{"id":6012,"date":"2026-05-28T18:16:50","date_gmt":"2026-05-28T16:16:50","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/ki-abgerechnet-wie-strom-warum-gerade-der-marktplatz-openrouter-boomt-37454620-html\/"},"modified":"2026-05-28T18:16:50","modified_gmt":"2026-05-28T16:16:50","slug":"ki-abgerechnet-wie-strom-warum-gerade-der-marktplatz-openrouter-boomt-37454620-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/ki-abgerechnet-wie-strom-warum-gerade-der-marktplatz-openrouter-boomt-37454620-html\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz: KI abgerechnet wie Strom: Warum gerade der Marktplatz Openrouter boomt"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>W\u00e4hrend Unternehmen ihre KI-Budgets hinterfragen, w\u00e4chst die Plattform Openrouter rasant. Das Gesch\u00e4ftsmodell: KI wie Strom aus der Leitung. Besonders gefragt sind chinesische Modelle<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Bei der Nutzung von KI durch Unternehmen geraten zunehmend die Kosten der Technologie in den Fokus. Ein KI-Start-up, das davon profitiert, ist Openrouter. Und zwar so sehr, dass CapitalG, der Investmentarm der Google-Mutter Alphabet, in einem sogenannten \u201ereverse pitch\u201c selbst anfragte, ob sie dem Start-up Geld geben k\u00f6nnten \u2013\u00a0und Openrouter damit zur Milliardenbewertung verhalf.<\/p>\n<p>Openrouter entwickelt nicht selbst KI. Stattdessen bietet die Plattform \u00fcber 400 der g\u00e4ngigsten KI-Modelle wie einen Rohstoff zum Anzapfen an. So wie Strom und Wasser aus der Leitung bekommen die Kunden bei Openrouter KI aus der Leitung. Abgerechnet wird nach \u201eToken\u201c \u2013\u00a0also der kleinsten g\u00e4ngigen Einheit der KI-Datenverarbeitung. Dabei erhebt Openrouter eine Geb\u00fchr daf\u00fcr, wenn man \u00fcber die Plattform die Token der jeweiligen Sprachmodelle kauft.<\/p>\n<p>Laut einem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2026\/05\/26\/business\/dealbook\/openrouter-ai-models-fundraising.html\" class=\"external-link\">Bericht der \u201eNew York Times\u201c<\/a> boomt das Token-Gesch\u00e4ft. So soll sich die Menge der Token, die \u00fcber Openrouter bezogen wurden, innerhalb von sechs Monaten verf\u00fcnffacht haben.<\/p>\n<\/p>\n<h2><strong>Openrouter verdoppelt Bewertung<\/strong><\/h2>\n<p>Wie Openrouter k\u00fcrzlich bekannt gab, sammelte das Unternehmen bei der j\u00fcngsten Series-B-Finanzierungsrunde 113 Mio. Dollar ein \u2013 bei einer Bewertung von 1,3 Mrd. Dollar. Damit hat sich die Bewertung des Unternehmens nach der Series-A-Finanzierungsrunde innerhalb eines Jahres von 547 Mio. Dollar auf 1,3 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. Beteiligt an der Runde waren neben CapitalG auch andere prominente Namen des Silicon Valley wie\u00a0Nvidia, Snowflake und Databricks. Auch Altinvestoren wie Andreessen Horowitz und Menlo Ventures investierten nochmal bei Openrouter.<\/p>\n<\/p>\n<h2><strong>Chinesische Unternehmen f\u00fchren KI-Charts an<\/strong><\/h2>\n<p>Weil Openrouter \u00fcber 400 KI-Modelle anbietet, aus denen die Kunden ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen, ist es gleichzeitig zu einer Art KI-B\u00f6rse geworden. Aus einer Statistik des Unternehmens geht hervor, welche KI-Modelle wie stark nachgefragt werden. Brisant dabei ist: Spitzenreiter dieser KI-Charts waren (Stand: Ende Mai) oft chinesische Modelle: Allein Deepseek hatte laut dem Open-Router-Ranking oft drei Modelle in den Top Ten. Dazu kommen Modelle von Tencent und Xiaomi. Und das, obwohl US-Anbieter mit Abstand das meiste Geld in KI-Forschung und Infrastruktur investieren.<\/p>\n<h2><strong>G\u00fcnstige chinesische KI-Modelle \u2013 f\u00fcr einfache Aufgaben<\/strong><\/h2>\n<p>Wie bei Rohstoffb\u00f6rsen spielt f\u00fcr die Nachfrage auf Openrouter der Preis der KI-Modelle eine zentrale Rolle. So kosten dort chinesische KI-Token oft nur einen Bruchteil der Token von US-Spitzenmodellen wie Anthropics \u201eClaude Opus 4.7.\u201c Openrouter bietet auch die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einfache Aufgaben g\u00fcnstige KI-Modelle zu nutzen und die teureren Modelle nur f\u00fcr sehr komplexe Aufgaben einzusetzen. Chinesische Modelle gelten als g\u00fcnstiger, weil Effizienz bei der Entwicklung ihrer Modelle oft eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Zudem sind die Energiekosten bei Anbietern aus China oft niedriger.<\/p>\n<\/p>\n<p>Zuletzt waren die hohen Kosten von KI bei US-Techkonzernen in den Fokus geraten: So stand bis vor kurzem noch die Maxime des \u201e<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/tokenmaxxing--diese-taktik-nutzen-amazon-mitarbeiter--um-produktiver-zu-wirken-37394802.html\" class=\"external-link\">Tokenmaxxing<\/a>\u201c im Vordergrund, also der Verbrauch von m\u00f6glichst viel KI-Leistung. Berichten zufolge sollen bei Konzernen wie Meta und Amazon Programmierer daran gemessen worden sein, wie viel KI-Leistung sie verbrauchten.<\/p>\n<h2><strong>KI-Agenten treiben Verbrauch in die H\u00f6he<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Token-Verbrauch spielt es eine gro\u00dfe Rolle, wie die jeweiligen Sprachmodelle genutzt werden: Wenn Mitarbeiter zum Beispiel in einem Chatfenster einem KI-Modell Fragen zu einem Programmier-Projekt stellt \u2013 \u00e4hnlich wie viele Privatpersonen die g\u00e4ngigsten KI-Modelle nutzen \u2013 ist der KI-Token-Verbrauch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig: Menschen k\u00f6nnen schlie\u00dflich nur so schnell Anfragen an ein KI-Modell stellen, wie sie auch tippen k\u00f6nnen. Sehr viel schneller aber k\u00f6nnen sogenannte KI-Agenten ein KI-Modell mit Daten f\u00fcttern. Bei dieser Form der Nutzung w\u00fcrde man einem KI-Programm eher einen Auftrag geben: \u201eBau mir eine App,\u201c oder \u201ekontrolliere die App, die ich habe bauen lassen.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<p>Auch wegen dieser sogenannten agentischen Nutzung sind die gr\u00f6\u00dften KI-Unternehmen wie Anthropic gerade im Begriff, bei ihren Preismodellen weniger auf Flatrate- und mehr auf verbrauchsabh\u00e4ngige Preismodelle zu setzen.<\/p>\n<p>Bei g\u00fcnstigen Modellen kostet die Verarbeitung von einer Million Token nur wenige Cent. Eine der aktuell leistungsf\u00e4higsten KIs, die neueste Version von Anthropics \u201eClaude\u201c, verlangt laut Anthropics\u00a0<a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/platform.claude.com\/docs\/en\/about-claude\/pricing\" class=\"external-link\">offizieller Preisliste<\/a>\u00a05 Dollar f\u00fcr die Eingabe von einer Million Token und 25 Dollar pro Million-Token-Ausgabe. Zum Vergleich: Jemand, der eine Hausarbeit mit einem Sprachmodell wie ChatGPT schreibt, kommt\u00a0<a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2026\/03\/20\/technology\/tokenmaxxing-ai-agents.html\" class=\"external-link\">laut Sch\u00e4tzung der\u00a0\u201eNew York Times<\/a>\u201c auf einen Verbrauch von etwa 10.000 Token. Ein KI-Agent, der rund um die Uhr Code generiere, k\u00f6nne hingegen schon mal auf 700 Millionen Token pro Woche kommen. Damit k\u00f6nnen die KI-Rechnungen von einzelnen Programmierern und ihren KI-Agenten auch in die Hunderttausende gehen.<\/p>\n<h2><strong>Uber hinterfragt KI-Kosten<\/strong><\/h2>\n<p>Obwohl der durchschnittliche Preis f\u00fcr KI-Token bisher stetig gesunken ist, treibt der explodierende Verbrauch von Token die Kosten f\u00fcr Unternehmen in die H\u00f6he: So sagte Ubers CTO\u00a0Praveen Neppalli Naga gegen\u00fcber der Nachrichtenseite \u201eThe Information\u201c, dass das Unternehmen das eigene KI-Budget f\u00fcr 2026 schon in den ersten vier Monaten des Jahres aufgebraucht hatte. In einem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=y_mQ6xLcKyc&amp;t=1776s\" class=\"external-link\">Podcast<\/a> hinterfragte auch Uber COO Andrew Macdonald kurz darauf das Ergebnis dieser Ausgaben: Es sei nicht leicht, eine \u201edirekte Linie\u201c\u00a0von den gestiegenen Kosten zu neuen Funktionen der App zu ziehen, so Macdonald.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>W\u00e4hrend Unternehmen ihre KI-Budgets hinterfragen, w\u00e4chst die Plattform Openrouter rasant. Das Gesch\u00e4ftsmodell: KI wie Strom aus der Leitung. 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