{"id":9542,"date":"2026-06-14T07:48:14","date_gmt":"2026-06-14T05:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/atom-u-boote-weg-der-matrose-krank-die-britische-flotte-wird-immer-maroder\/"},"modified":"2026-06-14T07:48:14","modified_gmt":"2026-06-14T05:48:14","slug":"atom-u-boote-weg-der-matrose-krank-die-britische-flotte-wird-immer-maroder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/atom-u-boote-weg-der-matrose-krank-die-britische-flotte-wird-immer-maroder\/","title":{"rendered":"Atom-U-Boote weg, der Matrose krank \u2013 Die britische Flotte wird immer maroder"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong><\/strong><em><\/em><em>Von Ilja Kramnik<\/em><\/p>\n<p>Die britische Presse berichtet, dass sich alle Mehrzweck-U-Boote der K\u00f6niglichen Kriegsmarine derzeit in ihren St\u00fctzpunkten befinden: Einige werden gerade repariert, andere warten auf ihre\u00a0 Wiederinstandsetzung. Angesichts der Tatsache, dass dieselben britischen Medien regelm\u00e4\u00dfig berichten, dass russische U-Boote in der N\u00e4he der Inseln irgendetwas Unheilvolles zusammenbrauen, ist die Lage Britanniens alles andere als erfreulich.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Ja was ist denn los, Gebieterin der Meere? Was hast du blo\u00df mit deiner Flotte gemacht?<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich reichen die Wurzeln der aktuellen Probleme Gro\u00dfbritanniens mit seiner Kriegsmarine \u2013 regelm\u00e4\u00dfige Ausf\u00e4lle, die nicht nur U-Boote, sondern auch \u00dcberwasserschiffe betreffen, und die insgesamt sinkende Einsatzbereitschaft der Flotte \u2013 gar bis in die 1960er-Jahre zur\u00fcck. Damals legte die britische F\u00fchrung mit der Entscheidung, die Idee einer gro\u00dfen, ausgewogenen Marine aufzugeben \u2013 wenn auch nicht mehr so \u200b\u200bumfangreich wie in der Bl\u00fctezeit des einstigen Kolonialreichs \u2013, den Grundstein f\u00fcr die heutige Situation:<\/p>\n<p>Der Abbau der f\u00fcr den Bau und die Reparatur von Kriegsschiffen relevanten industriellen Kapazit\u00e4ten war eine Folge sinkender Schiffsauftr\u00e4ge. Doch der Bau dauert dann l\u00e4nger und wird teurer \u2013 was durch die zunehmende Komplexit\u00e4t der nach neueren Entw\u00fcrfen zu bauenden Schiffe noch versch\u00e4rft wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die anhaltenden Bem\u00fchungen der Regierungen um den Abbau der Milit\u00e4rausgaben die Instandhaltung der bestehenden Flotte zus\u00e4tzlich komplizieren. Infolgedessen ist die gesamte britische Marine derzeit kleiner als das Aufgebot, das London im Mai 1982 ohne gro\u00dfe Probleme nur in den Falklandkrieg entsandte: Bemerkenswert ist, dass die britische Seite in jenem Krieg allein f\u00fcnf Atom-U-Boote und ein Diesel-U-Boot einsetzte. W\u00fcrde heute ein Krieg ausbrechen, g\u00e4be es nichts mehr zu entsenden. Einziger Lichtblick: Die argentinische Marine ist in dieser Zeit in noch weitaus gr\u00f6\u00dferem Umfang verk\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Wie \u00e4u\u00dfert sich diese Verschlechterung hinsichtlich der britischen U-Boote? Die Briten fertigten die vorherige Baureihe der Atom-U-Boote der Trafalgar-Klasse in den Jahren von 1977 bis 1991 und erhielten in diesem Zeitraum sieben U-Boote. Die Fertigstellung jedes U-Boots dauerte etwa vier Jahre. Verglichen mit den Baugeschwindigkeiten der USA und der Sowjetunion war dies zwar keine herausragende Leistung, aber immer noch deutlich schneller als die heutige: Seit 25 Jahren wird die aktuelle U-Boot-Serie der Astute-Klasse gebaut, und planm\u00e4\u00dfig soll die Produktion innerhalb von 28 Jahren abgeschlossen sein \u2013 f\u00fcr dieselbe Zahl von sieben U-Booten.\u00a0Die Bauzeit f\u00fcr jedes einzelne U-Boot betr\u00e4gt dabei mehr als zehn Jahre.<\/p>\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden ist es schwierig, von Serienproduktion oder Qualifikation der Werftmitarbeiter zu sprechen: Aufgrund der hohen Personalfluktuation werden Folgeauftr\u00e4ge gr\u00f6\u00dftenteils von Mitarbeitern ausgef\u00fchrt, die nicht an fr\u00fcheren Auftr\u00e4gen mitgearbeitet haben. Sie konnten deshalb weder aus den positiven noch aus den negativen Erfahrungen lernen \u2013 und m\u00fcssen erneut jeden Fehler selbst machen und jeden Erfolg vollst\u00e4ndig selbst erzielen.<\/p>\n<p>Letztlich birgt dies auch Risiken f\u00fcr den britischen Nuklearschutzschild: Atom-U-Boote mit strategischen Waffen an Bord werden von derselben Industrie gebaut, repariert und gewartet wie Mehrzweck-Atom-U-Boote, sie operieren ja nicht in einem logistischen Vakuum, und Wartungsprobleme haben schon jetzt den \u00fcblichen Bereitschaftspatrouillenplan der &#8222;Strategen&#8220; gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Auslastung der verbleibenden einsatzf\u00e4higen U-Boote steigt also. Und wenn, genauso wie im Falle der Mehrzweck-U-Boote, nur noch vier U-Boote als Tr\u00e4ger strategischer Waffen \u2013 einsatzbereite wie nicht einsatzf\u00e4hige \u2013 zur Verf\u00fcgung stehen, droht eine Situation, in der gar keine U-Boote mehr f\u00fcr den Einsatz zur Verf\u00fcgung stehen. Das birgt die Gefahr erheblicher L\u00fccken im nuklearen Schutzschild: Die Briten verf\u00fcgen bekanntlich \u00fcber keine land- oder luftgest\u00fctzten Komponenten ihrer strategischen Nuklearstreitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>(<em>Anm. d. Red<\/em>.: Das Risiko f\u00fcr Gro\u00dfbritanniens nukleare Abschreckungskapazit\u00e4ten ergibt sich auch auf anderem Wege: Die Royal Navy nutzt die Astute-Klasse nicht nur als Tr\u00e4ger von Tomahawk-Marschflugk\u00f6rpern, sondern auch als Jagd-U-Boote zum Schutz der U-Boote mit strategischen Atomraketen an Bord, was nun also <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/282529-gefaehrlichste-zeit-fuer-britische-marine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ersatzlos entf\u00e4llt<\/a>.)<\/p>\n<p>Und hier liegt der zentrale Widerspruch innerhalb der NATO. W\u00e4hrend die USA ihre Belastung durch B\u00fcndnisverpflichtungen reduzieren und gleichzeitig die Beteiligung der NATO-Verb\u00fcndeten in anderen Weltregionen \u2013 dem Nahen Osten und dem Pazifik \u2013 ausweiten wollen, sind europ\u00e4ische Regierungen (einschlie\u00dflich Gro\u00dfbritanniens) daran interessiert, die US-Milit\u00e4raufgebote in der Alten Welt zu halten, da die eigenen Kapazit\u00e4ten zunehmend fragw\u00fcrdig werden.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/russian.rt.com\/opinion\/1642319-kramnik-flot-velikobritaniya-podlodki-yadernoe-oruzhie\">Russischen<\/a><\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Ilja Kramnik ist Milit\u00e4ranalyst, Experte beim Russischen Rat f\u00fcr Internationale Angelegenheiten und Forscher an der Russischen Akademie der Wissenschaften.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/244188-grossbritannien-taeuscht-staerke-vor-russland-baut-seemacht-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gro\u00dfbritannien t\u00e4uscht St\u00e4rke vor \u2013 Russland baut reale Seemacht aus<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title='\"N\u00f6rdliche Seestreitkr\u00e4fte\": Gro\u00dfbritannien schmiedet ein B\u00fcndnis gegen Russland' height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=hifs8-1ab6a06-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v72qbn0\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Ilja Kramnik Die britische Presse berichtet, dass sich alle Mehrzweck-U-Boote der K\u00f6niglichen Kriegsmarine derzeit in ihren St\u00fctzpunkten befinden: Einige werden gerade repariert, andere warten auf ihre\u00a0 Wiederinstandsetzung. 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