{"id":9164,"date":"2026-06-11T20:10:41","date_gmt":"2026-06-11T18:10:41","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/berlin-dunkle-wolken-ueber-russischer-kultur-und-sowjetehrenmalen\/"},"modified":"2026-06-11T20:10:41","modified_gmt":"2026-06-11T18:10:41","slug":"berlin-dunkle-wolken-ueber-russischer-kultur-und-sowjetehrenmalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/berlin-dunkle-wolken-ueber-russischer-kultur-und-sowjetehrenmalen\/","title":{"rendered":"Berlin: Dunkle Wolken \u00fcber russischer Kultur und Sowjetehrenmalen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wladislaw Sankin und Astrid Sigena<\/em>\u00a0<\/p>\n<p>Das Russische Haus an der Friedrichstra\u00dfe hat in den letzten Monaten ein prall gef\u00fclltes Kulturprogramm aufgewiesen. \u00dcber dessen Highlights erfahren wir durch kreative und sympathische Social-Media-Videos mit Mitarbeitern des Hauses als Protagonisten. Das Russische Haus erscheint darin als lebendiger Ort, der fast t\u00e4glich interessante Veranstaltungen bietet, die man einfach nicht verpassen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ihre Anzahl und Qualit\u00e4t bringt den geschichtstr\u00e4chtigen Kultur-und Bildungsstandort auf das Niveau des letzten Jahres vor der Corona-Pandemie, hei\u00dft es aus der Leitung. Es war der bisherige H\u00f6hepunkt in den Aktivit\u00e4ten des Hauses seit den neunziger Jahren. Fast jedenfalls, weil die Einreise f\u00fcr K\u00fcnstler aus Russland seit 2022 extrem erschwert wird. Durch diesen Umstand r\u00fcckt die russischsprachige Kultur-Community in Deutschland und in der EU um so mehr zusammen und sorgt selbst\u00a0f\u00fcr das ausgefeilte Kulturprogramm. Hinzu kommt ein traditioneller Schwerpunkt in Film und Bildender Kunst.<\/p>\n<p>Was auch ganz neu ist: Durch den kreativen Social-Media-Auftritt bekommen das Russische Haus und sein Team neuen Charme. Es\u00a0wird als ein Ort der Begegnung und der sch\u00f6nen \u00dcberraschungen pr\u00e4sentiert und wahrgenommen. Was f\u00fcr die Abonnenten und Fans der Einrichtung oft unbemerkt bleibt: Das derzeitige Aufbl\u00fchen des Russischen Hauses findet im Zustand der Belagerung statt. Fast t\u00e4glich werden die Besucher des Hauses von einer Gruppe fanatisierter pro-ukrainischer Deutscher auf unterschiedliche Weise bedr\u00e4ngt. Hinzu kommen Medienkampagnen und der politische Druck zur Schlie\u00dfung des Hauses, der in den letzten Wochen deutlich zunahm.<\/p>\n<p>Ein Versuch, die Kr\u00e4fte zu diesem Zweck zu b\u00fcndeln unternahmen vor wenigen Wochen die Gr\u00fcnen und ihre ukrainischen Partner auf einer Veranstaltung im polnischen Pilecki-Institut. Dass dabei ungehemmt gegen Russland und dessen Kultur gehetzt werden durfte, zeigte das Bild auf dem Flyer: Ein Hammer schl\u00e4gt auf eine Matrjoschka ein und zerschl\u00e4gt sie.<\/p>\n<p>Auch die Zukunft der Berliner Sowjetischen Ehrenmale ist nun ungewisser denn je. Sowohl in den Bezirken als auch im Abgeordnetenhaus liegen Initiativen vor, die eine Kontextualisierung und Umgestaltung der Ehrenmale fordern. Dazu kommen die schon erw\u00e4hnten Pl\u00e4ne der Berliner Gr\u00fcnen, das Russische Haus zu schlie\u00dfen oder \u2013 wenn das nicht geschehen kann \u2013 den Betrieb des Hauses so schwierig wie m\u00f6glich zu gestalten. Die antirussische Gro\u00dfoffensive im &#8222;Hinterland&#8220; l\u00e4uft parallel \u2013 was f\u00fcr ein Zufall! \u2013 zum <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/277681-diehl-defence-vorne-mit-dabei-deutschen-unternehmen-schlie%C3%9Ft-ukraine-ruestungsallianz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">deutschen Einstieg<\/a> in den Drohnenkrieg gegen Russland.<\/p>\n<p>Es muss <a href=\"https:\/\/x.com\/Bueronymus\/status\/2050130458508132640\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zu Protokoll<\/a>\u00a0genommen werden: Im Pilecki-Institut waren auf dem Podium anwesend \u2013 Bettina Jarasch, die Vorsitzende der Gr\u00fcnen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Kateryna Rietz-Rakul, die Direktorin des Ukrainischen Instituts in Deutschland, der Rechtsanwalt Patrick Heinemann sowie Stephan Bischoff, der wissenschaftliche Mitarbeiter des Gr\u00fcnen-Bundestagsabgeordneten Robin Wagener. Letzterer ist ein vehementer Unterst\u00fctzer der Ukraine und <a href=\"https:\/\/x.com\/robinwagener\/status\/2057731587630932082\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">tritt<\/a> schon auch mal im traditionellen Wyschywanka-Hemd im Bundestag auf. Der Titel der Veranstaltung: &#8222;Russisches Haus: Wie k\u00f6nnen die EU-Sanktionen umgesetzt werden?&#8220;<\/p>\n<p>Berichten von Zuh\u00f6rern zufolge wollen die Gr\u00fcnen und ihre Mitstreiter \u00fcber die Sanktionsschiene die Arbeit des Russischen Hauses unm\u00f6glich machen. Denn nach Auffassung der Redner d\u00fcrfe das Russische Haus nicht wirtschaftlich aktiv sein; schon wer sich eine Eintrittskarte f\u00fcr eine Veranstaltung dort kaufe, versto\u00dfe gegen die EU-Sanktionen, hie\u00df es bei der Veranstaltung.<\/p>\n<p>Auch &#8222;kreative&#8220; Ma\u00dfnahmen seien denkbar, etwa eine \u00dcberpr\u00fcfung des Brandschutzes mit anschlie\u00dfender m\u00f6glicher Schlie\u00dfung des Geb\u00e4udes. Da die Baugenehmigung aus den 80er Jahren nicht mehr auffindbar sei, k\u00f6nnte das Russische Haus als Schwarzbau eingestuft werden. Ebenso k\u00f6nnte man den Datenschutz als Mittel gegen das so verhasste russische Kulturinstitut heranziehen: Immerhin hat das Russische Haus Videokameras an seinen Eing\u00e4ngen installiert, um sich vor Vandalismus zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch der Stromverbrauch des Russischen Hauses soll \u00fcberpr\u00fcft werden, um R\u00fcckschl\u00fcsse auf die T\u00e4tigkeiten der Institution ziehen zu k\u00f6nnen. Und auch die Anwohner des Russischen Hauses will man bei dessen Bek\u00e4mpfung heranziehen: W\u00e4re doch gelacht, wenn man diese nicht zu einem Protest gegen die anr\u00fcchige Nachbarschaft animieren k\u00f6nnte!<\/p>\n<p>All das sehen die Arbeitsgemeinschaft Ukraine und die Landesarbeitsgemeinschaft Europa der Gr\u00fcnen und ihre Verb\u00fcndeten als Ansatzpunkte, sollte eine direkte Schlie\u00dfung des Russischen Hauses nicht m\u00f6glich sein. Auch diese wird immer wieder gefordert. B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen haben ihren W\u00e4hlern versprochen, das Thema bei den Koalitionsverhandlungen nach der Abgeordnetenhauswahl auf die Tagesordnung zu setzen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr ist man auch bereit, die Goethe-Institute in Russland zu opfern, die nach einer Schlie\u00dfung des Russischen Hauses wahrscheinlich einer russischen Gegenma\u00dfnahme zum Opfer fallen w\u00fcrden. Ohnehin war Gr\u00fcnen-Mitarbeiter Bischoff der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1199657.kulturszentrum-in-berlin-gruene-wollen-russisches-haus-in-der-hauptstadt-dichtmachen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ansicht<\/a>, die Arbeit der Goethe-Institute in Russland b\u00f6te keinen Mehrwert f\u00fcr die sogenannte russische Zivilgesellschaft. Abgesehen von den Deutschkursen k\u00e4men da ohnehin nur esoterisch gepr\u00e4gte Vortr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Nicht unerw\u00e4hnt bleiben soll, dass an diesem Abend das Ansinnen der Gr\u00fcnen Widerspruch erregte, etwa vom BSW-Abgeordneten <a href=\"https:\/\/www.alexander-king.de\/presse\/gruene-wollen-russisches-haus-in-berlin-schliessen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alexander King<\/a>. Allerdings d\u00fcrfte das die Gr\u00fcnen in ihrem Furor gegen alles Russische kaum bremsen. Es gab auch andere kritische Stimmen zum Vorhaben aus den Reihen des Publikums, die die Veranstalter sichtlich nerv\u00f6s machten und zu unh\u00f6flichen Ausf\u00e4llen gegen\u00fcber den Fragestellern veranlassten. Man kann sagen:\u00a0Es gibt Widerstand\u00a0gegen den unb\u00e4ndigen Hass, und den haben die Podiumsteilnehmer und deren Unterst\u00fctzer aus den Publikumsreihen deutlich zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Auch in Sachen Geschichtsrevisionismus ist die angebliche \u00d6ko-Partei au\u00dferordentlich aktiv, und diese Aktivit\u00e4t hat wiederum mit den Wahlen im September zu tun. Hier lohnt sich ein Blick in den Kalender. Der Antrag der Gr\u00fcnen gegen die vier in Berlin gelegenen Ehrenmale liegt bekanntlich derzeit dem Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vor. Er war bei der Plenarsitzung am 21. Mai dorthin \u00fcberwiesen worden. Bisher ist im <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Ausschuesse\/19-ausschuss-fur-kultur-engagement-und-demokratieforderung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kulturausschuss<\/a> nichts weiter diesbez\u00fcglich geschehen.<\/p>\n<p>Bei der Sitzung am 8. Juni standen die Ehrenmale nicht auf der Tagesordnung. Ebenso wenig kommen sie in der Einladung der Sitzung zum 22. Juni vor. Und dann wird es knapp bis zur Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September. Eine letzte Kulturausschusssitzung vor der Wahl findet nur noch am 31. August statt (es liegt noch keine Tagesordnung vor). Eigentlich zu sp\u00e4t f\u00fcr die letzte <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/termine\/detail\/5121\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Plenarsitzung<\/a> am 10. September.<\/p>\n<p>Es ist nicht ausgeschlossen, dass man noch kurz vor der Wahl die Entscheidung zu den Ehrenmalen durchziehen m\u00f6chte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass man das Thema bis nach den Wahlen verschleppen m\u00f6chte. Denn dass der geplante sch\u00e4bige Umgang mit den Ehrenmalen zum Wahlkampfthema wird, k\u00f6nnen sich gerade die Linken nicht w\u00fcnschen, gerieren sie sich doch als Antifaschisten par excellence. Schon jetzt sieht man die Berliner Linken-Politikerin Anne Helm im Interview mit der <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/524035.geschichtspolitik-sollte-diese-perspektive-zur-geltung-kommen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>jungen Welt<\/em><\/a> am Zur\u00fcckrudern, nachdem die <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus6a171df879c1a3c47cfa65ad\/weltkriegsgedenken-in-berlin-rot-gruener-plan-gegen-prorussische-geschichtsklitterung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Welt am Sonntag<\/em><\/a> von einer Zustimmung der Linksfraktion zu dem Gr\u00fcnen-Antrag berichtet hatte. Angeblich habe das Springer-Medium da was missverstanden, behauptet Helm.<\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich, dass die Themen &#8222;Ehrenmale&#8220; und &#8222;Russisches Haus&#8220; dann bei den Koalitionsverhandlungen aufs Tapet kommen. Betrachtet man die Wahlumfragen, ist eine Regierungsbeteiligung der Gr\u00fcnen, sei es als st\u00e4rkste Partei, sei es als Koalitionspartner, durchaus im Bereich des M\u00f6glichen. Je nachdem, wie die Wahl ausgeht, h\u00e4tte Berlin dann eine Dreierkoalition aus CDU, Gr\u00fcnen und SPD. Diese Parteien werden sich dann \u00fcber die Zukunft des Russischen Hauses und der Ehrenmale einig werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und eine solche Einigung d\u00fcrfte am ehesten bei den Ehrenmalen zu bewerkstelligen sein. Denn die SPD hat ebenfalls einen Antrag bez\u00fcglich einer Umgestaltung des Treptower Ehrenmals im Berliner Abgeordnetenhaus gestellt. Im Bezirk Treptow-K\u00f6penick haben die Sozialdemokraten gleichfalls einen entsprechenden <a href=\"https:\/\/spd-fraktion-treptow-koepenick.de\/sowjetisches-ehrenmal-im-treptower-park-neu-denken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Antrag<\/a> vorgelegt.<\/p>\n<p>Und bei der Berliner CDU sind schon seit den Zeiten des Kalten Krieges Vorst\u00f6\u00dfe gegen die Sowjetischen Ehrenmale Tradition. Zuletzt hatte im Jahr 2022 die CDU-Abgeordnete Stefanie Bung die Entfernung von Panzern und Gesch\u00fctzen am Ehrenmal in Tiergarten gefordert, konnte sich allerdings selbst in ihrer eigenen Fraktion nicht durchsetzen. Zu gro\u00df war damals noch die Scheu vor einer Verletzung des Zwei-plus-Vier-Vertrags.<\/p>\n<p>Diesmal sieht die Lage anders aus: Medienberichten zufolge ist die CDU-Fraktion einer Kontextualisierung der Ehrenmale gegen\u00fcber durchaus aufgeschlossen. Und auch, dass der Berliner Landeskonservator Christoph Rauhut k\u00fcnstlerischen Interventionen an den Monumenten <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/279298-berliner-denkmalamt-gibt-sowjetehrenmal-fuer-schaendung-durch-kuenstler-frei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">das Wort redet<\/a>, d\u00fcrfte nicht ohne den Segen der Senatsverwaltung und des Regierenden B\u00fcrgermeisters Kai Wegner geschehen sein.<\/p>\n<p>Eine Einigung bez\u00fcglich des Russischen Hauses k\u00f6nnte schwieriger ausfallen. Denn f\u00fcr eine Schlie\u00dfung dieser russischen Kulturinstitution agitieren bisher als Partei nur die Gr\u00fcnen. Aus den anderen Parteien kommen zwar auch radikale, aber bislang nur vereinzelte Stimmen, wie die des CDU-Mannes Roderich Kiesewetter.<\/p>\n<p>Die Frage wird also sein, ob CDU und SPD \u2013 und im Hintergrund letztlich Bundeskanzler Merz \u2013 bereit sein werden, die Opferung der Goethe-Institute in Russland in Kauf zu nehmen oder ob sie diese noch als zu n\u00fctzlich empfinden, um eine Schlie\u00dfung zu riskieren. Aus welchen Gr\u00fcnden auch immer. Den Wunsch nach V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung kann man bei dieser russlandfeindlichen Bundesregierung getrost ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie <em>RT DE<\/em> schon fr\u00fcher <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/275061-geheimtagung-im-museum-karlshorst-erklaert-sowjetische-siegesehrung-zum-fremden-gedenken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtete<\/a>, ist die sogenannte Kontextualisierung der Ehrenmale, ob durch zus\u00e4tzliche Tafeln oder QR-Codes, nur ein schlecht getarnter Versuch, sie hinter einer wohlklingenden Ma\u00dfnahme durch sachfremde und politisch voreingenommene Informationen ihres urspr\u00fcnglichen Zweckes zu berauben. Die Russische Botschaft hat diesbez\u00fcglich bereits vehement <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/282517-sowjetische-ehrenmale-russische-botschaft-reagiert-auf-umgestaltungsplaene\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">protestiert<\/a> und warnte die Deutschen vor einer Verletzung des Zwei-plus-Vier-Vertrages.<\/p>\n<p>Aber es bleibt auch eine andere Ebene. Die Ehrenmale sind nicht zuletzt wegen ihres Parkcharakters und ihrer erhabenen k\u00fcnstlerischen Ausstrahlung beliebte Orte der Ruhe und seelischen Erholung. Von den meisten Berlinern und vielen G\u00e4sten der Stadt werden sie au\u00dferordentlich positiv wahrgenommen. Die postsowjetische Community betrachtet sie in ihrer Mehrheit gar als eine Art Heiligtum. Dessen sind sich die antirussischen Bilderst\u00fcrmer durchaus bewusst.<\/p>\n<p>Ein <em>DW<\/em>&#8211;<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dt5qDdCYO8k\">Beitrag<\/a> in russischer Sprache gibt Aufschluss\u00a0\u00fcber\u00a0deren Denkweise. Da unternimmt der SPD-Antragsteller Alexander Freier-Winterwerb eine Ortsbegehung im Treptower Park und sagt, dass man den Feierlichkeiten hier\u00a0zum 8. und 9. Mai &#8222;etwas entgegensetzen&#8220; m\u00fcsse und f\u00fcgt hinzu \u2013 &#8222;wenn die Leute das m\u00f6chten&#8220;. So sicher ist er also nicht, dass sein Anliegen au\u00dferhalb einer professionell organisierten und gro\u00dfm\u00e4uligen antirussischen Blase auf eine breite Unterst\u00fctzung sto\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Der junge <em>DW<\/em>-Korrespondent merkt hierzu an: Jegliche \u00c4nderungen am Ehrenmal k\u00f6nnten entsprechende Reaktion vonseiten der &#8222;Pro-Kreml-Aktivisten&#8220; ausl\u00f6sen. Die von ihm anschlie\u00dfend befragte Memorial-Gr\u00fcnderin Irina Scherbakowa schl\u00e4gt vor, diesen Stimmen keine Beachtung zu schenken. Nat\u00fcrlich sei &#8222;das Geheul der sowjetischen Propagandisten&#8220; zu erwarten. &#8222;Davon k\u00f6nnen wir ausgehen. Diese m\u00fcssen wir aber nicht beachten, das ist ganz klar.&#8220; \u00dcber das Denkmal redet sie mit der K\u00e4lte einer Gerichtsmedizinerin vor einem Leichnam\u00a0auf dem Seziertisch. Wir h\u00e4tten es mit einer &#8222;monumentalen stalinistischen Propaganda&#8220; zu tun, doch sie &#8222;komplett zu zerst\u00f6ren, scheint im Moment unm\u00f6glich zu sein&#8220;. Das &#8222;Zerst\u00f6ren&#8220; betrachtet sie also offenbar als w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>So will eine laute, gut vernetzte, medial bestens ausgestattete, aber zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberschaubare Gruppe von Geschichtsrevisionisten Berlinern, aber auch Deutschen in Ost und West, Russland, Europa und der Welt auf eine undemokratische Weise (&#8222;kritische Stimmen sind uns egal&#8220;) weitreichende Beschl\u00fcsse ins Berliner Abgeordnetenhaus schmuggeln\u00a0und der Umwidmung der Ehrenmale T\u00fcr und Tor \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Zusammen mit dem Versuch, auch noch das Russische Haus zu schlie\u00dfen, bedeutet das nichts anderes als eine Kriegserkl\u00e4rung an Russland in einem Kulturkampf. Diese Versuche sehen nach Aufr\u00e4umungsarbeiten in Hinterland aus, im Zuge der geistigen Vorbereitung auf die kinetische Phase des Konflikts. Mit Massenmobilisierung, Truppenverlegungen, Bombenalarmen, Toten, Verletzten und all dem, wovor die von ihnen verhassten Ehrenmale so eindringlich warnen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/275061-geheimtagung-im-museum-karlshorst-erklaert-sowjetische-siegesehrung-zum-fremden-gedenken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Geheimtagung im Museum-Karlshorst erkl\u00e4rt sowjetische Siegesehrung zum &#8222;fremden Gedenken&#8220;<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v77fhhu\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wladislaw Sankin und Astrid Sigena\u00a0 Das Russische Haus an der Friedrichstra\u00dfe hat in den letzten Monaten ein prall gef\u00fclltes Kulturprogramm aufgewiesen. \u00dcber dessen Highlights erfahren wir durch kreative und sympathische Social-Media-Videos mit Mitarbeitern des Hauses als Protagonisten. 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