an jene politische Architektur klammern, die Merkel \u00fcber Jahre gepr\u00e4gt hat. Denn trotz aller gesellschaftlichen Verwerfungen, trotz der Energiekrise, trotz der immer offener diskutierten Fehleinsch\u00e4tzungen ihrer Russlandpolitik gilt Merkel in Teilen der europ\u00e4ischen Elite offenbar noch immer als eine Art \u00fcberparteiliche Stabilit\u00e4tsfigur. Nicht zu \u00fcbersehen ist dabei die politische Ironie dieser Debatte. Jahrelang wurde Merkel von transatlantischen Hardlinern indirekt vorgeworfen, gegen\u00fcber Moskau zu pragmatisch, zu wirtschaftsorientiert oder zu kompromissbereit agiert zu haben. Merkel selbst \u00e4u\u00dferte sich zur\u00fcckhaltend und erkl\u00e4rte, Putin nehme ohnehin nur amtierende Regierungschefs ernst (15).<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUm mit Putin zu verhandeln und ernst genommen zu werden, m\u00fcsse man \u00fcber eigene Macht verf\u00fcgen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Doch allein die Tatsache, dass ihr Name \u00fcberhaupt f\u00e4llt, zeigt den strategischen Orientierungsmangel innerhalb der Europ\u00e4ischen Union. W\u00e4hrend Br\u00fcssel nach au\u00dfen permanent Geschlossenheit demonstriert, offenbaren solche Debatten hinter den Kulissen eine tiefe Unsicherheit dar\u00fcber, wer Europa au\u00dfenpolitisch \u00fcberhaupt noch glaubw\u00fcrdig vertreten kann.<\/p>\n<p>Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: Dieselben politischen Milieus, die Merkel heute als m\u00f6gliche Vermittlerin ins Gespr\u00e4ch bringen, geh\u00f6ren oft zu jenen Kr\u00e4ften, die gleichzeitig jede Form diplomatischer Ann\u00e4herung reflexartig unter Verdacht stellen. Diplomatie wird in Europa inzwischen h\u00e4ufig nur noch akzeptiert, solange sie moralisch korrekt inszeniert werden kann. Genau dadurch wirkt die Diskussion um Merkel fast wie ein unfreiwilliges Eingest\u00e4ndnis, dass politische Realit\u00e4t irgendwann selbst die lautesten ideologischen Narrative einholt.<\/p>\n<p>Denn unabh\u00e4ngig davon, wie man Merkels Russlandpolitik bewertet: Der Umstand, dass die EU ausgerechnet auf Figuren vergangener Machtgenerationen zur\u00fcckgreifen muss, legt vor allem eines offen: Die gegenw\u00e4rtige europ\u00e4ische F\u00fchrungsschicht verf\u00fcgt offenbar weder \u00fcber ausreichend geopolitisches Gewicht noch \u00fcber diplomatische Autorit\u00e4t, um eigenst\u00e4ndig als ernstzunehmender Machtpol aufzutreten.<\/p>\n<p><strong><em>\u201eWir schaffen das\u201c<\/em> als Ausgangspunkt einer politischen Entfremdung<\/strong><\/p>\n<p>Dass Merkel heute derart polarisiert, ist keine spontane Entwicklung. Die tektonischen Verschiebungen begannen sp\u00e4testens 2015 mit der Migrationskrise und jenem Satz, der l\u00e4ngst zum politischen Epochenmarker geworden ist (16):<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>\u201eWir schaffen das!<\/em><\/strong>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus einem vermeintlichen Signal der Zuversicht wurde das Leitmotiv einer Politik, die moralische Selbst\u00fcberh\u00f6hung \u00fcber n\u00fcchterne Folgenabsch\u00e4tzung stellte. Der Satz stand nicht nur f\u00fcr eine Grenz\u00f6ffnung, sondern f\u00fcr eine politische Kultur, in der Haltung wichtiger erschien als Realit\u00e4t, Symbolik wichtiger als Steuerungsf\u00e4higkeit und moralische Inszenierung h\u00f6her bewertet wurde als die sozialen, sicherheitspolitischen und gesellschaftlichen Konsequenzen staatlichen Handelns.<\/p>\n<p>Wer Zweifel anmeldet, gilt nicht als kritischer B\u00fcrger, sondern als St\u00f6rfaktor im orchestrierten Konsensbetrieb. Kritik wird nicht sachlich gepr\u00fcft, sondern moralisch markiert. Zweifel gelten als unanst\u00e4ndig, Warnungen als verd\u00e4chtig und jeder, der auf Kontrollverlust, Integrationsprobleme oder Sicherheitsrisiken hinweist, wird mit bemerkenswerter Geschwindigkeit in die ritualisierte \u201eNazi-Ecke\u201c verfrachtet. Die mediale Begleitmusik funktioniert dabei wie ein Schutzschild f\u00fcr die politische Linie: Nicht die Argumente z\u00e4hlen, sondern die moralische Einordnung der Person, die sie \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Die Folgen dieser Politik pr\u00e4gen Deutschland und Europa bis heute. Der soziale Zusammenhalt wurde zunehmend belastet, weil die politischen und finanziellen Priorit\u00e4ten vieler B\u00fcrger als Schlag ins Gesicht empfunden werden. W\u00e4hrend Wohnraum immer knapper wird (17), Kommunen \u00fcberfordert sind (18) und das Gef\u00fchl sozialer Ungerechtigkeit w\u00e4chst, predigt die politische Elite weiterhin moralische Alternativlosigkeit. F\u00fcr viele Menschen entsteht der Eindruck, dass der Staat zwar enorme organisatorische und finanzielle Kapazit\u00e4ten mobilisieren k\u00f6nne, allerdings nicht f\u00fcr die eigenen B\u00fcrger, deren Sorgen jahrelang relativiert oder offen herablassend behandelt werden.<\/p>\n<p>Parallel dazu versch\u00e4rft sich die Debatte um die innere Sicherheit (19). Messerangriffe, organisierte Clanstrukturen (20), \u00fcberforderte Beh\u00f6rden und steigende Kriminalit\u00e4tszahlen (21) entwickeln sich zu permanenten politischen Konfliktfeldern. Doch anstatt Fehlentwicklungen offen zu analysieren, dominiert eine politische Kommunikationsstrategie der Beschwichtigung. Probleme werden sprachlich weichgezeichnet, statistisch relativiert oder mit moralischen Appellen \u00fcberlagert. Genau diese Diskrepanz zwischen offizieller Erz\u00e4hlung und erlebter Realit\u00e4t l\u00e4sst das Vertrauen vieler B\u00fcrger in Politik, Medien und Institutionen massiv erodieren.<\/p>\n<p>Der Aufstieg populistischer Parteien entstand daher nicht im luftleeren Raum, sondern als Reaktion auf eine politische Klasse, die Kritik zunehmend als Bedrohung ihrer moralischen Autorit\u00e4t versteht. Je aggressiver diskursive Gegenpole delegitimiert werden, desto st\u00e4rker w\u00e4chst bei vielen B\u00fcrgern der Eindruck, dass demokratische Debatten nur noch innerhalb eng definierter Meinungskorridore erlaubt sind. Ausgerechnet die Kr\u00e4fte, die permanent von \u201eVielfalt\u201c faseln, reagieren auf abweichende Perspektiven oft mit sozialer \u00c4chtung und politischer Ausgrenzung.<\/p>\n<p>So wurde <em>\u201eWir schaffen das\u201c<\/em> am Ende weniger zum Symbol humanit\u00e4rer St\u00e4rke als zum Sinnbild einer politischen Epoche, in der gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung das Gef\u00fchl entwickelt haben, nicht mehr repr\u00e4sentiert, sondern st\u00e4ndig belehrt zu werden.<\/p>\n<p><strong>Das Br\u00fcsseler Machtmilieu feiert sich selbst<\/strong><\/p>\n<p>Neben Merkel wurden auch Wolodymyr Selenskyj und Lech Wa\u0142\u0119sa ausgezeichnet (22). Die Veranstaltung war damit nicht nur eine Ehrung einzelner Personen, sondern ein politisches Selbstportr\u00e4t des heutigen EU-Apparates.<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Linken Politiker Fabio de Masi brachte die Atmosph\u00e4re der Veranstaltung mit bemerkenswerter H\u00e4rte auf den Punkt (23):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eBei der Verleihung des Europ\u00e4ischen Verdienstordens an Selenskji und Co. heute hat man tats\u00e4chlich Angestellte des Europ\u00e4ischen Parlaments als Statisten angeheuert, um den Plenarsaal aufzuf\u00fcllen. Ein Hauch von DDR oder Monarchie. Ein schales Ritual der gro\u00dfen Fraktionen, um gr\u00f6\u00dftenteils ihren eigenen Parteig\u00e4ngern Orden umzuh\u00e4ngen, das erst letztes Jahr beschlossen wurde. Es f\u00fchlt sich an wie auf dem Oberdeck der Titanic.<\/em>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Treffender l\u00e4sst sich der Zustand dieses politischen Milieus kaum beschreiben. W\u00e4hrend Europa wirtschaftlich, gesellschaftlich und demokratisch unter enormem Druck steht, besch\u00e4ftigt sich ein wachsender Verwaltungsapparat mit moralischer Selbstbest\u00e4tigung und immer neuen Kontrollinstrumenten gegen die Belange der eigenen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><strong>Merkel spricht inzwischen v\u00f6llig offen<\/strong><\/p>\n<p>Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem gesamten Vorgang liegt jedoch woanders. Merkel versteckt ihre politische Haltung nicht mehr. Die fr\u00fchere Kanzlerin spricht inzwischen offen aus, was w\u00e4hrend ihrer Amtszeit oft hinter rationalen Formulierungen verborgen blieb.<br \/>Die \u00d6ffentlichkeit soll st\u00e4rker reguliert werden. Politisch unerw\u00fcnschte Wahlergebnisse sollen verhindert werden. Die kritische Onlinewelt soll dirigiert werden. Opposition wird nicht mehr als legitimer Bestandteil demokratischer Prozesse behandelt, sondern als Gefahr f\u00fcr Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Damit f\u00e4llt endg\u00fcltig die Maske jener angeblich n\u00fcchternen <em>\u201em\u00fctterlichen Krisenmanagerin\u201c<\/em>, als die Merkel jahrelang verkauft wurde. Hinter der sachlichen Fassade stand immer ein Politikverst\u00e4ndnis, das Demokratie vor allem als steuerbaren Verwaltungsprozess begreift. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie stark darin der alte Geist der DDR weiterlebt,\u00a0 jener autorit\u00e4re Reflex, der gesellschaftliche Kontrolle h\u00f6her bewertet als offene Debatte. <\/p>\n<p>Ein Geist, aus dem Merkel selbst stammt, den sie als ehemalige FDJ-Funktion\u00e4rin (24) und unter dem Schatten von \u201eIM Erika\u201c (25) politisch verinnerlichte und schlie\u00dflich in den Westen exportierte. Nicht als plumper Sozialismus vergangener Jahrzehnte, sondern modernisiert, digitalb\u00fcrokratisch verkleidet und eingebettet in die Sprache europ\u00e4ischer Institutionen, Regulierung und vermeintlicher Verantwortung.<\/p>\n<p>Stra\u00dfburg hat diese Haltung nun nicht kritisiert, sondern ausgezeichnet. Genau darin liegt die eigentliche Botschaft dieser Ehrung. Nicht Merkel allein ist das Problem. Entscheidend ist ein europ\u00e4ischer Machtapparat, der genau diese Form politischer Kontrolle inzwischen offenbar f\u00fcr vorbildlich h\u00e4lt.<\/p>\n<h3 id=\"quellen-und-anmerkungen\">\u00a0Quellen und Anmerkungen<\/h3>\n<p><em>(1) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/merkel-mit-europaeischem-verdienstorden-ausgezeichnet-100.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/merkel-mit-europaeischem-verdienstorden-ausgezeichnet-100.html<\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(2) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/eu-orden-fuer-angela-merkel-altkanzlerin-will-social-media-regulieren-6a0c53b33b7096456ac7c169?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/eu-orden-fuer-angela-merkel-altkanzlerin-will-social-media-regulieren-6a0c53b33b7096456ac7c169<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(3)  <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/phoenix-parlament\/verleihung-europaeischer-verdienstorden\/phoenix\/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTIwMTkyNw?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/phoenix-parlament\/verleihung-europaeischer-verdienstorden\/phoenix\/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTIwMTkyNw<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(4) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RLfAqLny-_8&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RLfAqLny-_8<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(5) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2022\/bvg22-053.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2022\/bvg22-053.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(6) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2022\/06\/es20220615_2bve000420.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2022\/06\/es20220615_2bve000420.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(7) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4YzBedMoCuA&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4YzBedMoCuA<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(8) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_24_6487?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_24_6487<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(9) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/friedlkc\/status\/1877993005329547433?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/friedlkc\/status\/1877993005329547433?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(10) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/TomaszFroelich\/status\/2056697112889274537?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/TomaszFroelich\/status\/2056697112889274537?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(11) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/Mary_Khan94\/status\/2056680766319231105?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/Mary_Khan94\/status\/2056680766319231105?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(12) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/Mary_Khan94\/status\/2056683839435555269?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/Mary_Khan94\/status\/2056683839435555269?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(13) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/DrPuerner\/status\/2056688362262565274?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/DrPuerner\/status\/2056688362262565274?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(14) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/1dc0f6c9-d06f-404b-ba5b-3cf2588bd467?syn-25a6b1a6=1&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.ft.com\/content\/1dc0f6c9-d06f-404b-ba5b-3cf2588bd467?syn-25a6b1a6=1<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(15) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ukraine\/id_101262452\/ukraine-krieg-merkel-und-draghi-sollen-mit-putin-ueber-frieden-verhandeln.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ukraine\/id_101262452\/ukraine-krieg-merkel-und-draghi-sollen-mit-putin-ueber-frieden-verhandeln.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(16) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kDQki0MMFh4&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kDQki0MMFh4<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(17) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/05\/PD26_N030_63.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/05\/PD26_N030_63.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(18) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/studie-kommunen-integration-100.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/studie-kommunen-integration-100.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(19) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/innere-sicherheit-ministerin-sicherheitsgefuehl-in-der-bevoelkerung-erodiert-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-251029-930-222786?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/innere-sicherheit-ministerin-sicherheitsgefuehl-in-der-bevoelkerung-erodiert-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-251029-930-222786<\/em><\/a><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>(20) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/dip.bundestag.de\/vorgang\/entwicklung-der-clankriminalit%25C3%25A4t\/286201?f.deskriptor=Kriminelle%2520Vereinigung&amp;rows=25&amp;pos=25&amp;ctx=d&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/dip.bundestag.de\/vorgang\/entwicklung-der-clankriminalit%C3%A4t\/286201?f.deskriptor=Kriminelle%20Vereinigung&amp;rows=25&amp;pos=25&amp;ctx=d<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(21) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/pressemitteilungen\/DE\/2026\/04\/pks2025-pm.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/pressemitteilungen\/DE\/2026\/04\/pks2025-pm.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(22) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/europaeischer-verdienstorden-100.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/europaeischer-verdienstorden-100.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0(23) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/FabioDeMasi\/status\/2056683202530439240?s=20&amp;ref=apolut.net\"><em>https:\/\/x.com\/FabioDeMasi\/status\/2056683202530439240?s=20<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(24) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/wissen\/mensch\/geschichte\/angela-merkel-und-ihr-leben-in-der-ddr-fdj-fdgb-und-dsf-wie-die-ddr-die-massen-organisierte_id_2749952.html?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/www.focus.de\/wissen\/mensch\/geschichte\/angela-merkel-und-ihr-leben-in-der-ddr-fdj-fdgb-und-dsf-wie-die-ddr-die-massen-organisierte_id_2749952.html<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>(25) <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/13\/stasi-vorwurfe-merkel-gericht-akten-geheim?ref=apolut.net\"><em>https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/13\/stasi-vorwurfe-merkel-gericht-akten-geheim<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an die Autorin f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Berlin, Deutschland, 2017-01-18: Angela Merkel hat in der deutschen Kanzlei fotografiert<\/p>\n<p>Bildquelle: <u>photocosmos1<\/u> \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Ehrung steht nicht nur f\u00fcr eine einzelne Politikerin, sondern f\u00fcr ein System moralischer Alternativlosigkeit, das Kritik \u00fcber Jahre delegitimierte und gesellschaftliche Spannungen mit wachsender Arroganz 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