{"id":5120,"date":"2026-05-25T13:07:19","date_gmt":"2026-05-25T11:07:19","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-ukraine-und-der-weg-ins-verderben\/"},"modified":"2026-05-25T13:07:19","modified_gmt":"2026-05-25T11:07:19","slug":"die-ukraine-und-der-weg-ins-verderben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-ukraine-und-der-weg-ins-verderben\/","title":{"rendered":"Die Ukraine und der Weg ins Verderben"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Sergei Poletajew<\/em><\/p>\n<p><em><\/em><strong>Das ungez\u00e4hmte Land<\/strong><\/p>\n<p>Eines der seit Langem diskutierten Szenarien ist der allm\u00e4hliche Zerfall des ukrainischen Staates, der ihn in eine Art Gaza am Dnjepr verwandeln w\u00fcrde. Mit der Zeit w\u00e4chst die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios. Daher wollen wir genauer untersuchen, was es bedeutet.<\/p>\n<p>Ein voll entwickelter Staat besitzt einen Instinkt zur Selbsterhaltung. Abgesehen von erfreulichen Siegen \u00fcber Feinde hat ein Staat stets eine Vielzahl von Problemen: Wirtschaft, Demografie, Infrastruktur, Soziales usw. Per Definition ist ein Staat ein auf der Gesellschaft aufgebautes Gebilde, und er f\u00fchrt Kriege \u2013 auf die eine oder andere Weise \u2013 zum Wohle der Allgemeinheit. Doch w\u00e4hrend eines Krieges denkt ein Staat stets dar\u00fcber nach, wie er danach \u00fcberleben wird, und ist tats\u00e4chlich gezwungen, \u00fcber solche Dinge nachzudenken.<\/p>\n<p>Wenn sich der Staat jedoch aus welchen Gr\u00fcnden auch immer von der Gesellschaft abkoppelt, verwandelt er sich in eine Milit\u00e4rorganisation, deren einziger Daseinszweck der Konflikt wird. In solchen F\u00e4llen k\u00f6nnen beliebige ideologische Ziele proklamiert werden: ein globales Kalifat oder der Sieg \u00fcber koloniale Unterdr\u00fcckung, die Verteidigung der europ\u00e4ischen Zivilisation oder die Vertreibung der Zionisten ins Meer. Das spielt letztlich keine Rolle.<\/p>\n<p>Entscheidend ist, dass eine solche Organisation, selbst wenn sie ein bestimmtes Territorium kontrolliert und daher gezwungen ist, dort staatliche und \u00f6ffentliche Funktionen wahrzunehmen, im Falle der Wahl zwischen diesen Funktionen und ihren eigenen milit\u00e4rischen Bed\u00fcrfnissen stets Letztere w\u00e4hlt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Staat sind die Menschen eine Ressource f\u00fcr seine Reproduktion und Entwicklung. F\u00fcr eine Milit\u00e4rorganisation sind sie eine Ressource f\u00fcr den Krieg: in Form von K\u00e4mpfern und menschlichen Schutzschilden.<\/p>\n<p>Man kann mit einem Staat verhandeln. Vor einem Krieg kann man ihn bedrohen, Milit\u00e4rman\u00f6ver und -\u00fcbungen durchf\u00fchren und gleichzeitig verschiedene Anreize bieten. Dieser Ansatz funktioniert, weil ein Staat die Konsequenzen abw\u00e4gt. W\u00e4hrend eines Krieges w\u00e4gt ein Staat die Vor- und Nachteile ab und wei\u00df in der Regel, wann er aufh\u00f6ren muss.<\/p>\n<p>Um es klarzustellen: Wir sprechen hier nicht von einzigartigen Kriegen wie der Ostfront im Zweiten Weltkrieg, in denen die Vernichtung einer Seite das einzig m\u00f6gliche Ergebnis war. Wir sprechen von typischen, klassischen Kriegen, deren Ziel es ist, mit Gewalt Einfluss auf die Politik der gegnerischen Macht zu nehmen, damit diese die Bedingungen des Siegers akzeptiert, aber nicht bis zum letzten Mann zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Solche Kriege dauern so lange an, bis es f\u00fcr die unterlegene Seite einfacher wird, die Bedingungen zu akzeptieren, als weiterzuk\u00e4mpfen. Es ist einfacher, die Politik anzupassen, als Menschenleben zu verlieren. Es ist einfacher, Reparationen zu zahlen, als die Wirtschaft zu ruinieren. Es ist einfacher, Gebiete abzutreten, als die eigenen Zukunftsperspektiven zu verspielen.<\/p>\n<p>Eine militante Organisation, insbesondere eine aus dem Ausland finanzierte, hat nichts zu verlieren. Sie wird so lange operieren, wie ihre Ideale fortbestehen und gen\u00fcgend Ressourcen vorhanden sind, um den Kampf fortzusetzen. Man kann sie zwar unter die Erde treiben, aber sie wird von dort wie Unkraut wieder austreiben.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a10510ab480cc1a1b1f0754-1.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a10510ab480cc1a1b1f0754-1.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a10510ab480cc1a1b1f0754-1.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a10510ab480cc1a1b1f0754-1.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein ukrainischer Infanterist wartet in einem Unterstand im Wald von Sinkiv bei Kupjansk auf einen Angriff der Russen (11. M\u00e4rz 2024)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Treppe hinauf in den Abgrund<\/strong><\/p>\n<p>Die Ukraine befindet sich derzeit in einer Zwischenstellung zwischen Staat und militanter Organisation, die sich unweigerlich zu einer Terrorgruppe entwickeln wird. Staatliche Funktionen werden im Land zwar noch wahrgenommen, jedoch nur dank ausl\u00e4ndischer Finanzierung. Die zivile Wirtschaft ist praktisch zusammengebrochen, und die Industrie ist aufgrund von Energieknappheit auf ein Minimum reduziert. Immer mehr Menschen entfremden sich vom Staat, und je weiter die Krise fortschreitet, desto weniger Alternativen bleiben: Entweder man integriert sich auf die eine oder andere Weise in die milit\u00e4rische Hierarchie, man findet einen Weg, das Land zu verlassen, oder man verk\u00fcmmert in Armut.<\/p>\n<p>Folglich entfremdet sich die Ukraine zunehmend, noch nicht vom Land selbst, sondern von den Menschen, die es bewohnen. Sie ordnet sich immer st\u00e4rker den Zielen des Krieges unter und verliert dabei die Merkmale eines Staates. Solange die Front mehr oder weniger h\u00e4lt, ist dieser Prozess nicht offensichtlich: Von au\u00dfen betrachtet scheint die Ukraine geeint und standhaft zu sein, genau wie am ersten Tag der Milit\u00e4roperation. Je weiter wir jedoch vordringen, desto mehr bleibt von der Ukraine vor dem Krieg nur noch eine H\u00fclle \u00fcbrig: milit\u00e4rische Transitlogistik, die sie bedienenden b\u00fcrokratischen und finanziellen Strukturen, halbhandwerkliche milit\u00e4rische Produktion auf Kellerebene (wie die Montage von Drohnen aus chinesischen Komponenten), r\u00fcckw\u00e4rtige Dienste und, am wichtigsten, die Frontlinie, deren Zusammenbruch innerhalb weniger Wochen alles andere beenden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es wird allgemein angenommen, dass die Ukraine nach dem Zusammenbruch ihrer Verteidigung (oder angesichts eines drohenden Zusammenbruchs) einem Frieden zu Russlands Bedingungen zustimmen muss, um ihre Staatlichkeit zu bewahren. Daf\u00fcr m\u00fcssen jedoch die notwendigen Kr\u00e4fte innerhalb der ukrainischen Elite gefunden werden. Je weiter die Entwicklung fortschreitet, desto geringer wird die Hoffnung darauf: Mit dem fortschreitenden schleichenden Zerfall des Staates haben die Machthaber in Kiew immer weniger Grund, an die Zukunft, das Wohlergehen ihrer Bev\u00f6lkerung, die Wirtschaft usw. zu denken.<\/p>\n<p>Der Wendepunkt scheint im vergangenen Herbst gekommen zu sein. W\u00e4hrend Kiew zuvor ernsthaft auf einen Waffenstillstand im Austausch f\u00fcr westliche (vor allem US-amerikanische) Sicherheitsgarantien gehofft hatte, musste man sich nach dem Gipfeltreffen in Anchorage damit abfinden, dass dies eine Illusion war, und die bittere Pille schlucken. Im Oktober 2025 erkl\u00e4rte Wladimir Selenskij bei einem Treffen mit dem polnischen Ministerpr\u00e4sidenten Donald Tusk: &#8222;Die Ukraine ist bereit, weitere zwei oder drei Jahre (und notfalls zehn) zu k\u00e4mpfen.&#8220; Wof\u00fcr? Das ist im Grunde kein Geheimnis. Die Ukraine hat zwei M\u00f6glichkeiten: entweder einen endlosen Krieg oder, sollte es ihr gelingen, Russland zu einem Waffenstillstand zu zwingen, eine beschleunigte Militarisierung und die Vorbereitung eines neuen Krieges. Gelingt es ihr, westeurop\u00e4ische Truppen auf ukrainisches Territorium zu verlegen, ist das f\u00fcr sie von Vorteil; andernfalls ist sie bereit, sich auch ohne sie zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrige Rhetorik hat sich entsprechend ver\u00e4ndert. Ukrainische Kinder, selbst die im Kindergarten, m\u00fcssen sich auf den Krieg vorbereiten. Alle ukrainischen M\u00e4nner und im Prinzip auch Frauen m\u00fcssen k\u00e4mpfen. Es wird breit diskutiert, die Ausnahmeregelungen f\u00fcr Studenten, Besch\u00e4ftigte in kritischen Infrastrukturen (darunter auch Energiearbeiter, die die ukrainischen St\u00e4dte in diesem Winter vor dem Erfrieren bewahrt haben), sogar \u00c4rzte und so weiter aufzuheben. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt dies mit dem akuten Personalmangel an der Front zusammen, aber der Kernpunkt ist, dass die Generalmobilmachung, die zuvor als vor\u00fcbergehende Ausnahme galt, nun als neue Norm akzeptiert wird und sich weiter ausbreiten und dauerhaft etablieren soll.<\/p>\n<p>Genau so stellt sich der ukrainische Staat seine Zukunft vor. Und genau das macht die Verwandlung der Ukraine in ein riesiges Gaza aus, oder, wenn man so will, in eine zweite Ruine (nach dem Beispiel der ersten Ruine, der Zeit am Ende des 17. Jahrhunderts, als die damalige Hetmanat-Ukraine in einen allgemeinen Niedergang geriet, gefolgt von ihrer schrittweisen Eingliederung in die Nachbarl\u00e4nder).<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img data-opt-id=791639987  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" data-sizes=\"auto\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg\" alt=\"\"><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img data-opt-id=1730249589  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105dc548fbef6a8b3d9877-1.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Wandgem\u00e4lde in Kiew zeigt eine ukrainische Soldatin (11. Mai 2026)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein schreckliches Ende<\/strong><\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass die Ukraine sich eine solche Zukunft sichern kann. Durch die Isolation von der Gesellschaft verliert Kiew seine soziale Basis. Je enger die Reihen der Fanatiker geschlossen sind, je fanatischer ihre Parolen, desto weniger werden es von ihnen. Eine Kampforganisation eignet sich f\u00fcr irregul\u00e4re Operationen, doch um eine 1.500 Kilometer lange Frontlinie zu halten, ist ein komplexer und leistungsf\u00e4higer Staatsapparat erforderlich. Trotz westlicher Lieferungen leidet die ukrainische Armee unter einem akuten Mangel an allem, von Personal bis hin zu Nahrungsmitteln.<\/p>\n<p>Ein Geschwader von Drohnenpiloten mit Starlink ist keine Armee. In einem Abnutzungskrieg m\u00fcssen Offensivoperationen durchgef\u00fchrt werden, doch die ukrainischen Streitkr\u00e4fte sind de facto dieser F\u00e4higkeit beraubt. Alles, wozu sie derzeit f\u00e4hig sind, sind Gegenangriffe an ein oder zwei Fronten, die nicht l\u00e4nger als zwei oder drei Wochen dauern. Inzwischen verlangt die moderne Kriegsf\u00fchrung, dass eine Offensive nur dann erfolgreich sein kann, wenn man einen bestimmten Frontabschnitt \u00fcber Wochen oder sogar Monate hinweg m\u00fchsam zerm\u00fcrbt, die Verteidigung ersch\u00f6pft und schlie\u00dflich durch die Reihen des Feindes vordringt, um ihn zum R\u00fcckzug unter Verlusten zu zwingen.<\/p>\n<p>Auch ein Nicht-Vorr\u00fccken ist keine Option: Solange die ukrainischen Streitkr\u00e4fte in ihren Sch\u00fctzengr\u00e4ben ausharren, werden sie weiterhin von Drohnen, Minen, Granaten und Bomben beschossen und erleiden dieselben Verluste. Eine Armee, die nicht vorr\u00fcckt, verliert zwangsl\u00e4ufig \u2013 das ist ein unumst\u00f6\u00dfliches Kriegsgesetz, das seit Jahrtausenden gilt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sind die \u00c4u\u00dferungen von Waleri Saluschny, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte, besonders bemerkenswert. Ihm w\u00fcrde man wohl kaum Pazifismus vorwerfen k\u00f6nnen. Am 7. Mai erkl\u00e4rte er, dass die Ukraine, nachdem sie Russland die Initiative auf dem Schlachtfeld \u00fcberlassen habe, gezwungen sei, mit schweren Verlusten zu reagieren, was unweigerlich zur Niederlage f\u00fchren werde.<\/p>\n<p>Anscheinend befinden sich noch ein bis zwei Millionen wehrf\u00e4hige M\u00e4nner im Land, die angesichts der aktuellen Kampfhandlungen noch etwa zehn Jahre einsatzf\u00e4hig sein d\u00fcrften. Hier zeigt sich jedoch die Schattenseite der Umwandlung des Staates in eine Milit\u00e4rorganisation: Die ukrainische Bev\u00f6lkerung <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/tag\/Mobilisierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">sabotiert die Mobilisierung<\/a> massenhaft, und Versuche, sie zu versch\u00e4rfen, werden mit Sicherheit nicht zu mehr Rekruten f\u00fchren, sondern lediglich die Kluft zwischen Staat und Gesellschaft weiter vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>In gewisser Weise erinnert dies an den Russischen B\u00fcrgerkrieg von 1918 bis 1922. Die &#8222;Wei\u00dfen&#8220; (antibolschewistische Bewegung) kontrollierten riesige Gebiete, in denen sie ein unterschiedlich effektives b\u00fcrokratisches System etablierten, Steuern erhoben, den Haushalt verwalteten, Getreide von Bauern kauften und zudem Nachschub aus dem Ausland erhielten. Sie unterhielten sogar ausl\u00e4ndische Interventionstruppen im Hinterland (darunter nicht nur britische und franz\u00f6sische, sondern auch amerikanische und japanische Expeditionsstreitkr\u00e4fte). Dennoch hatten sie mit stetig wachsenden Schwierigkeiten bei der Mobilisierung eigener Rekruten zu k\u00e4mpfen. Trotz Hungersnot und Verw\u00fcstung weigerte sich die Bev\u00f6lkerung in den von den Wei\u00dfen kontrollierten Gebieten massenhaft, der Armee beizutreten, was letztendlich zu ihrer Niederlage f\u00fchrte.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-2.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-3.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-2.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-3.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img data-opt-id=791639987  decoding=\"async\" data-sizes=\"auto\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-2.jpg\" alt=\"\"><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img data-opt-id=1675108873  decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a105e8148fbef33566721f7-3.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Eine Frau in Pawlograd ber\u00fchrt das Portr\u00e4t eines gefallenen ukrainischen Soldaten an einem Denkmal (10. Mai 2026)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein endloser Albtraum<\/strong><\/p>\n<p>Das Hauptszenario f\u00fcr die Fortsetzung der russischen Milit\u00e4roperation sieht vor, die K\u00e4mpfe im aktuellen Tempo fortzusetzen, bis die ukrainische Armee zerschlagen ist. Im Falle eines Waffenstillstands, \u00fcber den derzeit mit den USA verhandelt wird, sollten wir in h\u00f6chster Alarmbereitschaft bleiben, da die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen h\u00f6chstwahrscheinlich bevorsteht. Wladimir Putins \u00c4u\u00dferungen auf der Pressekonferenz am 9. Mai lassen darauf schlie\u00dfen, dass er zuversichtlich ist, die milit\u00e4rische Niederlage und der darauffolgende Zusammenbruch des ukrainischen Staates st\u00fcnden unmittelbar bevor.<\/p>\n<p>Wie die Beispiele Tschetschenien und Kaukasus jedoch zeigen, ist ein Konflikt m\u00f6glicherweise nicht mit dem Zusammenbruch der Frontlinie beendet; die Ukraine k\u00f6nnte in den Untergrund abtauchen, obwohl sie die Kontrolle \u00fcber Teile ihres ehemaligen Territoriums verloren hat.<\/p>\n<p>Langstreckendrohnen werden weiterhin von den Ruinen auf ukrainischem Territorium nach Russland und dar\u00fcber hinaus fliegen, und unbemannte Kamikaze-Boote werden die maritime Kommunikation angreifen. Dies ist eine Realit\u00e4t, die wir wohl auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, als unvermeidlich hinnehmen m\u00fcssen. Doch wie die Praxis zeigt, sind leichte ukrainische Drohnen trotz gekr\u00e4nkten Stolzes und rei\u00dferischer Medienberichterstattung nicht in der Lage, strategischen Schaden anzurichten, und Verbesserungen der Abwehrmethoden werden die Effektivit\u00e4t ihrer Angriffe mit der Zeit verringern.<\/p>\n<p>Dieses Szenario ist klar. Doch was geschieht, wenn aus irgendeinem Grund ein dauerhafter Waffenstillstand zustande kommt? Was dann? Die Ukraine ist ein verw\u00fcstetes Land, dessen Regierung und Wirtschaft sich vollst\u00e4ndig auf ein einziges Ziel konzentrieren. Und wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass die Ukraine unweigerlich mit den Vorbereitungen auf einen neuen Krieg beginnen wird. Nicht weil sie auf einen Sieg hofft, sondern weil sie keine andere Wahl hat: Ein friedlicher Wiederaufbau nach dem Krieg ist f\u00fcr die Ukraine in ihrer jetzigen Form praktisch ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Inwieweit diese Vorbereitungen erfolgreich und weitreichend sind, h\u00e4ngt von externen Akteuren ab, allen voran von der westeurop\u00e4ischen Unterst\u00fctzerbasis der Ukraine. Nat\u00fcrlich besteht die M\u00f6glichkeit, dass die Ukraine von der EU-Unterst\u00fctzung abgeschnitten wird und dass interne Instabilit\u00e4t das bewirkt, was auf dem Schlachtfeld nicht erreicht werden konnte. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen. Weder ein Waffenstillstand noch eine Waffenruhe werden das Problem einer gro\u00dfen feindlichen Formation an Russlands Grenzen l\u00f6sen, und dies bedeutet, dass eine Wiederaufnahme des Konflikts mehr als wahrscheinlich ist.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Indem die Ukraine sich weigerte, ihre Politik gegen\u00fcber Russland zu \u00e4ndern, und den Weg des Krieges w\u00e4hlte, hat sie sich als Staat selbst zum Untergang verurteilt. Solange Russland in seiner jetzigen Form existiert, sind die Wiederherstellung der Staatlichkeit und jeglicher konstruktive Aufbau einer Nation innerhalb der ukrainischen Grenzen nur auf der Grundlage der Loyalit\u00e4t zu Russland m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Dies steht au\u00dfer Frage; die einzige Frage ist, ob dies durch eine Umstrukturierung der gegenw\u00e4rtigen Ukraine (sprich: einen Staatsstreich und den darauffolgenden Bruch mit Westeuropa) erreicht werden kann oder ob sie den vollst\u00e4ndigen Zusammenbruch des Staates, Jahre des Ruins und die anschlie\u00dfende schrittweise Eingliederung in die Nachbarl\u00e4nder in Kauf nehmen muss.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/swentr.site\/russia\/640327-ukraine-and-road-to-ruin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Englischen<\/a><\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Sergei Poletajew<\/em><\/strong><em>\u00a0ist Informationsanalyst und Publizist sowie Mitbegr\u00fcnder und Herausgeber des\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/t.me\/vatfor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vatfor-Projekts<\/a><\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0<strong>\u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/280419-bruessel-hat-es-entschieden-europa-zieht-in-krieg-gegen-russland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Br\u00fcssel hat es entschieden: Europa zieht in den Krieg gegen Russland<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sergei Poletajew Das ungez\u00e4hmte Land Eines der seit Langem diskutierten Szenarien ist der allm\u00e4hliche Zerfall des ukrainischen Staates, der ihn in eine Art Gaza am Dnjepr verwandeln w\u00fcrde. 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