{"id":5098,"date":"2026-05-25T13:03:17","date_gmt":"2026-05-25T11:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/klima-apokalypse-abgesagt-von-paul-clemente\/"},"modified":"2026-05-25T13:03:17","modified_gmt":"2026-05-25T11:03:17","slug":"klima-apokalypse-abgesagt-von-paul-clemente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/klima-apokalypse-abgesagt-von-paul-clemente\/","title":{"rendered":"Klima-Apokalypse abgesagt? | Von Paul Clemente"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wissenschaftler canceln das Worst-Case-Szenario<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Paul Clemente<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Politische Entscheidungen brauchen ein Fundament, einen Mythos, der beim Gros der B\u00fcrger Akzeptanz findet. Das war und ist in vielen Kulturen die Religion. Herrscher berufen sich gerne auf die Worte Gottes oder mehrerer G\u00f6tter. Auch im Westen ist das keineswegs Vergangenheit: So wei\u00df sich US-Pr\u00e4sident Donald Trump durch christliche Apokalyptiker zu legitimieren: Trump als Katechon, dessen Bombardement den Antichristen ausbremst.<\/p>\n<p>Europa hingegen hatte sich sp\u00e4testens im 20. Jahrhundert vom religi\u00f6sen \u00dcberbau verabschiedet. Die Nationalsozialisten errichteten auf Evolutions- und Vererbungslehren ihren Rassenwahn. Auch der Marxismus versprach seinen Anh\u00e4ngern eine unfehlbare Geisteswissenschaft. Beide Ideologien f\u00fchrten zum Massenmord.<\/p>\n<p>Auch im 21. Jahrhundert errichteten Machthaber ihre Diktatur auf ideologisierte Wissenschaft. Auf die Panikmache einiger Virologen beispielsweise. Gemeinsam errichteten sie ein Wahrheits-Monopol. Wer sich den gew\u00fcnschten Narrativen unterwarf, wurde gedruckt und gesendet. Kritiker hingegen erfuhren radikale Ausgrenzung. Inzwischen haben die Files des Robert Koch-Instituts ergeben: Forscher lie\u00dfen sich kaufen. Lieferten die Munition f\u00fcr den Kampf gegen Freiheitsrechte.<\/p>\n<p>Auch die Klimapolitik geh\u00f6rt hierher. Zahlreiche Forscher assistierten der Ampel bei der Energiewende. Die Rettung der Erde sollte Preis-Explosion im Energiesektor als \u201ealternativlos\u201c legitimieren: Was bedeuten der Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen oder sozialer Standards, wenn es ums \u00dcberleben des Planeten geht? Ex-Energieminister Robert Habeck wollte den Begriff \u201eWohlstand\u201c neu definieren, weg von materiellen G\u00fctern. Wie im Fall der Corona-Pandemie wurden Skeptiker als irrational beschimpft, zu Feinden der Wissenschaft erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Inzwischen hat der Klima-Hype an Sexyness verloren. Keine Friday for Future-Kids, keine festgeklebten Aktivisten auf der Autobahn. Selbst Klima-Ikonen wie Luisa Neubauer oder Greta Thunberg suchen neue Themen. Passend dazu: Das Potsdam Institute for Climate Inpact Research hat k\u00fcrzlich ein beliebtes Worst-Case-Scenario f\u00fcr das Jahr 2100 abgeschossen. Eine Klima-Dystopie namens RCP8.5, erstellt von International Institute for Applied Systems Analysis und dem National Center for Atmospheric Research (NCAR). Die Ausgangsfrage des Grusel-Szenarios lautet: Was passiert, wenn das Erdklima bis 2100 um f\u00fcnf Grad ansteigt? Zum einen l\u00e4ge der Meeresspiegel um 100 Zentimeter h\u00f6her. Klar, irgendwo muss das geschmolzene Eis ja hin. Au\u00dferdem w\u00e4ren extreme Hitzeperioden, wie sie heute nur alle 50 Jahre vorkommen, einmal pro Jahr f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Resultat: Furchtbare D\u00fcrren. Feuchte Hitze mache tropische und subtropische Regionen f\u00fcr Menschen unbewohnbar. Auch im Meer gehe es ungem\u00fctlich zu: Die Senkung des pH-Werts im Meer sch\u00e4dige Korallenriffe und kalkbildende Meeresorganismen. Vom massiven Artensterben ganz zu schweigen. Kurzum: In 74 Jahren erinnert die Erde an den W\u00fcstenplaneten des Science-Fiction-Klassikers \u201eDune\u201c.<\/p>\n<p>Die Drehbuchautoren f\u00fcr die RCP8.5 -Dystopie waren allerdings Computer. Die hatten den 2011er-Stand im \u201eWeiter-so-wie-bisher\u201c-Trend hochgerechnet. Aber schon vor sechs Jahren zweifelten die Klimaforscher Zeke Hausfather und Glen P. Peters am p\u00e4dagogischen Nutzen dieser Dystopie. Stattdessen forderten sie:<\/p>\n<p>Wissenschaftler und Politiker \u201em\u00fcssen aufh\u00f6ren, das Worst-Case-Szenario als das wahrscheinlichste darzustellen.\u201c Solche Extrem-Szenarien k\u00f6nnten \u201ezu Def\u00e4tismus f\u00fchren, da das Problem als au\u00dfer Kontrolle geraten und unl\u00f6sbar wahrgenommen wird.\u201c Au\u00dferdem: Um die RCP8.5-Dystopie zu erreichen, \u201ew\u00e4re eine Verf\u00fcnffachung des Kohleverbrauchs bis zum Ende des Jahrhunderts n\u00f6tig.\u201c Eine Menge, die \u201emanche Sch\u00e4tzungen der f\u00f6rderbaren Kohlereserven\u201c \u00fcbertr\u00e4fe. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Mensch sich M\u00fche g\u00e4be: Die totale Pasteurisierung des Planeten schafft er nicht.<\/p>\n<p>Dennoch galt das RCP8.5-Szenario lange als das wahrscheinlichste. Und wie reagieren Mainstream-Journalisten auf dessen Entsorgung? Ganz einfach: Dass man diese Dystopie nach 15 Jahren entsch\u00e4rft, ist ein Erfolg der Klimapolitik. Dank unerm\u00fcdlicher Mahnungen h\u00e4tten Regierungen das Klima-Problem aufgegriffen und erfolgreich bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>So verkauft die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c die Verwerfung des Worst-Case-Spektakels als \u201eErfolgsgeschichte\u201c gr\u00fcner Klimapolitik: Der Sender SWR stellt hingegen klar: \u201eSzenarien wie RCP8.5 sind keine Prognosen, sondern wissenschaftliche ,Wenn-Dann\u2019- Modelle, um m\u00f6gliche Risiken und Entwicklungen vergleichbar zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Um SWR-H\u00f6rer im richtigen Umgang mit Klima-Dystopien zu unterrichten, holte man Caudia Reiser ans Mikrophon. Als Gr\u00fcndungsmitglied des ARD-Klimakompetenzzentrums wiederholte sie sinngem\u00e4\u00df: Das RCP8.5-Szenario wurde hinf\u00e4llig, weil Politiker und B\u00fcrger sich gebessert haben. Schlie\u00dflich h\u00e4nge die Klimaentwicklung davon ab, wie \u201ewir\u201c uns verhalten. Die Hochrechnung stamme ja aus den 2010ern, als Umwelts\u00e4ue noch freie Fahrt genossen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe sich der Krieg gegen den Iran als hilfreich erwiesen. Nein, nicht wegen klimafreundlicher Bombardierung, sondern wegen des daraus resultierenden Anstiegs des \u00d6lpreises. Der wiederum kurbelte den Verkauf von E-Autos an. \u2013 Tja, man sollte Trump unbedingt mit dem \u201eGr\u00fcnen Nobelpreis\u201c auszeichnen. Nach seiner Selbstverleihung des Friedensnobelpreises w\u00e4re das eine angemessene Geste.<\/p>\n<p>Vor allem aber, so warnt Reiser im SWR-Podcast, solle niemand sich auf biologisch angebauten Lorbeer-Bl\u00e4ttern ausruhen. Zwar sind in 74 Jahren keine 5 Grad plus mehr zu erwarten, aber: 2 oder gar 3.5 Grad w\u00e4ren ebenfalls zu viel. Nein, nur bei einem Anstieg um 1,5 Grad lie\u00dfen die Auswirkungen bew\u00e4ltigen. Und schon ist das Panik-Narrativ wieder restauriert.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Symbol f\u00fcr Klimakrise: Erdkugel mit Sch\u00e4delknochen umgeben<br \/>Bildquelle: MeshCube \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wissenschaftler canceln das Worst-Case-Szenario<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Paul Clemente<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Politische Entscheidungen brauchen ein Fundament, einen Mythos, der beim Gros der B\u00fcrger Akzeptanz findet. Das war und ist in vielen Kulturen die Religion. Herrscher berufen sich gerne auf die Worte Gottes oder mehrerer G\u00f6tter. 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