{"id":9489,"date":"2026-06-13T12:35:47","date_gmt":"2026-06-13T10:35:47","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/demografie-arbeitskraefte-mangel-in-deutschland-gravierender-als-erwartet\/"},"modified":"2026-06-13T12:35:47","modified_gmt":"2026-06-13T10:35:47","slug":"demografie-arbeitskraefte-mangel-in-deutschland-gravierender-als-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/demografie-arbeitskraefte-mangel-in-deutschland-gravierender-als-erwartet\/","title":{"rendered":"Demografie: Arbeitskr\u00e4fte-Mangel in Deutschland gravierender als erwartet"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Wie die <em>Rheinische Post <\/em>in ihrer Samstagsausgabe mitteilte, liegt ihr eine noch unver\u00f6ffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vor, die die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Arbeitsmarkt untersucht und dabei zu dramatischen Schlussfolgerungen gelangt. Es handelt sich beim IW um ein arbeitgebernahes Forschungsinstitut mit Sitz in K\u00f6ln, das sich aus den Mitteln von Verb\u00e4nden und Unternehmen der Wirtschaft finanziert. Tr\u00e4gervereine sind der Bundesverband der Deutschen Industrie sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde.<\/p>\n<p>In seiner j\u00fcngsten Prognose zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung kommt das IW zu dem Schluss, dass sich Deutschlands Arbeitskr\u00e4ftepotential wider Erwarten bis zum Jahr 2036 st\u00e4rker verringern wird. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Arbeitnehmer aus den Jahrg\u00e4ngen der sogenannten Babyboomer gr\u00f6\u00dftenteils aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sein, denn bis dahin haben die Jahrg\u00e4nge bis 1969 das gesetzliche Rentenalter erreicht. Damit schl\u00e4gt der demografische Wandel auf den Arbeitsmarkt voll durch, denn der Umfang der nachr\u00fcckenden j\u00fcngeren Jahrg\u00e4nge wird geringer ausfallen. Von 9,8 Millionen jungen Menschen ist die Rede, die bis 2036 ins Arbeitsleben eintreten \u2013 zu wenig, um die &#8222;Boomer&#8220; zu ersetzen.<\/p>\n<p>Diese L\u00fccke zwischen den in Rente gehenden und neu ins Berufsleben eintretenden Arbeitskr\u00e4ften wird in der Bundesrepublik im Jahr 4,3 Millionen betragen und damit um 1,3 Millionen gr\u00f6\u00dfer ausfallen als urspr\u00fcnglich berechnet. Bisher war das IW in seiner 2024 berechneten Prognose von einer Differenz von lediglich drei Millionen fehlenden Arbeitnehmern ausgegangen. Die Neuberechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts beruhen dabei auf einer Prognose des Statistischen Bundesamts. Auf die neuesten Daten dieser Beh\u00f6rde st\u00fctzt sich die aktuelle Bev\u00f6lkerungsvorausberechnung des IW.<\/p>\n<p>Demnach wird die Bev\u00f6lkerung in Deutschland bis 2045 um 2,9 Prozent sinken und dann nur noch 81,1 Millionen Menschen betragen (heutiger Bev\u00f6lkerungsstand: 83,5 Millionen). Das bedeutet eine erhebliche Verschlechterung der demografischen Aussichten in Deutschland. Bisher hatte das IW f\u00fcr die Bundesrepublik ein leichtes Bev\u00f6lkerungswachstum bis 2040 errechnet. F\u00fcr den Arbeitsmarkt bedeutet das laut IW: Bis 2036 wird das Angebot an verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften von 55 Millionen (Stand 2025) um 6,9 Prozent auf 51,2 Millionen heruntergehen. Bis zum Jahr 2045 werden es sogar nur noch 50,4 Millionen potenzielle Arbeitnehmern sein, ein R\u00fcckgang um 8,3 Prozent.<\/p>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Bev\u00f6lkerungs- und damit Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang ist laut IW die verringerte Einwanderung nach Deutschland. Das Institut macht daf\u00fcr die sogenannte Migrationswende verantwortlich, die die Bundesregierungen der vergangenen Jahre eingeleitet h\u00e4tten. Aber auch die Eintr\u00fcbung der deutschen Konjunktur sei ein Faktor, der die Einwanderung ausl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fte nach Deutschland beeintr\u00e4chtige. Dies habe Auswirkungen auf die &#8222;Wanderungsgewinne&#8220;.<\/p>\n<p>Durch den k\u00fcnftigen Arbeitskr\u00e4ftemangel sieht das arbeitgebernahe Institut den deutschen Wohlstand in Gefahr, soziale Verteilungsk\u00e4mpfe seien die Folge. Die L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge des Instituts d\u00fcrften dabei vielen Deutschen nicht schmecken: Denn neben einer Vereinfachung der Visa-Vergabe und einer erleichterten Anerkennung ausl\u00e4ndischer Berufsabschl\u00fcsse sowie einer st\u00e4rkeren Einbindung von Frauen ins Berufsleben fordert das IW auch eine Erh\u00f6hung der Pro-Kopf-Arbeitszeit. Geht es nach dem Willen des IW, werden die Arbeitnehmer in Deutschland also k\u00fcnftig im Durchschnitt mehr arbeiten m\u00fcssen. Um daf\u00fcr einen Anreiz zu schaffen, k\u00f6nnten die Steuern und die Sozialabgaben gesenkt werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/249826-deutsche-wirtschaft-in-alarmstimmung-wehrpflicht\/\">Deutsche Wirtschaft in Alarmstimmung: Wehrpflicht w\u00fcrde Arbeitskr\u00e4ftemangel versch\u00e4rfen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78ljty\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Rheinische Post in ihrer Samstagsausgabe mitteilte, liegt ihr eine noch unver\u00f6ffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vor, die die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Arbeitsmarkt untersucht und dabei zu dramatischen Schlussfolgerungen gelangt. 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