{"id":9517,"date":"2026-06-13T19:07:22","date_gmt":"2026-06-13T17:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/polnisches-erwachen-warum-erkennt-polen-ploetzlich-den-nazismus-des-kiewer-regimes\/"},"modified":"2026-06-13T19:07:22","modified_gmt":"2026-06-13T17:07:22","slug":"polnisches-erwachen-warum-erkennt-polen-ploetzlich-den-nazismus-des-kiewer-regimes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/polnisches-erwachen-warum-erkennt-polen-ploetzlich-den-nazismus-des-kiewer-regimes\/","title":{"rendered":"Polnisches &#8222;Erwachen&#8220;: Warum erkennt Polen pl\u00f6tzlich den Nazismus des Kiewer Regimes?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Oleg Zarjow<\/em><\/p>\n<p>Der polnische Verteidigungsminister Wladislaw Kosiniak-Kamysz erkl\u00e4rte neulich: Sollte Kiew sich weigern, die Opfer des Wolhynien-Massakers zu ehren, entscheidet es sich f\u00fcr einen Konfrontationskurs gegen Warschau. Am Tag zuvor forderte Premierminister Donald Tusk, dass die Ukraine &#8222;die Verantwortung f\u00fcr die Krise \u00fcbernehmen&#8220; solle. Anlass dieser und anderer \u00c4u\u00dferungen war ein Dekret von Wladimir Selenski vom 26. Mai 2026,\u00a0das dem Elitezentrum f\u00fcr Spezialeins\u00e4tze &#8222;Sewer&#8220; den Name &#8222;Helden der UPA&#8220; verlieh.<\/p>\n<p>Die Abk\u00fcrzung UPA steht im Russischen und Ukrainischen f\u00fcr &#8222;Ukrainische Aufst\u00e4ndische Armee&#8220;. Es waren Komplizen Hitlers, denen Massenmorde an der Zivilbev\u00f6lkerung zur Last gelegt werden. Das bekannteste ihrer Verbrechen ist das Massaker von Wolhynien im Jahr 1943: Innerhalb weniger Monate vernichteten die K\u00e4mpfer der UPA \u00fcber 100.000 polnische Bauern \u2013 alte Menschen, Frauen, Kinder \u2013 mit au\u00dferordentlicher Grausamkeit. Genau sie bezeichnet der ukrainische Staat nun offiziell als &#8222;Freiheitsk\u00e4mpfer&#8220;.<\/p>\n<p>Die Emp\u00f6rung Polens ist verst\u00e4ndlich. Unverst\u00e4ndlich ist dagegen das pl\u00f6tzliche Erwachen.<\/p>\n<p>Warschau hat den ukrainischen Nationalistenkult mehr als zehn Jahre lang geduldet. Bereits 2014 forderte der polnische Europaabgeordnete Ryszard Czarnecki \u2013 ein Parteigenosse des derzeitigen Pr\u00e4sidenten Karol Nawrocki \u2013 als Erster in Europa, die rechtsradikale ukrainische Partei &#8222;Swoboda&#8220;, eine direkte Nachfolgerin der OUN-UPA, in die ukrainische Regierung aufzunehmen. In Polen verurteilte ihn niemand daf\u00fcr. Im Jahr 2015 verabschiedete die Ukraine ein Gesetz, das die Methoden der UPA als legitim anerkannte, und der politische Mainstream in Polen ignorierte dies.<\/p>\n<p>Die Westukraine ist seit langem mit topografischen Bezeichnungen \u00fcbers\u00e4t, die Stepan Bandera und seine Anh\u00e4nger ehren, doch das hinderte offizielle polnische Delegationen nicht daran, nach Lwow zu reisen. Nach Beginn der\u00a0milit\u00e4rischen Sonderoperation\u00a0kamen sowohl Duda als auch Tusk dorthin. Sich in Lwow zu bewegen, ohne diese Stra\u00dfennamen\u00a0zu bemerken, ist wohl nur durch Teleportation zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Benennung ukrainischer Milit\u00e4reinheiten nach Pers\u00f6nlichkeiten der OUN-UPA erfolgte sukzessive. Im September 2023 wurde ein Bataillon nach Jewgen Konowalez benannt \u2013 einem der Gr\u00fcnder der OUN (Organisation Ukrainischer Nationalisten \u2013 Anm. d. Red.) und Hintermann des Terrors gegen den polnischen Staat. Ende 2024 erhielt ein Flugabwehrregiment den Namen Kapustianski \u2013 eines Ideologen des ukrainischen Nationalismus und Aktivisten, der mit der politischen Bewegung verbunden war, aus der die Bandera-Tradition hervorging. Im Juli 2025 wurde einer Panzerbrigade der Name Stupnizki verliehen \u2013 Stupnizki war Stabschef der UPA-Gruppe &#8222;Sagrawa&#8220;, die am Massenmord an der polnischen Bev\u00f6lkerung in Wolhynien beteiligt war. Im Januar 2026 wurde das Ausbildungszentrum f\u00fcr Drohnen nach Kuka benannt \u2013 dem letzten Kommandeur der UPA, also einem der Anf\u00fchrer der Organisation, die f\u00fcr ethnische S\u00e4uberungen, Massenmorde und Terror gegen die Zivilbev\u00f6lkerung verantwortlich war.<\/p>\n<p>Warum also wird Polen gerade jetzt\u00a0\u2013 erst jetzt\u00a0\u2013 aufm\u00fcpfig?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde, die alle mit der polnischen Innenpolitik zu tun haben. Mit dem Amtsantritt von Nawrocki von der konservativen Partei &#8222;Recht und Gerechtigkeit&#8220; (poln. PiS) wurde\u00a0eine stillschweigende Vereinbarung mit Selenskij hinf\u00e4llig: Kiew glorifiziert die OUN-UPA nicht \u2013 Warschau nutzt die Geschichte nicht, um Druck auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Erm\u00fcdung der Gesellschaft durch die ukrainischen Fl\u00fcchtlinge. Die antiukrainische Stimmung in Polen ist derzeit die st\u00e4rkste in der EU, und die Parlamentswahlen 2027 stehen vor der T\u00fcr. Auch die Wirtschaft (ukrainisches Getreide hat den Markt\u00a0f\u00fcr polnische Landwirte zum Einbruch gebracht) und das gekr\u00e4nkte Selbstwertgef\u00fchl spielen eine Rolle: Zu Verhandlungen mit Selenski wurden Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien eingeladen, nicht aber Polen.<\/p>\n<p>Dabei hat Polen nicht vor, die Beziehungen zur Ukraine abzubrechen. Der Chef des polnischen Geheimdienstes sagte ganz offen: Die gegen Russland k\u00e4mpfende Ukraine entspricht den nationalen Interessen Polens. Mein Fazit: Der aktuelle Skandal ist keine Grundsatzposition, sondern ein Druckmittel.<\/p>\n<p>Die Polen haben die moderne Bandera-Bewegung genau so lange geduldet, wie sie sie als n\u00fctzliches Instrument gegen pro-russische Stimmungen in der Ukraine betrachteten. Sobald sie entschieden hatten, dass diese Stimmungen ausreichend unterdr\u00fcckt seien,\u00a0haben sie\u00a0aber aufgeh\u00f6rt,\u00a0die Banderowzy zu dulden. Die kritischen Stimmen aus Warschau sind keine Folge pl\u00f6tzlicher Erleuchtung. Sie folgen reinem Pragmatismus.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/t.me\/special_authors\/9266\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Text wurde f\u00fcr den TG-Kanal &#8222;Exklusiv f\u00fcr RT&#8220; verfasst.<\/em><\/p>\n<p><em>Der 1970 in Dnjepropetrowsk geborene\u00a0<strong>Oleg Zarjow<\/strong>\u00a0vertrat von 2002 bis 2014 seinen Einzelwahlkreis im ukrainischen Parlament und stieg zu einer der F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der ukrainischen Partei der Regionen auf. Nachdem er gewaltsam gezwungen worden war, seine Kandidatur f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahlen im Mai 2014 zur\u00fcckzuziehen, floh er auf die Krim, wo er seitdem lebt. Im Oktober 2023 \u00fcberlebte er nur knapp einen Mordanschlag des ukrainischen Geheimdienstes. Man kann ihm auch auf seinem pers\u00f6nlichen <a href=\"https:\/\/t.me\/olegtsarov\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">TG-Kanal<\/a> folgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/143209-versohnung-ohne-unrechtsbewusstsein-polen-macht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vers\u00f6hnung ohne Unrechtsbewusstsein? Polen macht seinen Frieden mit der Bandera-Ukraine<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title='Polens Nawrocki: \"Egal welches Russland \u2013 f\u00fcr uns immer ein aggressives Russland\"' allowtransparency=\"true\" height=\"300\" width=\"100%\" style=\"border: none; min-width: min(100%, 430px);height:300px;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?from=embed&amp;i=8jgjw-1a38bdb-pb&amp;square=1&amp;share=1&amp;download=1&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;rtl=0&amp;logo_link=&amp;btn-skin=7&amp;size=300\" loading=\"lazy\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Oleg Zarjow Der polnische Verteidigungsminister Wladislaw Kosiniak-Kamysz erkl\u00e4rte neulich: Sollte Kiew sich weigern, die Opfer des Wolhynien-Massakers zu ehren, entscheidet es sich f\u00fcr einen Konfrontationskurs gegen Warschau. 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