{"id":7148,"date":"2026-06-03T09:27:16","date_gmt":"2026-06-03T07:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/trumps-stiller-sieg-von-michael-hollister\/"},"modified":"2026-06-03T09:27:16","modified_gmt":"2026-06-03T07:27:16","slug":"trumps-stiller-sieg-von-michael-hollister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/trumps-stiller-sieg-von-michael-hollister\/","title":{"rendered":"Trumps stiller Sieg | Von Michael Hollister"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wie das Ende von elf Jahren US-Krieg in Syrien zur Randnotiz wurde \u2013 und warum der eigentliche Sieger Trump hei\u00dft, der eigentliche Verlierer Peking<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Michael Hollister<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Der lautlose Tag<\/strong><\/p>\n<p>Am 16. April 2026 endete in Syrien ein Krieg, an dessen Anfang sich niemand mehr erinnert. Ein letzter Konvoi der US Army verlie\u00df an diesem Tag die Qasrak-Airbase in der Provinz Hasakah, fuhr in Richtung jordanischer Grenze, und damit war die amerikanische Bodentruppenpr\u00e4senz im Land vorbei. Elf Jahre und sechs Monate nach dem Eintreffen der ersten US-Soldaten im September 2014 erkl\u00e4rte CENTCOM-Sprecher Captain Tim Hawkins gegen\u00fcber Associated Press knapp, die US-Streitkr\u00e4fte h\u00e4tten \u201edie \u00dcbergabe aller gro\u00dfen St\u00fctzpunkte in Syrien im Rahmen eines bewussten und bedingungsabh\u00e4ngigen \u00dcbergangs abgeschlossen&#8220;.<\/p>\n<p>Das war es. Das war die ganze Mitteilung.<\/p>\n<p>In Deutschland kam die Nachricht als dpa-Meldung durch, \u00fcbernommen von freenet und der J\u00fcdischen Allgemeinen. Reuters, AP, die Washington Post, Military.com, US News, Al-Monitor, Al Jazeera und TRT World berichteten \u2013 alle korrekt, alle n\u00fcchtern, alle ohne Einordnung. Keine FAZ-Analyse zur Bedeutung. Keine SZ-Leitartikel-Reflexion \u00fcber elf Jahre US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz im Nahen Osten. Keine Talkshow, die das Ereignis diskutiert h\u00e4tte. Keine Bundestagsdebatte. Keine v\u00f6lkerrechtliche Bewertung.<\/p>\n<p>Sechs Tage sp\u00e4ter, am 22. April 2026, fand die Regierungspressekonferenz in Berlin statt. Auf der Themenliste: Versorgungsausgleichsrecht, IP-Adressspeicherung, Notfallversorgung, Fortsetzung der KFOR- und EUFOR-Missionen, Reza Pahlavis Berlin-Besuch, die Druschba-Pipeline, Kerosinversorgung der Luftwaffe, Benzinpreise und die m\u00f6gliche Komplett\u00fcbernahme von T-Mobile US. Syrien wurde nicht erw\u00e4hnt. Kein Journalist fragte. Kein Regierungssprecher informierte. Das vollst\u00e4ndige Ende einer elfj\u00e4hrigen milit\u00e4rischen Intervention der Vereinigten Staaten im strategisch zentralsten Land des \u00f6stlichen Mittelmeerraums verstrich in der wichtigsten regelm\u00e4\u00dfigen au\u00dfenpolitischen Pressekonferenz der Bundesrepublik ohne ein einziges Wort.<\/p>\n<p>Im Januar 2025 hatte ein Journalist denselben Sprecherkreis noch nach der v\u00f6lkerrechtlichen Grundlage f\u00fcr die US-Truppen in Syrien gefragt \u2013 und keine Antwort bekommen. Die damalige Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock forderte Russland \u00f6ffentlich zum Abzug aus seinen vertraglich abgesicherten Basen auf, lie\u00df aber zur Pr\u00e4senz der 2.000 US-Soldaten ohne Mandat des syrischen Staates oder der UN keine Einordnung zu. Die v\u00f6lkerrechtliche Emp\u00f6rung war laut auf der einen Seite, leise auf der anderen, und nun, am 22. April 2026, ist sie ganz verschwunden.<\/p>\n<p>Man stelle sich f\u00fcr einen Moment das Spiegelbild vor. H\u00e4tte Russland am 16. April 2026 ger\u00e4uschlos seine Basen in Hmeimim und Tartus aufgegeben \u2013 der Bundestag h\u00e4tte Sondersitzungen einberufen, FAZ und SZ h\u00e4tten Aufmacher-Analysen gedruckt, die Talkshow-Runden h\u00e4tten sich \u00fcberschlagen, das Ausw\u00e4rtige Amt h\u00e4tte eine Bewertung abgegeben, und der Au\u00dfenminister Johann Wadephul, seit Mai 2025 im Amt, h\u00e4tte den Vorgang vor laufenden Kameras eingeordnet. Geschehen ist das Spiegelbild dessen: derselbe Vorgang, anderer Akteur, vollst\u00e4ndige Stille. Was die Asymmetrie der au\u00dfenpolitischen Emp\u00f6rung in einem einzelnen Datenpunkt sichtbar macht, ist nicht die Lautst\u00e4rke der Reaktion auf das eine, sondern das vollst\u00e4ndige Ausbleiben einer Reaktion auf das andere.<\/p>\n<p>Das ist die deutsche Mediendebatte zu einem historischen Ereignis: kein Diskurs, keine Einordnung, keine Frage.<\/p>\n<p>Es lohnt sich, an dieser Stelle innezuhalten und das Bild scharfzustellen. Denn was an diesem 16. April ger\u00e4uschlos vollzogen wurde, war kein R\u00fcckzug im klassischen Sinne. Es war eine \u00dcbergabe an Stellvertreter \u2013 und das eigentliche strategische Ziel sitzt nicht in Damaskus.<\/p>\n<p><strong>Wer regiert da jetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Um zu verstehen, was an diesem Tag tats\u00e4chlich abgeschlossen wurde, muss man kurz auf den Mann blicken, dem die USA das Land in den vorangegangenen sechzehn Monaten \u00fcberlassen haben. Ahmed al-Sharaa, geboren 1982 in Riad und in Damaskus aufgewachsen, war bis Dezember 2024 unter dem nom de guerre Abu Mohammad al-Jolani der Anf\u00fchrer der Hayat Tahrir al-Sham (HTS) \u2013 einer Gruppe, die das US-Au\u00dfenministerium 2018 offiziell als ausl\u00e4ndische Terrororganisation einstufte und die zuvor unter dem Namen Jabhat al-Nusra als syrischer Ableger von al-Qaida operierte.<\/p>\n<p>Al-Sharaas Lebenslauf ist eine Lehrstunde in jihadistischer Mobilit\u00e4t. Als Zwanzigj\u00e4hriger schloss er sich 2003 dem Kampf gegen die US-Besatzung im Irak an, wurde verhaftet, kam frei. 2011 entsandte ihn Abu Bakr al-Baghdadi nach Syrien, um die al-Nusra-Front aufzubauen. 2013 setzte ihn das US-Au\u00dfenministerium auf die Liste der \u201eSpecially Designated Global Terrorists&#8220;. 2017 wurde er Teil des \u201eRewards for Justice&#8220;-Programms: 10 Millionen Dollar Kopfgeld auf seinen Kopf. Die offizielle Begr\u00fcndung sprach von Anschl\u00e4gen, der Entf\u00fchrung von 300 Kurden 2015 und einem Massaker an 20 Drusen in Idlib im gleichen Jahr.<\/p>\n<p>Im Dezember 2024 st\u00fcrzte er nach einer zehnt\u00e4gigen Blitzoffensive das Regime Baschar al-Assads. Zw\u00f6lf Tage sp\u00e4ter, am 20. Dezember 2024, traf Barbara Leaf, damals Assistant Secretary of State for Near Eastern Affairs unter der scheidenden Biden-Administration, al-Jolani in Damaskus. Sie kehrte mit der Mitteilung zur\u00fcck, das 10-Millionen-Dollar-Kopfgeld werde aufgehoben \u2013 es sei \u201eein bisschen inkoh\u00e4rent&#8220;, auf den Kopf desjenigen ein Kopfgeld auszusetzen, mit dem man gerade Diplomatie betreibe.<\/p>\n<p>Es folgte ein bemerkenswerter Aufstieg in elf Monaten. Am 29. Januar 2025 wurde al-Sharaa zum \u00dcbergangspr\u00e4sidenten Syriens ernannt; die alte Verfassung wurde abgeschafft. Im Verlauf des Jahres 2025 hoben die UN ihre Sanktionen schrittweise auf, die Terrorlisten wurden bereinigt. Im November 2025 empfing Donald Trump den syrischen Pr\u00e4sidenten im Wei\u00dfen Haus. Aus dem global gesuchten Jihadisten war innerhalb von 11 Monaten ein vom amerikanischen Pr\u00e4sidenten pers\u00f6nlich begr\u00fc\u00dfter Staatschef geworden \u2013 ein Vorgang, f\u00fcr den die historischen Vergleichsf\u00e4lle d\u00fcnn sind.<\/p>\n<p>Die zentrale Frage, die sich nach dem Empfang im Wei\u00dfen Haus stellt, lautet nicht: Wie konnte das passieren? Sondern: Warum dieser Mann? Was machte ihn aus Sicht Washingtons zum geeigneten Empf\u00e4nger der Schl\u00fcssel von Damaskus?<\/p>\n<p><strong>Was es im Inneren bedeutet<\/strong><\/p>\n<p>Bevor diese Frage beantwortet wird, geh\u00f6rt ein n\u00fcchterner Blick darauf, was die neue Ordnung im Inneren bedeutet \u2013 denn die westliche Berichterstattung neigte und neigt dazu, den Sturz Assads als Demokratisierung zu rahmen, ohne sich mit den Konsequenzen f\u00fcr Minderheiten, Frauen und Kurden auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Zwischen dem 06. und 09. M\u00e4rz 2025, drei Monate nach Assads Fall, entlud sich an der syrischen Mittelmeerk\u00fcste eine Welle von Massakern. Eine Verhaftungsoperation der Interimsbeh\u00f6rden in Latakia l\u00f6ste den Aufstand bewaffneter Pro-Assad-Anh\u00e4nger aus; was dann folgte, qualifizierte die UN-Untersuchungskommission in ihrem Bericht vom 14. August 2025 als \u201everbreitet und systematisch&#8220; und \u201emit hoher Wahrscheinlichkeit Kriegsverbrechen&#8220; konstituierend. Die Kommission dokumentierte 1.426 Tote in 40 Tatorten, \u00fcberwiegend M\u00e4nner, darunter 90 Frauen, dazu Alte, Behinderte, Kinder. Bewaffnete kontrollierten T\u00fcrschwellen \u2013 \u201eAlawit oder Sunnit?&#8220; \u2013 und richteten danach hin. M\u00e4nner wurden auf D\u00e4chern erschossen, ihre Leichen lagen tagelang auf den Stra\u00dfen, Familien wurde die religi\u00f6se Bestattung verweigert.<\/p>\n<p>Die Reuters-Untersuchung wenige Wochen sp\u00e4ter identifizierte konkret die T\u00e4ter. Es waren keine versprengten Banden. Es waren f\u00fcnf koordinierte Gruppen: HTS-Einheiten einschlie\u00dflich der ber\u00fcchtigten Unit 400, der Othman-Brigade und des General Security Service; sunnitische Fraktionen wie Jaysh al-Islam und Jaysh al-Ahrar; ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer aus der Turkistan Islamic Party (zu der wir gleich kommen), Usbeken und Tschetschenen; und \u2013 politisch besonders brisant \u2013 t\u00fcrkisch unterst\u00fctzte Brigaden der Syrian National Army, allen voran die Sultan Suleiman Shah Division (Amshat) unter Mohammed al-Jassem und die Hamza-Division unter Sayf Boulad Abu Bakr.<\/p>\n<p>Diese Brigaden wurden nach den Massakern nicht aufgel\u00f6st. Sie wurden in die neue syrische Armee integriert. Al-Jassem ist heute Kommandeur der 62. Division. Fahim Issa, Kommandeur der Sultan Murad Division, wurde zum stellvertretenden Verteidigungsminister f\u00fcr die Nordregion ernannt. Die EU verh\u00e4ngte im Mai 2025 Sanktionen gegen drei dieser Brigaden und ihre Kommandeure; das Vereinigte K\u00f6nigreich zog im Dezember 2025 nach. Die Vereinigten Staaten haben keine Sanktionen wegen der Massaker verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Im Juli 2025 wiederholte sich das Muster \u2013 diesmal in Suwayda, im drusischen S\u00fcden. Auch hier sektarische Gewalt zwischen sunnitischen Beduinenst\u00e4mmen und drusischen Bewaffneten, auch hier intervenierten Regierungskr\u00e4fte, auch hier blieben die Konsequenzen aus.<\/p>\n<p>Parallel vollzieht sich eine andere, leisere Verschiebung. Bildungsminister Nazir al-Qadri erkl\u00e4rte im Dezember 2024 \u00f6ffentlich, das \u201eRecht auf Bildung ist nicht auf ein Geschlecht beschr\u00e4nkt&#8220;; Prim\u00e4rschulen blieben gemischt, Sekund\u00e4rschulen segregiert wie zuvor. Doch hinter dieser formellen Beruhigungserkl\u00e4rung wuchs in zw\u00f6lf Monaten das HTS-affilierte Schulnetz \u201eDar al-Wahy al-Sharif&#8220; \u2013 \u201eHaus der edlen Offenbarung&#8220; \u2013 von Idlib auf \u00fcber 70 Standorte in Aleppo, Damaskus, Hama, Homs, Deraa und Latakia. Strikte Geschlechtertrennung, Abaya- und Niqabpflicht f\u00fcr M\u00e4dchen, koran-zentrierter Lehrplan, jihadistische Inhalte bei Schulveranstaltungen. Im September 2025 marschierten Kinder in Milit\u00e4runiform mit Plastikgewehren durch das Stadion von Deraa, andere trugen \u201eM\u00e4rtyrer-Leichen&#8220;, der Soundtrack war \u201eSaraya al-Mawt&#8220; \u2013 die \u201eTodesbrigaden&#8220;. Frauen werden in Justiz und Hochschule systematisch zur\u00fcckgedr\u00e4ngt; HTS lehnt sie als Sharia-Richterinnen ab. Es ist keine Restauration der Assad-Zeit. Es ist eine schleichende Islamisierung mit faktischer Marginalisierung \u2013 der formellen Erkl\u00e4rung des Bildungsministers zum Trotz.<\/p>\n<p>Und dann die Kurden. Sie sind in dieser Geschichte die strategisch eindr\u00fccklichste Lehrstunde dessen, was westliche Patronage in der amerikanischen Au\u00dfenpolitik wert ist. Elf Jahre lang hatten die kurdisch gef\u00fchrten Syrian Democratic Forces (SDF) an der Seite der USA gegen den Islamischen Staat gek\u00e4mpft, Tausende Tote, das R\u00fcckgrat einer der erfolgreichsten Anti-ISIS-Operationen des Westens. Im M\u00e4rz 2025 verhandelte al-Sharaa mit SDF-Kommandeur Mazloum Abdi ein erstes Integrationsabkommen; im Dezember 2025 lief die Implementierungsfrist ohne Einigung ab. Im Januar 2026 startete die syrische Regierungsarmee eine Offensive gegen die SDF, eroberte Raqqa und Deir ez-Zor, brachte bis zu 80 Prozent des autonomen kurdischen Gebiets unter ihre Kontrolle. Washington opponierte nicht. Im Gegenteil: Der US-Sondergesandte Tom Barrack vermittelte am 18. Januar 2026 einen 14-Punkte-Waffenstillstand, der die \u00dcbergabe von Raqqa und Deir ez-Zor an Damaskus zementierte. Am 30. Januar 2026 wurde das \u201eComprehensive Agreement&#8220; unterzeichnet: phasenweise Integration der SDF in die syrische Armee, \u00dcbergabe schwerer Waffen, Grenzen, \u00d6lfelder, Hauptstra\u00dfen an den Zentralstaat. Barrack erkl\u00e4rte auf Social Media zufrieden, der Prozess \u201eerleichtere die phasenweise Integration milit\u00e4rischer, sicherheitstechnischer und administrativer Strukturen in einheitliche Staatsinstitutionen&#8220;.<\/p>\n<p>Als Trostpflaster erlie\u00df al-Sharaa am 16. Januar 2026 das Pr\u00e4sidialdekret Nr. 13: Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr staatenlose Kurden, Anerkennung des Kurdischen als nationale Sprache, Newroz als Feiertag. Was hier konkret aufgegeben wurde, war jedoch die territoriale Substanz kurdischer Selbstverwaltung im Tausch gegen kulturelle Symbolik \u2013 nachdem Washington seine Verb\u00fcndeten milit\u00e4risch hatte klein schie\u00dfen lassen und seine eigenen Streitkr\u00e4fte aus der Region abzog.<\/p>\n<p><strong>Der eigentliche Adressat war China<\/strong><\/p>\n<p>Womit wir zur Kernfrage zur\u00fcckkehren. Warum dieser Mann? Warum dieser bemerkenswerte Aufwand, einen 2017 mit 10 Millionen Dollar Kopfgeld versehenen Top-Jihadisten innerhalb von dreizehn Monaten in einen vom US-Pr\u00e4sidenten pers\u00f6nlich empfangenen Staatschef zu verwandeln? Warum die kurdischen Verb\u00fcndeten opfern? Warum den T\u00fcrkei-gest\u00fctzten Massaker-Brigaden Generalsr\u00e4nge im Verteidigungsministerium zugestehen?<\/p>\n<p>Die Antwort liegt nicht in Damaskus. Sie liegt in Xinjiang.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit dem, was zerschlagen wurde. Am 12. Januar 2022 hatte Syrien offiziell ein Memorandum of Understanding zum Beitritt zur Belt and Road Initiative unterzeichnet \u2013 Peking nutzte die Lage Syriens am Schnittpunkt zwischen \u00f6stlichem Mittelmeer, Irak, Golf und Zentralasien. 2023 hatte China seine Beziehung zum Assad-Regime zur \u201estrategischen Partnerschaft&#8220; aufgewertet. Es gab Pl\u00e4ne f\u00fcr chinesische Investitionen in den H\u00e4fen Tartus und Latakia, oft in gemeinsamem Vorgehen mit Russland. Damaskus war im chinesischen Gro\u00dfentwurf f\u00fcr die Maritime Silk Road und den Land-Belt vorgesehen als westliches Tor des Belt-and-Road-Netzwerks. Mit dem Sturz Assads war diese gesamte Achse zerschlagen. Seit Dezember 2024 weigert sich Peking, die al-Sharaa-Regierung formell anzuerkennen; im November 2025 enthielt sich China bei einer UN-Resolution zur Aufhebung der Sanktionen gegen al-Sharaa, mit ausdr\u00fccklichem Verweis auf seine Sorgen \u00fcber \u201eforeign terrorist fighters&#8220; in Syrien.<\/p>\n<p>Womit wir bei der eigentlichen Sache w\u00e4ren. Denn was Pekings Veto-Drohung im Sicherheitsrat antreibt, ist nicht das verlorene Hafen-Investment. Es ist eine kampferprobte Truppe in syrischer Uniform.<\/p>\n<p>Die Turkistan Islamic Party \u2013 auch bekannt als East Turkistan Islamic Movement (ETIM) \u2013 ist eine uigurische jihadistische Organisation, die seit 2012 in Syrien operiert. Tausende uigurische M\u00e4nner kamen \u00fcber die T\u00fcrkei und S\u00fcdostasien nach Idlib, gr\u00fcndeten ein Cluster um Jisr al-Shughur, k\u00e4mpften an der Seite von HTS gegen Assad. Die TIP steht seit Jahren auf der UN-Sanktionsliste 1267 als al-Qaida-Affiliate. Eine Untersuchung von National Public Radio, die am 17. Mai 2026 \u2013 gerade einmal zwei Tage vor der Niederschrift dieses Artikels \u2013 ver\u00f6ffentlicht wurde und auf \u00fcber vierzig Interviews mit uigurischen K\u00e4mpfern und ihren Familien basiert, gibt die uigurische Gesamtpopulation in Syrien heute mit rund 20.000 Personen an, einschlie\u00dflich Frauen und Kindern. Die gr\u00f6\u00dfte uigurische Kampftruppe wurde durch die neue syrische Regierung in die Streitkr\u00e4fte integriert; mehrere uigurische Kommandeure erhielten Offiziersposten im Verteidigungsministerium.<\/p>\n<p>Dass Washington am 20. Oktober 2020 \u2013 also gegen Ende der ersten Trump-Administration \u2013 die ETIM von seiner Liste terroristischer Organisationen gestrichen hatte, ist im R\u00fcckblick mehr als eine Fu\u00dfnote. Die Begr\u00fcndung damals lautete, es gebe \u201ekeine glaubw\u00fcrdigen Beweise&#8220; mehr f\u00fcr die fortgesetzte Existenz der Gruppe als koh\u00e4rente Organisation; Peking protestierte umgehend, die Streichung sei ein Akt \u201edoppelter Standards&#8220; im Anti-Terror-Kampf. Bemerkenswerter als der chinesische Protest war jedoch die Reaktion auf der Empfangsseite. Genau einen Monat nach Pompeos Entscheidung gab die syrische Filiale der Turkistan Islamic Party am 4. Dezember 2020 eine offizielle Erkl\u00e4rung heraus. Abu Omar al-Turkistani, ein TIP-Kommandeur in Idlib, formulierte darin den neuen Kurs unmissverst\u00e4ndlich: \u201eWir sind weder den USA noch dem Westen feindlich gesinnt. Wir sind China feindlich gesinnt, das uns politische Rechte verweigert hat.&#8220; Es war eine \u00f6ffentliche Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rung Richtung Washington \u2013 und eine Kriegserkl\u00e4rung Richtung Peking, in Echtzeit, einen Monat nach der Listenstreichung. <\/p>\n<p>Im r\u00fcckblickenden Licht der Ereignisse von 2024 bis 2026 wird deutlich: Die Delistung von 2020 war nicht das Ende einer Geschichte, sondern die juristische Vorbereitung der n\u00e4chsten Phase. Ohne sie w\u00e4re die formelle Integration der TIP-Strukturen in eine westlich anerkannte Regierungsarmee nicht m\u00f6glich gewesen \u2013 denn eine als ausl\u00e4ndische Terrororganisation gelistete Gruppe in die Sicherheitsstrukturen eines UN-Mitgliedslandes zu \u00fcberf\u00fchren, h\u00e4tte selbst f\u00fcr eine wohlwollend gestimmte Washingtoner Au\u00dfenpolitik Erkl\u00e4rungsbedarf geschaffen. Die Streichung schuf den Rechtsrahmen; die TIP quittierte die Botschaft binnen Wochen; die folgenden vier Jahre lieferten die operative Substanz. Es ist genau die Art von vorausschauender Weichenstellung, die im Maschinenraum der nationalen Sicherheitspolitik geschieht, lange bevor sie auf der B\u00fchne der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung sichtbar wird.<\/p>\n<p>Chatham House sch\u00e4tzt die Zahl der in die neu gegr\u00fcndete 84. Division der syrischen Armee aufgenommenen uigurischen K\u00e4mpfer auf rund 3.500 bis 4.000. Der TIP-Kommandeur in Syrien, Abdulaziz Dawood Khudaberdi alias \u201eZahid&#8220;, wurde zum Brigadegeneral der syrischen Armee bef\u00f6rdert; zwei weitere uigurische K\u00e4mpfer, Mawlan Tarsoun Abdussamad und Abdulsalam Yasin Ahmed, zu Obersten. Es ist keine duldende Tolerierung einer Diaspora-Gemeinschaft. Es ist eine formelle Eingliederung einer al-Qaida-affilierten K\u00e4mpfertruppe in den staatlichen Sicherheitsapparat eines UN-Mitgliedslandes \u2013 mit erkl\u00e4rten Absichten, die Peking nicht ignorieren kann.<\/p>\n<p>Eine Woche vor Assads Sturz erkl\u00e4rte TIP-Chef Abdul Haq Turkistani, \u201edie chinesischen Ungl\u00e4ubigen werden bald dieselbe Behandlung wie die Ungl\u00e4ubigen in [Syrien] kosten, so Gott will&#8220;. Ein TIP-Video nach Assads Sturz im Dezember 2024 erkl\u00e4rte als Hauptmission \u201edie Befreiung der Muslime Ostturkistans von der chinesischen Besatzung&#8220;. Im M\u00e4rz 2025 lie\u00df die TIP-Charta verlauten, man kehre zum Ursprungsnamen \u201eEast Turkistan Islamic Party&#8220; zur\u00fcck \u2013 der Fokus liege auf Xinjiang. Berichte deuten auf TIP-Bewegungen nach Afghanistan ins Panjshir-Tal hin, mit Trainingslagern in Balkh, Badakhshan, Kunduz, Kabul und Baghlan, in Kooperation mit Taliban-affilierten Netzwerken. Das ist nicht Bekenntnis-Rhetorik. Das ist ein Operationsplan.<\/p>\n<p>China hat darauf reagiert. Chinas UN-Botschafter Fu Cong warnte im Sicherheitsrat im Januar, April, Juni und August 2025 wiederholt vor \u201eforeign terrorist fighters&#8220; in Syrien und forderte Damaskus zur Erf\u00fcllung von Anti-Terror-Verpflichtungen auf. Im November 2025 reiste der syrische Au\u00dfenminister Asaad al-Shaibani nach Peking; das Hauptthema des Treffens war die Frage uigurischer Auslieferungen. Au\u00dfenminister Wang Yi formulierte den chinesischen Standpunkt mit diplomatischem Understatement: \u201eSyrien hat zugesagt, keiner Entit\u00e4t die Nutzung syrischen Territoriums zur Untergrabung chinesischer Interessen zu gestatten. China sch\u00e4tzt dieses Versprechen und hofft, dass Syrien wirksame Ma\u00dfnahmen zu seiner Umsetzung ergreifen wird.&#8220; Berichte \u00fcber die R\u00fcckf\u00fchrung von 400 Uiguren wurden von Damaskus dementiert. Al-Sharaa selbst erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, er \u201esympathisiere mit den Uiguren&#8220;, aber \u201eihr Kampf gegen China ist nicht unserer&#8220; \u2013 w\u00e4hrend er zugleich uigurische Kommandeure als Gener\u00e4le in seiner Armee bel\u00e4sst.<\/p>\n<p>Hier wird die Cui-bono-Frage zentral. Die Faktenlage allein beweist keine US-Absicht. Aber Chatham House \u2013 alles andere als eine alternative Stimme \u2013 formuliert in seiner Analyse vom September 2025 einen bemerkenswerten Befund. Die US-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Integration ausl\u00e4ndischer K\u00e4mpfer in die syrischen Streitkr\u00e4fte erscheine, so der Think Tank, \u201eteilweise verbunden mit Washingtons breiterer Strategie, k\u00fcnftigen chinesischen Einfluss in Syrien auszugleichen&#8220;. Das ist keine Verschw\u00f6rungstheorie eines Randzirkels. Das ist die Lesart eines der renommiertesten westlichen Forschungsinstitute.<\/p>\n<p>Und sie hat ihre eigene Konsequenzlogik. Selbst der US-Sondergesandte Tom Barrack hat \u00f6ffentlich davor gewarnt, dass die TIP-K\u00e4mpfer sich \u201egegen al-Sharaa wenden k\u00f6nnten, bevor sie andere L\u00e4nder ins Visier nehmen&#8220;. Das mag kontraintuitiv erscheinen \u2013 warum w\u00fcrde Washington vor seinem eigenen Werkzeug warnen? \u2013 aber es offenbart die innere Mechanik. Die uigurischen K\u00e4mpfer sind keine US-Marionetten. Sie sind autonome Akteure mit eigener Agenda. Genau diese Autonomie macht sie aus geopolitischer Sicht so wertvoll: Washington muss keine eigene Operation gegen China f\u00fchren. Es gen\u00fcgt, dass eine kampferprobte, ideologisch motivierte Truppe mit erkl\u00e4rter Anti-China-Mission unter formeller Staatsanerkennung in Bewegung gehalten wird \u2013 geographisch positioniert in Reichweite Zentralasiens und der Belt-and-Road-Routen.<\/p>\n<p>Die Verbindung dieser Faktoren ergibt strategisch folgendes Bild. Wer auch immer al-Sharaa an die Spitze brachte, gab ihm damit auch die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber eine paramilit\u00e4rische Kraft, deren ideologisches Ziel die Untergrabung chinesischer Macht ist. Damaskus wird diese Kraft nicht beliebig kontrollieren k\u00f6nnen \u2013 das warnt Barrack zu Recht. Aber er muss sie auch nicht kontrollieren. Es gen\u00fcgt, dass sie existiert, juristisch gesch\u00fctzt durch westliche Anerkennung der Regierung, die sie deckt. Und damit ist eine Drohkulisse aufgebaut, deren Existenz Peking mehr besch\u00e4ftigen wird als die zerschlagenen Hafenpl\u00e4ne in Tartus.<\/p>\n<p>The Diplomat formuliert es n\u00fcchtern: Sowohl Russland als auch China \u201esehen die Ironie, dass ihr Verb\u00fcndeter ausgespielt wurde, und das Nachfolgeregime genau die Dschihadisten umarmt, die China und Russland so f\u00fcrchten&#8220;. Es ist keine wohlwollende \u00dcbertreibung. Es ist die strukturelle Beschreibung dessen, was geschehen ist.<\/p>\n<p><strong>Was es nicht bedeutet<\/strong><\/p>\n<p>Bevor diese Lesart in vereinfachte Erz\u00e4hlungen abgleitet, geh\u00f6rt eine sorgf\u00e4ltige Differenzierung dazu. Russland ist nicht verloren. Israel und die T\u00fcrkei haben jetzt freie Hand. Beides verdient eine eigene Einordnung.<\/p>\n<p>Russlands Lage nach dem Sturz Assads sah aus wie eine Katastrophe \u2013 und ist es nicht geworden. Nach dreizehn Jahren milit\u00e4rischer St\u00fctzung des Assad-Regimes, einschlie\u00dflich der Hunderttausenden Toten und der zerbombten Krankenh\u00e4user, Schulen und M\u00e4rkte in Idlib, verlor Moskau seinen wichtigsten Verb\u00fcndeten im \u00f6stlichen Mittelmeerraum. Die russische Pr\u00e4senz wurde von rund einundzwanzig St\u00fctzpunkten auf zwei reduziert. Aus Qamishli im Nordosten zog Moskau im Januar 2026 ab \u2013 strategisch zweitrangig. Doch die beiden entscheidenden Anlagen, die Hmeimim Air Base und die Marinebasis Tartus, sind de facto erhalten geblieben. Bei den Treffen al-Sharaa-Putin am 15. Oktober 2025 und am 28. Januar 2026 versicherte der syrische Pr\u00e4sident, \u201ealle Vereinbarungen zu respektieren&#8220;. Eine russische Korvette der Stoykij-Klasse operierte Anfang 2026 wieder regul\u00e4r in Tartus. Im April 2026 sprach al-Sharaa in der Chatham House London \u00fcber die Umwandlung der russischen Basen in \u201eTrainingszentren&#8220;; Kommersant berichtete von gemeinsamer Verwaltung als \u201eHumanit\u00e4rhubs&#8220;.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr diese pragmatische Akkomodation liegt offen zutage. Israel hat in den ersten Tagen nach Assads Sturz sch\u00e4tzungsweise 85 Prozent der syrischen Milit\u00e4rkapazit\u00e4ten zerst\u00f6rt. Die neue syrische Armee braucht Waffen \u2013 und niemand au\u00dfer Russland ist bereit, sie zu liefern. Moskau bietet \u00d6l, geliefert \u00fcber die sanktionsumgehende Schattenflotte, und Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten. Bemerkenswert in dieser ambivalenten Beziehung: W\u00e4hrend der Massaker an der syrischen Mittelmeerk\u00fcste im M\u00e4rz 2025 \u00f6ffnete Russland die Tore der Hmeimim Air Base f\u00fcr Tausende fliehende Alawiten und verhinderte damit nach Einsch\u00e4tzung des israelischen Instituts INSS \u201ewahrscheinlich ein weiteres Massaker&#8220;. Parallel baut Moskau sein Logistiknetz in Libyen aus \u2013 kleine Airbases als Sprungbrett nach Afrika.<\/p>\n<p>Israel ist das, was die US-Bodentruppen nicht mehr sein m\u00fcssen. Die israelische Luftwaffe operierte unmittelbar nach Assads Sturz mit \u00fcber 400 Luftangriffen in Syrien. Die IDF r\u00fcckte am 8. Dezember 2024 in die UN-Pufferzone in den Golanh\u00f6hen ein, besetzte mindestens zehn Positionen, einschlie\u00dflich des Berges Hermon. Verteidigungsminister Israel Katz erkl\u00e4rte im M\u00e4rz 2025, die israelischen Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden \u201eauf unbestimmte Zeit&#8220; in Syrien bleiben, um \u201eden Sicherheitsbereich in Hermon zu halten&#8220;. Al-Sharaa bekennt sich \u00f6ffentlich zum Disengagement-Abkommen von 1974, lehnt aber die israelische Forderung nach einer entmilitarisierten Zone in S\u00fcdsyrien ab \u2013 auf dem Doha-Forum im Dezember 2025 erkl\u00e4rte er, das \u201ek\u00f6nnte uns an einen gef\u00e4hrlichen Ort f\u00fchren&#8220;. Trump dr\u00e4ngt auf einen israelisch-syrischen Sicherheitspakt unter US-Vermittlung. W\u00e4hrend Washington abzieht, baut Israel sich als regionaler Gendarm aus. <\/p>\n<p>Es ist die saubere Arbeitsteilung einer \u00fcberarbeiteten amerikanischen Hegemonialordnung im Nahen Osten \u2013 und sie hat eine triangulierende Konsequenz, die in der westlichen Berichterstattung kaum benannt wird. Das Ergebnis: Die israelische Luftwaffe demontiert die syrische Au\u00dfenverteidigung, Russland liefert ihren Wiederaufbau, und Damaskus muss beides akzeptieren. Al-Sharaa wird auf Jahre hinaus auf russische Waffensysteme angewiesen sein, was Moskau einen strukturellen Hebel verleiht, den es ohne den israelischen Vorabbau nicht h\u00e4tte. Was wie eine Niederlage Russlands aussah, ist im Detail eine bemerkenswerte Reposition: Moskau ist nicht mehr Garant Assads, sondern Lieferant des Nachfolgers, und das in einer Konstellation, in der die Abnehmerseite keine echten Alternativen hat. Israel zerst\u00f6rt, Russland liefert, die T\u00fcrkei stellt die Kommandeure, die USA ziehen ab und \u00fcberlassen das Stellvertretersetting gegen Peking sich selbst. In dieser Choreographie hat jeder Akteur seinen Platz \u2013 auch der scheinbar gedem\u00fctigte Verlierer.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei schlie\u00dflich ist der unsichtbare Treiber. Die t\u00fcrkisch unterst\u00fctzten SNA-Brigaden waren bei den Alawiten-Massakern f\u00fchrend beteiligt \u2013 die Reuters-Untersuchung schreibt der Sultan Suleiman Shah Division und der Hamza-Division allein rund 700 Tote an acht Tatorten zu. EU und Vereinigtes K\u00f6nigreich haben Sanktionen verh\u00e4ngt. Die USA nicht. Diese Brigaden sind nicht aufgel\u00f6st worden, sondern haben unter neuen Namen ihre Stellung in der syrischen Armee eingenommen. Mohammed al-Jassem kommandiert die 62. Division. Fahim Issa ist stellvertretender Verteidigungsminister f\u00fcr die Nordregion. Sayf Boulad Abu Bakr hat eine hochrangige Position im Generalstab. Die strategische Allianz mit Ankara \u2013 die in der westlichen Berichterstattung kaum thematisiert wird \u2013 ist eine zentrale S\u00e4ule der neuen syrischen Ordnung.<\/p>\n<p><strong>Die L\u00fccke in Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Bevor der Bogen geschlossen wird, lohnt der Blick zur\u00fcck nach Berlin. Denn was die Bundesregierung tut \u2013 und nicht tut \u2013 ist selbst eine geopolitische Aussage.<\/p>\n<p>In den vorangegangenen Jahren war Syrien Thema. Gerade unter der au\u00dfenpolitischen Linie der vorigen Bundesregierung, die Russland regelm\u00e4\u00dfig zum Abzug aus seinen vertraglich abgesicherten Basen aufforderte, geh\u00f6rte die Lage in Syrien zu den wiederkehrenden Topoi der Pressekonferenzen. Die Asymmetrie war damals schon auff\u00e4llig: laut bei Russland, leise bei den USA, deren 2.000 Soldaten weder vom syrischen Staat noch von der UN mandatiert waren. Im Januar 2025 fragte ein Journalist nach genau dieser v\u00f6lkerrechtlichen Bewertung \u2013 der damalige Regierungssprecher entzog sich.<\/p>\n<p>Im April 2026 ist die Frage gar nicht mehr gestellt worden. Das ist der eigentliche Befund. Die US-Truppen sind raus, ein ehemals mit 10 Millionen Dollar Kopfgeld versehener Jihadist ist Pr\u00e4sident, Russland beh\u00e4lt seine Basen, t\u00fcrkisch unterst\u00fctzte Brigaden mit dokumentierter Massaker-Beteiligung sitzen in der Armeespitze, uigurische al-Qaida-affilierte K\u00e4mpfer kommandieren eine Division \u2013 und die Bundesregierungspressekonferenz am 22. April 2026 sprach \u00fcber Versorgungsausgleichsrecht und Kerosinversorgung.<\/p>\n<p>Was nicht thematisiert wird, ist eine Aussage. Die Bundesregierung \u2013 unter Au\u00dfenminister Johann Wadephul seit Mai 2025 \u2013 hat sich f\u00fcr eine Linie entschieden, die das Ende von elf Jahren US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz im strategisch zentralsten Land des \u00f6stlichen Mittelmeerraums als nicht thematisierungsw\u00fcrdig behandelt. Es ist nicht so, dass die Bundesregierung dazu eine andere Position vertreten h\u00e4tte. Es ist so, dass sie schlicht nichts dazu zu sagen hat. Die v\u00f6lkerrechtliche Emp\u00f6rung \u2013 selektiv schon zuvor \u2013 ist nun vollst\u00e4ndig verschwunden.<\/p>\n<p><strong>Trumps stiller Sieg<\/strong><\/p>\n<p>In seiner ersten Amtszeit hatte Donald Trump zweimal versucht, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen \u2013 beide Male wurde er zur\u00fcckgepfiffen. Verteidigungsminister James Mattis trat 2018 wegen genau dieser Frage zur\u00fcck; die Truppen blieben. Der \u201eBlob&#8220;, wie es Ben Rhodes einmal genannt hat \u2013 die Verschr\u00e4nkung aus Pentagon, State Department, Think Tanks und Defense Contractors \u2013 erwies sich als st\u00e4rker als der Wille des Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Diesmal funktioniert es. Aber nicht, weil Trump sich gegen den Blob durchgesetzt h\u00e4tte. Sondern weil sich die Funktion der Pr\u00e4senz ge\u00e4ndert hat. CSIS schreibt offen, der Abzug sei \u201eauch ein Sieg f\u00fcr Pr\u00e4sident Donald Trump, der zweimal in seiner ersten Amtszeit erfolglos versucht hatte, US-Truppen aus Syrien zur\u00fcckzuziehen&#8220;. Al-Monitor formuliert noch direkter: \u201eDas US-Milit\u00e4r begann seinen j\u00fcngsten Abzugsversuch aus Syrien Anfang letzten Jahres, nachdem Pr\u00e4sident Donald Trump den neuen islamistischen Pr\u00e4sidenten des Landes, Ahmed al-Sharaa, umarmt hatte.&#8220;<\/p>\n<p>Statt 2.000 US-Soldaten in der W\u00fcste sitzen jetzt 3.500 bis 4.000 al-Qaida-affilierte uigurische K\u00e4mpfer in syrischer Uniform \u2013 geographisch positioniert, ideologisch motiviert, juristisch unter Staatswappen, mit erkl\u00e4rten Zielen Richtung Zentralasien und Xinjiang. Das ist nicht das Ende einer Intervention. Das ist die Verlegung auf eine andere Operationsebene. Eine, die Washington keine eigenen Truppen mehr kostet, keine eigenen Toten, keine politischen Risiken. Selbst der j\u00fcngste Vorfall in Palmyra \u2013 wo im Vorjahr ein mutma\u00dflich dem syrischen Innenministerium angeh\u00f6render Bewaffneter zwei US-Soldaten der Iowa National Guard und einen Dolmetscher t\u00f6tete \u2013 ist in der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit kaum thematisiert worden. Es gibt keinen Preis mehr f\u00fcr die Pr\u00e4senz, weil es keine Pr\u00e4senz mehr gibt.<\/p>\n<p>Das ist Trumps stiller Sieg.<\/p>\n<p>Er hat erreicht, was ihm 2018 verwehrt blieb \u2013 nicht durch Konfrontation mit dem nationalen Sicherheitsapparat, sondern durch ein Arrangement, das dessen Anliegen besser bedient als die Truppenpr\u00e4senz selbst. Die Au\u00dfenpolitik des \u201eAmerica First&#8220; und die strukturellen Interessen des nationalen Sicherheitsapparats sind in Syrien zur Deckung gekommen. Beide finden, was sie brauchen: Trump die Truppen-Heimkehr, der Apparat das Stellvertreter-Setting gegen Peking.<\/p>\n<p>Der eigentliche Adressat hei\u00dft nicht Damaskus. Er hei\u00dft Peking.<\/p>\n<p>Und dies ist erst der Auftakt. Der China-Uiguren-Komplex \u2013 wie er sich entlang der Belt-and-Road-Routen Zentralasiens entfaltet, wie Peking darauf reagiert, welche zweite und dritte Ebene dieser Auseinandersetzung Konturen annimmt \u2013 wird Gegenstand einer neunteiligen Reihe sein, die auf <em>www.michael-hollister.com<\/em> erscheinen wird. Was sich am 16. April 2026 in der W\u00fcste von Hasakah ger\u00e4uschlos vollzog, war nicht das Ende einer Geschichte. Es war der Anfang einer neuen.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<\/p>\n<p><strong>Michael Hollister <\/strong><em>\u2013<\/em><strong> <\/strong>Alle Rechte vorbehalten. Die Weitergabe, Ver\u00f6ffentlichung oder Nutzung dieses Textes bedarf der ausdr\u00fccklichen schriftlichen Genehmigung des Autors. Bei Interesse an einer Weiterverwendung kontaktieren Sie bitte den Autor \u00fcber <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/www.michael-hollister.com\/?ref=apolut.net\"><u>www.michael-hollister.com<\/u><\/a>.<\/p>\n<p><strong>Michael Hollister<\/strong> war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen milit\u00e4rischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er prim\u00e4rquellenbasiert europ\u00e4ische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere S\u00fcdostasien, wo er strategische Abh\u00e4ngigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik \u2013 jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/www.michael-hollister.com\/?ref=apolut.net\"><u>www.michael-hollister.com<\/u><\/a> , bei <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/michaelhollister.substack.com\/?ref=apolut.net\"><u>Substack<\/u><\/a> sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>1. Associated Press \/ Military.com, \u201eUS Completes Withdrawal From Key Base in Syria as Part of a Larger Drawdown&#8220;, 16. April 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.military.com\/daily-news\/2026\/04\/16\/us-completes-withdrawal-key-base-syria-part-of-larger-drawdown.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.military.com\/daily-news\/2026\/04\/16\/us-completes-withdrawal-key-base-syria-part-of-larger-drawdown.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>2. Al Jazeera, \u201eSyria takes control of all bases where US forces were deployed&#8220;, 16. April 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2026\/4\/16\/syria-takes-control-of-all-bases-where-us-forces-were-deployed?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2026\/4\/16\/syria-takes-control-of-all-bases-where-us-forces-were-deployed<\/u><\/a><\/p>\n<p>3. Al-Monitor, \u201eUS troops depart Syria, ending decade of presence in fight against ISIS&#8220;, April 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.al-monitor.com\/originals\/2026\/04\/us-troops-depart-syria-ending-decade-presence-fight-against-isis?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.al-monitor.com\/originals\/2026\/04\/us-troops-depart-syria-ending-decade-presence-fight-against-isis<\/u><\/a><\/p>\n<p>4. Bundesregierung, Regierungspressekonferenz vom 22. April 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regierungspressekonferenz-vom-22-april-2026-2422734?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regierungspressekonferenz-vom-22-april-2026-2422734<\/u><\/a><\/p>\n<p>5. Ausw\u00e4rtiges Amt, Regierungspressekonferenz 08. Januar 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/regierungspressekonferenz-2693272?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/regierungspressekonferenz-2693272<\/u><\/a><\/p>\n<p>6. FDD\/Long War Journal, \u201eUS Removes 10 Million Reward for Hayat Tahrir al-Sham Leader&#8220;, Dezember 2024: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.longwarjournal.org\/archives\/2024\/12\/us-removes-10-million-reward-for-hayat-tahrir-al-sham-leader.php?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.longwarjournal.org\/archives\/2024\/12\/us-removes-10-million-reward-for-hayat-tahrir-al-sham-leader.php<\/u><\/a><\/p>\n<p>7. NBC News, \u201eUS lifts $10 million bounty on de facto Syrian leader&#8217;s head&#8220;, Dezember 2024: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/investigations\/us-lift-10-million-bounty-de-facto-syrian-leaders-head-rcna185076?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nbcnews.com\/investigations\/us-lift-10-million-bounty-de-facto-syrian-leaders-head-rcna185076<\/u><\/a><\/p>\n<p>8. Newsweek, \u201eUS Issues $10 Million Bounty on al-Qaeda Leader in Syria Despite Rebrand&#8220;, 2017: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.newsweek.com\/us-issues-10-million-bounty-al-qaeda-leader-syria-despite-rebrand-607174?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.newsweek.com\/us-issues-10-million-bounty-al-qaeda-leader-syria-despite-rebrand-607174<\/u><\/a><\/p>\n<p>9. Al Jazeera, \u201eUS officials on first diplomatic trip to Syria since al-Assad&#8217;s removal&#8220;, 20. Dezember 2024: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2024\/12\/20\/us-officials-on-first-diplomatic-trip-to-syria-since-al-assads-removal?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2024\/12\/20\/us-officials-on-first-diplomatic-trip-to-syria-since-al-assads-removal<\/u><\/a><\/p>\n<p>10. Voice of America, \u201eTop US Officials in Damascus to Meet New Syrian Rulers&#8220;, Dezember 2024: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.voanews.com\/a\/top-us-officials-in-damascus-to-meet-new-syrian-rulers-state-department-says\/7908135.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.voanews.com\/a\/top-us-officials-in-damascus-to-meet-new-syrian-rulers-state-department-says\/7908135.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>11. UN OHCHR, \u201eUN Syria Commission finds March coastal violence was widespread and systematic&#8220;, 14. August 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2025\/08\/un-syria-commission-finds-march-coastal-violence-was-widespread-and?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2025\/08\/un-syria-commission-finds-march-coastal-violence-was-widespread-and<\/u><\/a><\/p>\n<p>12. OHCHR, \u201eViolations against civilians in Coastal and Western Central Syria in January \u2013 March 2025&#8243; (Vollbericht): <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/hr-bodies\/hrc\/iici-syria\/report-coi-syria-august2025?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.ohchr.org\/en\/hr-bodies\/hrc\/iici-syria\/report-coi-syria-august2025<\/u><\/a><\/p>\n<p>13. Amnesty International, \u201eSyria: Coastal massacres of Alawite civilians must be investigated as war crimes&#8220;, April 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2025\/04\/syria-coastal-massacres-of-alawite-civilians-must-be-investigated-as-war-crimes\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2025\/04\/syria-coastal-massacres-of-alawite-civilians-must-be-investigated-as-war-crimes\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>14. Reuters via U.S. News, \u201eHow Syrian government forces and factions are linked to the mass killings of Alawites&#8220;, 30. Juni 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.usnews.com\/news\/world\/articles\/2025-06-30\/how-syrian-government-forces-and-factions-are-linked-to-the-mass-killings-of-alawites?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.usnews.com\/news\/world\/articles\/2025-06-30\/how-syrian-government-forces-and-factions-are-linked-to-the-mass-killings-of-alawites<\/u><\/a><\/p>\n<p>15. SyriacPress, \u201eEU Sanctions Turkey-backed Syrian National Army Militias&#8220;, 30. Mai 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/syriacpress.com\/blog\/2025\/05\/30\/eu-sanctions-turkey-backed-syrian-national-army-militias-sultan-sulaiman-shah-brigade-hamza-division-and-sultan-murad-division-for-human-rights-abuses\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/syriacpress.com\/blog\/2025\/05\/30\/eu-sanctions-turkey-backed-syrian-national-army-militias-sultan-sulaiman-shah-brigade-hamza-division-and-sultan-murad-division-for-human-rights-abuses\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>16. The Amargi, \u201eWho are the Turkish-backed militias and commanders sanctioned by the UK&#8220;, Dezember 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/theamargi.com\/posts\/who-are-the-turkish-backed-militias-and-commanders-sanctioned-by-the-uk-over-atrocities-in-syria?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/theamargi.com\/posts\/who-are-the-turkish-backed-militias-and-commanders-sanctioned-by-the-uk-over-atrocities-in-syria<\/u><\/a><\/p>\n<p>17. Alma Israel, \u201eWhat the world does not see: al-Sharaa&#8217;s Islamist Education System&#8220;, 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/israel-alma.org\/what-the-world-does-not-see-al-sharaas-islamist-education-system-will-it-become-syrias-central-education-system\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/israel-alma.org\/what-the-world-does-not-see-al-sharaas-islamist-education-system-will-it-become-syrias-central-education-system\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>18. Worldcrunch, \u201eHow Syrian Islamists Are Reshaping School Curricula&#8220;, 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/worldcrunch.com\/world-affairs\/syria-islamists-school-curricula\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/worldcrunch.com\/world-affairs\/syria-islamists-school-curricula\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>19. Mecouncil (Middle East Council on Global Affairs), \u201eHow Damascus Reclaimed Syria&#8217;s Northeast&#8220;, 4. Februar 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/mecouncil.org\/blog_posts\/syria-sdf-integration-agreement-2026-analysis\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/mecouncil.org\/blog_posts\/syria-sdf-integration-agreement-2026-analysis\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>20. Arab Center DC, \u201eThe Shrinking Space for Kurdish Autonomy in Syria&#8220;, 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/arabcenterdc.org\/resource\/the-shrinking-space-for-kurdish-autonomy-in-syria\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/arabcenterdc.org\/resource\/the-shrinking-space-for-kurdish-autonomy-in-syria\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>21. Chatham House, \u201eWhy China is hesitant to support Syria&#8217;s new government as al-Sharaa faces a crucial month&#8220;, September 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/2025\/09\/why-china-hesitant-support-syrias-new-government-al-sharaa-faces-crucial-month?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.chathamhouse.org\/2025\/09\/why-china-hesitant-support-syrias-new-government-al-sharaa-faces-crucial-month<\/u><\/a><\/p>\n<p>22. The Diplomat, \u201eChina&#8217;s Syria Quandary: Uyghur Fighters in the Army&#8220;, September 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/thediplomat.com\/2025\/09\/chinas-syria-quandary-uyghur-fighters-in-the-army\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/thediplomat.com\/2025\/09\/chinas-syria-quandary-uyghur-fighters-in-the-army\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>23. The Diplomat, \u201eTurkistan Islamic Party threatens security of states in South and Central Asia&#8220;, Oktober 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/thediplomat.com\/2025\/10\/turkistan-islamic-party-threatens-security-of-states-in-south-and-central-asia\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/thediplomat.com\/2025\/10\/turkistan-islamic-party-threatens-security-of-states-in-south-and-central-asia\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>24. NPR, \u201eWhy Uyghurs fought in Syria &#8211; and what lies next&#8220;, 17. Mai 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.npr.org\/2026\/05\/17\/g-s1-113270\/uyghurs-china-syria-war-fighters-rebels-bashar-al-assad?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.npr.org\/2026\/05\/17\/g-s1-113270\/uyghurs-china-syria-war-fighters-rebels-bashar-al-assad<\/u><\/a><\/p>\n<p>25. Counter Extremism Project, \u201eForeign Fighters in a New Syria: How the Uyghur TIP Might Shape the Future of Terrorism&#8220;, Juli 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.counterextremism.com\/blog\/foreign-fighters-new-syria-how-uyghur-tip-might-shape-future-terrorism?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.counterextremism.com\/blog\/foreign-fighters-new-syria-how-uyghur-tip-might-shape-future-terrorism<\/u><\/a><\/p>\n<p>26. ORF Online, \u201eUyghurs at the Crossroads: China&#8217;s Leverage in Post-Assad Syria&#8220;, 2025: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.orfonline.org\/expert-speak\/uyghurs-at-the-crossroads-china-s-leverage-in-post-assad-syria?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.orfonline.org\/expert-speak\/uyghurs-at-the-crossroads-china-s-leverage-in-post-assad-syria<\/u><\/a><\/p>\n<p>27. ORF Online, \u201eWhat a Post-Assad Syria Means for China&#8220;: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.orfonline.org\/research\/what-a-post-assad-syria-means-for-china?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.orfonline.org\/research\/what-a-post-assad-syria-means-for-china<\/u><\/a><\/p>\n<p>28. FDD&#8217;s Long War Journal, \u201eRussian troops begin evacuating from northern Syria&#8220;, 28. Januar 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.longwarjournal.org\/archives\/2026\/01\/russian-troops-begin-evacuating-from-northern-syria.php?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.longwarjournal.org\/archives\/2026\/01\/russian-troops-begin-evacuating-from-northern-syria.php<\/u><\/a><\/p>\n<p>29. INSS, \u201eRussia\u2013Syria Relations 2026&#8243;: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.inss.org.il\/publication\/rusia-syria-2026\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.inss.org.il\/publication\/rusia-syria-2026\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>30. Atlantic Council, \u201eRussia&#8217;s most important Middle East base is not where you think&#8220;: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/blogs\/menasource\/russias-most-important-middle-east-base-is-not-where-you-think\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/blogs\/menasource\/russias-most-important-middle-east-base-is-not-where-you-think\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>31. Syria Accountability Project, \u201eIsrael&#8217;s Creeping Annexation of the Golan Heights&#8220;: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/syriaaccountability.org\/israels-creeping-annexation-of-the-golan-heights\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/syriaaccountability.org\/israels-creeping-annexation-of-the-golan-heights\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>32. FDD, \u201eSyrian Troops Take Over Key Syria Base After U.S. Withdrawal&#8220;, 12. Februar 2026: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.fdd.org\/analysis\/2026\/02\/12\/syrian-troops-take-over-key-syria-base-after-u-s-withdrawal\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.fdd.org\/analysis\/2026\/02\/12\/syrian-troops-take-over-key-syria-base-after-u-s-withdrawal\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>33. Federal Register \/ US State Department, \u201eRevocation of Designation of the Eastern Turkistan Islamic Movement as a Terrorist Organization&#8220;, 20. Oktober 2020 (ver\u00f6ffentlicht 5. November 2020): <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.federalregister.gov\/documents\/2020\/11\/05\/2020-24620\/in-the-matter-of-the-designation-of-the-eastern-turkistan-islamic-movement-also-known-as-etim-as-a?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.federalregister.gov\/documents\/2020\/11\/05\/2020-24620\/in-the-matter-of-the-designation-of-the-eastern-turkistan-islamic-movement-also-known-as-etim-as-a<\/u><\/a><\/p>\n<p>34. Al Jazeera, \u201eUS removes group condemned by China from &#8218;terror&#8216; list&#8220;, 7. November 2020: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2020\/11\/7\/us-removes-group-condemned-by-china-from-terror-list?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2020\/11\/7\/us-removes-group-condemned-by-china-from-terror-list<\/u><\/a><\/p>\n<p>35. Modern Diplomacy, \u201eTurkestan Islamic Party desires to be a National Liberation Movement after US de-blacklist&#8220;, 13. Dezember 2020: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/moderndiplomacy.eu\/2020\/12\/13\/turkestan-islamic-party-desires-to-be-a-national-liberation-movement-after-us-de-blacklist\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/moderndiplomacy.eu\/2020\/12\/13\/turkestan-islamic-party-desires-to-be-a-national-liberation-movement-after-us-de-blacklist\/<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: US-Pr\u00e4sident Donald Trump<br \/>Bildquelle: noamgalai \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wie das Ende von elf Jahren US-Krieg in Syrien zur Randnotiz wurde \u2013 und warum der eigentliche Sieger Trump hei\u00dft, der eigentliche Verlierer Peking<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Michael Hollister<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Der lautlose Tag<\/strong><\/p>\n<p>Am 16. April 2026 endete in Syrien ein Krieg, an dessen Anfang sich niemand mehr erinnert.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":7149,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-7148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",1920,1080,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:300\/h:169\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:768\/h:432\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:1024\/h:576\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:1536\/h:864\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",1536,864,true],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",1920,1080,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:18\/h:10\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260603_Trump_apolut.jpg",18,10,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Wie das Ende von elf Jahren US-Krieg in Syrien zur Randnotiz wurde \u2013 und warum der eigentliche Sieger Trump hei\u00dft, der eigentliche Verlierer PekingEin Meinungsbeitrag von Michael Hollister.Der lautlose TagAm 16. 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