{"id":8177,"date":"2026-06-08T13:20:31","date_gmt":"2026-06-08T11:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/olympia-2036-steinmeiers-hindernislauf-von-paul-clemente\/"},"modified":"2026-06-08T13:20:31","modified_gmt":"2026-06-08T11:20:31","slug":"olympia-2036-steinmeiers-hindernislauf-von-paul-clemente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/olympia-2036-steinmeiers-hindernislauf-von-paul-clemente\/","title":{"rendered":"Olympia 2036 &#8211; Steinmeiers Hindernislauf | Von Paul Clemente"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Olympia 2036 - Steinmeiers Hindernislauf | Von Paul Clemente\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/8boEQboeBToeQdeg7biwfg\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\">\n<div class=\"kg-audio-thumbnail placeholder kg-audio-hide\"><svg width=\"24\" height=\"24\" fill=\"none\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M7.5 15.33a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0ZM15 13.83a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M14.486 6.81A2.25 2.25 0 0 1 17.25 9v5.579a.75.75 0 0 1-1.5 0v-5.58a.75.75 0 0 0-.932-.727.755.755 0 0 1-.059.013l-4.465.744a.75.75 0 0 0-.544.72v6.33a.75.75 0 0 1-1.5 0v-6.33a2.25 2.25 0 0 1 1.763-2.194l4.473-.746Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M3 1.5a.75.75 0 0 0-.75.75v19.5a.75.75 0 0 0 .75.75h18a.75.75 0 0 0 .75-.75V5.133a.75.75 0 0 0-.225-.535l-.002-.002-3-2.883A.75.75 0 0 0 18 1.5H3ZM1.409.659A2.25 2.25 0 0 1 3 0h15a2.25 2.25 0 0 1 1.568.637l.003.002 3 2.883a2.25 2.25 0 0 1 .679 1.61V21.75A2.25 2.25 0 0 1 21 24H3a2.25 2.25 0 0 1-2.25-2.25V2.25c0-.597.237-1.169.659-1.591Z\"><\/path><\/svg><\/div>\n<div class=\"kg-audio-player-container\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/06\/apolut_20260608_TD_Montag.mp3\" preload=\"metadata\"><\/audio><\/p>\n<div class=\"kg-audio-title\">Apolut 20260608 TD Montag<\/div>\n<div class=\"kg-audio-player\"><button class=\"kg-audio-play-icon\" aria-label=\"Play audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M23.14 10.608 2.253.164A1.559 1.559 0 0 0 0 1.557v20.887a1.558 1.558 0 0 0 2.253 1.392L23.14 13.393a1.557 1.557 0 0 0 0-2.785Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-pause-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Pause audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><rect x=\"3\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><rect x=\"14\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><\/svg><\/button><span class=\"kg-audio-current-time\">0:00<\/span><\/p>\n<div class=\"kg-audio-time\">\/<span class=\"kg-audio-duration\">503<\/span><\/div>\n<p><input type=\"range\" class=\"kg-audio-seek-slider\" max=\"100\" value=\"0\"><button class=\"kg-audio-playback-rate\" aria-label=\"Adjust playback speed\">1\u00d7<\/button><button class=\"kg-audio-unmute-icon\" aria-label=\"Unmute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M15.189 2.021a9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h1.794a.249.249 0 0 1 .221.133 9.73 9.73 0 0 0 7.924 4.85h.06a1 1 0 0 0 1-1V3.02a1 1 0 0 0-1.06-.998Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-mute-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Mute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M16.177 4.3a.248.248 0 0 0 .073-.176v-1.1a1 1 0 0 0-1.061-1 9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h.114a.251.251 0 0 0 .177-.073ZM23.707 1.706A1 1 0 0 0 22.293.292l-22 22a1 1 0 0 0 0 1.414l.009.009a1 1 0 0 0 1.405-.009l6.63-6.631A.251.251 0 0 1 8.515 17a.245.245 0 0 1 .177.075 10.081 10.081 0 0 0 6.5 2.92 1 1 0 0 0 1.061-1V9.266a.247.247 0 0 1 .073-.176Z\"><\/path><\/svg><\/button><input type=\"range\" class=\"kg-audio-volume-slider\" max=\"100\" value=\"100\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><img data-opt-id=482975160  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ghost_TD_0806.jpg\" alt=\"Olympia 2036 - Steinmeiers Hindernislauf | Von Paul Clemente\"><\/p>\n<p><strong>Olympia 2036? Nein! Oder doch? \u2013 Eine deutsche Debatte<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von\u00a0<strong>Paul Clemente.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Olympiade in Deutschland. Entweder im Jahr 2036, 2040 oder 2044. Will das jemand? Bislang galt Katar als aussichtsreicher Kandidat. Aber inzwischen gilt das Land als zweifelhaft. Im Iran-Krieg sollen n\u00e4mlich Geschosse dort gelandet sein. Mit anderen Worten: Es gilt als nicht ausreichend sicher. Eine interessante Prognose: Man geht davon aus, dass der Iran-Krieg sich noch locker zehn oder 14 Jahre ziehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In Deutschland hatten sich gleich mehrere St\u00e4dte als Austragungsort beworben: Berlin, M\u00fcnchen,Hamburg und K\u00f6ln\/Rhein-Ruhr. Das Konzept forderte, der Gastgeber solle keine massiven Geister-Arenen bauen, sondern auf bestehende Sportst\u00e4tten und nachhaltige Infrastruktur setzen.<\/p>\n<p>Hamburgs Einwohner wurden durch ein offizielles Referendum befragt: Wollen wir Gastgeber sein? &#8211; Die Antwort: Nein, danke. Was absolut nachvollziehbar ist. Denn: Welche Kosten fielen an! Ob die Finanzkrise bis 2036 wieder behoben ist: Wer wagt das zu garantieren?<\/p>\n<p>Anders die Einwohner von M\u00fcnchen und K\u00f6ln: Da hie\u00df es: Her mit dem Sport-Event! Berlin ging einen dritten Weg: Da wird die Bev\u00f6lkerung gar nicht erst gefragt. Stattdessen \u00e4u\u00dferte sich der sportliche Bundespr\u00e4sident Frank Walter Steinmeier. Zu Beginn des Jahres erkl\u00e4rte er dem \u201eSpiegel\u201c: Das Jahr 2036 sei historisch problematisch. Vor allem Berlin. Denn genau hundert Jahre zuvor habe das nationalsozialistische Deutschland die Olympischen Sommerspiele ausgetragen und als Propagandaveranstaltung missbraucht.\u00a0<\/p>\n<p>Das mit dem Missbrauch stimmt. Die Olympiade 1936 offerierte dem NS-Regime, sich als friedlich und weltoffen zu pr\u00e4sentieren. Die Aufr\u00fcstung zum kommenden Krieg, die schleichende, aber unerbittliche Entrechtung von Juden, die Inhaftierung der Opposition: Nichts davon sollte das Stadtbild spiegeln. Wie sehr die Olympiade ein sportiver Reichsparteitag war, zeigte Propagandaminister Goebbels: Der beauftragte die gleiche Regisseurin f\u00fcr den Mitschnitt, die zwei Jahre zuvor den N\u00fcrnberger Reichsparteitag auf Zelluloid gebannt hatte: Leni Riefenstahl.<\/p>\n<p>Im Kino sollte das Spektakel jene erreichen, die live nicht dabei waren. Titel des Zweiteilers: \u201e<em>Olympia\u201c<\/em>. Untertitel des ersten Teils <em>\u201eFest der V\u00f6lker\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Wie gesagt: Die Olympiade 1936 wurde als Friedensfest verkauft, w\u00e4hrend im Stillen die R\u00fcstung auf Hochtouren lief. Ironischerweise offeriert sich hier eine Parallele zur Gegenwart: Hatte Steinmeier im vorherigen Jahr doch milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung und die St\u00e4rkung der Bundeswehr als dringlichste und wichtigste Aufgabe der deutschen Regierung postuliert.<\/p>\n<p>Allerdings war der Standpunkt des Bundespr\u00e4sidenten nicht unumstritten. Auf digitalen Plattformen outete sich mancher User als Bef\u00fcrworter einer Berliner Olympiade. Ein Argument: War Berlin bei der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft von 2006 nicht ein toller Gastgeber? Ein wahrer Mythos, ein \u201eSommerm\u00e4rchen\u201c entstand damals: Sonnendurchflutete Tage und N\u00e4chte in Partystimmung. Und deutsche Fans schwenkten tats\u00e4chlich schwarzrotgoldene Papierf\u00e4hnchen. bei gleichzeitiger Weltoffenheit. Ein Fest der Freude und der Mitfreude. Oder?<\/p>\n<p>Genau solche Verkl\u00e4rung wollte die <em>\u201eAugsburger Allgemeine\u201c<\/em>und die <em>\u201eMainpost\u201c <\/em>nicht stehen lassen. Dazu hatte der Autor einen Soziologen aufgegabelt, der diese Weltmeisterschaft als Verh\u00e4ngnis kritisiert. Der Artikel beginnt mit einer Frage:<em> \u201eIst der heutige Erfolg der AfD auch ein Verm\u00e4chtnis der WM 2006?\u201c<\/em> Nein, bitte nicht lachen. Schlie\u00dflich verpflichtet die deutsche Geschichte zu einem vorsichtigen, ged\u00e4mpften Umgang mit nationalen Symbolen. Genau da habe die WM 06 einen Dammbruch ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Als Gew\u00e4hrsmann zerrt man den Sportsoziologen Sven Ismer in die Arena. In seinem Buch <em>\u201eWie der Fu\u00dfball Deutsche macht\u201c<\/em> habe er die damalige TV-Berichterstattung analysiert. Dass da pl\u00f6tzlich wieder Deutschlandfahnen geschwenkt und die Nationalhymne gesungen wurde, irritierte den 55j\u00e4hrigen Autor: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs gab seit Jahrzehnten eine gesellschaftlich akzeptierte Norm, die besagte: Wer so etwas macht, ist vom rechten Rand.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr Ismer ist klar, wie das endet: <em>\u201eEs wurde eine normative Verteidigungslinie niedergerissen.\u201c<\/em> Schlimmer noch: <em>\u201eDie Zur\u00fcckhaltung wurde abgelegt. Dieses Misstrauen gegen\u00fcber r\u00fcckhaltlosem Patriotismus gibt es seitdem kaum noch.\u201c <\/em>Eine Enthemmung, die den Erfolgskurs der AfD erm\u00f6glicht habe. Niemand sch\u00e4me sich beim Outing als Blau-W\u00e4hler, obwohl die eine Naziparole nach der anderen loslie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein ziemlich unglaubw\u00fcrdiges Konstrukt. Schlie\u00dflich wurde die AfD im Jahr 2013 nicht aus \u00fcbersch\u00e4umendem Nationalismus heraus gegr\u00fcndet, sondern aus Opposition gegen\u00fcber dem Euro. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm sie weitere Themen, bei denen der Mainstream nur einen\u00a0 Standpunkt zulie\u00df: Von Gender bis Lockdownpolitik. Kurzum, ihr Erfolg liegt im Re-Agieren.<\/p>\n<p>Freilich, die <em>\u201eAugsburger Allgemeine\u201c<\/em> d\u00fcrfte ihren Artikel als Support f\u00fcr Steinmeiers Ablehnung intendiert haben. Aber der Undankbare vollzieht\u00a0 eine 180 Grad-Wendung und bef\u00fcrwortet pl\u00f6tzlich eine Berliner Olympiade f\u00fcr 2036. Das verstehe, wer will. Wie kam es zu dieser Entnazifizierung? Nein, so versichert der Bundespr\u00e4sident, seine Bedenken seien nicht verschwunden. Dennoch er sei inzwischen \u00fcberzeugt, dass alle Beteiligten mit diesem Datum verantwortungsvoll umgehen w\u00fcrden. Seine Hoffnung st\u00fctze sich auf die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft von 2006!<\/p>\n<p>O-Ton Steinmeier:<em> \u201eWir haben gro\u00dfartige Sportst\u00e4tten. Wir haben eine sportbegeisterte Bev\u00f6lkerung. Ich w\u00fcnsche mir sehr, dass nach M\u00fcnchen 1972 endlich wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden. Dass wir gute Gastgeber von sportlichen Gro\u00dfveranstaltungen sind, hat die Welt seit dem Sommerm\u00e4rchen 2006 in Erinnerung.\u201c<\/em>\u00a0<\/p>\n<p>Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schien erleichtert. Vorstandschef Otto Fricke kommentierte: Er habe Steinmeier stets so verstanden, dass dieser pers\u00f6nlich Olympische und Paralympische Spiele 2040 oder 2044 in Deutschland favorisiere, aber eine Bewerbung f\u00fcr 2036 nicht ausschlie\u00dfe. <em>\u201eDaher ist der DOSB umso erfreuter, dass dies nun explizit klargestellt wurde\u201c<\/em>. Eine breite politische Unterst\u00fctzung der Bewerbung sei international \u201eenorm wichtig&#8220;.<\/p>\n<p>Wetten, dass diese Debatte noch lange nicht zu Ende ist&#8230;<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Berlin, Deutschland &#8211; 2024-03-09: Olympiastadion im Olympiapark Berlin<\/p>\n<p>Bildquelle:\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/g\/Uwe+Aranas?ref=apolut.net\"><u>Uwe Aranas<\/u><\/a>\/ shutterstock\u00a0<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Olympiade in Deutschland. Entweder im Jahr 2036, 2040 oder 2044. Will das jemand? Bislang galt Katar als aussichtsreicher Kandidat. 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