{"id":5472,"date":"2026-05-26T13:26:27","date_gmt":"2026-05-26T11:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/brd-stiftung-startet-umfrage-zur-entfernung-sowjetischer-ehrenmale-jugend-im-visier\/"},"modified":"2026-05-26T13:26:27","modified_gmt":"2026-05-26T11:26:27","slug":"brd-stiftung-startet-umfrage-zur-entfernung-sowjetischer-ehrenmale-jugend-im-visier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/brd-stiftung-startet-umfrage-zur-entfernung-sowjetischer-ehrenmale-jugend-im-visier\/","title":{"rendered":"BRD-Stiftung startet &#8222;Umfrage&#8220; zur Entfernung sowjetischer Ehrenmale \u2013 Jugend im Visier"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Astrid Sigena und Wladislaw Sankin<\/em><\/p>\n<p>Im Jahr 2000 war im Rahmen der Diskussion um die fehlende Entsch\u00e4digung von NS-Zwangsarbeitern die Stiftung &#8222;Erinnerung, Verantwortung und Zukunft&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.stiftung-evz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EVZ<\/a>) entstanden. F\u00fcnf Milliarden des Stiftungsgeldes trug die deutsche Wirtschaft, die andere H\u00e4lfte des Stiftungsverm\u00f6gens von rund 10,1 Milliarden Euro der Bund. Auch nach dem Abschluss der Zwangsarbeiterentsch\u00e4digung <a href=\"https:\/\/www.service.bund.de\/Content\/DE\/DEBehoerden\/S\/Stiftung-Erinnerung-Verantwortung-und-Zukunft\/Stiftung-Erinnerung-Verantwortung-und-Zukunft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">geh\u00f6ren<\/a> &#8222;humanit\u00e4res Engagement f\u00fcr \u00dcberlebende der NS-Diktatur&#8220; und &#8222;die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den L\u00e4ndern, die unter dem Nationalsozialismus besonders gelitten haben&#8220;, zu den Stiftungszielen.<\/p>\n<p>Allzu ernst scheint man das allerdings nicht mehr zu nehmen, denn nun setzt die gut dotierte Institution offenbar ihren Fokus auf die Bek\u00e4mpfung jener Mahnmale, die an die nazistischen Untaten erinnern. Denn auf der EVZ-Seite f\u00fcr die Zielgruppe der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren wird eine Abstimmung \u00fcber die Fortexistenz der drei sowjetischen Ehrenmale in Berlin angeboten. Zur Erinnerung: Die Ehrenmale m\u00fcssten eigentlich gerade f\u00fcr die BRD, die sich in mehreren Vertr\u00e4gen zum Schutz sowjetischer Kriegsgr\u00e4ber verpflichtet hat, als unantastbar gelten. Zumal gerade diese Monumente wie keine anderen die Niederringung des deutschen Faschismus durch die Rote Armee symbolisieren.<\/p>\n<p>Am 19. Mai erschien auf der Instagram-Seite von <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DYjSecll9Qw\/?img_index=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EVZ Young<\/a> ein Post, der den jugendlichen Nutzern die Frage stellte: &#8222;Sind dir schon mal diese sowjetischen Ehrenmale in Berliner Parks aufgefallen?&#8220; Zu sehen ist im Hintergrund ein Bild des Sowjetischen Ehrenmals im Tiergarten. Der bronzene Rotarmist erscheint sogar vergr\u00f6\u00dfert ein zweites Mal auf dem Bild, als wolle er auf den Betrachter losst\u00fcrmen.<\/p>\n<p data-start=\"2223\" data-end=\"2647\">Im Begleittext hei\u00dft es, die sowjetischen Ehrenmale erinnerten an den Sieg \u00fcber den Nationalsozialismus, seien jedoch von einem Staat errichtet worden, der selbst Millionen Menschen verfolgt habe. F\u00fcr viele Menschen, vor allem aus Osteuropa, seien sie deshalb keine Symbole der Befreiung, sondern Symbole von Besatzung und Leid. Es stelle sich deshalb die Frage: &#8222;Erhalten oder entfernen? Kriegsdenkmal oder Erinnerungsort?&#8220;<\/p>\n<p data-start=\"2649\" data-end=\"3095\">Auf einem zweiten Instagram-Bild ist dann ein Foto von einem der Reliefs der Ehrenmale zu sehen. Bewaffnete Rotarmisten st\u00fcrmen in einer Schlachtreihe voran. Ihren vom K\u00fcnstler unterstellten ideologischen Hintergrund soll ein Lenin-Portr\u00e4t verdeutlichen. Dazu schreibt die EVZ: &#8222;Die Ehrenmale stehen f\u00fcr den Sieg der Roten Armee im 2. Weltkrieg. Aber w\u00e4hrend sie Heldenmut verk\u00f6rpern, bleibt das Leid der Opfer des Stalin-Regimes unterbelichtet.&#8220;<\/p>\n<p data-start=\"2649\" data-end=\"3095\">Auf dem dritten Bild erscheint der Obelisk des Ehrenmals in der Sch\u00f6nholzer Heide sowie die Frage: &#8222;Was denkst du: Welchen Platz sollten sowjetische Ehrenmale in unserer Erinnerungskultur &amp; unseren St\u00e4dten haben?&#8220; Die erwartete Antwort ist klar, auch wenn sie unerw\u00e4hnt bleibt. Dazu tr\u00e4gt auch die Bildsprache bei. Die Ehrenmale werden als grau und kalt dargestellt, mit wenig Plastiken und viel Beton. Verdeckt werden sie von einem an Blutflecken erinnernden roten Klecks. Und nat\u00fcrlich fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass an Feier- und Gedenktagen die Ehrenmale mit Blumen \u00fcberh\u00e4uft werden.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-twitter\">\n<div class=\"TwitterEmbed\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet lazyload\" data-twitter=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Bundfinanzierte Stiftung EVZ stellt Sowjetehrenmale als leblose Orte dar und befleckt sie mit &#8222;Bluttropfen&#8220;. In Wirklichkeit sind diese Orte an Feiertagen blumenges\u00e4umte Pilgerst\u00e4tten f\u00fcr alle, die den Sieg \u00fcber Nazismus\/Faschismus feiern. <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/BuReg?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#BuReg<\/a> will das nicht mehr sehen.Warum?! <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/5prj3u3Dup\">pic.twitter.com\/5prj3u3Dup<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Wlad Sankin (@wladsan) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitter.com\/wladsan\/status\/2058132155805434139?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 23, 2026<\/a><\/p><\/blockquote><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Denn der jugendliche Nutzer dieser Seite \u2013 ohnehin vom Schulunterricht weitgehend in Unkenntnis gehalten \u00fcber das Ausma\u00df des genozidalen Vernichtungskriegs im Osten \u2013 erf\u00e4hrt in dem Instagram-Post nichts dar\u00fcber, was diese Ehrenmale \u00fcberhaupt notwendig gemacht hat: den deutschen \u00dcberfall auf die Sowjetunion, das Verhungernlassen sowjetischer Kriegsgefangener, die im millionenfachen Ausma\u00df verwirklichten Vernichtungspl\u00e4ne gegen die sowjetische Zivilbev\u00f6lkerung und den Plan, den freigewordenen Raum als &#8222;Lebensraum im Osten&#8220; germanischen Neusiedlern anzubieten.<\/p>\n<p>Geht man auf die Seite der EVZ und sucht nach der Abstimmung, gelangt man zum sogenannten <a href=\"https:\/\/www.stiftung-evz.de\/was-wir-foerdern\/jugend-erinnert-vor-ort-engagiert\/dein-historylab\/#c14014\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Historylab<\/a> &#8222;f\u00fcr neue Perspektiven&#8220;. Nach eigenen Angaben will es &#8222;ein Lern- und Denkraum f\u00fcr junge Menschen&#8220; sein, &#8222;die sich kritisch mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen und fragen, was sie f\u00fcr unsere Gegenwart bedeutet&#8220;. Gef\u00f6rdert wird das Ganze von der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien, einem Amt, das dem Bundeskanzleramt direkt <a href=\"https:\/\/kulturstaatsminister.de\/staatsminister-und-sein-amt\/organisation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unterstellt<\/a>\u00a0ist.<\/p>\n<p>Hier erf\u00e4hrt man dann endlich auch, wer die omin\u00f6se &#8222;Eva&#8220; des Instagram-Posts ist. Es handelt sich um eine alte <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/eva-yakubovska-b905a2272\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bekannte<\/a>, was die Agitation gegen die sowjetischen Ehrenmale betrifft: die Vitsche-Aktivistin und Mitarbeiterin des Pilecki-Instituts Eva Jakubovska. Auch die Projektleiterin des Historylabs ist eine Ukrainerin namens <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/im-westen-berlins\/kultur\/article237331729\/Museum-Karlshorst-Erinnerungen-sichern.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jekaterina Malygina<\/a>. F\u00fcr die Abstimmung \u00fcber die Berliner Monumente zeichnen neben Vitsche auch das polnische Pilecki-Institut verantwortlich.<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift &#8222;Vom Denkmal zur Debatte&#8220; geht die Anklage im Gerichtsprozess gegen die Ehrenmale in vorgeblicher Objektivit\u00e4t und Meinungsdiversit\u00e4t weiter. Im Text \u00fcber die Abstimmung heben Vitsche und die EVZ mehrmals die Opfer des Stalinismus hervor, lassen aber die 27 Millionen Menschen, die die Sowjetunion infolge des deutschen \u00dcberfalls verlor, vollkommen unerw\u00e4hnt. Ebenso fehlt der Hinweis darauf, dass die meisten von ihnen eben nicht auf dem Schlachtfeld starben, sondern unter grauenhaften Umst\u00e4nden ermordet wurden.<\/p>\n<p>Auf einer <a href=\"https:\/\/berlin-entscheidet-denkmaeler.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">interaktiven<\/a> Karte kann sich der Leser n\u00e4her \u00fcber die drei Ehrenmale informieren. Hier wird der monumentale Charakter der Anlagen betont und die fortdauernde Existenz von Stalin-Zitaten in Treptow und der Sch\u00f6nholzer Heide infrage gestellt. Erw\u00e4hnt wird ebenfalls, dass an allen drei Monumenten gefallene oder kriegsgefangene Rotarmisten begraben liegen. Im Falle des Ehrenmals im Treptower Park fehlt auch der Hinweis nicht, dass das Ehrenmal von Deutschland und der Stadt Berlin bezahlt werde.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:LpoJ.48d\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a1182cc48fbef0fb443e5bf.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:LpoJ.48d\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a1182cc48fbef0fb443e5bf.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:LpoJ.48d\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a1182cc48fbef0fb443e5bf.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:LpoJ.48d\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6a1182cc48fbef0fb443e5bf.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">History Lab EVZ Youth<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Abgesehen von der Bemerkung, dass die Ehrenmale die Niederlage Nazideutschlands und den Sieg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg symbolisieren, fehlt jede weitere rechtliche oder historische Einordnung. Stattdessen folgt der Hinweis auf den sogenannten &#8222;russischen Angriffskrieg auf die Ukraine&#8220; und die Zeitenwende. Mehr und mehr w\u00fcrden &#8222;russische Einflussnarrative&#8220; hinterfragt, &#8222;die sich auf die einzigartige Rolle Russlands im 2. Weltkrieg und die Manipulation rund um diese Gedenkorte&#8220; st\u00fctzten.\u00a0Die monumentalen Skulpturen der Ehrenmale w\u00fcrden &#8222;dem Massenm\u00f6rder Stalin huldigen&#8220; und dessen millionenfache Opfer &#8222;unterbelichten&#8220;, so der Vorwurf.\u00a0<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-twitter\">\n<div class=\"TwitterEmbed\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet lazyload\" data-twitter=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">&#8222;Sie lassen uns nicht einsch\u00fcchtern&#8220; &#8211; Deutscher Antifaschist Thomas Geggel wird emotional wenn es um Verboten und Einschr\u00e4nkungen an Gedenktagen 8. und 9. Mai geht. <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/LWjkG36PJ1\">pic.twitter.com\/LWjkG36PJ1<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Wlad Sankin (@wladsan) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitter.com\/wladsan\/status\/2058129600518017068?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 23, 2026<\/a><\/p><\/blockquote><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Die Abstimmung selbst bietet dann drei Antwortm\u00f6glichkeiten: erstens &#8222;Entfernen. Erhalten \u2013 wird aus dem \u00f6ffentlichen Raum entfernt&#8220;, zweitens &#8222;Beibehalten. Erhalten \u2013 bleibt unver\u00e4ndert bestehen&#8220; und drittens die M\u00f6glichkeit, eine eigene L\u00f6sungsvariante anzugeben.<\/p>\n<p>Unter der Abstimmung folgen vier &#8222;Expertenmeinungen&#8220; zur Entscheidungshilfe. Irina Schulikina von Vitsche e. V. macht den Anfang: &#8222;Aus Sicht von Vitsche e. V. feiern sowjetische Ehrenmale vor allem die Macht des Sowjetstaates. Sie reproduzieren die Erz\u00e4hlung eines Kampfes f\u00fcr die eigene &#8218;Befreiung&#8216;, nicht f\u00fcr eine Welt ohne Nationalsozialismus.&#8220;<\/p>\n<p>Ein merkw\u00fcrdiges Argument von einer in Deutschland lebenden Ukrainerin. Ausgerechnet ihr Land stimmt j\u00e4hrlich bei der UNO gegen die Resolution zur &#8222;Bek\u00e4mpfung der Verherrlichung des Nazismus&#8220;. Auch Deutschland sowie andere NATO- und EU-Staaten stimmen dagegen. Eingebracht wird diese Resolution ausgerechnet von Russland, w\u00e4hrend die Mehrheit der L\u00e4nder der Welt ihr zustimmt. Die Sorge um eine &#8222;Welt ohne Nationalsozialismus&#8220; erscheint daher wenig glaubw\u00fcrdig und d\u00fcrfte wohl vor allem bei einer noch nicht mit viel Wissen und Lebenserfahrung ausgestatteten <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DYjSecll9Qw\/?img_index=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EVZ Young<\/a>-Zielgruppe verfangen.<\/p>\n<p>Die Vitsche-Propagandistin erkl\u00e4rt weiter auf der bundeseigenen Plattform: &#8222;Kein Raum wird denen gegeben, die in Massenangriffen geopfert wurden, zerst\u00f6rten St\u00e4dten, Hunger, sowjetischen Kriegsverbrechen an der Zivilbev\u00f6lkerung. Die Monumente instrumentalisieren Soldaten auch noch nach ihrem Tod \u2013 durch \u00fcberlebensgro\u00dfe Statuen, vergoldete Stalin-Zitate und eine Geschichtserz\u00e4hlung, die 1939 und die Zusammenarbeit der UdSSR mit NS-Deutschland ausblendet.&#8220;<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist dabei, dass die Vitsche-Vertreterin nicht von nazistischen Kriegsverbrechen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung spricht, sondern von sowjetischen, und den Urhebern dieser Ehrenmale 80 Jahre nach deren Errichtung in besserwisserischer Manier diktiert, was diese symbolisieren sollen. Die direkt vom Bund finanzierte Stiftung macht sich damit mit dieser radikalen Form des Geschichtsrevisionismus &#8222;made in Kiew&#8220; gemein.<\/p>\n<p>Der brandenburgische Landeskonservator Thomas Drachenberg ist gegen einen Abriss der Ehrenmale, aber nicht etwa, weil er sie als Mahnmale wertsch\u00e4tzt, sondern weil er Mythenbildung verhindern will \u2013 und Mythen seien Gift f\u00fcr die Demokratie. Er zieht einen Vergleich zur Berliner Mauer, deren Reste aufbewahrt w\u00fcrden, &#8222;um am Original zu zeigen, wie perfide das Regime war&#8220;. Wer in diesem Vergleich als perfide dargestellt werden soll \u2013 die Naziherrschaft oder der Stalinismus \u2013, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Und die Berliner Kuratorin und Autorin <a href=\"https:\/\/de.ui.org.ua\/entanglements-of-power-gespraech-mit-hanna-aliieva-oleksandr-burlaka-sasha-kurmaz-und-mykola-ridnyi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bettina Klein<\/a> pl\u00e4diert f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Umgestaltung der Ehrenmale: &#8222;Tempor\u00e4re k\u00fcnstlerische Interventionen, kombiniert mit einem diskursiven Begleitprogramm, k\u00f6nnten eine kritische Auseinandersetzung mit dem politischen und \u00e4sthetischen Erbe der sowjetischen Ehrenmale bef\u00f6rdern. Diese materialisierten Machtdemonstrationen eines totalit\u00e4ren Regimes im Berliner Stadtraum ben\u00f6tigen dringend eine Aktualisierung \u2013 sowohl im Hinblick auf die historischen Fakten als auch beim Finden einer zeitgen\u00f6ssischen Antwort auf die \u00dcberw\u00e4ltigungs\u00e4sthetik der Stalinzeit.&#8220;<\/p>\n<p>Das Pilecki-Institut meldet sich in der Person des Totalitarismusforschers <a href=\"https:\/\/instytutpileckiego.pl\/en\/badania\/osrodek-badan-nad-totalitaryzmami\/dr-bartlomiej-kapica\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bart\u0142omiej Kapica<\/a> schlie\u00dflich ebenfalls zu Wort. Er nennt sowjetische Traditionen &#8222;verbrecherisch&#8220;. Mit der angeblich aggressiven milit\u00e4rischen Symbolik auf &#8222;diesen Denkm\u00e4lern&#8220; macht er kurzen Prozess: Sie sollen verschwinden.<\/p>\n<p>In manchen F\u00e4llen ist es allein schon niedertr\u00e4chtig, die Existenz bestimmter Gedenkorte zur Disposition zu stellen. Die sowjetischen Ehrenmale \u2013 nicht nur, aber besonders in Berlin \u2013 sind ein solcher Fall. Hier wird mittels einer scheinobjektiven Abstimmung ein Ostrakismus (Scherbengericht) gegen\u00fcber dem Fortbestand jener Denkm\u00e4ler betrieben, die dem Sieg \u00fcber den Nationalsozialismus gewidmet sind.<\/p>\n<p>Damit steht nicht nur die Erinnerung daran, sondern auch der Sieg selbst wieder infrage. In der Epoche von &#8222;Zeitenwende&#8220; und &#8222;Kriegst\u00fcchtigkeit&#8220;, in der die Abgeordneten im Reichstag wom\u00f6glich bald \u00fcber ein kriegerisches Vorgehen gegen Russland abstimmen m\u00fcssen, st\u00f6rt der Blick auf den wachenden Bronze-Rotarmisten im nahen Tiergarten. Es st\u00f6rt die Erinnerung an die heldenhafte Mitmenschlichkeit eines Nikolai Massalow, an den die Skulptur im Treptower Park erinnert. Es st\u00f6rt der Anblick der trauernden &#8222;Mutter Heimat&#8220; in Treptow und Pankow, die das Leid verk\u00f6rpert, das Deutsche im Rassenwahn \u00fcber die Sowjetmenschen gebracht haben. Die EVZ-Abstimmung zielt darauf ab, unbequeme Mahner aus dem Stadtbild zu verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Dass dabei die Stimmen teilweise aus eigener Tasche finanzierter osteurop\u00e4ischer Propagandisten als ernstzunehmende Meinungen instrumentalisiert werden, liegt auf der Hand. Das ist nichts anderes als ein durchschaubares &#8222;good cop-bad cop&#8220;-Spiel zur Durchsetzung eigener Ziele. Und diese liegen kaum noch verborgen in der Umdeutung der Geschichte, wie die j\u00fcngsten \u00c4u\u00dferungen hochrangiger Berliner Beamter offenbaren \u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/279298-berliner-denkmalamt-gibt-sowjetehrenmal-fuer-schaendung-durch-kuenstler-frei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/280731-klage-gegen-polizeiauflagen-am-8-gefuele-deutschen-zaehlen-nicht-deutsche-justiz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>. Das Verbot sowjetischer Symbole am Tag des Sieges und die immer aggressiver gef\u00fchrte Umwidmungsdebatte sind eben keine ukrainischen oder polnischen Ma\u00dfnahmen, sondern die ersten deutschen Schritte in diese Richtung.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/279073-berliner-polizei-verbietet-erneut-russische\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berliner Polizei verbietet erneut russische und sowjetische Symbolik am 8. und 9. Mai<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v77wkvg\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Astrid Sigena und Wladislaw Sankin Im Jahr 2000 war im Rahmen der Diskussion um die fehlende Entsch\u00e4digung von NS-Zwangsarbeitern die Stiftung &#8222;Erinnerung, Verantwortung und Zukunft&#8220; (EVZ) entstanden. F\u00fcnf Milliarden des Stiftungsgeldes trug die deutsche Wirtschaft, die andere H\u00e4lfte des Stiftungsverm\u00f6gens von rund 10,1 Milliarden Euro der Bund. 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