Neue Analyse wirft schwere Fragen zur Zulassung von Modernas mRNA-Grippeimpfstoff auf

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Die schwerwiegenden Nebenwirkungen, die in der Zulassungsstudie zu Modernas neuem mRNA-Grippeimpfstoff auftraten, wurden nach Ansicht der investigativen Journalistin Maryanne Demasi in der Nutzen-Risiko-Bewertung der FDA durch das Zusammenführen mehrerer Studien statistisch abgeschwächt. Zu diesem Schluss kommt Demasi nach einer Analyse der klinischen Studiendokumente und der FDA-Unterlagen. Ihre Erkenntnisse werfen grundlegende Fragen zur Bewertung des Sicherheitsprofils des Impfstoffs auf.

Was die Medien nicht berichteten

Nachdem die FDA grünes Licht für den Impfstoff gegeben hatte, berichteten die Mainstream-Medien fast ausschließlich über dessen Wirksamkeit. Der Impfstoff sei 26,6 Prozent wirksamer als ein herkömmlicher Grippeimpfstoff – eine Zahl, die beeindruckend klingt, in absoluten Zahlen jedoch lediglich einer Risikoreduzierung von 0,8 Prozent entspricht. Konkret bedeutete dies vier weniger Krankenhausaufenthalte wegen Grippe in der mRNA-Gruppe bei Zehntausenden Studienteilnehmern. Das ist die nüchterne Realität hinter den viel zitierten Marketingzahlen.

Was dagegen kaum Beachtung fand: In derselben Studie (P304), an der mehr als 40.000 Erwachsene ab 50 Jahren teilnahmen, traten bei 449 Personen in der mRNA-Gruppe mindestens eine schwerwiegende Nebenwirkung auf, verglichen mit 389 Teilnehmern in der Vergleichsgruppe – ein Unterschied von 60 Fällen. Dabei handelt es sich um Ereignisse wie Krankenhausaufenthalte, lebensbedrohliche Zustände, bleibende Behinderungen oder Todesfälle.

Statistisches Jonglieren mit Daten

Der Unterschied bei den schwerwiegenden Nebenwirkungen war statistisch signifikant. Mit anderen Worten: Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er zufällig entstanden ist. Dennoch bezeichnete die FDA die Nebenwirkungen gegenüber ihrem eigenen Beratungsgremium VRBPAC als „ausgewogen verteilt“. Wie konnte sie zu diesem Schluss gelangen?

Der entscheidende Punkt liegt in der Zusammenführung der Daten. Anstatt ausschließlich die Ergebnisse der Studie P304 auszuwerten – also jener Studie, in der genau die Impfstoffformulierung getestet wurde, für die letztlich die Zulassung beantragt wurde –, fasste die FDA diese mit den Ergebnissen von drei weiteren Phase-3-Studien zusammen.

Insgesamt umfassten diese Studien fast 72.000 Teilnehmer. Allerdings wurden darin unterschiedliche mRNA-Formulierungen, verschiedene Vergleichsimpfstoffe, unterschiedliche Altersgruppen, mehrere Länder sowie abweichende Nachbeobachtungszeiträume untersucht. Durch das Zusammenführen dieser heterogenen Daten verschwand das Sicherheitssignal aus der Studie P304 praktisch in der Gesamtmenge.

Besonders bemerkenswert: In einem Anhang ihres eigenen Briefing-Dokuments räumt die FDA selbst ein, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Studien zu Sicherheitsabweichungen führen können, die in einer gepoolten Analyse möglicherweise nicht vollständig sichtbar werden. Dennoch entschied sie sich genau für diese Vorgehensweise.

Mit zweierlei Maß gemessen

Besonders auffällig ist dabei die unterschiedliche Methodik der FDA.

Für die Bewertung der Wirksamkeit stützte sich die Behörde ausschließlich auf die Studie P304. Das erscheint nachvollziehbar, denn frühere Studien hatten schwächere Ergebnisse geliefert – in mindestens einem Fall sogar eine negative Wirksamkeit gezeigt. Wären diese Studien ebenfalls in die Wirksamkeitsbewertung eingeflossen, wäre die oft zitierte Wirksamkeit von 26,6 Prozent deutlich geringer ausgefallen.

Als dieselbe Studie P304 jedoch ein ungünstiges Sicherheitssignal zeigte, wechselte die FDA plötzlich ihre Methodik und griff auf die gepoolte Gesamtauswertung aller Studien zurück.

Für die Wirksamkeit wurde also ausschließlich die günstigste Studie herangezogen, für die Sicherheit hingegen ein Verfahren gewählt, das das auffällige Signal abschwächte. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste methodische Entscheidung – eine Entscheidung, für die sich die FDA nach Ansicht der Kritiker erklären muss.

Sterberaten, die Fragen aufwerfen

Die Bedenken beschränken sich nicht auf die schwerwiegenden Nebenwirkungen.

In der Studie P304 starben 40 Teilnehmer der mRNA-Gruppe, gegenüber 34 in der Vergleichsgruppe.

Auch in der vorausgegangenen Studie P303 zeigte sich in sämtlichen drei Teilstudien eine höhere Zahl von Todesfällen in den mRNA-Gruppen:

  • Teilstudie 1: fünf Todesfälle in der mRNA-Gruppe gegenüber einem in der Vergleichsgruppe
  • Teilstudie 2: drei gegenüber zwei Todesfällen
  • Teilstudie 3: drei gegenüber einem Todesfall

In der ersten Teilstudie bewerteten Modernas eigene Forscher einen der fünf Todesfälle in der mRNA-Gruppe als möglicherweise impfstoffbedingt – und zwar mit genau dem Impfstoff, der inzwischen zugelassen wurde.

In ihrer öffentlichen Kommunikation ging die FDA auf dieses wiederkehrende Muster jedoch nicht gesondert ein.

Floridas Surgeon General erhebt schwere Vorwürfe

Die Analyse von Maryanne Demasi blieb nicht ohne Reaktion.

Joseph Ladapo, Surgeon General des US-Bundesstaates Florida, äußerte sich öffentlich zu ihren Erkenntnissen. Er erklärte, das System der Impfstoffregulierung sei „kaputt“ und bezeichnete es als unvertretbar, 60 zusätzliche schwerwiegende Nebenwirkungen gegen lediglich vier verhinderte Krankenhausaufenthalte wegen Grippe aufzuwiegen.

Dass ein hochrangiger Gesundheitsbeamter derart offen Kritik an der FDA übt, ist äußerst ungewöhnlich und unterstreicht die Brisanz der Debatte.

Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?

Die zentrale Frage, die Maryanne Demasi am Ende ihrer Analyse stellt, reicht weit über diesen einzelnen Impfstoff hinaus:

Wenn die FDA die statistischen Auswertungsmethoden des Herstellers übernimmt und dadurch ein relevantes Sicherheitssignal abgeschwächt oder verborgen wird – wer schützt dann letztlich die Bevölkerung vor möglichen Risiken?

Nach Ansicht der Kritiker wurden die in der Studie beobachteten Sicherheitssignale nicht widerlegt, sondern durch das Zusammenführen sehr unterschiedlicher Studien statistisch verwässert. Sie sprechen deshalb nicht von einer wissenschaftlichen Aufarbeitung, sondern von einer rechnerischen Abschwächung eines auffälligen Sicherheitssignals.

Für sie stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Wird die Aufsichtsbehörde ihrer eigentlichen Aufgabe noch gerecht – oder verliert sie zunehmend ihre Rolle als unabhängige Kontrollinstanz?

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