{"id":6640,"date":"2026-06-01T10:17:24","date_gmt":"2026-06-01T08:17:24","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/spief-2026-deutsche-nehmen-wieder-offiziell-an-russischem-wirtschaftsforum-teil\/"},"modified":"2026-06-01T10:17:24","modified_gmt":"2026-06-01T08:17:24","slug":"spief-2026-deutsche-nehmen-wieder-offiziell-an-russischem-wirtschaftsforum-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/spief-2026-deutsche-nehmen-wieder-offiziell-an-russischem-wirtschaftsforum-teil\/","title":{"rendered":"SPIEF 2026: Deutsche nehmen wieder offiziell an russischem Wirtschaftsforum teil"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Deutsche Unternehmer treten nach Jahren des Wegbleibens wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf. Das berichtet\u00a0die\u00a0<em>dpa<\/em>\u00a0mit Verweis auf deutsche Wirtschaftsvertreter in Russland. Seit Beginn der Milit\u00e4roperation Russlands in der Ukraine 2022 haben sie dieses wichtige internationale Wirtschaftstreffen aus ihrem Kalender gestrichen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, sei dieser Umschwung auf die Erwartung einer m\u00f6glichen Entspannung in russisch-westlichen Beziehungen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&#8222;Nicht zuletzt f\u00fcr den Moment nach einem Waffenstillstand wollen wir wie andere gro\u00dfe westliche L\u00e4nder die wirtschaftliche Br\u00fccke nach\u00a0Russland\u00a0erhalten und die mehr als 100 Milliarden deutscher Verm\u00f6genswerte in Russland sch\u00fctzen&#8220;, erkl\u00e4rte Schepp<em>\u00a0<\/em>gegen\u00fcber der\u00a0<em>dpa<\/em>. US-amerikanische und franz\u00f6sische Vertreter waren bereits seit letztem Jahr mit einem Business-Dialog pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Schepp zufolge solle der Westen &#8222;Russland, seinen gro\u00dfen Markt und seine Rohstoffe nicht auf Dauer Asien \u00fcberlassen&#8220;. Allein chinesische Unternehmer h\u00e4tten im ersten Quartal dieses Jahres 1.400 neue Unternehmen in Russland gegr\u00fcndet.<br \/>Das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF) soll vom 3. bis 6. Juni stattfinden. Gastgeber ist der\u00a0russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin.<\/p>\n<p>Laut des Programms nehmen mehrere deutsche Unternehmer an dem Business-Dialog teil, darunter der in Russland t\u00e4tige Unternehmer Stefan D\u00fcrr und der langj\u00e4hrige Globus-Manager Thomas Bruch. Es gibt auch eine Veranstaltung zum Thema &#8222;Kultur als Br\u00fcckenbauer in Krisenzeiten&#8220;. Daran nehmen nach Angaben der Organisatoren mehrere Deutsche teil, darunter der Dirigent Justus Frantz, der in Russland ungeachtet der Kritik regelm\u00e4\u00dfig Auftritte leistet. Auch der Berliner Verleger Holger Friedrich und der Filmemacher und Journalist Hubert Seipel reisen als offizielle Teilnehmer zum Forum.<\/p>\n<p><strong>AfD\u00a0l\u00f6st Versprechen ein\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auch eine AfD-Delegation ist angek\u00fcndigt. Neben dem Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten aus Sachsen, J\u00f6rg Urban, kommen auch bekannte Bundespolitiker in Russlands n\u00f6rdliche Hauptstadt.\u00a0Der Bundestagsabgeordnete und baden-w\u00fcrttembergische Landesvorsitzende, Markus Frohnmaier, machte sich bereits am Sonntag auf den Weg.\u00a0Ihm sei bewusst, &#8222;dass diese Reise sensibel betrachtet wird&#8220;.<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rte: &#8222;Deutschland braucht eine Politik, die Versorgungssicherheit, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Interessen der eigenen B\u00fcrger wieder st\u00e4rker in den Mittelpunkt stellt.&#8220; Frohnmaier, der daf\u00fcr auch parteiintern in der Kritik stand, schr\u00e4nkte ein: &#8222;Meine Teilnahme bedeutet jedoch keine Billigung des Krieges in der Ukraine.&#8220; Mit seinem Besuch l\u00f6st Frohnmaier sein mehr als ein Jahr zur\u00fcckliegendes Versprechen ein, eine Reise nach Russland zu absolvieren. Im Interview mit<em>\u00a0RT DE<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/270176-ist-mir-nicht-bekannt-aussenpolitischer-sprecher-afd-frohnmaier-ueber-lucassen-positionspapier\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">sagte er im Februar<\/a>:\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Ich werde auch irgendwann wieder nach Russland fahren, genauso wie nach China oder Indien, denn es handelt sich dabei um relevante Partner, die wir hier in Deutschland weiterhin brauchen. Russland kann man nicht einfach vom europ\u00e4ischen Kontinent verschwinden lassen. Deshalb ist es wichtig und richtig, den diplomatischen Austausch mit allen Beteiligten zu pflegen&#8220;.\u00a0<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Laut Medienberichten reisen auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotr\u00e9 und der\u00a0EU-Parlamentarier Petr Bystron mit. Bystron sagte, in seinem Fall gebe es in der Fraktion keine Genehmigungspflicht f\u00fcr die Reise. Er habe aber unter anderem den AfD-Bundesvorstand dar\u00fcber informiert.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer sind etwa 1.600 deutsche Unternehmen weiterhin in Russland aktiv. Ihr Umsatz lag im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Kammer bei etwa 20 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Zugleich ist das deutsch-russische Handelsvolumen infolge\u00a0westlicher Sanktionen\u00a0deutlich gesunken: 2025 fiel es auf unter zehn Milliarden Euro. Bis zum Beginn der westlichen\u00a0Sanktions-Offensive nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine\u00a0war Deutschland der gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Handelspartner Russlands \u2013 mit einer Summe von 59,7 Milliarden Euro 2021. Den H\u00f6hepunkt verzeichnete diese Partnerschaft im Jahr 2012 mit einer Summe von 80 Milliarden Euro.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Unternehmen wollen laut Umfrage in Russland bleiben<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer neuen Umfrage der Kammer unter ihren 750 Mitgliedern planen fast alle deutschen Unternehmen ihren Verbleib in Russland, weil sie den Markt f\u00fcr bedeutsam halten. 75 Prozent der 265 Teilnehmer der Befragung gaben an, mit der Entwicklung ihres Russlandgesch\u00e4fts zufrieden zu sein \u2013 trotz Millioneneinbu\u00dfen durch die Sanktionen.<\/p>\n<p>Zwei Drittel sind demnach \u00fcberzeugt, dass die westlichen Sanktionen die russische Wirtschaft stark oder sehr stark beeintr\u00e4chtigen. Gut ein Drittel der Unternehmen erkl\u00e4rte, dass die Ma\u00dfnahmen Deutschland mehr schadeten als Russland. Mehr als die H\u00e4lfte sind laut Umfrage der Meinung, dass Deutschland und Russland gleicherma\u00dfen beeintr\u00e4chtigt seien.<br \/>Auf die Frage &#8222;Sollte Deutschland wieder Gas und \u00d6l aus Russland beziehen?&#8220; antworteten 65 Prozent mit &#8222;ja, je eher, desto besser&#8220; und 31 Prozent mit &#8222;ja, aber erst, nachdem die Waffen in der\u00a0Ukraine\u00a0schweigen&#8220;.<\/p>\n<p>Im Jahr 2019 waren nach Angaben der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) und der Deutschen Bundesbank etwa 3.650 deutsche Unternehmen\u00a0vor Ort in Russland aktiv.\u00a0Diese Firmen besch\u00e4ftigten 2019 laut Bundesbank mehr als 277.000 Menschen in Russland. Der H\u00f6hepunkt der deutsch-russischen wirtschaftlichen Kooperation lag in den zwei Jahren vor Beginn der ersten Sanktionswelle nach dem Beitritt der Krim zu Russland im Jahr 2014. Damals waren ca. 6.000 deutsche Unternehmen in Russland t\u00e4tig.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/266200-collagen-ueber-jahrhunderte-deutsch-russischen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Collagen \u00fcber Jahrhunderte deutsch-russischen Verstehen-Lernens (I)<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78ez3m\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Unternehmer treten nach Jahren des Wegbleibens wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf. Das berichtet\u00a0die\u00a0dpa\u00a0mit Verweis auf deutsche Wirtschaftsvertreter in Russland. 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