{"id":8765,"date":"2026-06-10T17:02:12","date_gmt":"2026-06-10T15:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/deutschland-nur-0-2-prozent-der-firmen-sorgen-fuer-echtes-wachstum-37518504-html-2\/"},"modified":"2026-06-10T17:02:12","modified_gmt":"2026-06-10T15:02:12","slug":"deutschland-nur-0-2-prozent-der-firmen-sorgen-fuer-echtes-wachstum-37518504-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/deutschland-nur-0-2-prozent-der-firmen-sorgen-fuer-echtes-wachstum-37518504-html-2\/","title":{"rendered":"McKinsey-Analyse: Nur 0,2 Prozent der Firmen bringen Deutschland wirklich nach vorne"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Nur 29 von 16.200 Firmen treiben fast die H\u00e4lfte des deutschen Produktivit\u00e4tswachstums. Eine Analyse zeigt, warum Mut wichtiger ist als Branche oder Gr\u00f6\u00dfe<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Gerade einmal 0,2 Prozent der deutschen Unternehmen sind f\u00fcr 47 Prozent des gesamten Produktivit\u00e4tswachstums in Deutschland verantwortlich. Das ergibt eine Analyse der Beratung McKinsey aus 16.200 Unternehmen \u2013 ein Querschnitt, der f\u00fcr gut ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts steht. Nur 29 untersuchte Unternehmen zogen die Volkswirtschaft nach vorne. Der Rest sorgte allenfalls f\u00fcr Stillstand oder bremste sie sogar.<\/p>\n<p>Welche 29 Unternehmen die Wachstumstreiber Deutschlands sind und aus welchen Branchen sie kommen, sagt McKinsey nicht. Nur so viel: Es sind Firmen, die mit Mut statt Z\u00f6gern agieren. Unternehmen, die Transformationsprozesse mutiger angingen, schnitten systematisch besser ab. Das decke sich mit dem Befund, dass das alte deutsche Gesch\u00e4ftsmodell \u2013 g\u00fcnstige Energie einkaufen, Prozesse optimieren und teure Spezialprodukte ins Ausland verkaufen \u2013 am Ende sei. Wer nur noch das Bestehende optimiere, gehe mit dem Standort Deutschland unter, der auf Optimierung und nicht auf Wachstum setze.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht steckt gleichwohl in derselben Nachricht: Wenn nur so wenige Unternehmen die deutsche Produktivit\u00e4t tragen, ist das Potenzial umso gr\u00f6\u00dfer. Und offenbar scheinen viele Unternehmenslenker das Problem erkannt zu haben. In einer Befragung von 80 CxOs gro\u00dfer und mittelgro\u00dfer Unternehmen im Fr\u00fchjahr 2026 gaben 65 Prozent an, akuten Handlungsbedarf f\u00fcr fundamentale, disruptive Ver\u00e4nderungen zu sehen \u2013 sofort oder innerhalb der n\u00e4chsten zwei Jahre. Doch ob aus der Erkenntnis auch die Konsequenz folgt, ist eine ganz andere Frage.<\/p>\n<h2>Probleme der Unternehmen<\/h2>\n<p>McKinsey sieht dabei vier zentrale Herausforderungen f\u00fcr die Firmen:\u00a0<\/p>\n<ol class=\"rte--list\">\n<li>De-Globalisierung: Konkurrierende Bl\u00f6cke, Z\u00f6lle und Handelskriege machen Lieferketten instabiler<\/li>\n<li>Verschiebung der Leitm\u00e4rkte: China wird vom Kunden zum ernsthaften Wettbewerber bei fr\u00fcheren deutschen Schl\u00fcsseltechnologien<\/li>\n<li>Kapital: Neue Wettbewerber entstehen innerhalb von Monaten, Bewertungen entkoppeln sich von klassischen Ertragskennzahlen. Dabei bleibt Kapital deutschen Mittelst\u00e4ndlern strukturell verwehrt<\/li>\n<li>K\u00fcnstliche Intelligenz: KI wird global betrachtet immer erwachsener, befindet sich aber in Deutschland noch zu h\u00e4ufig in Pilotprojekten<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dagegen setzt McKinsey ebenfalls vier L\u00f6sungen:<\/p>\n<ol class=\"rte--list\">\n<li>Portfolio radikal neu ausrichten: Deutsche Unternehmen erzielen heute nur sechs Prozent ihres Umsatzes in neuen Wachstumsfeldern. Davon definiert McKinsey insgesamt 18 \u2013 von KI-Infrastruktur \u00fcber Elektrifizierung bis Biotechnologie. Wer sich nicht von Gesch\u00e4ftsfeldern ohne strukturelle Zukunft trennt, verschwendet Ressourcen<\/li>\n<li>Innovationsgeschwindigkeit: Chinesische Automobilhersteller bringen neue Elektrofahrzeuge heute in 21 Monaten zur Marktreife \u2013 deutsche Hersteller brauchen daf\u00fcr 48 Monate. Das liegt vor allem an steifen Organisationen und schlechter Digitalisierung.<\/li>\n<li>Skalierung mit neuen Partnern: Bis zu einem Drittel des globalen Handels \u2013 rund 14 Billionen US-Dollar \u2013 k\u00f6nnte sich in den n\u00e4chsten zehn Jahren auf neue Routen verlagern. Gr\u00f6\u00dfte Profiteure d\u00fcrften China und Indien werden. Doch f\u00fcr Deutschland k\u00f6nnten gerade L\u00e4nder wie Vietnam, Mexiko und die T\u00fcrkei an Bedeutung gewinnen<\/li>\n<li>K\u00fcnstliche Intelligenz: Das Problem ist auch eine L\u00f6sung. Das Wertsch\u00f6pfungspotenzial durch KI wird f\u00fcr Deutschland bis 2030 auf 486 Mrd. US-Dollar gesch\u00e4tzt. Die Ironie: \u00dcber 70 Prozent der deutschen Gro\u00dfunternehmen nutzen KI bereits, aber nur sechs Prozent sch\u00f6pfen das Potenzial zu mehr als 50 Prozent aus. Rund 90 Prozent der Tests bleiben Tests, weil das Ergebnis nicht \u00fcberzeugen konnte oder weil das Personal schlecht geschult war.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Deutsche nutzen KI zu wenig<\/h2>\n<p>Gerade beim Thema KI werden die McKinsey-Autoren bei der Pr\u00e4sentation am Dienstag deutlich: Jeder investiere irgendwie in KI, aber nur wenige sehen den Wert. Jeder habe Zugang zur Technologie, aber kaum jemand generiere einen Wettbewerbsvorteil daraus. Das liege vor allem an einer Kompetenzl\u00fccke. In den USA nutzen fast acht von zehn Besch\u00e4ftigten KI regelm\u00e4\u00dfig bei der Arbeit \u2013 in Deutschland sind es vier von zehn. Gerade der menschliche Faktor k\u00f6nnte sich im globalen Rennen also zur deutschen Achillesferse entwickeln.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Nur 29 von 16.200 Firmen treiben fast die H\u00e4lfte des deutschen Produktivit\u00e4tswachstums. 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