Selbst die Washington Post bereitet auf einen großen Krieg vor

Beitrag teilen

Noch vor wenigen Wochen war von „gezielten Vergeltungsschlägen“ oder einer „begrenzten Militäraktion“ die Rede. Jetzt schlägt selbst die Washington Post einen deutlich anderen Ton an.

Die Zeitung schreibt offen, die USA und der Iran würden sich „Schritt für Schritt wieder auf einen umfassenden Krieg zubewegen“. Eine andere Schlagzeile spricht davon, die USA stünden „kurz vor der Rückkehr zu einem umfassenden Krieg mit dem Iran“. (The Washington Post)

Das ist bemerkenswert. Denn wenn ein führendes US-Medium beginnt, von einem „all-out war“ zu sprechen, verändert sich auch die öffentliche Wahrnehmung. Was zuvor als begrenzter Konflikt dargestellt wurde, erscheint nun als möglicher Flächenkrieg.

Die Begründung liefert die Zeitung selbst: Jede neue Angriffswelle, jeder Gegenschlag und jeder getötete Soldat überschreitet weitere „rote Linien“. Der Waffenstillstand ist faktisch gescheitert, die Kämpfe weiten sich aus, und eine Rückkehr zu einem groß angelegten Krieg erscheine zunehmend wahrscheinlich. (The Washington Post)

Parallel dazu melden mehrere große US-Medien täglich neue Luftangriffe, weitere gefallene US-Soldaten und eine Ausweitung der Kampfhandlungen auf Jordanien, Kuwait, Bahrain und die Straße von Hormus. Auch innerhalb der US-Regierung wird inzwischen offen eingeräumt, dass sich der Einsatz zu einer längerfristigen militärischen Auseinandersetzung entwickelt.

Die Entwicklung zeigt vor allem eines: Die öffentliche Sprache verändert sich. Begriffe wie „Rückkehr zum umfassenden Krieg“ oder „all-out war“ tauchen inzwischen in großen westlichen Medien auf. Ob dies Ausdruck einer tatsächlichen militärischen Erwartung, einer journalistischen Einschätzung oder einer politischen Vorbereitung der Öffentlichkeit ist, lässt sich daraus allein nicht ableiten. Fest steht jedoch: Die Möglichkeit eines deutlich größeren Krieges wird inzwischen offen thematisiert – und nicht mehr nur am Rand der Debatte.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.