{"id":8434,"date":"2026-06-09T11:02:27","date_gmt":"2026-06-09T09:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/sinkende-auftragseingaenge-verschaerfen-sorgen-um-industriestandort-deutschland\/"},"modified":"2026-06-09T11:02:27","modified_gmt":"2026-06-09T09:02:27","slug":"sinkende-auftragseingaenge-verschaerfen-sorgen-um-industriestandort-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/sinkende-auftragseingaenge-verschaerfen-sorgen-um-industriestandort-deutschland\/","title":{"rendered":"Sinkende Auftragseing\u00e4nge versch\u00e4rfen Sorgen um Industriestandort Deutschland"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der deutschen Industrie geht es schlecht und immer noch schlechter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2026 gegen\u00fcber dem Vormonat um 3,8 Prozent zur\u00fcck. Damit fiel der R\u00fcckgang deutlich st\u00e4rker aus als von Volkswirten erwartet. Besonders betroffen waren die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Hersteller elektrischer Ausr\u00fcstungen. Auch die Nachfrage aus dem Ausland schw\u00e4chte sich sp\u00fcrbar ab.<\/p>\n<p>Die Zahlen sind mehr als nur eine kurzfristige Konjunkturschwankung. Sie f\u00fcgen sich in eine Entwicklung ein, die \u00d6konomen, Unternehmensverb\u00e4nde und Gewerkschaften seit Jahren mit wachsender Sorge beobachten: die schwindende industrielle Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die deutsche Wirtschaft \u00fcber Jahrzehnte von g\u00fcnstiger Energie, hoher Produktivit\u00e4t und in der Folge von einer starken Exportindustrie profitierte, haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend ver\u00e4ndert. Bei der Produktivit\u00e4tssteigerung bleibt Deutschland weit unterhalb des Durchschnitts der L\u00e4nder der G20. Die Investitionst\u00e4tigkeit ist schwach, die Nachfrage gering. Neben all dem gelten vor allem die Energiepreise als Belastungsfaktor.<\/p>\n<p>Mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und den anschlie\u00dfenden Sanktionen gegen Russland brach das bisherige Modell preiswerter russischer Gaslieferungen weg. Die Energiepreise stiegen zeitweise auf historische H\u00f6chstst\u00e4nde und liegen f\u00fcr viele Industriebetriebe weiterhin \u00fcber dem Niveau wichtiger Wettbewerber. Nun belastet auch noch der Angriffskrieg der USA und Israels auf Iran die Weltwirtschaft. In der Folge des unprovozierten Angriffs hat Iran die Stra\u00dfe von Hormus geschlossen. Der Seeweg ist f\u00fcr die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung.<\/p>\n<p>Besonders energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Papier oder Glas k\u00e4mpfen seitdem mit erheblichen Kostennachteilen. Die Produktion dieser Industriezweige liegt inzwischen deutlich unter dem Niveau von Anfang 2022. Allein in den energieintensiven Industrien ist die Produktion seit Beginn der Energiekrise um mehr als 15 Prozent gesunken. Gleichzeitig gingen dort zehntausende Arbeitspl\u00e4tze verloren.<\/p>\n<p>Die Diskussion \u00fcber eine m\u00f6gliche Deindustrialisierung hat dadurch neue Nahrung erhalten. Wirtschaftsverb\u00e4nde warnen seit Jahren davor, dass Investitionen zunehmend ins Ausland verlagert werden. Vor allem die USA locken deutsche Unternehmen mit g\u00fcnstigen Energiepreisen, schnelleren Genehmigungsverfahren und vor allem mit Subventionen f\u00fcr die Ansiedelung sowie der Umgehung von Einfuhrz\u00f6llen.\u00a0<\/p>\n<p>Allerdings w\u00e4re es zu einfach, die Entwicklung ausschlie\u00dflich auf die Russland-Sanktionen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Krise der deutschen Wirtschaft ist strukturell. Die suizidale Sanktionspolitik der EU verst\u00e4rkt die Abschwungbewegung lediglich. Deutschland hinkt in vielen Bereichen inzwischen weit hinterher. Im Bereich der Digitalisierung ist\u00a0die Bundesrepublik auf einem Stand, f\u00fcr den sich manch Entwicklungsland sch\u00e4men w\u00fcrde. Inzwischen zeichnet sich ein Teufelskreis ab. Aufgrund er hohen Energiekosten ist der Aufbau von energieintensiven Rechenzentren in gro\u00dfem Stil in Deutschland unwahrscheinlich. Die werden jedoch f\u00fcr den Einsatz von KI zwingend gebraucht. Damit deutet sich an, dass\u00a0die BRD\u00a0auch in diesem Bereich international abgeh\u00e4ngt wird. Russland beispielsweise plant, die vergleichsweise niedrigen Energiekosten weiter zu senken, um KI in allen Bereichen implementieren zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Energiefrage bleibt ein Kernpunkt der politischen Debatte. Vertreter der Industrie, Gewerkschaften und zahlreiche Landespolitiker fordern seit Monaten Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Strom- und Gaspreise. Insbesondere die Stahlindustrie sieht ihre internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit gef\u00e4hrdet und dr\u00e4ngt auf schnelle Entlastungen.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Zahlen zu den Auftragseing\u00e4ngen verdeutlichen, wie fragil die Lage ist. Zwar k\u00f6nnen einzelne Monate durch Gro\u00dfauftr\u00e4ge oder internationale Krisen beeinflusst werden. Doch die Kombination aus schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und strukturellen Standortproblemen l\u00e4sst die Sorgen um Deutschlands industrielle Basis weiter wachsen.<\/p>\n<p>Chancen auf eine Trendumkehr sind nicht auszumachen. Die Bundesregierung und die EU-Kommission halten an ihrem konfrontativen Kurs gegen\u00fcber Russland fest. Gleichzeitig zeichnet sich ein Handelskrieg mit China ab. In Nahost f\u00e4llt Deutschland aufgrund seiner &#8222;bedingungslosen Solidarit\u00e4t mit Israel&#8220; als Vermittler aus. Auf Entgegenkommen der \u00f6lreichen L\u00e4nder der Region kann\u00a0die Bundesrepublik daher nicht hoffen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien vor allem eins ist: ein sch\u00f6ner Traum, der allerdings angesichts der realen Entwicklungen ausgetr\u00e4umt ist. Schafft es Deutschland nicht jetzt und unmittelbar, das Angebot an Energie auszuweiten und so die Preise zu senken, ist es f\u00fcr den Standort Deutschland zu sp\u00e4t.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/281957-naechster-preisschock-bsw-mann-lueders\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;N\u00e4chster Preisschock&#8220;? BSW-Mann L\u00fcders warnt vor auslaufendem Tankrabatt zum Ferienbeginn<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78q2xm\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutschen Industrie geht es schlecht und immer noch schlechter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2026 gegen\u00fcber dem Vormonat um 3,8 Prozent zur\u00fcck. Damit fiel der R\u00fcckgang deutlich st\u00e4rker aus als von Volkswirten erwartet. Besonders betroffen waren die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Hersteller elektrischer Ausr\u00fcstungen. 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