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Von Dagmar Henn
In Russland wurde es gerade, mit zwei Autobomben und dem Angriff auf ein kulturelles Denkmal auf der Krim, wieder einmal in Erinnerung gerufen, dass dieser ukrainische Staat gerne zu terroristischen Handlungen greift. Ein Fakt, der spätestens seit dem Terrorakt in der Moskauer Crocus City Hall jedem im Land bekannt ist. Aber alle Regierungen des Westens tun nach wie vor so, als wäre das kein Problem. Selbst wenn auch hier jüngst belegt wurde, dass es eine echte Gefahr ist.
Die Rede ist von Constanta. Im dortigen Hafen wurden am 5. Juni vier ukrainische Seedrohnen entdeckt. Nicht die ersten, die weit vom Gebiet der Ukraine entfernt aufgefunden wurden – in der Türkei sind mehrere Exemplare aufgeschlagen, und selbst vor der griechischen Küste wurde bereits eine aus dem Wasser gezogen, also außerhalb des Schwarzen Meeres.
Was ebenfalls nicht wirklich verwundert, wenn man daran denkt, dass es Zwischenfälle mit russischen Schiffen gab, die im Mittelmeer plötzliche Explosionen erlitten, oder dass erst vor kurzem an einem Schiff, das im russischen Hafen Ust-Luga einfuhr, eine Haftmine entdeckt wurde, die vermutlich in Belgien angebracht wurde.
Sicher, es bleibt in vielen dieser Fälle unklar, wann wer hier was getan hat, aber die Indizien sprechen vielfach dafür, dass das ukrainische Handlungen waren, auch in Westeuropa. Dass eine ukrainische Seedrohne nicht aus dem Schwarzen Meer bis an die griechische Küste gefahren ist, sondern von Ukrainern irgendwo in näherer Umgebung auf den Weg geschickt wurde.
Aber womöglich nimmt man das in Westeuropa nicht so ernst, weil im Grunde jeder weiß, dass die größte terroristische Tat, die der Ukraine zugeschrieben wird, die Sprengung von Nord Stream, eben nicht ukrainisch war. Und weil vielleicht all die braven Transatlantiker der Überzeugung sind, Washington wolle ihnen (im engen, persönlichen Sinne, nicht im nationalen) nichts Übles.
Constanta ist jedoch ein Grund, noch einmal ernsthaft nachzudenken. Denn obwohl das Kiewer Regime im westlichen Auftrag agiert und in bestimmten Bereichen, wie die Berichte über die vielen CIA-Vertreter belegen, an reichlich kurzer Leine hängt, bedeutet das noch lange nicht, dass die Banderisten und die tief korrupte Clique um Selenskij nicht im eigenen Interesse agieren können und dass ebendiese eigenen Interessen dann mit jenen ihrer „Verbündeten“ kollidieren.
Der Kern von Constanta ist das Kiewer Interesse, endlich nach Möglichkeit die gesamte NATO in diesen Krieg zu ziehen, da das das einzige Mittel ist, eine Niederlage zu vermeiden. Die Theorie, die inzwischen in Rumänien kursiert, klingt sehr schlüssig. Und sie sollte wirklich gerade den Freunden Kiews Sorgen machen.
Vier ukrainische Seedrohnen wurden beim rumänischen Hafen Constanta entdeckt, am 5. Juni. Kurz nach der Entdeckung wurden sie aus der Ukraine gezündet. Eine davon hatte sich in einer Ölbarriere in der Nähe eines Öllagers verfangen; das war der Grund, warum durch Videoaufnahmen eindeutig zu belegen war, dass es sich um ukrainische Drohnen handelte.
Die in Rumänien umlaufende Theorie besagt nun, dass ebendieses Öllager und vor allem ein daneben befindliches Lager an Ammoniumnitrat das eigentliche Ziel des Angriffs waren und dass nur die Tatsache, dass eine Ölbarriere eine der Drohnen festhielt, es verhindert hat, dass beides, das Öllager wie das Ammoniumnitrat, durch die Explosion der 500 Kilogramm Sprengstoff, die jede dieser Drohnen enthielt, selbst explodiert wäre. Was eine Katastrophe ausgelöst hätte, wie sie 2020 im Hafen von Beirut stattgefunden hat. Und da hinterher nichts mehr auf ukrainische Drohen hingewiesen hätte, hätte man das als einen russischen Angriff auf ein NATO-Land verkaufen können.
Ja, hätte das funktioniert, dann hätte Selenskij das bekommen, wonach er sich sehnt. Es gibt eine Reihe von Indizien, die die Hypothese stützen. Etwa, dass Kiew erst in dem Moment Bukarest über die Drohnen informiert hat, als das gefangene Exemplar bereits entdeckt worden war. Vier Stunden nach dem Zeitpunkt, zu dem die Ukraine angeblich wegen einer Störmaßnahme Russlands die Kontrolle über die Drohnen verloren hatte. Was natürlich schlecht damit zusammenpasst, dass sie letztlich eben nicht von rumänischer Seite gezündet wurden – das wäre schließlich unter Umständen nicht nötig gewesen, man hätte sie bergen können – sondern aus der Ukraine, wodurch praktischerweise die Informationen über das einprogrammierte Ziel vernichtet wurden.
Seit Jahren geben sich die Politiker wie die Medien des Westens alle Mühe, die terroristischen Neigungen der Ukrainer zu verdrängen. Das wiederholt sich nach jedem einzelnen Vorfall, beginnend mit dem Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa, das irgendwie nicht einmal stattgefunden hat, oder wenn, dann nur als bedauerlicher, unerklärlicher Unfall.
Dabei gibt es, wenn man die Berufung auf die Traditionen ukrainischer Nationalisten ernstnimmt, durchaus Grund zur Sorge. So waren die beiden Fraktionen der OUN, die von Bandera und die von Melnik geleitete, noch in den Flüchtlingslagern in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg damit beschäftigt, sich an die Kehle zu gehen; es gibt einen alten Zeitungsbericht eines New Yorker Journalisten aus den 1970ern, der von mehr als hundert Morden schrieb, die erst von den US-Besatzungsbehörden und dann von der frisch installierten Bundesregierung gedeckt wurden. Das ging hin bis zu einer Folterkammer in einem dieser DP-Lager.
Es gibt ebenfalls Berichte über das Vorgehen jener ukrainischen Nationalisten, die in der Sowjetunion Terror verbreiteten. Die Hemmungslosigkeit, mit der alle, die ihnen widerstanden, massakriert wurden, war vermutlich einer der Gründe, warum sie nach dem Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen von den britischen und US-amerikanischen Diensten, die sie zwischenzeitlich geführt hatten, fallengelassen wurden und wieder im Schoß der deutschen Behörden landeten – ohne praktische Wirkungen war eine Truppe, die eher an den IS erinnert, doch zu unappetitlich.
Kann man heutigen Ukrainern, die sich in der Nachfolge ebendieser Personen und Organisationen sehen, zutrauen, mal eben die halbe Stadt Constanta in die Luft zu jagen, um dadurch eine Ausweitung ihres Krieges zu erreichen? Jeder, der die Bilder aus Odessa von 2014 im Kopf hat, dürfte das ohne Zögern bejahen. Aber genau diese Informationen, genau diese Ereignisse werden im Westen kontinuierlich geleugnet. Schließlich tändelt man allzu gern mit der Idee eines Kriegs gegen Russland.
Was aber noch nicht heißt, ihn dann zu wollen, wenn es Kiew gefällt. Denn die Dynamik, die sich, hätte Constanta das vermutlich gewünschte Ergebnis gebracht, entfaltet hätte, wäre sehr schnell gewesen und kaum konventionell geblieben. Und wenn Constanta das war, was manche in Rumänien darin vermuten, welche anderen Varianten wären noch denkbar? Eine schmutzige Bombe mitten in einer westeuropäischen Stadt?
So erfreut die deutschen Medien immer ukrainische Terrortaten in Russland verzeichnen, wenn sie sie nicht völlig ignorieren, so kurzsichtig ist diese Haltung. Denn dieses Schwert schneidet in zwei Richtungen, und so, wie in Russland der SBU Hinz und Kunz für Anschläge anwirbt, kann das auch im Westen geschehen – sobald diese Truppen in Kiew den Eindruck erhalten, verraten worden zu sein. Oder keinen anderen Ausweg mehr zu haben als eine Aktion unter falscher Flagge.
Im Gegenteil, die Propaganda, in der sich die Medien in den westlichen Staaten ergehen, liefert geradezu die erforderliche Tarnung für eine derartige Handlung. Schließlich heißt es ständig, es würden russische Drohnen gesichtet, oder es wären russische Saboteure unterwegs. Die Propagandisten wollen nur das Thema vom bedrohlichen Russland warmhalten, im Interesse der Rüstungsindustrie und der NATO, aber kaum, um damit jedem ukrainischen Irrsinn freie Hand zu geben. Doch ohne es zu wollen, schaffen sie dadurch den Raum, in dem Strukturen wie der SBU frei agieren können. Denn der gesamte Fokus auch der Sicherheitsbehörden liegt auf der angeblichen russischen Bedrohung – und ist absolut blind für die ukrainische. Im Gegenteil, mit dem SBU wird, trotz dessen Involvierung in eindeutige Terrorakte, engstens zusammengearbeitet.
Constanta ist eine deutliche Warnung, wie hoch der Preis letztlich sein könnte, den man für die Zusammenarbeit mit derart unberechenbaren „Partnern“ bezahlt. Sobald es für Kiew wirklich eng wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit für extreme Provokationen in die Höhe schießen. Eingeschlossen die Nutzung der in Tschernobyl reichlich vorhandenen nuklearen Abfälle für eine schmutzige Bombe.
Auch die deutschen Behörden wären gut beraten, allmählich den Blick in diese Richtung zu lenken. Denn der Preis für Blindheit aus geopolitischem Interesse könnte in diesem Fall noch weit höher liegen, als es der für die Buhlschaft mit syrischen Dschihadisten ist. Wer sich mit Hunden ins Bett legt, steht mit Flöhen auf.
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