{"id":6278,"date":"2026-05-29T19:32:54","date_gmt":"2026-05-29T17:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/eu-plant-verschaerfte-zoelle-gegen-china-trotz-deutschen-willens-zur-deeskalation\/"},"modified":"2026-05-29T19:32:54","modified_gmt":"2026-05-29T17:32:54","slug":"eu-plant-verschaerfte-zoelle-gegen-china-trotz-deutschen-willens-zur-deeskalation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/eu-plant-verschaerfte-zoelle-gegen-china-trotz-deutschen-willens-zur-deeskalation\/","title":{"rendered":"EU plant versch\u00e4rfte Z\u00f6lle gegen China \u2013 trotz deutschen Willens zur Deeskalation"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union steht kurz vor einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt mit China. Die EU-Kommission diskutiert Pl\u00e4ne, Importquoten und Z\u00f6lle deutlich auszuweiten, um Branchen wie Chemie, Metalle und saubere Technologien (einschlie\u00dflich Elektroautos) vor &#8222;unfairer chinesischer Konkurrenz&#8220; zu sch\u00fctzen. EU-Industriekommissar St\u00e9phane S\u00e9journ\u00e9 sprach von einer &#8222;existenziellen Bedrohung&#8220; durch chinesische Importe, die durch Subventionen und \u00dcberkapazit\u00e4ten erm\u00f6glicht werden. Neu sollen nicht nur einzelne Produkte, sondern ganze Sektoren mit Schutzz\u00f6llen und Quoten belegt werden \u2013 teils unter Berufung auf &#8222;nationale Sicherheit&#8220;, \u00e4hnlich wie unter der Trump-Administration in den USA, berichtet der Blog <em>German-Foreign-Policy<\/em>.<\/p>\n<p>Dies geschieht, obwohl die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche\u00a0(CDU) bei ihrem aktuellen Besuch in Peking f\u00fcr Abbau der Spannungen und mehr Kooperation pl\u00e4diert. Reiche betonte die engen Wirtschaftsbeziehungen (Handelsvolumen rund 250\u00a0Mrd. Euro) und warnte davor, dass EU-Ma\u00dfnahmen deutsche Exporte sch\u00e4digen k\u00f6nnten. Sie wurde von Vertretern von Siemens, BASF, SAP, Allianz und Airbus begleitet, die auf stabile Gesch\u00e4fte in China hoffen. Gleichzeitig besucht jedoch noch eine Delegation des Bundestages die abtr\u00fcnnige Provinz Taiwan.<\/p>\n<p>Berlin sendet damit sehr widerspr\u00fcchliche Signale. W\u00e4hrend es in Br\u00fcssel protektionistische Schritte mittr\u00e4gt oder nicht blockiert, versucht es bilateral, zu verhandeln, provoziert aber gleichzeitig mit dem Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen im R\u00fcstungsbereich mit Taiwan. Was f\u00fcr eine Art Strategie Berlin damit verfolgt, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Die EU sieht China als systemischen Wettbewerber, der durch massive Staatssubventionen, \u00dcberproduktion und Dumpingpreise europ\u00e4ische Industrien zerst\u00f6rt. Das Handelsdefizit der EU mit China ist auf Rekordh\u00f6hen gestiegen. Es betrug 2025 ca. 360\u00a0Mrd. Euro im Warenhandel. Besonders betroffen sind E-Autos: Trotz bereits bestehender Z\u00f6lle von bis zu 38\u00a0Prozent zus\u00e4tzlich zum Grundzoll von zehn Prozent gewinnen chinesische Marken Marktanteile in Europa. Die Kommission argumentiert, dass ohne Schutzma\u00dfnahmen Jobs und technologische Souver\u00e4nit\u00e4t verloren gehen\u00a0\u2013 ein &#8222;China-Schock&#8220; drohe. Zus\u00e4tzlich plant die EU Instrumente wie den &#8222;Made in Europe Act&#8220; und strengere Regeln f\u00fcr \u00f6ffentliche Beschaffung, um Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren. Experten argumentieren dagegen, chinesische E-Autos seien einfach technologisch fortgeschrittener und h\u00e4tten daher einen Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n<p>F\u00fcr die EU-B\u00fcrger bedeuten die Pl\u00e4ne der EU vor allem eines: h\u00f6here Verbraucherpreise. F\u00fcr die Produzenten sind\u00a0 Lieferkettenst\u00f6rungen zu erwarten. Sie f\u00fcrchten zudem m\u00f6gliche Vergeltungsma\u00dfnahmen Chinas. Experten warnen vor einer Spirale, die das ohnehin schw\u00e4chelnde europ\u00e4ische Wachstum weiter bremst und in der Lage ist, die Weltwirtschaft erneut zu fragmentieren. Nachdem vor allem die EU und dort zun\u00e4chst Deutschland von der Globalisierung proftiert haben, zielt Br\u00fcssel nun darauf ab, den Prozess dann zu unterbinden, wenn andere L\u00e4nder im Vorteil sind.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr China sind dagegen weniger schwerwiegend. Eingeschr\u00e4nkter Marktzugang zur EU l\u00e4sst sich zwar nicht v\u00f6llig durch Umlenkung von Exporten in andere Regionen ausgleichen, aber deutlich abfedern. Peking hat bereits mit &#8222;resoluten Gegenma\u00dfnahmen&#8220; gedroht, sollte die EU ihre Pl\u00e4ne umsetzen.<\/p>\n<p>Die aggressive EU-Politik gegen\u00fcber China erfolgt vor dem Hintergrund multipler Krisen. Im Iran-Krieg halten fragile Waffenruhen und Verhandlungen \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus an. Die St\u00f6rungen vor allem der \u00d6ltransporte haben zu Preisspr\u00fcngen und Versorgungsunsicherheiten gef\u00fchrt\u00a0\u2013 ein weiterer Schlag f\u00fcr energieabh\u00e4ngige EU-Wirtschaften.<\/p>\n<p>Gleichzeitig belasten die Sanktionen gegen Russland die EU selbst: Sie verursachten hohe Energiepreise, Umstellungskosten auf alternative Lieferanten, Inflation und gebremstes Wachstum. Die EU hat dadurch ihre Abh\u00e4ngigkeiten auch nicht reduziert, sondern nur verlagert. Sie ist nun, was beispielsweise Gaslieferungen angeht, in weitaus st\u00e4rkerem Ma\u00dfe von den USA abh\u00e4ngig. Und sie zahlt daf\u00fcr zudem einen hohen Preis in Form von h\u00f6heren Haushaltsbelastungen und industrieller Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Viele \u00d6konomen sehen hier Parallelen: Sanktionen und Z\u00f6lle schw\u00e4chen kurzfristig die eigene Wirtschaft, w\u00e4hrend sie langfristig Souver\u00e4nit\u00e4t sichern sollen\u00a0\u2013 doch der Erfolg ist umstritten.<\/p>\n<p>Die EU w\u00e4hlt den Konfrontationskurs gegen China, w\u00e4hrend Deutschland versucht, seine Exportinteressen zu retten. Ein insgesamt riskantes Spiel.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/281596-peking-durchfahrt-kanadischen-schiffes-durch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Peking: Durchfahrt eines kanadischen<\/a><a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/281596-peking-durchfahrt-kanadischen-schiffes-durch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Kriegsschiffes durch die Taiwanstra\u00dfe ist Provokation<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78bqws\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union steht kurz vor einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt mit China. 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