{"id":5685,"date":"2026-05-27T10:43:28","date_gmt":"2026-05-27T08:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/wirtschaftsweise-deutschlands-wirtschaft-ist-chronisch-krank-37445782-html\/"},"modified":"2026-05-27T10:43:28","modified_gmt":"2026-05-27T08:43:28","slug":"wirtschaftsweise-deutschlands-wirtschaft-ist-chronisch-krank-37445782-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/wirtschaftsweise-deutschlands-wirtschaft-ist-chronisch-krank-37445782-html\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrsgutachten: Deutschlands Wirtschaft ist chronisch krank"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise: In ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten warnen die Wirtschaftsweisen vor steigenden Sozialabgaben, schwachem Wachstum und wachsendem Reformdruck<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Deutschlands Krise setzt sich zunehmend fest. So oder so \u00e4hnlich l\u00e4sst sich wohl zusammenfassen, was der \u201eSachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung\u201c, die sogenannten Wirtschaftsweisen, in ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten skizzieren. F\u00fcr 2026 erwarten die \u00d6konomen nur noch ein <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/ist-das-bip-als-wohlstandsindikator-noch-zeitgemaess?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Gastbeitrag: BIP\" class=\"autolinker\">BIP<\/a>-Wachstum von 0,5 Prozent, w\u00e4hrend die Inflation von 2,2 auf 3,0 Prozent steigen und das Lohnwachstum von 4,5 auf 3,5 Prozent fallen soll. Der Weg zur Erholung ist damit wieder deutlich l\u00e4nger geworden, nicht k\u00fcrzer \u2013 worauf die Bundesregierung eigentlich gesetzt hatte.<\/p>\n<p>Allerdings, und das schreiben auch die Sachverst\u00e4ndigen, die Regierung ist nicht allein schuld an der schlechteren Lage. Vor allem der Irankrieg hat einen negativen Einfluss: Er l\u00e4sst die Energiepreise steigen und heizt damit die Inflation an. Die L\u00f6hne folgen solchen Preisanstiegen stets zeitversetzt, was sich auch nach Ausbruch des Ukrainekriegs wieder zeigte. Doch grunds\u00e4tzlich ist die Lage ziemlich verkorkst, denn von der bescheidenen Aufbruchstimmung aus dem vergangenen Jahr ist nichts mehr zu sp\u00fcren. Die \u00d6konomen widmen sich in ihrem Gutachten daher auch nicht wie vorgesehen den Investitionen, sondern nehmen die deutschen Sozialversicherungssysteme in den Blick. Sie behandeln also ein Sparthema f\u00fcr den Staat.<\/p>\n<p>Hier liegt nach Ansicht der \u00d6konomen n\u00e4mlich ein zentraler Bremsklotz f\u00fcr die deutsche Wirtschaft: Der Ausgabenanstieg sei zu hoch, was den Binnenkonsum zunehmend schw\u00e4che. Zahlen m\u00fcssten diese Ausgaben n\u00e4mlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wodurch weniger Geld f\u00fcr Investitionen und Konsum \u00fcbrig bliebe. Die Reall\u00f6hne stiegen schon l\u00e4nger nicht mehr so stark wie die Bruttol\u00f6hne, was sich dringend \u00e4ndern m\u00fcsse. Ein immer gr\u00f6\u00dferer Teil der Einkommenszuw\u00e4chse werde durch die Sozialabgaben aufgefressen.<\/p>\n<h2>Wirtschaftsweise d\u00fcrften Debatte ausl\u00f6sen<\/h2>\n<p>Dass Sozialabgaben zu einem Wachstumsrisiko erkl\u00e4rt werden, ist bemerkenswert und d\u00fcrfte f\u00fcr Diskussionen sorgen \u2013 auch in der Bundesregierung, wo sich Union und SPD genau an diesen Punkten immer wieder abarbeiten. Um die Mathematik der Wirtschaftsweisen kommen aber auch sie nicht herum: Immer weniger Erwerbst\u00e4tige finanzieren immer mehr Rentner, Pflegebed\u00fcrftige und deren Gesundheitsausgaben. Deshalb steigen die Beitragss\u00e4tze kontinuierlich. Heute liegt der Gesamtsozialversicherungsbeitrag bereits bei etwa 42 Prozent und d\u00fcrfte in den kommenden 15 Jahren laut den Projektionen auf nahezu 50 Prozent steigen. Das f\u00fchrt zu geringerem Nettoeinkommen und geringerem Konsum. Ein stabiles Sozialsystem hat zwar auch einen Wert, doch der ist sehr individuell und belastet vor allem die arbeitende Mittelschicht.<\/p>\n<p>Besonders kritisch ist die Wechselwirkung mit dem demografischen Wandel. Denn je \u00e4lter die Gesellschaft wird, desto st\u00e4rker steigt der Finanzierungsdruck im Sozialstaat \u2013 und desto gr\u00f6\u00dfer wird wiederum die Belastung der arbeitenden Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<\/p>\n<p>Ein Teil dieser Belastung wird durch staatliche Ausgabenprogramme kurzfristig \u00fcberdeckt. Doch der Rat argumentiert, dass sich die Bundesregierung damit vor allem Zeit kauft. Viele der grundlegenden Probleme blieben trotz des Geldes ungel\u00f6st: schwache Produktivit\u00e4t, hohe Energiekosten, Fachkr\u00e4ftemangel, \u00fcberlastete Verwaltung, langsame Digitalisierung und ein Steuer- und Abgabensystem, das Arbeit immer st\u00e4rker belastet. Alles altbekannte Probleme, die auch in fr\u00fcheren Gutachten thematisiert wurden. Doch passiert sei bislang viel zu wenig.<\/p>\n<h2>H\u00f6here Steuern, mehr Eigenverantwortung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Gro\u00dfbaustelle Soziales haben die Wirtschaftsweisen drei Herausforderungen mit je drei Zielen und Ma\u00dfnahmen identifiziert. Beispielsweise schlagen sie vor, die kapitalgedeckte Altersvorsorge auszubauen, das Renteneintrittsalter zu erh\u00f6hen und Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel st\u00e4rker zu besteuern. Letztlich lesen sich die Ma\u00dfnahmen nach einem Mix aus h\u00f6heren Steuern in gesundheitssch\u00e4dlichen Bereichen und mehr Eigenverantwortung der Menschen \u2013 etwa durch mehr ambulante Versorgung und mehr zahlungspflichtige Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung.<\/p>\n<\/p>\n<p>Trotzdem w\u00e4re es falsch, das Fr\u00fchjahrsgutachten als reine Krisendiagnose zu lesen. Zwischen den Zeilen deutet der Sachverst\u00e4ndigenrat durchaus die bestehenden St\u00e4rken Deutschlands an, die nur immer weiter schwinden, und von au\u00dfen angegriffen werden: durch Handelskonflikte mit den USA, durch den zunehmenden Wettbewerb mit China bei Hochtechnologie sowie der Bedrohung durch Kriege, die Investitionen in Aufr\u00fcstung n\u00f6tig machen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise: In ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten warnen die Wirtschaftsweisen vor steigenden Sozialabgaben, schwachem Wachstum und wachsendem Reformdruck<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":5686,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-5685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",1440,810,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:300\/h:169\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:768\/h:432\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:1024\/h:576\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",1440,810,false],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",1440,810,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:lGhy.4b2\/w:18\/h:10\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/deutschland.jpg",18,10,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise: In ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten warnen die Wirtschaftsweisen vor steigenden Sozialabgaben, schwachem Wachstum und wachsendem Reformdruck","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}