{"id":5127,"date":"2026-05-25T13:07:27","date_gmt":"2026-05-25T11:07:27","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/grundrechte-report-2026-warnt-vor-zunehmender-militarisierung\/"},"modified":"2026-05-25T13:07:27","modified_gmt":"2026-05-25T11:07:27","slug":"grundrechte-report-2026-warnt-vor-zunehmender-militarisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/grundrechte-report-2026-warnt-vor-zunehmender-militarisierung\/","title":{"rendered":"Grundrechte-Report 2026 warnt vor zunehmender Militarisierung"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Seit mittlerweile fast drei\u00dfig Jahren geben zehn B\u00fcrger- und Menschenrechtsorganisationen einen allj\u00e4hrlich erscheinenden Grundrechte-Report heraus. Die beteiligten Gruppierungen dokumentieren anhand konkreter F\u00e4lle Einschr\u00e4nkungen von Freiheits- und B\u00fcrgerrechten in der BRD, sei es durch Gesetzgebung, Verwaltung oder Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Vergangenen Donnerstag war es wieder so weit: Die fr\u00fchere Bundesjustizministerin Herta D\u00e4ubler-Gmelin stellte im Namen von zehn beteiligten Gruppen (darunter die Humanistische Union, Pro Asyl und der Republikanische Anw\u00e4ltinnen- und Anw\u00e4lteverein) den Grundrechte-Report 2026 vor. Die 42 Einzelbeitr\u00e4ge des 240-seitigen Reports gaben einen \u00dcberblick \u00fcber die grundrechtsrelevanten Entwicklungen des vergangenen Jahres. Entwarnung konnte D\u00e4ubler-Gmelin nicht geben. Vielmehr spricht der Report von immer gravierender werdenden Grundrechtsverletzungen.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Entwicklung appellierte die SPD-Politikerin D\u00e4ubler-Gmelin an alle B\u00fcrger. Jeder sei zur Verteidigung der Grund- und Menschenrechte aufgerufen: &#8222;Ich beobachte seit mehreren Jahren, dass unter dem Vorwand von Sicherheitsinteressen Grundrechte immer weiter eingeschr\u00e4nkt werden sollen. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr k\u00e4mpfen, zu einer vern\u00fcnftigen Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zur\u00fcckzukommen.&#8220;<\/p>\n<p>Besonders im Blickpunkt der Kritik standen die Zunahme der digitalen \u00dcberwachung \u2013 etwa durch die \u00dcberwachungssoftware Palantir\u00a0\u2013 sowie die Aufr\u00fcstung der Bundeswehr im Rahmen der sogenannten Zeitenwende. Bei der Militarisierung Deutschlands erkennt der Grundrechte-Report mittlerweile eine dramatische Zuspitzung: &#8222;Die Bundesregierung will Deutschland so weit aufr\u00fcsten, dass Kriegsbeteiligungen m\u00f6glich w\u00e4ren&#8220;, konstatieren die Herausgeber des Berichts.<\/p>\n<p>Auch die Verteilung von staatlichen Finanzmitteln beanstandete der Grundrechte-Report: F\u00fcr die Aufr\u00fcstung mache der Staat Schulden, im Sozial- und Bildungsbereich sei dagegen ein Kahlschlag festzustellen.<\/p>\n<p>Insofern war es nur folgerichtig, dass der wachsende Druck auf junge M\u00e4nner durch den neuen Wehrdienst in den Mittelpunkt der Vorstellung r\u00fcckte. Leo D\u2019Andola, ein M\u00fcnchner Sch\u00fcler und Aktivist, der in der Bewegung &#8222;Schulstreiks gegen die Wehrpflicht&#8220; engagiert ist, kritisierte das Sicherheitsverst\u00e4ndnis der Bundesregierung:<\/p>\n<p>&#8222;Aber wir Jugendliche f\u00fchlen uns nicht sicher \u2013 nicht, wenn wir einen Fragebogen bekommen, den wir f\u00fcr die Bundeswehr ausf\u00fcllen m\u00fcssen; nicht, wenn wir der Bundesregierung mitteilen m\u00fcssen, wenn wir f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ins Ausland gehen, und nicht, wenn wir \u00fcber die kommenden Ma\u00dfnahmen nachdenken \u2013 \u00fcber Musterung, Sammlung unserer pers\u00f6nlichen Daten und die m\u00f6gliche Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr besonders besorgniserregend halten die Verfasser des Reports eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs bez\u00fcglich des Auslieferungsantrags der Ukraine gegen einen Kriegsdienstverweigerer. Der BGH hatte konstatiert, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Verteidigungsfall Einschr\u00e4nkungen unterliegen k\u00f6nne. Martin Singe, der diesen Abschnitt des Reports erstellt hatte, warnte davor, dass eine derartige Haltung des Gerichts Verweigerer im Kriegsfall automatisch zu Deserteuren mache. Eine Verurteilung als Fahnenfl\u00fcchtige sei die Folge.<\/p>\n<p>Auch die Waffenlieferungen der BRD an kriegf\u00fchrende Parteien kritisiert der Report. Herta D\u00e4ubler-Gmelin nannte als Beispiel Israel. Dessen brutale Kriegf\u00fchrung sei durch das Recht auf Selbstverteidigung nicht mehr gedeckt. Dementsprechend w\u00e4ren auch deutsche R\u00fcstungsexporte nicht zu rechtfertigen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/237599-bgh-gewissensentscheidung-von-kriegsdienstverweigerern-gilt\/\">BGH-Entscheid: Kriegsdienstverweigerer darf in die Ukraine abgeschoben werden<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v77bst6\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mittlerweile fast drei\u00dfig Jahren geben zehn B\u00fcrger- und Menschenrechtsorganisationen einen allj\u00e4hrlich erscheinenden Grundrechte-Report heraus. 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