{"id":8726,"date":"2026-06-10T15:02:23","date_gmt":"2026-06-10T13:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/commerzbank-uebernahme-haelt-die-unicredit-weniger-aktien-als-behauptet-37522844-html\/"},"modified":"2026-06-10T15:02:23","modified_gmt":"2026-06-10T13:02:23","slug":"commerzbank-uebernahme-haelt-die-unicredit-weniger-aktien-als-behauptet-37522844-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/commerzbank-uebernahme-haelt-die-unicredit-weniger-aktien-als-behauptet-37522844-html\/","title":{"rendered":"\u00dcbernamekampf: Bauscht die Unicredit ihren Bestand an Commerzbank-Aktien auf?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Der Streit um die \u00dcbernahme der Commerzbank erh\u00e4lt eine neue Wendung: H\u00e4lt die Unicredit weniger Aktien als sie behauptet?\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>H\u00e4lt die Unicredit deutlich weniger Aktien an der Commerzbank als sie behauptet? Dies legt jedenfalls ein Bericht der \u201eB\u00f6rsen-Zeitung\u201c nahe, in dem sie die Frage stellt, ob die j\u00fcngst als angedient gemeldeten Aktien von der Unicredit selbst stammen. Durch komplexe Derivatestrukturen sollen demnach Aktien aus dem Bestand der italienischen Gro\u00dfbank so ausgeflaggt worden seien, als ob sie von Investoren der Unicredit im Zuge ihres \u00dcbernahmeangebotes angedient worden sein.<\/p>\n<p>Mit der Diskussion \u00fcber die tats\u00e4chlichen Anteilsverh\u00e4ltnisse gewinnt die Auseinandersetzung zwischen den beiden Banken weiter an Sch\u00e4rfe. Zuvor hatte die Commerzbank den Italienern bereits Irref\u00fchrung vorgeworfen und eine Untersuchung durch die Finanzaufsicht Bafin gefordert. Die Unicredit keilte zur\u00fcck und warf den Frankfurtern \u201edie anhaltende Verbreitung zunehmend schwerwiegender und unbegr\u00fcndeter Fehlinformationen\u201c vor. Sollten sich die derivaten Kreisgesch\u00e4fte best\u00e4tigen, w\u00e4re dies ein schwerer Imageschaden f\u00fcr die Bank und k\u00f6nnte die Finanzaufsicht auf den Plan rufen.<\/p>\n<\/p>\n<p>In der aktuellen Auseinandersetzung geht es um den Umfang der von Investoren der Unicredit angedienten Commerzbank-Aktien (Tender): Unicredit hat nach eigenen Angaben bislang 10,9 Prozent der Aktien angedient bekommen, nachdem sie vor Abgabe des \u00dcbernahmeangebotes bereits 26,77 Prozent der Anteile hielt. Allein in der vergangenen Woche seien 3,33 Prozent eingereicht worden. Damit w\u00fcrde Unicredit in einen Bereich vorsto\u00dfen, in dem sie eine Hauptversammlungsmehrheit erreichen k\u00f6nnte. Der deutsche Staat h\u00e4lt aktuell rund 13 Prozent an der Commerzbank. Die Angebotsfrist l\u00e4uft noch bis zum 3. Juli.<\/p>\n<h2><strong>Derivative Kreisgesch\u00e4fte<\/strong><\/h2>\n<p>Laut der \u201eB\u00f6rsen-Zeitung\u201c\u00a0verdichteten sich die Anzeichen, \u201edass sich der Tender indirekt \u2013 \u00fcber mehrere Derivatebanken \u2013 de facto aus dem Bestand der Unicredit von 26,77 Prozent speisen k\u00f6nnte\u201c. Dies w\u00e4re, so die Zeitung weiter, denkbar durch eine \u201eAbsicherung im Kreis\u201c mittels Derivaten.\u00a0<\/p>\n<p>Dem Bericht zufolge h\u00e4tten sich die f\u00fcr Unicredit arbeitenden Derivatebanken Commerzbank-Aktien geliehen und eingereicht. Sie wurden also zum Tender dazugerechnet. Zugleich h\u00e4tten diese Banken die Aktienleihe mit bestimmten Derivaten (Total Return Swaps) abgesichert, f\u00fcr die wiederum Unicredit als Sicherungsgeber fungiert haben k\u00f6nnte. \u201eUnicredit k\u00f6nnte so ungetenderte gegen getenderte Aktien tauschen\u201c, zitierte die Zeitung aus Bankkreisen. Die Commerzbank hat, wie ein Sprecher Capital erkl\u00e4rte, bei den Verwahrstellen ihr Recht wahrgenommen, das Aktion\u00e4rsregister einzusehen.<\/p>\n<p>Unicredit wies auf Capital-Anfrage die Behauptung zur\u00fcck, ihren Bestand an Commerzbank-Aktien zu hoch auszuweisen. \u201eJede Andeutung, Unicredit habe absichtlich Offenlegungskategorien miteinander vermischt, um die wahrgenommene Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihr \u00dcbernahmeangebot k\u00fcnstlich aufzubl\u00e4hen, entbehrt jeder sachlichen und rechtlichen Grundlage\u201c, erkl\u00e4rte die Bank.\u00a0<\/p>\n<h2><strong>\u201eUnbegr\u00fcndete Falschinformationen\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>Unicredit bietet 0,485 eigenen Aktien je Commerzbank-Papier, was f\u00fcr Investoren unattraktiv ist. Das Gebot lag stets unter dem B\u00f6rsenkurs der Commerzbank-Aktie, sodass es f\u00fcr Anleger lukrativer ist Commerzbank-Aktien \u00fcber die B\u00f6rse zu verkaufen. Und wenn sie bei Unicredit einsteigen wollten, w\u00e4re es vorteilhafter, Aktien der italienischen Bank ebenfalls an der B\u00f6rse zu kaufen. Bereits am Dienstag warf die Commerzbank der Unicredit vor \u201eihre Position in der Wahrnehmung des Marktes k\u00fcnstlich aufzubl\u00e4hen\u201c.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Die der Unicredit angedienten Aktien stammen laut einem \u201eHandelsblatt\u201c-Bericht nicht von institutionellen Investoren, sondern \u00fcberwiegend von Gesch\u00e4ftspartnern des Kreditinstituts wie der japanische Investmentbank Nomura.\u00a0Die\u00a0angedienten Aktien k\u00f6nnten daher \u201enicht als Beleg f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Unterst\u00fctzung der Aktion\u00e4rinnen und Aktion\u00e4re f\u00fcr das Angebot gewertet werden\u201c, hatte die Commerzbank bereits vergangene Woche erkl\u00e4rt. \u201eNach den uns vorliegenden Informationen konnte bislang keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Investors identifiziert werden, und die Summe s\u00e4mtlicher Annahmen durch Privatanleger entspricht einem Aktienanteil von lediglich rund 0,05 Prozent\u201c, zitiert die Zeitung am Mittwoch einen Commerzbank-Sprecher.<\/p>\n<p>Unterdessen erkl\u00e4rte Unicredit, die F\u00fchrung der Commerzbank k\u00f6nne ihren Aktion\u00e4ren eine Ablehnung des Unicredit-Angebots empfehlen. \u201eSie ist jedoch nicht berechtigt, die Integrit\u00e4t des Angebotsprozesses zu untergraben, indem sie unbegr\u00fcndete Vorw\u00fcrfe erhebt, laut denen die gesetzlichen Offenlegungen von Unicredit irref\u00fchrend oder k\u00fcnstlich aufgebl\u00e4ht sind\u201c, erkl\u00e4rte das italienische Geldhaus.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Der Streit um die \u00dcbernahme der Commerzbank erh\u00e4lt eine neue Wendung: H\u00e4lt die Unicredit weniger Aktien als sie 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