{"id":9258,"date":"2026-06-12T12:02:39","date_gmt":"2026-06-12T10:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/bruessel-jagt-russische-tanker-von-rainer-rupp\/"},"modified":"2026-06-12T12:02:39","modified_gmt":"2026-06-12T10:02:39","slug":"bruessel-jagt-russische-tanker-von-rainer-rupp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/bruessel-jagt-russische-tanker-von-rainer-rupp\/","title":{"rendered":"Br\u00fcssel jagt russische Tanker | Von Rainer Rupp"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"apolut_20260612_TD_Freitag\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/mkFgr5QU5NbeG1PvZNehVW\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\">\n<div class=\"kg-audio-thumbnail placeholder kg-audio-hide\"><svg width=\"24\" height=\"24\" fill=\"none\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M7.5 15.33a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0ZM15 13.83a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M14.486 6.81A2.25 2.25 0 0 1 17.25 9v5.579a.75.75 0 0 1-1.5 0v-5.58a.75.75 0 0 0-.932-.727.755.755 0 0 1-.059.013l-4.465.744a.75.75 0 0 0-.544.72v6.33a.75.75 0 0 1-1.5 0v-6.33a2.25 2.25 0 0 1 1.763-2.194l4.473-.746Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M3 1.5a.75.75 0 0 0-.75.75v19.5a.75.75 0 0 0 .75.75h18a.75.75 0 0 0 .75-.75V5.133a.75.75 0 0 0-.225-.535l-.002-.002-3-2.883A.75.75 0 0 0 18 1.5H3ZM1.409.659A2.25 2.25 0 0 1 3 0h15a2.25 2.25 0 0 1 1.568.637l.003.002 3 2.883a2.25 2.25 0 0 1 .679 1.61V21.75A2.25 2.25 0 0 1 21 24H3a2.25 2.25 0 0 1-2.25-2.25V2.25c0-.597.237-1.169.659-1.591Z\"><\/path><\/svg><\/div>\n<div class=\"kg-audio-player-container\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/06\/tagesdosis-20260612-apolut.mp3\" preload=\"metadata\"><\/audio><\/p>\n<div class=\"kg-audio-title\">Tagesdosis 20260612 apolut<\/div>\n<div class=\"kg-audio-player\"><button class=\"kg-audio-play-icon\" aria-label=\"Play audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M23.14 10.608 2.253.164A1.559 1.559 0 0 0 0 1.557v20.887a1.558 1.558 0 0 0 2.253 1.392L23.14 13.393a1.557 1.557 0 0 0 0-2.785Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-pause-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Pause audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><rect x=\"3\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><rect x=\"14\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><\/svg><\/button><span class=\"kg-audio-current-time\">0:00<\/span><\/p>\n<div class=\"kg-audio-time\">\/<span class=\"kg-audio-duration\">720.72<\/span><\/div>\n<p><input type=\"range\" class=\"kg-audio-seek-slider\" max=\"100\" value=\"0\"><button class=\"kg-audio-playback-rate\" aria-label=\"Adjust playback speed\">1\u00d7<\/button><button class=\"kg-audio-unmute-icon\" aria-label=\"Unmute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M15.189 2.021a9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h1.794a.249.249 0 0 1 .221.133 9.73 9.73 0 0 0 7.924 4.85h.06a1 1 0 0 0 1-1V3.02a1 1 0 0 0-1.06-.998Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-mute-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Mute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M16.177 4.3a.248.248 0 0 0 .073-.176v-1.1a1 1 0 0 0-1.061-1 9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h.114a.251.251 0 0 0 .177-.073ZM23.707 1.706A1 1 0 0 0 22.293.292l-22 22a1 1 0 0 0 0 1.414l.009.009a1 1 0 0 0 1.405-.009l6.63-6.631A.251.251 0 0 1 8.515 17a.245.245 0 0 1 .177.075 10.081 10.081 0 0 0 6.5 2.92 1 1 0 0 0 1.061-1V9.266a.247.247 0 0 1 .073-.176Z\"><\/path><\/svg><\/button><input type=\"range\" class=\"kg-audio-volume-slider\" max=\"100\" value=\"100\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><img data-opt-id=208686669  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:N5Gq.82a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/GHOST_TD_126.jpg\" alt=\"Br\u00fcssel jagt russische Tanker | Von Rainer Rupp\"><\/p>\n<p><strong>Wollen die EU-Kriegstreiber jetzt auch im Mittelmeer Krieg gegen Russland beginnen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von\u00a0<strong>Rainer Rupp.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas, die das Treffen der EU-Verteidigungsminister auf Zypern vom 7. und 8. Juni leitete, hat zu dem Anlass mehrfach betont: Die EU-Marineoperation IRINI habe begonnen, unter <em>\u201eerneuerten Einsatzregeln\u201c<\/em> Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte zu entern. Diese Ank\u00fcndigung markiert eine deutliche Ausweitung der Mission und birgt erhebliche Eskalationsrisiken.<\/p>\n<p>IRINI wurde 2020 ins Leben gerufen. Sie ist die Nachfolgemission der EU-Operation \u201eSophia\u201c (griechisch f\u00fcr Weisheit) die von 2015 bis 2020 dauerte. IRINI ist das griechische Wort f\u00fcr \u201eFrieden\u201c und gleichzeitig der Name der aktuellen EU-Marineoperation im Mittelmeer. Deren urspr\u00fcngliches Mandat war die Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen. In den letzten Monaten hat die EU jedoch angek\u00fcndigt, selbstherrlich und ohne Zustimmung der Parlamente der Mitgliedsl\u00e4nder die Aufgabe von IRINI in eine gef\u00e4hrliche, kriegerische Operation umzum\u00fcnzen, n\u00e4mlich nicht-russisch beflaggte Schiffe, die russisches \u00d6l transportieren, in internationalen Gew\u00e4ssern des Mittelmeers zu stoppen, aufzubringen, in EU-H\u00e4fen zu zwingen, um dort mit fadenscheinigen, illegalen Rechtfertigungen deren Ladung zu beschlagnahmen.<\/p>\n<p>All das soll unter Einsatz milit\u00e4rischer Mittel durch EU-Kriegsschiffe als Teil der IRINI-Operation geschehen. Diese erlaubt notfalls auch den Einsatz t\u00f6dlicher Gewalt, um das gew\u00fcnschte Ergebnis zu erzwingen. Um das vor der westlichen \u00d6ffentlichkeit zu rechtfertigen, werden die nicht-russisch beflaggten Schiffe, die russisches \u00d6l transportieren, von westlichen Politikern und ihren untert\u00e4nigsten Medien abf\u00e4llig als <em>\u201erussische Schattenflotte\u201c<\/em> bezeichnet. Das suggeriert in der westlichen \u00d6ffentlichkeit teils recht erfolgreich dunkle Machenschaften der b\u00f6sen Russen und suggeriert zugleich eine tugendhafte Rechtfertigung des milit\u00e4rischen Vorgehens der EU gegen diese \u201eSchattenflotte\u201c auf offener See. Nach internationalem Seerecht ist das jedoch nichts anderes als Piraterie. Aber die Kallas scheint das nicht zu st\u00f6ren die nach der Devise \u201eLegal, illegal, Schei\u00dfegal\u201c operiert.<\/p>\n<p>Aber das ist schlie\u00dflich nicht die einzige au\u00dfenpolitische Problemzone, in der die EU-Au\u00dfenpolitik unter F\u00fchrung der einfach gestrickten &#8211; um nicht minderbemittelt zu sagen &#8211; Kaja Kallas leidet. Denn ihr Russenhass scheint die einzige, aber notwendige Qualifikation f\u00fcr ihren Job an der Spitze der EU-Diplomatie gewesen zu sein. Aber auch hier scheinen sich in j\u00fcngster Zeit Dinge in eine realistischere Richtung zu entwickeln; mehr dazu weiter unten. Zun\u00e4chst zur\u00fcck zu IRINI.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt bestand das urspr\u00fcngliche IRINI-Mandat darin, das UN-Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen, das im Rahmen der Resolution 1970 des UN-Sicherheitsrats im Jahr 2011 beschlossen worden war. Ziel war es, Waffenlieferungen zu unterbinden und einen politischen Friedensprozess in Libyen zu unterst\u00fctzen. F\u00fcnfzehn Jahre nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis hat die Mission diesen Auftrag jedoch nicht erf\u00fcllt. Waffenlieferungen erfolgten weiterhin \u2013 vor allem aus der Luft \u2013, ein ernsthafter Friedensprozess kam nie zustande. Stattdessen hat die Zerst\u00f6rung Libyens, des sozial fortschrittlichsten Staates Afrikas durch den Wertewesten, zu einem \u201eMad Max\u201c- \u00e4hnlichen Gebilde gef\u00fchrt, in dem auf \u00f6ffentlichen M\u00e4rkten Sklaven verkauft werden.<\/p>\n<p>Des ungeachtet wurde IRINI, die maritime Pr\u00e4senz der EU- und NATO-Staaten vor der nordafrikanischen K\u00fcste, von den 24 an der Mission beteiligten EU-Staaten bis mindestens M\u00e4rz 2027 verl\u00e4ngert. Das Einsatzgebiet ist bewusst weit gefasst und l\u00e4sst dem EU-Rat absichtlich gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t. Die Regeln des Einsatzes sind streng geheim, erlauben aber eine breite Eskalationsskala: von Anweisungen und Warnsch\u00fcssen bis hin zum Einsatz t\u00f6dlicher Gewalt gegen Schiffe, die sich nicht entern lassen. Auch die Gefangennahme von Besatzungen und die Beschlagnahme von Ladung sind vorgesehen.<\/p>\n<p>Und dieses auf Libyen bezogene IRINI-Mandat hat Kaja Kallas nun umgem\u00fcnzt, um gegen die so genannte \u201eSchattenflotte Russlands\u201c vorzugehen, ohne daf\u00fcr die notwendige parlamentarische Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten eingeholt zu haben. Von nun ab soll sich die Operation ausdr\u00fccklich gegen Schiffe richten, die russisches Erd\u00f6l auf dem Weg nach Indien oder China durch das Mittelmeer transportieren.<\/p>\n<p>Kallas erkl\u00e4rte, Ma\u00dfnahmen wie Enterungen h\u00e4tten diese Transporte bereits <em>\u201eschwerer, riskanter und teurer\u201c<\/em> gemacht. Jedes behinderte oder beschlagnahmte Schiff reduziere Russlands Einnahmen zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine, so Kallas. Es geht also nicht um die \u00f6ffentlich erkl\u00e4rten EU-Sorgen \u00fcber angeblich falsche Beflaggung der Schiffe der \u201eSchattenflotte\u201c, oder deren unzureichende Versicherung gegen Havarie, oder unzureichender Umweltschutz, etc., pp: das sind alles frei erfundene und illegale Rechtfertigungen f\u00fcr die Aufbringungen der Schiffe. Tats\u00e4chlich geht es darum, Russland gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche finanzielle Verluste zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Frankreich und Schweden haben bereits Tanker unter dem Vorwand von Sanktionsverst\u00f6\u00dfen geentert. Italien und Griechenland hielten sich bislang zur\u00fcck. Gerade bei Griechenland w\u00e4re eine Beteiligung heikel: Ein gro\u00dfer Teil der internationalen Tankerflotte, inklusive viele Schiffe der so genannten \u201erussischen Schattenflotte\u201c sind im Besitz griechischer Reder.<\/p>\n<p><strong>V\u00f6lkerrechtliche Bedenken<\/strong><\/p>\n<p>Die v\u00f6lkerrechtliche Grundlage der neuen EU-Vorgehensweise im IRINI-Format ist mehr als fragw\u00fcrdig. In internationalen Gew\u00e4ssern erlaubt die UN-Seerechtskonvention das gewaltsame Entern fremder Schiffe nur bei Verdacht auf Piraterie oder Sklavenhandel. Ein staatlicher Eingriff zum Zweck der Durchsetzung einseitiger &#8211; also nicht vom UNO-Sicherheitsrat gebilligter &#8211; Sanktionen gilt dagegen als kriegerischer Akt. Die EU beruft sich zwar weiterhin auf die alte Libyen-Resolution, doch diese deckt keine Ma\u00dfnahmen gegen russischen \u00d6lhandel ab.<\/p>\n<p>Die Behauptung, es handle sich um falsch beflaggte Schiffe, ist nach Einsch\u00e4tzung von V\u00f6lkerrechtsexperten nicht belastbar, denn das gibt niemandem das Recht, ein Schiff in internationalen Gew\u00e4ssern zu entern und zu kapern. Der Vorwurf der falschen Beflaggung ist vielmehr eine Standardausrede, gedacht f\u00fcr die leichtgl\u00e4ubigen \u201eLieschen-M\u00fcller-Zuschauer\u201c der ARD-Tagesschau oder ZDF-Heute-Nachrichten. Denn fast jedes Handelsschiff wechselt im Laufe seiner Lebensdauer mehrfach Flagge und Namen \u2013 meist aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Strategischer Kontext: Von der Ostsee ins Mittelmeer<\/strong><\/p>\n<p>Der EU-IRINI-Vorsto\u00df im Mittelmeer steht in direktem Zusammenhang mit Entwicklungen in der Ostsee. Dort hat Russland seine Marinepr\u00e4senz deutlich verst\u00e4rkt. Begleitschiffe der russischen Marine und der Zerst\u00f6rer \u201eSeweromorsk\u201c haben die Risiken f\u00fcr westliche Aktionen gegen Tanker der Schattenflotte stark erh\u00f6ht. Die Briten, die zun\u00e4chst mit harten Ma\u00dfnahmen gedroht hatten, haben sich zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Im Mittelmeer w\u00e4re eine vergleichbare Absicherung durch die russische Schwarzmeerflotte deutlich aufwendiger. Das Einsatzgebiet ist fast sechsmal so gro\u00df wie die Ostsee. Eine effektive Begleitung der \u201eSchattenflotte\u201c w\u00e4re daher schwierig. Genau das erh\u00f6ht nach Ansicht von Beobachtern die Wahrscheinlichkeit einer direkten milit\u00e4rischen Konfrontation.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftliche und politische Risiken<\/strong><\/p>\n<p>Der IRINI-Vorsto\u00df von Kaja Kalles kommt zudem zu einem denkbar ung\u00fcnstigen Zeitpunkt auf dem globalen Energiemarkt. Der unprovozierte, v\u00f6lkerrechtswidrige US-israelische Angriffskrieg gegen Iran hat das globale Angebot an Erd\u00f6l und Gas bereits sp\u00fcrbar reduziert. Weitere St\u00f6rungen russischer Exporte w\u00fcrden die Preise zus\u00e4tzlich nach oben treiben \u2013 mit negativen Folgen f\u00fcr Europa und den Rest der Welt. Rational betrachtet, so selbst westliche Kritiker der Kallas-Initiative, w\u00e4re Zur\u00fcckhaltung geboten, solange das durch den Iran-Konflikt entstandene Defizit nicht ausgeglichen ist.<\/p>\n<p><strong>Deutschland vor einer Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland stellt sich die Frage, wie die Bundesregierung mit der Mandats\u00e4nderung von IRINI umgeht. Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr m\u00fcssen in der Regel dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt werden. Bisher war die deutsche Beteiligung an IRINI auf Flugzeuge zur Seefernaufkl\u00e4rung beschr\u00e4nkt. Eine Ausweitung auf Schiffe ist jedoch nicht ausgeschlossen. Ob die Regierung eine Debatte im Parlament sucht oder versucht, die Erweiterung stillschweigend durchgehen zu lassen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Die EU-Operation IRINI, urspr\u00fcnglich als Instrument zur Stabilisierung Libyens gedacht, wird zunehmend zu einem Instrument der wirtschaftlichen Kriegsf\u00fchrung gegen Russland umfunktioniert. Ob dieser Kurs die gew\u00fcnschten Wirkungen erzielt oder stattdessen zu einer weiteren Eskalation im Mittelmeer f\u00fchrt, ist derzeit offen. Die Risiken einer direkten milit\u00e4rischen Auseinandersetzung mit Russland sind jedoch real.<\/p>\n<p><strong>Aber es gibt auch eine positive Entwicklung &#8211; Kallas droht Machtverlust<\/strong><\/p>\n<p>Denn j\u00fcngsten Berichten zufolge wollen f\u00fchrende EU-Staaten der Kallas die Fl\u00fcgel stutzen. Denn derzeit werde \u00fcber eine grundlegende Reform des Europ\u00e4ischen Ausw\u00e4rtigen Dienstes (EAD) diskutiert, an dessen Spitze Kallas steht. Ziel der Gespr\u00e4che sei es, die Handlungsf\u00e4higkeit der EU in geopolitischen Krisen zu verbessern, was im Klartext hei\u00dft, dass sich die Mitgliedsstaaten nicht l\u00e4nger von einer ideologisch engstirnigen Russenhasserin ein au\u00dfenpolitisches Korsett anlegen lassen wollen. Zudem berichtete die britische Financial Times (FT) diese Woche unter Berufung auf hochrangige EU-Beamte, dass Frankreich, Deutschland und weitere L\u00e4nder erw\u00e4gen, der EU-Chefdiplomatin Kallas und dem gesamten EAD Kompetenzen zu entziehen und diese an die Europ\u00e4ische Kommission sowie an die Mitgliedstaaten zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n<p>Kritikpunkte sind vor allem die \u00dcberschneidungen zwischen dem EAD, den nationalen Au\u00dfenministerien und den au\u00dfenpolitischen Abteilungen von Kommission und Rat. Zudem best\u00fcnde ein Konkurrenzverh\u00e4ltnis zwischen dem EAD unter Kallas und der Kommission unter Ursula von der Leyen in Fragen der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik. Ein hochrangiger EU-Beamter wird mit den Worten zitiert, der EAD funktioniere <em>\u201ein der heutigen Welt nicht so, wie er sollte\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Paris hat angeblich vorgeschlagen, die Unabh\u00e4ngigkeit der EAD-Spitze einzuschr\u00e4nken und deren Kontrolle \u00fcber mehr als 140 EU-Vertretungen im Ausland zu begrenzen. Eine Reform sollte zudem B\u00fcrokratie abbauen und Kosten senken. Das Jahresbudget des EAD betr\u00e4gt eine Milliarde Euro. In Br\u00fcssel w\u00fcrde sogar ein m\u00f6gliches Aufl\u00f6sen des EAD nicht mehr ausgeschlossen, so die Financial Times.<\/p>\n<p>Hintergrund der Diskussion sind wiederholte, nicht mit den Mitgliedstaaten abgestimmte \u00c4u\u00dferungen von Kallas. So forderte sie Ende Mai, die EU solle Russland im Falle von Friedensverhandlungen zur Begrenzung seiner Streitkr\u00e4fte verpflichten \u2013 spiegelbildlich zu den russischen Forderungen an die Ukraine. Moskau reagierte scharf: Au\u00dfenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Aussagen von Kallas als <em>\u201eidiotisch\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Ob und in welcher Form die Reform des EAD umgesetzt wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Kritik an Struktur und Arbeitsweise von Kallas und ihrem Apparat deutlich zugenommen hat.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Kaja Kallas<\/p>\n<p>Bildquelle: Constantin Grigorita\u00a0\/ Shutterstock.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagesdosis 20260612 apolut 0:00 \/720.72 1\u00d7 Wollen die EU-Kriegstreiber jetzt auch im Mittelmeer Krieg gegen Russland beginnen? Ein Kommentar von\u00a0Rainer Rupp. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas, die das Treffen der EU-Verteidigungsminister auf Zypern vom 7. und 8. 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