Aktie unter Druck: Elon Musk treibt SpaceX in die Billionen-Wette

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX binnen weniger Jahre in völlig neue Umsatzdimensionen vorstoßen. Anleger reagieren jedoch skeptisch – wegen der teuren KI-Investitionen und der hohen Schuldenlast

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Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX binnen weniger Jahre in völlig neue Umsatzdimensionen vorstoßen. Anleger reagieren jedoch skeptisch – wegen der teuren KI-Investitionen und der hohen Schuldenlast

An wagemutigen Aussagen hat es Elon Musk noch nie gefehlt: Jetzt stellt der Tech-Milliardär für seine Weltraum- und KI-Firma SpaceX die Marke von 1 Billion Dollar Jahresumsatz in Aussicht. Er rechne damit nun für 2030, ein Jahr früher als zuvor, sagte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch bekräftigte der SpaceX-Chef Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und über den Satelliten-Internetdienst Starlink großen Telekommunikations-Anbietern Konkurrenz zu machen. 

Die Wall Street kaufte Musk die großen Versprechen nicht ab: Die SpaceX-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent. „Die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street zu erfüllen, ist für jedes Unternehmen schwierig – geschweige denn für einen populären Börsenneuling“, sagte Adam Sarhan, Chef des Vermögensverwalters 50 Park. 

Die Aktien von SpaceX waren unmittelbar nach ihrem Börsendebüt im Juni auf bis zu 225,64 Dollar gestiegen und lagen damit 67 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 135 Dollar. In der Folge sackten sie aber deutlich ab. Am Dienstag notierten sie nachbörslich bei 116,61 Dollar. Anlegern bereiten unter anderem die schuldenfinanzierten Investitionen in KI-Infrastruktur und Chipfabriken Sorgen. Die Kredite würden sich durch eine erwartete Anhebung der US-Leitzinsen verteuern.

SpaceX ist aktuell von der Billionen-Umsatzmarke meilenweit entfernt. So gab es im vergangenen Quartal Erlöse von 7,8 Mrd. Dollar (6,75 Mrd. Euro) – nach einem Zuwachs von 92 Prozent im Jahresvergleich. Musk zufolge soll das explosive Wachstum vor allem aus dem Geschäft mit Künstlicher Intelligenz kommen. Im vergangenen Quartal machte die KI-Sparte 2,56 Mrd. Dollar Umsatz – und investierte 15,8 Mrd. Dollar vor allem in den Ausbau von Rechenzentren. „Wir bauen Rechenkapazitäten schneller als alle anderen aus“, sagte Musk in einer Telefonkonferenz. „Zudem verbessern wir unsere KI-Modelle deutlich.“

Geldbringer Starlink

Aktuell ist Starlink der zentrale Geldbringer von SpaceX. Im vergangenen Quartal wuchsen die Erlöse im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Auf Musks Internet aus dem All greifen unter anderem mehr Fluggesellschaften zurück. Das operative Ergebnis legte um 80 Prozent auf rund 1,66 Mrd. Dollar zu. Die Zahl der Starlink-Kunden wuchs binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen.

Top-Managerin Gwynne Shotwell, die für das operative Geschäft zuständig ist, zeigte sich überzeugt, dass Starlink mit neuen leistungsstärkeren Satelliten den großen Mobilfunk-Anbietern Kunden abjagen könne. Der Dienst werde besser sein, äußerte sie sich zuversichtlich. Unter anderem könne man mit Satelliten die heutigen Bereiche ohne Mobilfunk-Internet abdecken. Das ist in einem so großen Land wie die USA ein reales Problem.

Hoffnungsträger Starship

SpaceX wurde in den vergangenen Jahren unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm. Mit der aktuellen Rakete Falcon 9 befördere man jährlich rund 2500 Tonnen Nutzlast ins All, rechnete Musk vor. Eine zentrale Säule von Musks Zukunftsvision ist die Riesen-Rakete Starship, die aktuell noch Testflüge absolviert. Damit peile SpaceX die Marke von einer Million Tonnen jährlich und „potenziell zehn Millionen Tonnen“ an, sagte er. „Wahrscheinlich“ in einem Jahr werde man Starship „mindestens einmal pro Tag“ starten sehen – und möglicherweise öfter. Beim Elektroautobauer Tesla, den Musk ebenfalls führt, verstrichen von ihm gesetzte Fristen oft, etwa für autonomes Fahren und neue Modelle.

Unterm Strich waren die Ausgaben für Starship und den KI-Ausbau höher als die von Starlink erwirtschafteten Gewinne. SpaceX schloss das Quartal mit einem Verlust von 541 Mio. Dollar ab, nach einem Minus von rund einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor.

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