{"id":6014,"date":"2026-05-28T18:16:52","date_gmt":"2026-05-28T16:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/temu-eu-kommission-verhaengt-millionenstrafe-wegen-illegaler-produkte-37456710-html\/"},"modified":"2026-05-28T18:16:52","modified_gmt":"2026-05-28T16:16:52","slug":"temu-eu-kommission-verhaengt-millionenstrafe-wegen-illegaler-produkte-37456710-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/temu-eu-kommission-verhaengt-millionenstrafe-wegen-illegaler-produkte-37456710-html\/","title":{"rendered":"Chinesischer Onlineh\u00e4ndler: Illegale Produkte: EU-Kommission verh\u00e4ngt Millionenstrafe gegen Temu"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Br\u00fcssel wirft Temu schwere M\u00e4ngel bei der Risikobewertung vor. Bis Ende August muss der chinesische Konzern nachbessern \u2013 sonst drohen weitere Sanktionen<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die EU-Kommission hat wegen illegaler Produkte eine Strafe in H\u00f6he von 200 Mio. Euro gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu verh\u00e4ngt. Das Unternehmen habe die Risiken und Sch\u00e4den f\u00fcr Verbraucher nicht ordnungsgem\u00e4\u00df bewertet, teilte die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde mit. Die Kommission setzte Temu zudem eine Frist bis zum 28. August, um einen Ma\u00dfnahmenplan vorzulegen. \u201eMit dieser Entscheidung senden wir eine sehr starke Botschaft an Temu\u201c, sagte die f\u00fcr Technische Souver\u00e4nit\u00e4t zust\u00e4ndige EU-Kommissarin Henna Virkkunen.<\/p>\n<p>Die Untersuchung, ob das Design der Temu-Dienste s\u00fcchtig machend ist und ob generell illegale Produkte verkauft werden, werde fortgesetzt. In den kommenden Monaten k\u00f6nnten weitere Sanktionen folgen, als Ergebnis einer fast zweij\u00e4hrigen Untersuchung auf der Grundlage des Gesetzes \u00fcber digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Dieses verpflichtet gro\u00dfe Online-Unternehmen dazu, verst\u00e4rkt gegen illegale und sch\u00e4dliche Inhalte auf ihren Plattformen vorzugehen. Verst\u00f6\u00dfe gegen das DSA k\u00f6nnen mit Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Risikobewertung von Temu untersch\u00e4tzt konkrete Risiken, ist zu unspezifisch, st\u00fctzt sich nicht auf solide Beweise und ist nicht umfassend\u201c, sagte Virkkunen. Sie zeige nicht \u201edas tats\u00e4chliche Ausma\u00df des potenziellen Schadens\u201c, den \u00fcber Temu verkaufte illegale Produkte verursachen. Temu habe mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa, sodass illegale Produkte viele EU-B\u00fcrger erreichten, sagte die EU-Kommissarin. Zudem kritisiert die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde, dass Temu nicht ausreichend pr\u00fcfe, wie seine Empfehlungssysteme und Werbeprogramme durch Influencer die Risiken des Verkaufs illegaler Produkte verst\u00e4rken k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Temu weist die Kritik zur\u00fcck<\/h2>\n<p>Temu kritisierte die Strafe in einem Statement als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Zudem beziehe sich die Entscheidung auf die Risikoabw\u00e4gung von 2024 und spiegele nicht den aktuellen Stand der Systeme wider. \u201eTemu respektiert die Ziele des Gesetzes \u00fcber digitale Dienste sowie die Notwendigkeit klarer und einheitlicher Regeln f\u00fcr die gesamte Digitalwirtschaft. Wir sind jedoch mit der Entscheidung der Europ\u00e4ischen Kommission nicht einverstanden\u201c, erkl\u00e4rte Temu in einer Stellungnahme.<\/p>\n<p>Das Unternehmen werde weiter konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. Temu gebe europ\u00e4ischen Verbrauchern \u201eZugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte\u201c und helfe auch europ\u00e4ischen Unternehmen, mehr Kunden zu erreichen.<\/p>\n<p>Temu ist ein Online-Marktplatz, auf dem zahlreiche Unternehmen verschiedene Waren verkaufen. Das chinesische Unternehmen ist seit Fr\u00fchjahr 2023 in Deutschland aktiv und sorgt immer wieder mit Minipreisen und hohen Rabatten f\u00fcr Aufsehen. Produkte werden h\u00e4ufig direkt vom Hersteller zum Kunden geliefert. Der Anbieter ist umstritten. Politiker, Handelsvertreter und Verbrauchersch\u00fctzer monieren unter anderem Produktqualit\u00e4t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.\u00a0<\/p>\n<p>Die EU-Kommission verwies unter anderem auf Testk\u00e4ufe im vergangenen Jahr, bei denen viele Produkte durchgefallen seien. Ein \u201esehr hoher Prozentsatz der ausgew\u00e4hlten Ladeger\u00e4te\u201c habe dabei \u201egrundlegende Sicherheitstests nicht bestanden\u201c. Ein \u201ehoher Prozentsatz der getesteten Babyspielzeuge\u201c habe die Chemikalien-Grenzwerte \u00fcberschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile bestanden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Temu muss nun die Strafe zahlen und die Probleme beheben \u2013 sonst k\u00f6nnte die Beh\u00f6rde zus\u00e4tzlich t\u00e4gliche Strafzahlungen verh\u00e4ngen. Unabh\u00e4ngig davon untersuchen die Experten der EU-Kommission derzeit auch, ob Temu unter anderem durch eine Einschr\u00e4nkung des Zugangs von Forschern zu Daten gegen EU-Recht versto\u00dfen k\u00f6nnte und mehr gegen den Verkauf illegaler Produkte tun m\u00fcsste, wie Virkkunen sagte. Auch die chinesischen Mitbewerber Aliexpress und Shein stehen im Fokus.\u00a0<\/p>\n<p>Das Gesetz \u00fcber digitale Dienste (DSA) gilt seit Februar 2024 und soll das scharfe Schwert gegen als gef\u00e4hrlich angesehene Praktiken von Tech-Riesen sein. Gro\u00dfe Online-Plattformen m\u00fcssen sich wegen des DSA an deutlich strengere Vorschriften halten: Beschwerden von Nutzern sollen besser aufgegriffen, illegale Inhalte schneller entfernt und Kinder besser gesch\u00fctzt werden.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union hat bisher erst einmal eine Strafe im Rahmen des DSA verh\u00e4ngt: Im Dezember vergangenen Jahres belegte sie Elon Musks Social-Media-Netzwerk X mit einer Geldbu\u00dfe von 120 Mio. Euro.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Br\u00fcssel wirft Temu schwere M\u00e4ngel bei der Risikobewertung vor. 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