Aktie im Minus: Enttäuschender Umsatz überschattet Samsungs Rekordgewinn

Steigende Chippreise haben Samsung zum dritten Rekord-Quartalsgewinn in Folge verholfen. Ein enttäuschender Umsatz nährt Spekulationen über ein Abflauen des KI-Booms. Techaktien brachen daraufhin ein

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Steigende Chippreise haben Samsung zum dritten Rekord-Quartalsgewinn in Folge verholfen. Ein enttäuschender Umsatz nährt Spekulationen über ein Abflauen des KI-Booms. Techaktien brachen daraufhin ein

Anhaltend steigende Preise für Speicherbausteine haben Samsung zum dritten Rekord-Quartalsgewinn in Folge verholfen. Ein enttäuschendes Umsatzplus schürte jedoch Spekulationen auf ein Abflauen des KI-Booms. Die Aktien des gemessen am Umsatz weltgrößten Speicherchip-Herstellers brachen daraufhin ein. In ihrem Sog rutschten Technologiewerte weltweit ins Minus.

Der operative Gewinn habe sich im abgelaufenen zweiten Quartal verneunzehnfacht auf umgerechnet 51,2 Mrd. Euro, teilte der südkoreanische Halbleiterkonzern auf Basis vorläufiger Berechnungen am Dienstag mit. Er übertraf damit die Markterwartungen. Dieser deutliche Anstieg gelang trotz höherer Rückstellungen für Mitarbeiter-Boni, die auf eine Tarifeinigung vom Mai zurückgehen. Ohne diesen Effekt hätte das Betriebsergebnis Analysten zufolge über 57 Mrd. Euro betragen.

Der Umsatz legte von April bis Juni um 129 Prozent auf umgerechnet knapp 98 Mrd. Euro zu. „Die leicht hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Erlöse gehen vor allem auf den moderateren Anstieg der Preise für einige Speicherchips zurück“, sagte Analyst Jing Jie Yu vom Research-Haus Morningstar. Das habe offenbar einige Anleger verschreckt, die auf kräftigere Preiserhöhungen gesetzt hätten. Den Experten der Citigroup zufolge verteuerten sich traditionelle DRAM- und NAND-Chips in den vergangenen Monaten um 44 beziehungsweise 53 Prozent. Davor waren teilweise dreistellige prozentuale Zuwächse an der Tagesordnung. Samsung will am 30. Juli detaillierte Quartalsergebnisse vorlegen.

Ausverkauf bei Technologiewerten

Als Reaktion auf die vorläufigen Geschäftszahlen brachen die Aktien von Samsung am Dienstag um sieben Prozent ein. Die Papiere des Lokalrivalen SK Hynix gaben sechs Prozent nach. Dadurch verlor der südkoreanische Leitindex fünf Prozent. Die Verkaufswelle schwappte auf die Aktienmärkte Japans und Europas über. Im deutschen Leitindex Dax gehörte der Chipkonzern Infineon mit einem Minus von knapp vier Prozent zu den größten Verlierern. „Der Markt zeigt Anzeichen einer zunehmenden KI-Müdigkeit“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst der Consorsbank. „Offenbar hält die Anleger nur eine erneute, deutliche Beschleunigung des Wachstums bei der Stange. Ob diese kommen wird, ist dabei eher fraglich.“

Samsung gehört zu den Profiteuren des weltweiten Baubooms bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Weil die Branche den rasant wachsenden Bedarf an Speicherchips nicht decken kann, haben sich die Preise für diese Halbleiter innerhalb des vergangenen Jahres vervielfacht. KI-Server benötigen vor allem sogenannten High Bandwidth Memory (HBM). Diese Hochleistungschips sind besonders margenstark. Vor einigen Wochen hatte Samsung als weltweit erstes Unternehmen Testexemplare der neuesten Generation dieser Chips vom Typ „HBM4E“ ausgeliefert.

Durch den verstärkten Einsatz sogenannter KI-Agenten steigt auch der Bedarf an traditionellen DRAM- und NAND-Chips. Diese Programme können Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen, müssen dabei aber vermehrt Daten im Arbeitsspeicher oder auf Festplatten zwischenlagern.

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