{"id":9707,"date":"2026-06-15T15:12:41","date_gmt":"2026-06-15T13:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/brief-an-den-bundeskanzler-von-hans-jurgen-geese\/"},"modified":"2026-06-15T15:12:41","modified_gmt":"2026-06-15T13:12:41","slug":"brief-an-den-bundeskanzler-von-hans-jurgen-geese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/brief-an-den-bundeskanzler-von-hans-jurgen-geese\/","title":{"rendered":"Brief an den Bundeskanzler | Von Hans-J\u00fcrgen Geese"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Brief an den Bundeskanzler | Von Hans-J\u00fcrgen Geese\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/1iW8ndr6mvfn31WUxP8Tqw\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\">\n<div class=\"kg-audio-thumbnail placeholder kg-audio-hide\"><svg width=\"24\" height=\"24\" fill=\"none\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M7.5 15.33a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0ZM15 13.83a.75.75 0 1 0 0 1.5.75.75 0 0 0 0-1.5Zm-2.25.75a2.25 2.25 0 1 1 4.5 0 2.25 2.25 0 0 1-4.5 0Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M14.486 6.81A2.25 2.25 0 0 1 17.25 9v5.579a.75.75 0 0 1-1.5 0v-5.58a.75.75 0 0 0-.932-.727.755.755 0 0 1-.059.013l-4.465.744a.75.75 0 0 0-.544.72v6.33a.75.75 0 0 1-1.5 0v-6.33a2.25 2.25 0 0 1 1.763-2.194l4.473-.746Z\"><\/path><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M3 1.5a.75.75 0 0 0-.75.75v19.5a.75.75 0 0 0 .75.75h18a.75.75 0 0 0 .75-.75V5.133a.75.75 0 0 0-.225-.535l-.002-.002-3-2.883A.75.75 0 0 0 18 1.5H3ZM1.409.659A2.25 2.25 0 0 1 3 0h15a2.25 2.25 0 0 1 1.568.637l.003.002 3 2.883a2.25 2.25 0 0 1 .679 1.61V21.75A2.25 2.25 0 0 1 21 24H3a2.25 2.25 0 0 1-2.25-2.25V2.25c0-.597.237-1.169.659-1.591Z\"><\/path><\/svg><\/div>\n<div class=\"kg-audio-player-container\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag.mp3\" preload=\"metadata\"><\/audio><\/p>\n<div class=\"kg-audio-title\">Apolut 20260615 SP Montag<\/div>\n<div class=\"kg-audio-player\"><button class=\"kg-audio-play-icon\" aria-label=\"Play audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M23.14 10.608 2.253.164A1.559 1.559 0 0 0 0 1.557v20.887a1.558 1.558 0 0 0 2.253 1.392L23.14 13.393a1.557 1.557 0 0 0 0-2.785Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-pause-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Pause audio\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><rect x=\"3\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><rect x=\"14\" y=\"1\" width=\"7\" height=\"22\" rx=\"1.5\" ry=\"1.5\"><\/rect><\/svg><\/button><span class=\"kg-audio-current-time\">0:00<\/span><\/p>\n<div class=\"kg-audio-time\">\/<span class=\"kg-audio-duration\">1021.904<\/span><\/div>\n<p><input type=\"range\" class=\"kg-audio-seek-slider\" max=\"100\" value=\"0\"><button class=\"kg-audio-playback-rate\" aria-label=\"Adjust playback speed\">1\u00d7<\/button><button class=\"kg-audio-unmute-icon\" aria-label=\"Unmute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M15.189 2.021a9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h1.794a.249.249 0 0 1 .221.133 9.73 9.73 0 0 0 7.924 4.85h.06a1 1 0 0 0 1-1V3.02a1 1 0 0 0-1.06-.998Z\"><\/path><\/svg><\/button><button class=\"kg-audio-mute-icon kg-audio-hide\" aria-label=\"Mute\"><svg viewbox=\"0 0 24 24\"><path d=\"M16.177 4.3a.248.248 0 0 0 .073-.176v-1.1a1 1 0 0 0-1.061-1 9.728 9.728 0 0 0-7.924 4.85.249.249 0 0 1-.221.133H5.25a3 3 0 0 0-3 3v2a3 3 0 0 0 3 3h.114a.251.251 0 0 0 .177-.073ZM23.707 1.706A1 1 0 0 0 22.293.292l-22 22a1 1 0 0 0 0 1.414l.009.009a1 1 0 0 0 1.405-.009l6.63-6.631A.251.251 0 0 1 8.515 17a.245.245 0 0 1 .177.075 10.081 10.081 0 0 0 6.5 2.92 1 1 0 0 0 1.061-1V9.266a.247.247 0 0 1 .073-.176Z\"><\/path><\/svg><\/button><input type=\"range\" class=\"kg-audio-volume-slider\" max=\"100\" value=\"100\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><img data-opt-id=974433806  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/GHOST_SP.jpg\" alt=\"Brief an den Bundeskanzler | Von Hans-J\u00fcrgen Geese\"><\/p>\n<p><em>Ein Standpunkt von<strong>\u00a0Hans-J\u00fcrgen Geese.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Professor Jeffrey Sachs ist ein weltweit bekannter amerikanischer \u00d6konom, der sich insbesondere als Experte f\u00fcr nachhaltige \u00d6konomien und Armutsbek\u00e4mpfung einen Namen gemacht hat. Er war und ist Berater einer Reihe von Regierungen. Professor Sachs ist bekennender Jude, der die Politik der Regierung in Israel scharf verurteilt.<\/p>\n<p>Durch sein Eintreten f\u00fcr den Frieden wurde er zu einem der weltweit bekanntesten Kritiker der momentanen Kriegspolitik in Europa und im Nahen Osten, insbesondere des aggressiven Vorgehens der U.S. Regierung.<\/p>\n<p>Hier ist eine leicht verk\u00fcrzte Wiedergabe des von mir aus dem Englischen \u00fcbersetzten Briefes, den Professor Sachs k\u00fcrzlich an Bundeskanzler Friedrich Merz sandte. Dieser offene Brief wurde von den deutschen Medien ignoriert, er verdient aber meiner Ansicht nach weite Aufmerksamkeit in der Bundesrepublik, da er \u00fcberzeugend die ganze Entwicklungsgeschichte des Krieges in der Ukraine im Detail aufzeigt.<\/p>\n<p>Nachdem Sie diesen Brief gelesen haben, k\u00f6nnen Sie nicht mehr behaupten: \u201e<em>Ich habe es nicht gewusst.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201e<strong>Bundeskanzler Merz,<\/strong><\/p>\n<p>in meinem Brief an Sie vor einem halben Jahr dr\u00e4ngte ich darauf, dass Deutschland diplomatische Aktivit\u00e4ten mit Russland beginnt, anstatt die Normalisierung des Krieges weiterzuf\u00fchren. Jetzt, 6 Monate sp\u00e4ter, hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Europa und Russland gleiten in einen offenen Krieg. Und in diesem Trend, Herr Bundeskanzler, ist Ihre Verantwortung einzigartig. Keine europ\u00e4ische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit \u2013 weder in Paris noch in Warschau noch in Rom \u2013 hat den gleichen Einfluss, den Sie besitzen oder hat die Macht, die Sie pers\u00f6nlich innehaben, um den Verlauf dieser Katastrophe zu unterbrechen. Werden Sie sich f\u00fcr den Frieden einsetzen?<\/p>\n<p>Im Januar 2026 haben Sie sich selbst, mit Premierministerin Meloni und Pr\u00e4sident Macron, daf\u00fcr stark gemacht, wieder Beziehungen mit Russland aufzunehmen. Sie beschrieben Russland als <em>\u201eein europ\u00e4isches Land\u201c<\/em>. Aber Sie haben diese Diplomatie dann doch nicht begonnen. Da es um die Zukunft Europas geht, ist Ihr Verhalten eine ungeheuerliche Verweigerung von F\u00fchrung. Haben Sie in Ihrer Zeit als Kanzler auch nur einen einzigen Versuch unternommen, mit Pr\u00e4sident Putin in einen Dialog zu treten? Oder hat Ihr Au\u00dfenminister auch nur einen einzigen Versuch unternommen, mit Au\u00dfenminister Lavrov in einen wirklichen Dialog zu treten? Soweit der \u00d6ffentlichkeit bekannt ist die Antwort nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht, weil die Dringlichkeit von Ihnen nicht erkannt wurde.<\/p>\n<p>Die vergangenen Tage haben eine gef\u00e4hrliche Beschleunigung der Ereignisse herbeigef\u00fchrt, die jeden in Europa aufr\u00fctteln sollte. Beide Hauptst\u00e4dte sind jetzt unter st\u00e4ndigem Angriff. Die ukrainischen Langstreckendrohnen haben Moskau getroffen, einschlie\u00dflich ziviler Residenzen. Der Beschuss von Kiew durch Russische Raketen und Drohnen hat sich intensiviert. Ukrainische Drohnen haben den Luftraum der baltischen Staaten \u00fcberquert, wodurch die Gefahr aufgekommen ist, dass Europa direkt in diesen Krieg verwickelt wird. Ein grauenvoller Angriff auf eine Schule in Lugansk hat noch weiter die ohnehin d\u00fcrftige Zur\u00fcckhaltung aufgel\u00f6st, die bisher bestand. Und am 25. Mai, auf Anweisung von Pr\u00e4sident Putin, informierte Au\u00dfenminister Lavrov offiziell den amerikanischen Au\u00dfenminister, dass die russischen Streitkr\u00e4fte von nun an <em>\u201esystematische, st\u00e4ndige Angriffe\u201c<\/em> auf Einrichtungen und Entscheidungszentren in Kiew durchf\u00fchren werden. Das russische Au\u00dfenministerium riet, dass die Vereinigten Staaten und andere L\u00e4nder <em>\u201edie Evakuierung ihres diplomatischen Personals und anderer B\u00fcrger aus der Hauptstadt der Ukraine sicherstellen.\u201c<\/em> Diese Mitteilung ist die Ank\u00fcndigung einer versch\u00e4rften Eskalation. Diplomatie ist dringender denn je gefordert.<\/p>\n<p>Die Verteidigung der Ukraine kann nicht durch ein fortf\u00fchrendes Gemetzel, sondern nur durch Frieden aufgrund von Bedingungen erreicht werden, die f\u00fcr alle Parteien akzeptabel sind. Aber stattdessen erleben wir eine Eskalation, mit noch mehr Toten, mit noch mehr Zerst\u00f6rung und mit der realen Aussicht, dass der Krieg sich \u00fcber die Ukraine hinaus ausweiten wird. Durch Ihren Aufruf zu noch immer mehr Waffen, zu immer gr\u00f6\u00dferer Kampfintensit\u00e4t und durch Ihre immer lauter werdenden Stellungnahmen, die \u201eEntschlossenheit\u201c ausdr\u00fccken, und indem Sie signalisieren, dass sich Deutschland auf Krieg vorbereitet, anstatt f\u00fcr eine Beendigung des Krieges zu wirken, haben Sie es zugelassen, dass Berlin ein Beschleuniger anstatt eines Bremsers eines Europaweiten Krieges wird.<\/p>\n<p><strong>Deutschlands Verantwortung: Sechs Punkte<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland tr\u00e4gt eine tiefe Verantwortung f\u00fcr die Situation, der es nun gegen\u00fcbersteht. Bevor Deutschland zu einer Politik des Friedens zur\u00fcckkehren kann, muss es ehrlich der Vergangenheit in die Augen schauen. Ich spreche im Folgenden von sechs ernsten Verfehlungen der deutschen Au\u00dfenpolitik gegen\u00fcber Russland, seit der Deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990.<\/p>\n<p><strong>Erstens:<\/strong>\u00a0Der 2 plus 4 Vertrag und die Ausweitung der NATO nach Osten. Am 12. September 1990 unterzeichnete Deutschland in Moskau den Vertrag \u00fcber die abschlie\u00dfende Regelung in Bezug auf Deutschland, der die Wiedervereinigung vollendete. Dieser Vertrag basierte auf feierlichen Versicherungen an Mikhail Gorbachev von Hans-Dietrich Genscher, Helmut Kohl, James Baker und anderen westlichen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, dass die NATO sich nicht nach Osten ausweiten w\u00fcrde. Die inzwischen freigegebenen Dokumente \u2013 einschlie\u00dflich eines Memorandums im National Security Archive of George Washington University \u2013 sind eindeutig: Solche Versicherungen wurden in der Tat geleistet. Diese Versicherungen wurden in den Jahren 1990 und 1991 mehrmals best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Der 2 plus 4 Vertrag beschr\u00e4nkt die Stationierung von NATO Truppen auf das Gebiet der ehemaligen DDR, und bezieht sich auf die Prinzipien des Vertrages von Helsinki, der ausdr\u00fcckt, dass die Sicherheit eines Landes nicht auf Kosten eines anderen Landes erfolgen sollte. Wird irgendein ernst zu nehmender Mensch glauben, dass die Sowjetunion sich Sorgen wegen Truppen des Westens auf dem Gebiet der ehemaligen DDR machte, aber keine Bedenken hatte, wenn sich die NATO Armeen in Warschau oder Vilnius oder Kiew befinden? Nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p>Das Thema der NATO Ausweitung wurde im Detail diskutiert und ausdr\u00fcckliche Versicherungen einer Nichtausweitung nach Osten wurden von Deutschland an die Sowjetregierung abgegeben \u2013 und wurden dann gebrochen. Deutschland war der Hauptnutznie\u00dfer dieser Versicherungen, die die Gegenleistung f\u00fcr die Wiedervereinigung Deutschlands waren. Dennoch, bereits 1993 begannen deutsche Politiker, an dem Bruch dieser Versicherungen zu arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Zweitens:<\/strong>\u00a0Kanzlerin Merkels eigene Aussagen. In ihren Memoiren schreibt Angela Merkel mit beeindruckender Offenheit, dass sie w\u00e4hrend des Gipfeltreffens in Bukarest im Jahre 2008 verstand, dass die Einladung an die Ukraine und an Georgien, in die NATO einzutreten, einer Kriegserkl\u00e4rung an Russland gleichk\u00e4me. Sie kannte Russlands rote Linie. Und dennoch gab sie dem amerikanischen Druck nach und akzeptierte den Wortlaut des Communiques, dass die Ukraine und Georgien NATO Mitglieder werden sollten. Dieser eine Satz setzte die Katastrophe von 2014 und 2022 in Bewegung. Merkels sp\u00e4tere Offenheit ist ein Geschenk an ihre Nachfolger: Sie hat ihnen gesagt, eindeutig und in ihren eigenen Worten, wie die Verst\u00e4ndigung damals lautete. Deutschland sollte sich jetzt nicht mit anderen Worten herauszureden versuchen.<\/p>\n<p><strong>Drittens:<\/strong>\u00a0Der Verrat der Vereinbarung vom 21. Februar 2014. Am 21. Februar 2014, in Kiew, vereinbarten der damalige deutsche Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier und seine polnischen und franz\u00f6sischen Kollegen eine \u00dcbereinkunft mit Pr\u00e4sident Yanukovych und der Opposition. Diese \u00dcbereinkunft sprach von einer R\u00fcckkehr zu der Verfassung von 2004, der Bildung einer nationalen Einheitsregierung, vorgezogenen Pr\u00e4sidentschaftswahlen. Pr\u00e4sident Putin wurde informiert. Die Vereinbarung wurde best\u00e4tigt. Aber innerhalb von 24 Stunden wurde Yanukovych gewaltsam durch einen Coup beseitigt. Deutschland bestand nicht auf dem Abkommen, das es doch gerade erst garantiert hatte. Stattdessen folgte Deutschland den Amerikanern und unterst\u00fctzte die neue Regierung, so, als ob keine Vereinbarung existierte. Diese Entscheidung \u00fcberzeugte Moskau, dass man den Unterschriften westlicher Staaten nicht trauen kann.<\/p>\n<p><strong>Viertens:<\/strong>\u00a0Minsk II. Im Februar 2015 verhandelte Kanzlerin Merkel pers\u00f6nlich das Minsk II Abkommen. Die wesentliche Vereinbarung: Die Autonomie der Donbas Regionen innerhalb einer souver\u00e4nen Ukraine. Diese wurde \u00fcber die folgenden 7 Jahre nicht von der Regierung in Kiew durchgef\u00fchrt. Deutschland \u00fcbte keinen Druck auf Kiew aus. Merkel best\u00e4tigte sp\u00e4ter, dass diese Vereinbarung nur benutzt wurde, um Zeit herauszuschinden, um die Ukraine zu bewaffnen. Pr\u00e4sident Hollande sagte das Gleiche. Die Garantie war, in anderen Worten, nichts weiter als eine Strategie auf Anweisung von Washington. Noch einmal war die Nachricht an Moskau, dass die Unterschriften des Westens nichts wert sind.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnftens:<\/strong>\u00a0Nord Stream. Am 7. Februar 2022 gab Pr\u00e4sident Biden im \u201cEast Room\u201c des Wei\u00dfen Hauses bekannt (Kanzler Scholz stand neben ihm), dass, <em>\u201esollte eine Invasion Russlands in die Ukraine stattfinden&#8230;, dann wird es nicht l\u00e4nger Nord Stream 2 geben. Wir werden das zu einem Ende bringen.\u201c<\/em> Auf die Frage, wie er das anstellen wolle, antwortete Biden: <em>\u201eIch versichere Ihnen, wir werden in der Lage sein, das durchzuf\u00fchren.\u201c <\/em>Sieben Monate sp\u00e4ter wurden die Pipelines in einem Sabotageakt in der Ostsee zerst\u00f6rt. Die verf\u00fcgbaren Anhaltspunkte weisen sehr stark auf eine ukrainisch-amerikanische Aktion hin. Der deutschen Regierung ist das seit langem bekannt. Dennoch hat Deutschland es zugelassen, dass die Schuldzuweisung der \u00d6ffentlichkeit auf Russland f\u00e4llt, entgegen aller Beweise. Dieser Akt von Industriesabotage gegen die deutsche Wirtschaft ist bisher nicht von Staatsanwaltschaften und Gerichten verfolgt worden.<\/p>\n<p><strong>Sechstens:\u00a0<\/strong>Das Istanbul Abkommen war im April 2022 ganz nah. Nur Wochen nach der russischen Invasion im Februar 2022 waren sich die Verhandlungspartner Russland und die Ukraine in Istanbul fast einig \u00fcber die Bedingungen f\u00fcr ein Friedensabkommen, n\u00e4mlich: Neutralit\u00e4t der Ukraine au\u00dferhalb der NATO, multilaterale Sicherheitsgarantien, vereinbarte Truppenbeschr\u00e4nkungen, und die langfristige politische L\u00f6sung der Fragen im Zusammenhang mit dem Donbas und der Krim. Die Vereinbarung h\u00e4tte innerhalb von Tagen herbeigef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Der ehemalige israelische Ministerpr\u00e4sident Naftali Bennett, einer der Vermittler, hat \u00f6ffentlich best\u00e4tigt, dass eine Vereinbarung kurz bevorstand und dass der Westen, insbesondere die Vereinigten Staaten und Gro\u00dfbritannien, einschritten, um sie zu verhindern. Dass die Mission von Premierminister Boris Johnson in Kiew im April 2022 darin bestand, die Ukraine anzuweisen, nicht zu unterzeichnen, ist offiziell best\u00e4tigt. Hunderttausende von ukrainischen und russischen Leben und die europ\u00e4ische Friedensordnung sind der Preis f\u00fcr dieses US\/britische Einschreiten. Deutschland hat in dieser Angelegenheit nicht seine Stimme erhoben, obwohl Deutschland, mehr als irgend ein anderes europ\u00e4isches Land, die wirtschaftlichen Konsequenzen getragen hat.<\/p>\n<p><strong>Die zweite Katastrophe: Deutschlands wirtschaftliche Selbstzerst\u00f6rung<\/strong><\/p>\n<p>Ihre erste Sorge muss der Frieden sein. Aber eine zweite Katastrophe entwickelt sich daneben: Die vors\u00e4tzliche Zerst\u00f6rung der deutschen Wirtschaft, wobei Berlin sowohl der Verursacher als auch das Opfer ist.<\/p>\n<p>Die Industrien Deutschlands waren auf dem Handel mit Russland aufgebaut. Die Zerst\u00f6rung von Nord Stream und die anschlie\u00dfende Aufl\u00f6sung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland f\u00fchrten dazu, dass Deutschland Gas aus den U.S.A. zu einem Preis kauft, der mehrere Male h\u00f6her ist als der f\u00fcr das russische Gas. Das nennt man wirtschaftlichen Selbstmord. Der deutsche Chemiesektor, der Stahlsektor, die Glasindustrie, die energieintensiven Produzenten, die Basis des Mittelstandes, verlieren alle t\u00e4glich mehr und mehr ihre internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Hoch qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze gehen verloren. Die deutschen Steuerzahler, die deutschen Konsumenten transferieren nationalen Wohlstand von Deutschland nach Amerika in einem Ma\u00dfe, das es so in der Nachkriegszeit in Europa nie gegeben hat.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch, dass die deutsche Regierung sich zu einer enormen Aufr\u00fcstung verpflichtet hat: Hunderte von Milliarden Euros \u00fcber die n\u00e4chsten zehn Jahre, f\u00fcr einen Krieg, den die Diplomatie leicht verhindern kann. Dies ist eine unglaubliche Verschwendung von nationalen Ressourcen. Die fundamentale Herausforderung, der Deutschland in diesem Jahrzehnt gegen\u00fcber steht, ist die Wettbewerbsf\u00e4higkeit im Digitalzeitalter. Jeder Euro, der f\u00fcr Panzer, Raketen und Artilleriegranaten ausgegeben wird ist ein Euro, der nicht f\u00fcr Deutschlands F\u00e4higkeiten auf den Gebieten KI, Chipdesign und Chipherstellung ausgegeben wird. Deutschland braucht aber eine erstklassige Energieinfrastruktur und high-speed digitale Netzwerke, um eine f\u00fchrende globale Wirtschaft zu bleiben.<\/p>\n<p>Die harte Realit\u00e4t, Herr Bundeskanzler, ist, dass man mit diesen Waffen keine Sicherheit kaufen kann, die Diplomatie mit einem Bruchteil der Kosten kaufen k\u00f6nnte. Und es wird keinen Wohlstand ohne Investitionen in digitale und energiebezogene Wirtschaftsbereiche geben.<\/p>\n<p><strong>Mein Appell<\/strong><\/p>\n<p>Bundeskanzler Merz, die Frage ob Europa in einen allgemeinen Krieg ger\u00e4t oder ob Europa zu Verhandlungen zur\u00fcckkehrt, und damit zu wirtschaftlicher Vernunft, liegt, unter allen europ\u00e4ischen Staatenlenkern, vor allem bei Ihnen. Die Zeit ist knapp. Bitte beginnen Sie einen Dialog mit Pr\u00e4sident Putin. Bitte senden Sie Ihren Au\u00dfenminister nach Moskau, oder laden Sie den russischen Au\u00dfenminister nach Berlin ein. Bitte \u00f6ffnen Sie die<strong> <\/strong>OSZE Kommunikationskan\u00e4le, deren Schw\u00e4chung Deutschland zugelassen hat. Bitte weisen Sie Kiew an, die Angriffe auf zivile Ziele zu unterlassen.<\/p>\n<p>Das wichtigste: Bitte sagen Sie den deutschen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern die Wahrheit, n\u00e4mlich, dass ein Verhandlungsfrieden auf der Basis der Neutralit\u00e4t der Ukraine ein realistischer Weg aus der Katastrophe heraus ist, und dass eine Wiederherstellung normaler wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland der realistische Weg aus dem Verfall der deutschen Industrie sein wird.<\/p>\n<p>Die Bedingungen f\u00fcr eine akzeptable Vereinbarung, die Deutschland vorschlagen kann, sind eindeutig. Alle Seiten verzichten auf die Anwendung von Gewalt bei der L\u00f6sung von Gebietsfragen. Die Ukraine wird ihre Neutralit\u00e4t wieder herstellen. Die NATO wird f\u00fcr alle Zeit auf eine weitere Osterweiterung verzichten.<\/p>\n<p>Europa und Russland w\u00fcrden wieder wirtschaftliche Beziehungen aufnehmen und die Kriegstreiberei aufgeben. Die OSZE wird wieder das zentrale Forum f\u00fcr Fragen der europ\u00e4ischen Sicherheit sein, auf der Grundlage, dass die Europ\u00e4ische Sicherheit unzertrennbar ist und dass die Sicherheit nicht auf der Grundlage von Milit\u00e4rbl\u00f6cken besteht. Nach Erreichen dieses Friedens wird Deutschland seine nationalen Ressourcen f\u00fcr Investitionen in den Bereichen bereitstellen, die die Zukunft der deutschen Industrie erfordern.<\/p>\n<p>Die Geschichte wird aufzeichnen, was Sie in den kommenden Wochen tun werden, und was Sie nicht tun werden. So wie die deutsche \u00d6ffentlichkeit das zur Kenntnis nehmen wird. So wie die Menschen in Russland, in der Ukraine und \u00fcberall in Europa das zur Kenntnis nehmen werden. Die Zeit f\u00fcr Diplomatie ist gekommen. Herr Bundeskanzler, Sie m\u00fcssen Ihre Wahl treffen.<\/p>\n<p>Hochachtungsvoll<\/p>\n<p>Jeffrey D. Sachs<\/p>\n<p>Professor der Columbia Universit\u00e4t<\/p>\n<p><strong>Nachwort:<\/strong><\/p>\n<p>In einem Gespr\u00e4ch, das der deutsche Journalist Patrik Baab vor kurzem mit der Pressesprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums, Marija Sacharowa, f\u00fchrte, sagte Marija Sacharowa zum Schluss des Interviews, dass Russland bereit sei, innerhalb von ein paar Wochen Gas \u00fcber die noch bestehenden R\u00f6hren der Nord Stream Verbindung an Deutschland zu liefern. So einfach.<\/p>\n<p>Wenn die Aussagen von Jeffrey Sachs stimmen sollten, dann hat die Bundesregierung dieses Desaster zu einem hohen Grade mitverschuldet. Es ist doch wohl daher die verdammte Pflicht der Bundesregierung, jetzt endlich den Frieden herbeizuf\u00fchren. So viel Elend wurde bereits verursacht. Wof\u00fcr?<\/p>\n<p>Dieser Krieg in der Ukraine ist eine Bankrotterkl\u00e4rung der Ethik der westlichen Welt, die sich vollkommen einer Politik des Wahnsinns ergeben hat. Wer zum Teufel schert sich um eine NATO Mitgliedschaft der Ukraine? Wie viele Millionen Tote ist das wert? Und dann nat\u00fcrlich: Was war das Wort von Angela Merkel wert? Was ist das Wort eines Bundeskanzlers heute \u00fcberhaupt noch wert? Und vor allem: Was ist das Wort eines Deutschen in unserer Zeit noch wert?<\/p>\n<p>Es gibt keinen logischen Grund warum Deutschland in diesem Wahnsinn untergehen muss. Die Russen warten.\u00a0<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor\u00a0f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung des Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst am 14. Juni 2026 bei\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.anderweltonline.com\/klartext\/klartext-20261\/brief-an-den-bundeskanzler\/?ref=apolut.net\">anderweltonline.com<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: \u00d6konom Jeffrey Sachs Portr\u00e4tprofessor an der Columbia University und Spezialist f\u00fcr nachhaltige Entwicklung.<\/p>\n<p>Bildquelle:\u00a0<u>Focus Pix<\/u>\u00a0\/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Professor Jeffrey Sachs ist ein weltweit bekannter amerikanischer \u00d6konom, der sich insbesondere als Experte f\u00fcr nachhaltige \u00d6konomien und Armutsbek\u00e4mpfung einen Namen gemacht hat.<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":9708,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-9707","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",300,300,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:v9ni.87a\/w:12\/h:12\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/apolut_20260615_SP_Montag_thumb.png",12,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Professor Jeffrey Sachs ist ein weltweit bekannter amerikanischer \u00d6konom, der sich insbesondere als Experte f\u00fcr nachhaltige \u00d6konomien und Armutsbek\u00e4mpfung einen Namen gemacht hat.","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9707","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9707"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9707\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}