{"id":8161,"date":"2026-06-08T11:06:25","date_gmt":"2026-06-08T09:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/armenien-prowestliche-paschinjan-partei-verpasst-50-prozent-marke\/"},"modified":"2026-06-08T11:06:25","modified_gmt":"2026-06-08T09:06:25","slug":"armenien-prowestliche-paschinjan-partei-verpasst-50-prozent-marke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/armenien-prowestliche-paschinjan-partei-verpasst-50-prozent-marke\/","title":{"rendered":"Armenien: Prowestliche Paschinjan-Partei verpasst 50 Prozent-Marke"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Bei der Parlamentswahl in Armenien hat sich Ministerpr\u00e4sident Nikol Paschinjan in der Nacht bereits zum Sieger erkl\u00e4rt. Seine Partei &#8222;Zivilvertrag&#8220; hat jedoch nach Ausz\u00e4hlung aller Stimmzettel weniger als die H\u00e4lfte der Stimmen erhalten, wie aus den Daten der Zentralen Wahlkommission hervorgeht. Die Partei kam demnach auf 49,81 Prozent. Der Wahlsieger hatte zuvor auf Basis der ersten Auswertungen der Wahlstimmen angek\u00fcndigt, dass seine Partei die parlamentarische Mehrheit erhalten und die Minister ernennen werde.<\/p>\n<p>Der armenische Ministerpr\u00e4sident Nikol Paschinjan erkl\u00e4rte sich in der Nacht zum Sieger des gestrigen Wahltages und erkl\u00e4rte vor Journalisten, seine regierende Partei &#8222;Zivilvertrag&#8220; werde die n\u00e4chste Regierung des Landes allein bilden. Seine Ank\u00fcndigung erfolgte jedoch zu einem Zeitpunkt, bis zu dem die armenische Zentrale Wahlkommission erst die Ergebnisse von weniger als einem Viertel der Wahllokale ver\u00f6ffentlicht hatte. Nach diesen vorl\u00e4ufigen Zahlen lag die prowestliche Paschinjan-Partei noch mit 53,84 Prozent der Stimmen in F\u00fchrung.<\/p>\n<p>Die Gesamtzahl der Wahlberechtigten betrug am Wahlsonntag 2.485.851. Laut vorliegenden aktuellen Zahlen erreichte demnach die Partei &#8222;Zivilvertrag&#8220; nun 49,81 Prozent der Stimmen. Den zweiten Platz belegte die Partei des Unternehmers Samwel Karapetjan, &#8222;Starkes Armenien&#8220;, mit 23,29 Prozent. Platz drei gab es f\u00fcr die Partei &#8222;Armenien&#8220; unter Leitung von Ex-Pr\u00e4sident Robert Kotscharjan mit 9,94 Prozent und die Partei &#8222;Bl\u00fchendes Armenien&#8220; belegte Platz vier mit final 4 Prozent.<\/p>\n<p>Vertreter der unterlegenen Parteien berichteten noch am Wahlabend laut Agenturmeldungen von Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im Rahmen von Wohnadressen und der Anzahl von gemeldeten B\u00fcrgern. Zudem h\u00e4tten die Beh\u00f6rden Wahlbetrug begangen, die W\u00e4hler seien eingesch\u00fcchtert worden und es sei versucht worden, deren Willensbekundung zu beeinflussen.\u00a0Die prorussische Opposition klagte vor dem Wahltag \u00fcber die Festnahme von mehr als hundert ihrer Anh\u00e4nger.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Armenien h\u00e4tten damit eine politische Realit\u00e4t weitgehend best\u00e4tigt, die sich bereits zuvor abgezeichnet hatte, erkl\u00e4rte der Nahost-Experte Farhad Ibragimov am Montag gegen\u00fcber<em> RT<\/em>. So lautet seine erste Analyse nach Betrachtung des Endergebnisses:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Sieg von Nikol Paschinjan kam nicht unerwartet. Trotz sp\u00fcrbarer Unzufriedenheit in der Bev\u00f6lkerung gelang es der Opposition nicht, sich zu konsolidieren, untereinander Einigungen zu erzielen und den W\u00e4hlern eine klare Alternative zu bieten. Im Gegenteil, es schien, als seien die verschiedenen Oppositionsgruppen mehr darauf bedacht, sich gegenseitig zu bek\u00e4mpfen, als eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Laut Ibragimov nutzte Paschinjan geschickt die internen Streitigkeiten der Opposition, um sich nicht als starker F\u00fchrer, sondern als der Einzige darzustellen, der in der Lage sei, die Lage unter Kontrolle zu halten. Die proeurop\u00e4ische Agenda im Sinne Br\u00fcssels w\u00e4re dabei in den Mittelpunkt dieser Strategie ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Der Wahlkampf fand vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Eriwan und Moskau statt. Russland hatte vor dem Wahltag unmissverst\u00e4ndlich davor gewarnt, dass eine tiefere Integration in die EU mit Armeniens fortgesetzter Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) unvereinbar w\u00e4re. Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin erkl\u00e4rte dazu im Mai, dass ein Austritt aus dem EAWU-B\u00fcndnis Armenien bis zu 14 Prozent des BIP kosten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Nationalversammlung Armeniens besteht aus mindestens 101 Abgeordneten, deren Amtszeit f\u00fcnf Jahre betr\u00e4gt. Um die Sitze bewarben sich 18 politische Kr\u00e4fte: 16 Parteien und zwei Bl\u00f6cke, darunter die Partei &#8222;B\u00fcrgervertrag&#8220; des Wahlsiegers\u00a0Paschinjan, der seit 2018 das Amt des Premierministers innehat und beabsichtigt, noch mindestens f\u00fcnf Jahre an der Macht zu bleiben. Die Wahlbeteiligung lag nach den Auswertungen bei 58,97 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema <\/strong>\u2013<strong>\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/282383-armenien-usa-koordinieren-oeffentlichkeitsarbeit-von-premierminister-paschinjan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Armenien: USA koordinieren \u00d6ffentlichkeitsarbeit von Premierminister Paschinjan <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78rsoq\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Parlamentswahl in Armenien hat sich Ministerpr\u00e4sident Nikol Paschinjan in der Nacht bereits zum Sieger erkl\u00e4rt. 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