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Rath checkt ein: Hotel „The Pierre“: Grandezza und Moderne in Manhattan

Seit 1930 ist das Luxushotel „The Pierre“ an der 5th Avenue ein Tummelplatz der Schönen und Reichen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hier bleibt Luxus eine Frage der Haltung, nicht der Inszenierung

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Seit 1930 ist das Luxushotel „The Pierre“ an der 5th Avenue ein Tummelplatz der Schönen und Reichen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hier bleibt Luxus eine Frage der Haltung, nicht der Inszenierung

Stolze 160 Meter ragt das „The Pierre“ an der 5th Avenue in den Himmel über Manhattan auf. Eine Ikone des alten New York und ein Architekturdenkmal in Bestlage auf der Upper East Side. Zur Fußball-WM dient das Haus als nobles Refugium für FIFA-Offizielle und VIPs, nur wenige Gehminuten vom quirligen Public-Viewing-Hotspot im Rockefeller Center entfernt. Auch das Metlife Stadium im benachbarten New Jersey steht gerade im Zentrum des Weltfußballs, denn hier wird am 19. Juli das Finale ausgetragen. Ich habe das Privileg, die Atmosphäre dieser monumentalen Sportbühne bereits vorab zu erleben, beim letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalelf gegen Ecuador. Einer dieser „Only in New York“-Momente und emotionaler Höhepunkt einer Reise, die in der obersten Liga spielt. 

Art-déco-Juwel mit Hollywood-Flair

Doch zurück zum Hotel. Als Teil der renommierten „Taj Hotels Resorts and Palaces“ verkörpert das „The Pierre“ erstklassiges Gastgebertum. Nicht zufällig wurde die Taj-Gruppe von Brand Finance in den Jahren 2021 und 2022 als weltweit stärkste Hotelmarke eingestuft. Ein Erfolg, den man maßgeblich CEO Puneet Chhatwal zuschreiben muss. Ein Teil des Portfolios umfasst restaurierte historische Paläste in Indien, die nun Luxushotels sind und das kulturelle Erbe des Landes buchbar machen. 

Ich kenne die Taj-Häuser in London, Südafrika sowie auf den Malediven und betrete jedes Hotel mit hohen Erwartungen. Doch das „The Pierre“, mit seinem türkisfarbenen Mansarddach und den vielen Art-Déco-Stilelementen übertrifft sie bei weitem. 

Den Generalmanager Spiridon Sarantopoulos kenne ich noch gut aus seiner Zeit im „Steigenberger Frankfurter Hof“. Er empfängt mich in der Lobby, die mit ihrem schwarz-weißen Marmorboden und den schweren Kristalllüstern regelmäßig als Filmkulisse dient. Zuletzt für den spektakulären Raubzug in „Ocean’s 8“.

Grand Suites – wo Legenden residierten

Die Exklusivität des Entrées setzt sich auf den oberen Etagen fort. Im Jahr 1959 wurden Teile des Hauses in luxuriöse Privatresidenzen umgewandelt, was Legenden wie die Hollywood-Diva Elizabeth Taylor und den Designer Yves Saint Laurent dauerhaft an das „The Pierre“ band. Elf dieser Star-Apartments sind heute als „Grand Suites“ wieder für Gäste zu buchen.

Ihr mondänes Interieur ist eine Hommage an die goldene Ära der Metropole am Hudson River – von den Seidentapeten über das maßgefertigte Mobiliar bis zu den massiven, auf Hochglanz polierten Marmorbädern: ein Erbe, das bisher jede Sanierungsmaßnahme überlebt hat. Natürlich wurden den „Grand Suites“ in den letzten Jahren ein technologisches Upgrade spendiert, unter anderem schnelles WLAN und ein lautloses Klimasystem. So erhielt der Komfort der Gegenwart seinen Einzug in das „The Pierre“, ohne dessen 1930er-Jahre-Charme zu opfern.

Das Privileg der Treue

In einem Haus wie dem „The Pierre“ wird herausragende Gastfreundschaft mit Beständigkeit gekrönt. Individuell und zudem mit System, etwa durch den „NeuPass“ der Taj-Gruppe, der vor vier Jahren eingeführt wurde. Nicht irgendein obskures Loyalty-Programm, sondern der Schlüssel zu einer Reihe von „Suite Surprises“.

Schon bei meiner Ankunft profitiere ich von diesen Vorteilen: Der frühe Check-in lässt mich den Jetlag im eigenen Zimmer vergessen und mein Status ermöglicht mir neben einem Upgrade den Zugang zur Taj Club Lounge. Exklusive Rabatte von bis zu 25 Prozent auf den Übernachtungspreis und Gastronomie sowie „NeuCoins“ runden die gelungene Kundenbindung ab.

Kulinarik zwischen Klassik und Hightech

Den Takt in der Küche des „The Pierre“ gibt Vincenzo Garofalo vor. Der gebürtige Italiener versteht es meisterhaft, seine neapolitanischen Wurzeln mit der besonderen Dynamik von Manhattan zu verbinden.

Während in Neapel ein schlichter Polpo serviert würde, kombiniert Garofalo im Restaurant „Perrine“ fangfrischen Oktopus von der US-Ostküste mit der Schärfe kalabrischer Nduja und der feinen Säure eines in New York gereiften Balsamico-Essigs. Zudem nutzt er Verfahren wie das Sous-vide-Garen oder Fermentationsprozesse, um den Eigengeschmack der Zutaten zu potenzieren, und vermeidet es, sie danach unter schweren Soßen zu begraben. 

Doch Garofalo ist weit mehr als ein Purist des Geschmacks: Als kreativer Kopf hinter dem „Le Petit Chef“-Spektakel beweist er, dass Spitzenküche im Jahr 2026 auch eine technologische Bühne braucht. Während ich auf mein Menü warte, verwandelt sich mein Tisch per 3-D-Mapping in eine kleine Bühne. Ein sechs Zentimeter großer animierter Koch bereitet virtuell die Zutaten zu, bevor der Chefkoch das eigentliche viergängige Kunstwerk servieren lässt. Eine charmante Mischung aus Kino und Haute Cuisine.

Nach diesem innovativen Intermezzo ist die „Rose Terrace“ der ideale Ort für einen Tempowechsel. Mit einem Glas perfekt temperiertem Rosé und Blick auf den Central Park wird mir klar: Das „Pierre“ beherrscht den Mix aus historischem Erbe und mutiger Moderne wie wohl kein zweites Haus in der Stadt, die niemals schläft.

Legende mit Seele

Natürlich ist die Grande Dame an der Fifth Avenue in Würde gealtert, als Hotel-Persönlichkeit gereift. Doch eben jene „Old-School“-Eleganz macht ihren unwiderstehlichen Charme aus. Und unter der Taj-Flagge agiert das Haus heute wieder auf Augenhöhe mit anderen Spitzenhotels wie dem „Peninsula“. Wenn Fußballfans am 19. Juli auf das Metlife Stadium blicken, dann bleibt das „The Pierre“, was es immer war. Ein Ort, der den Glanz einer langen Geschichte mit der Euphorie der Gegenwart versöhnt.

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