{"id":6586,"date":"2026-05-31T20:41:50","date_gmt":"2026-05-31T18:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/das-regime-in-kiew-behindert-das-streben-der-ukrainer-nach-frieden\/"},"modified":"2026-05-31T20:41:50","modified_gmt":"2026-05-31T18:41:50","slug":"das-regime-in-kiew-behindert-das-streben-der-ukrainer-nach-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/das-regime-in-kiew-behindert-das-streben-der-ukrainer-nach-frieden\/","title":{"rendered":"Das Regime in Kiew behindert das Streben der Ukrainer nach Frieden"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wassili Stojakin<\/em><\/p>\n<p>Am 28. Mai ver\u00f6ffentlichte die dem Kiewer Regime nahestehende Meinungsforschungsgruppe &#8222;Rating&#8220; die Ergebnisse einer vom 15. bis 17. April durchgef\u00fchrten Umfrage zur Stellung der Ukraine in der &#8222;europ\u00e4ischen Sicherheitsarchitektur&#8220;. Man muss sich bewusst machen, dass die Daten aus Meinungsumfragen in der Ukraine derzeit weniger die tats\u00e4chliche \u00f6ffentliche Meinung widerspiegeln, als vielmehr ein Instrument staatlicher Propaganda sind.<\/p>\n<p>Genau um Propaganda geht es auch in diesem Fall. Es wurden nur bruchst\u00fcckhafte Daten ver\u00f6ffentlicht, doch schon diese vermitteln ein klares Bild davon, wie die Ukraine nach Ansicht der Ideologen des Kiewer Regimes aussehen soll \u2013 wenn schon nicht in der Realit\u00e4t, dann zumindest im Medienbild.<\/p>\n<p>So seien 40 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Ukraine in Bezug auf die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit unter den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern f\u00fchrend sei, 33 Prozent w\u00fcrden sie im Mittelma\u00df und 21 Prozent als Au\u00dfenseiter sehen. Beachten Sie den Ansatz an sich: Die \u00fcberwiegende Mehrheit der europ\u00e4ischen L\u00e4nder ist Mitglied der EU und der NATO, doch 40 Prozent der Ukrainer sind der Meinung (es spielt eigentlich keine Rolle, ob sie das wirklich glauben oder nicht; wichtig ist, dass solche Daten ver\u00f6ffentlicht wurden), dass die Ukraine \u2013 die kein Mitglied dieser B\u00fcndnisse ist und von der nicht bekannt ist, wann sie ihnen beitreten wird (und ob sie es \u00fcberhaupt jemals tun wird) \u2013 dennoch ein &#8222;europ\u00e4ischer Vorreiter&#8220; ist. \u00dcber den Stand der wirtschaftlichen Entwicklung und der sozialen Absicherung im Land sprechen wir gar nicht erst.<\/p>\n<p>Da sich ein absurdes Bild abzeichnet, erkl\u00e4ren die Soziologen: &#8222;Die Vorstellung von der Ukraine als f\u00fchrendem Staat hat sich seit den ersten Monaten der gro\u00dfangelegten Invasion und den ersten bedeutenden Erfolgen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte an der Front verst\u00e4rkt. So bezeichneten beispielsweise im Januar 2022 nur acht Prozent die Ukraine als Vorreiter, w\u00e4hrend die H\u00e4lfte (49 Prozent) sie als Au\u00dfenseiter sah. Im M\u00e4rz 2022 hingegen betrachtete bereits ein Drittel der B\u00fcrger die Ukraine als Vorreiter, w\u00e4hrend nur noch 16 Prozent sie als Au\u00dfenseiter ansahen.&#8220;<\/p>\n<p>Nein, in diesem Zusammenhang ist es verst\u00e4ndlich \u2013 &#8222;Vorreiter&#8220; im Sicherheitsbereich ist also das Land, das den Konflikt mit einem weitaus st\u00e4rkeren Nachbarn provoziert und bereits ein F\u00fcnftel seines Territoriums und seiner Bev\u00f6lkerung verloren hat. Ein Land, das weder Territorium noch Bev\u00f6lkerung verliert, sondern beispielsweise seine Wirtschaftskraft ausbaut, kann aber keinesfalls als &#8222;Vorreiter&#8220; gelten. Es ist lediglich ein Anh\u00e4ngsel des wahren Spitzenreiters.<\/p>\n<p>Ist das Quatsch? Nein, eher eine Art Selbsthypnose. Durch solche Daten wird eine bestimmte Vorstellung von der Realit\u00e4t aufgezwungen, und diese Vorstellung lautet: Eine f\u00fchrende Position in Europa kann nur ein Land einnehmen, das gegen das &#8222;Absolute B\u00f6se&#8220; Krieg f\u00fchrt; das &#8222;Absolute B\u00f6se&#8220; ist Russland; der Krieg gegen Russland ist die einzige Aufgabe, die eines europ\u00e4ischen Landes w\u00fcrdig ist; das Ma\u00df f\u00fcr die Integration eines Landes in Europa ist der Krieg gegen Russland.<\/p>\n<p>Die Verankerung solcher simplen Ideen entsch\u00e4rft, wenn schon nicht ganz, so doch zumindest die Dringlichkeit solcher Fragen, wie wann die Ukraine der EU beitreten wird oder wann es in der Ukraine Renten wie in \u00d6sterreich geben wird.<\/p>\n<p>Um diese Gedanken zu verdeutlichen, folgt die n\u00e4chste Frage:<\/p>\n<p><em>&#8222;Wen verteidigen die ukrainischen Streitkr\u00e4fte heute im Krieg gegen die Russische F\u00f6deration?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nur 23 Prozent der Befragten sprechen vom ukrainischen Volk (die offizielle ukrainische Propaganda behauptet zwar, Russland wolle die Ukrainer als Nation vernichten, doch das klingt nicht hochgestochen genug), w\u00e4hrend 73 Prozent glauben, dass die ukrainischen Streitkr\u00e4fte das ukrainische Volk und ganz allgemein Europa verteidigen.<\/p>\n<p>Auch hier gibt es eine ganze Reihe von Sinngebungen: Das ukrainische Volk sei bereits Teil des &#8222;europ\u00e4ischen Volkes&#8220; (unabh\u00e4ngig von langweiligen Details wie der EU-Mitgliedschaft und so weiter); das &#8222;europ\u00e4ische Volk&#8220; leide genauso wie das ukrainische Volk unter der &#8222;russischen Aggression&#8220; (die Ukrainer sollen die Europ\u00e4er nicht beneiden, denn diesen gehe es auch schlecht);\u00a0 die Ukrainer und Europ\u00e4er existieren im Grunde nur noch, weil ein Krieg zwischen der Ukraine und Russland herrscht (daraus folgt implizit der Gedanke, dass kein Frieden mit Russland m\u00f6glich sei, aber das darf man nat\u00fcrlich nicht sagen \u2013 es widerspricht der &#8222;friedliebenden Rhetorik&#8220; des offiziellen Kiew).<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird vorgeschlagen, sich vorzustellen, dass Russland in eine Reihe europ\u00e4ischer L\u00e4nder einmarschiert. Die Befragten werden gefragt, ob sie die Entsendung ukrainischer Truppen zur Unterst\u00fctzung dieser L\u00e4nder bef\u00fcrworten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse: Die Zustimmung reicht von 63 Prozent (Entsendung zur Hilfe f\u00fcr Litauen) bis zu 58 Prozent (Polen). F\u00fcr Polen ist das etwas \u00e4rgerlich, aber der Unterschied ist nicht so gro\u00df, und vor allem ist er durch objektive Fakten bedingt \u2013 Polen ist &#8222;gro\u00df und stark&#8220;, und Polen hat historische Rechnungen mit der Ukraine offen. Allerdings wird darauf nicht besonders eingegangen. Anschlie\u00dfend analysieren die ukrainischen Soziologen und Propagandisten die Bereitschaft der Ukrainer, Estland (das als Beispiel herangezogen wurde) in Abh\u00e4ngigkeit von der &#8222;emotionalen Bindung an die EU&#8220; (es ist nicht klar, was damit gemeint ist \u2013 in den Umfragedaten wird dies nicht erl\u00e4utert) zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Einerseits widerspricht diese Frage den vorherigen \u2013 wie k\u00f6nnte Russland Estland angreifen und warum sollte man ukrainische Truppen dorthin entsenden, wenn Estland bereits von den ukrainischen Streitkr\u00e4ften verteidigt wird? Andererseits spielt das keine Rolle \u2013 diese Frage ist ohnehin nicht absurder als alle anderen. Wichtig ist vielmehr, dass sich in den K\u00f6pfen der W\u00e4hlerschaft das Bild von der Ukraine als europ\u00e4ischem Vorreiter festsetzt \u2013 als dem einzigen Land, das der &#8222;russischen Aggression&#8220; die Stirn bietet.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens schlug Selenskij im Jahr 2024 vor, das US-amerikanische Kontingent in Europa durch ein ukrainisches zu ersetzen, unklar bleibt, ob als zus\u00e4tzliche Verteidigung oder als Besatzungsmacht. In jedem Fall wird durch solche Darstellungen der zuk\u00fcnftige Status der ukrainischen Streitkr\u00e4fte als private Milit\u00e4runternehmen im Dienste Londons und m\u00f6glicherweise Washingtons (sofern sich dieses umstimmen l\u00e4sst) suggeriert.<\/p>\n<p>Insgesamt sollte man die ukrainische Propaganda jedoch nicht als vollkommen sinnlos abtun. Sie ist ziemlich einfallsreich, wenn es darum geht, die Ansichten der ukrainischen Bev\u00f6lkerung so zu formen, dass sie den Ansichten der regierenden Junta entsprechen.<\/p>\n<p>Wie wirksam ist diese Propaganda? Das l\u00e4sst sich schwer genau einsch\u00e4tzen, wenn man nicht vor Ort ist und keine unabh\u00e4ngigen Instrumente zur Bewertung der tats\u00e4chlichen Stimmung in der Bev\u00f6lkerung hat. Soweit man das von Russland aus sehen kann, ist die Einstellung gegen\u00fcber Selenskij und seinen Rekrutierungsb\u00fcros \u00fcberwiegend negativ.<\/p>\n<p>Es scheint, dass die Mehrheit der ukrainischen B\u00fcrger eine Beendigung des Krieges unter welchen Bedingungen auch immer und eine R\u00fcckkehr zur Integration mit der EU bevorzugen w\u00fcrde. Jedenfalls deutet die Ver\u00f6ffentlichung derartiger Studien gerade darauf hin, dass dementsprechende Stimmungen in der ukrainischen Bev\u00f6lkerung vorhanden sind. Und nicht nur das: Sie sind ziemlich weit verbreitet \u2013 und man k\u00e4mpft gegen sie an. Zum Beispiel durch die Ver\u00f6ffentlichung solcher &#8222;soziologischer Daten&#8220;.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/5\/31\/1422775.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist zuerst am 31. Mai 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wassili Stojakin<\/strong> ist ein Analyst bei der Zeitung Wsgljad.<\/em><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78fveg\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wassili Stojakin Am 28. 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