{"id":9100,"date":"2026-06-11T17:03:19","date_gmt":"2026-06-11T15:03:19","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/operation-militarisierung-welche-risiken-birgt-der-anstieg-der-militaerausgaben-in-europa\/"},"modified":"2026-06-11T17:03:19","modified_gmt":"2026-06-11T15:03:19","slug":"operation-militarisierung-welche-risiken-birgt-der-anstieg-der-militaerausgaben-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/operation-militarisierung-welche-risiken-birgt-der-anstieg-der-militaerausgaben-in-europa\/","title":{"rendered":"Operation &#8222;Militarisierung&#8220;: Welche Risiken birgt der Anstieg der Milit\u00e4rausgaben in Europa?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Alexei Latyschew<\/em><\/p>\n<p>Der deutsche Konzern Mercedes-Benz beabsichtigt, sich an der Produktion von Luftabwehrsystemen zu beteiligen, berichtet die Zeitung <em>Financial Times<\/em>. Nach Angaben des Blattes wolle der Automobilhersteller eine Vereinbarung mit dem M\u00fcnchner Unternehmen TYTAN Technologies schlie\u00dfen, in deren Rahmen sie das System &#8222;Drone Defender&#8220; zur Bek\u00e4mpfung kleiner Drohnen herstellen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das System soll auf dem Fahrgestell des Mercedes Sprinter und der milit\u00e4rischen Version des Gel\u00e4ndewagens G-Klasse basieren. Der &#8222;Drone Defender&#8220; soll mit Sensoren und Abschussvorrichtungen f\u00fcr verschiedene Arten von Abfangdrohnen ausgestattet werden, die Drohnen sowohl durch Rammangriffe als auch durch die Detonation von Sprengk\u00f6pfen bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Die <em>Financial Times <\/em>schreibt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Unternehmen planen die Entwicklung eines Systems, das deutlich kosteng\u00fcnstiger und zug\u00e4nglicher sein wird als komplexe Plattformen, die f\u00fcr den Einsatz an der Front vorgesehen sind &#8230; Das Ziel ist es, eine Produktionskapazit\u00e4t von Tausenden von Einheiten pro Jahr zu erreichen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Bereits im Mai hatte Mercedes-Benz mitgeteilt, dass das Unternehmen m\u00f6glicherweise in die R\u00fcstungsproduktion einsteigen werde, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Der Vorstandsvorsitzende des Automobilherstellers, Ola K\u00e4llenius, erkl\u00e4rte damals, dass der R\u00fcstungsbereich im Vergleich zur Automobilproduktion nur einen &#8222;unbedeutenden Anteil&#8220; des Gesch\u00e4fts ausmachen werde, f\u00fcgte jedoch hinzu, dass dies eine &#8222;wachsende Nische&#8220; sein k\u00f6nnte, die zu den Gesch\u00e4ftsergebnissen beitragen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;Hoffnungen auf die R\u00fcstungsindustrie&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Wie die <em>Financial Times<\/em> anmerkt, findet die Vorbereitung der Vereinbarung mit TYTAN Technologies vor dem Hintergrund von Schwierigkeiten bei Mercedes-Benz und der gesamten deutschen Automobilindustrie statt. Deutsche Hersteller sehen sich aufgrund der Konkurrenz aus China mit sinkenden Gewinnen konfrontiert. Unter diesen Umst\u00e4nden versucht Berlin, die Industrie dazu zu bewegen, Produktionskapazit\u00e4ten und Erfahrungen im Bereich der Massenproduktion mit R\u00fcstungsunternehmen zu teilen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>So f\u00fchrte Mercedes beispielsweise bereits Verhandlungen \u00fcber eine m\u00f6gliche \u00dcbertragung seines Werks zur Herstellung von Transportern in Ludwigsfelde an den deutsch-franz\u00f6sischen Panzerhersteller KNDS.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz berichtete die <em>Financial Times<\/em> zudem, dass Volkswagen mit dem israelischen Raketenhersteller Rafael \u00fcber die M\u00f6glichkeit der Produktion von Abschussvorrichtungen f\u00fcr das &#8222;Iron Dome&#8220;-System im Volkswagen-Werk in Osnabr\u00fcck verhandele.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus stellte das Werk im niederl\u00e4ndischen Limburg, in dem zuvor BMW-Fahrzeuge produziert wurden, im vergangenen Jahr auf die Herstellung von Drohnen und Milit\u00e4rfahrzeugen um. Grund f\u00fcr diese Entscheidung war die K\u00fcndigung des Vertrags zur Fahrzeugproduktion durch BMW im Jahr 2024, was zum Verlust von 4.000 Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Wie <em>Der Spiegel<\/em> in einem englischsprachigen Artikel mit dem Titel &#8222;Milliarden f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte: Die deutsche Wirtschaft setzt Hoffnungen auf die R\u00fcstungsindustrie&#8220; feststellt, erwies sich die Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben in Deutschland als Segen f\u00fcr den &#8222;im Niedergang begriffenen Industriesektor&#8220;. Viele Unternehmen (selbst solche, die zuvor keine Erfahrung im milit\u00e4rischen Bereich hatten) w\u00fcrden nun hoffen, an diesem Prozess teilhaben zu k\u00f6nnen, schreibt das Magazin.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Milit\u00e4rausgaben steigen exponentiell&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Militarisierung der Wirtschaft in Deutschland geht mit einem Anstieg der Haushaltsausgaben f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke einher. Nach vorl\u00e4ufigen Angaben werden die gesamten Verteidigungsausgaben im Jahr 2026 einen Rekordwert von 108 Milliarden Euro erreichen und 4 Prozent des BIP \u00fcbersteigen. Die Erh\u00f6hung der Ausgaben erfolgt unter anderem durch eine Lockerung der &#8222;Schuldenbremse&#8220;. Insbesondere wird das vom ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz eingerichtete\u00a0Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr die Bundeswehr im Jahr 2026 durch Kreditaufnahmen in H\u00f6he von 25,5 Milliarden Euro aufgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg die Staatsverschuldung Deutschlands im Jahr 2025 um 144 Milliarden Euro und \u00fcberschritt 2,8 Billionen Euro. Gemessen am BIP stieg sie von 62,2 Prozent auf 63,5 Prozent.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund solcher Investitionen in den R\u00fcstungssektor k\u00fcndigte Berlin an, bis 2039 die &#8222;st\u00e4rkste konventionelle Armee Europas&#8220; aufbauen zu wollen. Gleichzeitig sch\u00fcren die Spitzenpolitiker Deutschlands im Land Hysterie, indem sie von einem angeblich bald\u00a0anstehenden Krieg mit Russland sprechen.<\/p>\n<p>Doch die Militarisierung findet nicht nur in Deutschland statt, sondern in der gesamten Europ\u00e4ischen Union. Derzeit setzt die EU ein gro\u00df angelegtes Programm zur Mobilisierung der R\u00fcstungsindustrie um. Die Bem\u00fchungen Br\u00fcssels zielen insbesondere darauf ab, die Erteilung von Genehmigungen f\u00fcr den Export von R\u00fcstungsg\u00fctern zwischen den L\u00e4ndern der Union zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Zudem sollen die Beschaffungsverfahren im Bereich Sicherheit und Verteidigung vereinfacht werden. All dies soll dazu beitragen, im Rahmen der Initiative &#8222;ReArm Europe Plan \/ Readiness 2030&#8220; in den n\u00e4chsten vier Jahren bis zu 800 Milliarden Euro in die Verteidigung zu investieren. Hierf\u00fcr werden unter anderem auch Mittel aus den zivilen Fonds der Europ\u00e4ischen Union eingesetzt.<\/p>\n<p>Analysten sch\u00e4tzen, dass ein derart massiver Anstieg der Milit\u00e4rausgaben in der EU den Lebensstandard der EU-B\u00fcrger beeintr\u00e4chtigen werde. Konstantin Blochin, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums f\u00fcr Sicherheitsstudien der Russischen Akademie der Wissenschaften, erkl\u00e4rt im Gespr\u00e4ch mit <em>RT:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Das ist unvermeidlich, denn das Geld, das derzeit in den Milit\u00e4rbereich flie\u00dft, stammt aus den Taschen der europ\u00e4ischen Steuerzahler, aus dem Sozialbereich. Es gibt keinen anderen Weg.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es Alexander Kamkin, Dozent an der Finanzuniversit\u00e4t der Regierung der Russischen F\u00f6deration. Seinen Angaben zufolge sei in Deutschland bereits ein R\u00fcckgang der Einkommen der Bev\u00f6lkerung zu beobachten, w\u00e4hrend die Verteidigungsausgaben weiter stiegen. Er meint:<\/p>\n<p><em>&#8222;In Deutschland sind die Einkommen der Haushalte zwischen 2020 und 2025 aufgrund steigender Preise um durchschnittlich etwa 20 Prozent gesunken. Die Realeinkommen der Bev\u00f6lkerung sinken, w\u00e4hrend die Milit\u00e4rausgaben exponentiell steigen &#8230; All dies lastet schwer auf den B\u00fcrgern. Derzeit finden in der deutschen Regierungskoalition schwierige Diskussionen \u00fcber Sozialreformen statt, darunter \u00fcber die Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre und die K\u00fcrzung der staatlichen Rentenfinanzierung. Dies wird dazu f\u00fchren, dass die heutige Generation der berufst\u00e4tigen Deutschen deutlich geringere Renten erhalten wird als ihre Eltern.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wie die <em>Bild<\/em> bereits berichtete, habe das Haushaltsdefizit deutscher St\u00e4dte dazu gef\u00fchrt, dass fast jede Gemeinde am Rande des Bankrotts steht und die Beh\u00f6rden sich darauf vorbereiten, die Sozialausgaben weiter zu k\u00fcrzen.<\/p>\n<p>30 Milliarden Euro w\u00fcrden nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken, schrieb die Zeitung.<\/p>\n<p>Laut dem Portal <em>EUobserver<\/em> schlugen einige EU-L\u00e4nder bereits 2024 vor, dass Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften aktiv in den Verteidigungssektor investieren sollten. Diese Idee wurde von mehreren L\u00e4ndern unterst\u00fctzt, darunter Deutschland und die Niederlande.<\/p>\n<p>Experten zufolge investieren staatliche Rentenfonds in Deutschland in Aktien von R\u00fcstungsunternehmen, die bankrott gehen k\u00f6nnten, sollte kein bewaffneter Konflikt mit Russland ausbrechen. Das hei\u00dft, die garantierte Rente wird von der deutschen Regierung an einen k\u00fcnftigen Krieg gekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Zuvor hatte der ehemalige Abgeordnete der Werchowna Rada, Spiridon Kilinkarow, in der Sendung &#8222;Abend mit Wladimir Solowjow&#8220;\u00a0bei dem Fernsehsender <em>Rossija 1<\/em> die Ansicht ge\u00e4u\u00dfert, dass die deutsche Regierung Mittel aus Pensionsfonds in Aktien von R\u00fcstungsunternehmen investiert habe, in der Erwartung, dass diese in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahren an Wert gewinnen w\u00fcrden. Nach Ansicht von Kilinkarow k\u00f6nnte das Ende f\u00fcr diese Unternehmen nach der Umsetzung des Friedensplans f\u00fcr die Ukraine jedoch traurig ausfallen: Ihre Aktien w\u00fcrden fallen, was zu Verlusten f\u00fcr die Rentenfonds f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;Sie proben ein Aggressionsszenario&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Experten kritisierten im Gespr\u00e4ch mit <em>RT<\/em> zudem die Idee, die Wirtschaft mithilfe von R\u00fcstungsauftr\u00e4gen aus der Krise zu f\u00fchren, wor\u00fcber zuvor das Magazin <em>Der Spiegel<\/em> berichtet hatte. Alexander Kamkin behauptet:<\/p>\n<p><em>&#8222;Wenn man zivile Produkte herstellt, werden diese exportiert und tragen zur Wertsch\u00f6pfung im Inland bei. Handelt es sich hingegen um milit\u00e4rische G\u00fcter, gibt es zwei M\u00f6glichkeiten. Die erste ist der Verkauf. Doch eine solche Menge an Milit\u00e4rtechnik wird die EU kaum verkaufen k\u00f6nnen, da die US-Amerikaner in diesem Bereich das Sagen haben. Folglich wird die Technik entweder an das Kiewer Regime \u00fcbergeben oder in Lagern eingemottet. All dies bedeutet eine direkte Belastung f\u00fcr den Haushalt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Der Politologe und Experte f\u00fcr internationale Politik Wladimir Olentschenko merkt seinerseits an, dass der Anstieg der Verteidigungsausgaben in der EU die milit\u00e4rischen Risiken in der Region erh\u00f6he. Er sagt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Eine solche Politik kann zu einem gewissen BIP-Wachstum f\u00fchren. Letztendlich k\u00f6nnte dies jedoch zum Ausl\u00f6ser eines europ\u00e4ischen Krieges werden. Denn wie man wei\u00df: Wenn im ersten Akt ein Gewehr an der Wand h\u00e4ngt, muss es im letzten Akt unbedingt einen Schuss abgeben. Wenn die EU auf den Ausbau des R\u00fcstungskomplexes setzt, m\u00fcssen die neuen Waffen irgendwo untergebracht werden. Wie werden sie eingesetzt werden? Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius sagt bereits ganz klar, dass mit einem &#8218;Angriff Russlands&#8216; zu rechnen sei. Dieses Thema wird auch in anderen EU-L\u00e4ndern aufgegriffen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Alexander Kamkin betont, dass die These von einem angeblich bevorstehenden Angriff seitens Russlands Propaganda sei und keiner Kritik standhalte. Er betont:<\/p>\n<p><em>&#8222;Unsere F\u00fchrung hat wiederholt erkl\u00e4rt, dass wir keinerlei territoriale Anspr\u00fcche an die L\u00e4nder Westeuropas stellen. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass die Milit\u00e4r\u00fcbungen der NATO-Staaten\u00a0ebendieses Szenario einer Aggression gegen Russland durchspielen. Die Verteidigungsstrategie der NATO ist derzeit auf eine milit\u00e4rische Konfrontation mit unserem Land, auf eine Aggression gegen unser Land ausgerichtet.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Konstantin Blochin ist \u00fcberzeugt, dass die westlichen Eliten selbst nicht an ihre Propaganda \u00fcber einen Angriff Russlands auf die NATO glaubten. Er meint:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Gedanke an einen Krieg mit Russland wird der einfachen Bev\u00f6lkerung aufgezwungen, aber die Eliten glauben nicht daran. Sie nutzen diese These nur, um den Einsatz von Steuergeldern f\u00fcr die Militarisierung ihrer L\u00e4nder zu rechtfertigen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/russian.rt.com\/world\/article\/1642758-es-frg-militarizaciya\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/282655-polen-schliesst-lieferungen-safe-finanzierter-waffen-an-die-ukraine-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Polen schlie\u00dft Lieferungen SAFE-finanzierter Waffen an die Ukraine aus <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78w8dq\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Alexei Latyschew Der deutsche Konzern Mercedes-Benz beabsichtigt, sich an der Produktion von Luftabwehrsystemen zu beteiligen, berichtet die Zeitung Financial Times. 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