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Eine Überlebende nationalsozialistischer Konzentrationslager hat in einem Interview mit CHD.TV, der Plattform von Children’s Health Defense, einen Vergleich zwischen den Erfahrungen unter dem NS-Regime und Entwicklungen während der Covid-Zeit gezogen. Ihre Aussagen verbreiten sich derzeit in den sozialen Medien und stoßen eine unangenehme Debatte an, die aus ihrer Sicht vom politischen und medizinischen Establishment lieber vermieden würde.
Die Frau ist Vera Sharav. Sie überlebte als Kind den Holocaust und beschäftigt sich seit vielen Jahren kritisch mit medizinischer Ethik, Menschenversuchen und staatlichen Eingriffen in die Medizin. In dem Interview verweist sie auf Parallelen, die sie zwischen historischen Entwicklungen im nationalsozialistischen Deutschland und bestimmten Vorgängen während der Corona-Pandemie erkennt.
Sharav lenkt den Blick auf einen Aspekt, den Historiker seit Jahrzehnten dokumentieren und der während der Corona-Krise für sie erneut erschreckend aktuell geworden sei: die Rolle von Ärzten als willige Vollstrecker eines Systems.
Historische Untersuchungen, darunter die grundlegende Arbeit des Psychiaters und Historikers Robert Jay Lifton in seinem Buch The Nazi Doctors: Medical Killing and the Psychology of Genocide, zeigen, dass Ärzte zu den Berufsgruppen mit besonders hoher freiwilliger Mitgliedschaft in der NSDAP gehörten. Mediziner waren unmittelbar an der Auswahl jener Menschen beteiligt, die getötet werden sollten – und entsprechende Programme begannen bereits, bevor die systematische Vernichtung der europäischen Juden ihren späteren Umfang erreichte.
Ein entscheidender Punkt wird dabei häufig übersehen: Zu den ersten Opfern der nationalsozialistischen Tötungspolitik gehörten nicht Juden, sondern deutsche Säuglinge und Kleinkinder mit Behinderungen.
Sie wurden im Rahmen der damaligen Eugenik als Belastung beziehungsweise als vermeintliche „Verunreiniger des Genpools“ betrachtet. Die Vorstellung, dass manche Menschen als lebenswürdig und andere als lebensunwürdig eingestuft werden könnten, bildete einen zentralen ideologischen Bestandteil jener Entwicklung, die schließlich in eine industrielle Mordmaschinerie mündete.
Nazi concentration camp survivor draws parallel between Nazi doctors killing people and Covid doctors killing people
„the protocols used in hospitals during Covid were murderous… and… parallel the Nazi experience [when] hospitals were turned into murderous operations“… pic.twitter.com/FyXDni1yb5
— Sense Receptor (@SenseReceptor) August 14, 2026
Die Nationalsozialisten verwendeten für Menschen, die sie als gesellschaftlich minderwertig oder belastend betrachteten, Begriffe wie unnütze Esser – also Menschen, die aus Sicht des Regimes Ressourcen verbrauchten, ohne einen entsprechenden wirtschaftlichen Nutzen zu erbringen.
Sharav weist darauf hin, dass hinter dieser menschenverachtenden Kategorisierung nicht nur eine ideologische, sondern auch eine wirtschaftliche Logik stand.
Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und ältere Menschen verursachten Kosten und galten innerhalb dieser Denkweise als nicht ausreichend „produktiv“. Genau diese Logik, so Sharav, habe sie während der Corona-Pandemie in Teilen des Umgangs mit besonders verletzlichen Patienten wiedererkannt.
Sie verweist konkret auf einen Fall, bei dem ein Kind mit Down-Syndrom Krankenhausprotokollen unterworfen worden sei, die nach Auffassung der Angehörigen dessen Überlebenschancen erheblich beeinträchtigten. Der betreffende Rechtsstreit ging zwar verloren, brachte die angewandten Behandlungsprotokolle jedoch erstmals einer breiteren Öffentlichkeit näher. Ein vergleichbarer Fall ist laut Sharav derzeit in New York anhängig.
Besonders deutlich äußert sich die Holocaust-Überlebende zu zwei Behandlungsmethoden, die während der Pandemie in großem Umfang eingesetzt wurden: dem antiviralen Medikament Remdesivir und der mechanischen Beatmung.
„Das waren keine kurativen Maßnahmen“, sagt Sharav.
Im Laufe der Pandemie erschienen auch wissenschaftliche Veröffentlichungen und Debatten, unter anderem im British Medical Journal, in denen Nutzen, Risiken und Einsatzbedingungen von Remdesivir sowie der invasiven Beatmung bei Covid-19-Patienten kritisch untersucht wurden. Einige Analysen warfen die Frage auf, ob bestimmte Behandlungsstrategien unter bestimmten Umständen mit einer höheren statt einer niedrigeren Sterblichkeit verbunden gewesen sein könnten.
Dennoch wurden solche Methoden in zahlreichen westlichen Ländern Bestandteil standardisierter Behandlungsprotokolle. Gleichzeitig existierten finanzielle Vergütungsmechanismen für Krankenhäuser, die Covid-Patienten behandelten und bestimmte medizinische Leistungen erbrachten.
Sharav stellt deshalb eine zentrale Frage: Wer profitierte letztlich von diesen Strukturen?
Für Vera Sharav liegt das grundlegendere Problem noch tiefer. Sie bezeichnet die Eugenik als „das wahre Virus“ – als eine Idee, die Gesellschaften seit Jahrhunderten durchzieht und vergiftet.
Sie verfolgt diese Denkweise bis in die Antike zurück und verweist unter anderem auf Platons Politeia. Dort findet sich die Vorstellung einer gesellschaftlichen Ordnung, in der eine ausgewählte Elite darüber bestimmt, wie die Gemeinschaft organisiert wird und wer innerhalb dieser Ordnung welchen Platz einnimmt.
Sharav erkennt darin eine lange ideengeschichtliche Linie: von antiken Vorstellungen gesellschaftlicher Auslese über die Eugenikbewegungen der Moderne bis hin zum Nationalsozialismus. Und sie zieht diese Linie weiter bis zu bestimmten politischen und medizinischen Entscheidungen während der Corona-Zeit.
Aus ihrer Sicht taucht dabei immer wieder dasselbe Grundmuster auf: Eine kleine Gruppe entscheidet darüber, welches Leben besonders geschützt werden soll und welches Leben weniger Gewicht erhält.
Besonders beunruhigend sei für sie, dass solche Entscheidungen regelmäßig mit Unterstützung oder zumindest Beteiligung medizinischer Institutionen getroffen würden.
Was Sharav während der Corona-Krise besonders früh alarmierte, war nach eigener Darstellung weniger das Virus selbst als vielmehr die Geschwindigkeit, mit der Regierungen, Behörden und Pharmaunternehmen Einfluss auf medizinische Entscheidungen und ärztliche Behandlungsstandards gewannen.
Ärzte, die von offiziellen Behandlungsprotokollen abwichen oder alternative Ansätze vertraten, sahen sich teilweise mit berufsrechtlichen Konsequenzen konfrontiert und mussten in einzelnen Fällen sogar um ihre Zulassung fürchten.
Wissenschaftler und Ärzte, die bestimmte Maßnahmen oder die wissenschaftliche Grundlage politischer Entscheidungen öffentlich infrage stellten, wurden vielfach als Verschwörungstheoretiker oder Desinformanten bezeichnet. Eine offene Diskussion sei dadurch zunehmend erschwert oder in bestimmten Bereichen praktisch tabuisiert worden, argumentiert Sharav.
Genau dieses Muster – die Vereinnahmung von Wissenschaft und Medizin im Dienst politischer, ideologischer oder wirtschaftlicher Interessen – beschreibt Robert Lifton auch in seiner Analyse der nationalsozialistischen Medizin.
Im Zentrum steht dabei ein fundamentaler Rollenwechsel: Der Arzt handelt nicht mehr in erster Linie als Beschützer des einzelnen Patienten, sondern wird zunehmend zum Instrument eines übergeordneten Systems.
Für Vera Sharav ist genau das die entscheidende Warnung aus der Geschichte.
„Das habe ich schon einmal gesehen“, lautet ihre Botschaft.
Nicht weil die Corona-Zeit mit dem Holocaust gleichzusetzen wäre, sondern weil sie nach eigener Einschätzung Mechanismen wiedererkennt, die bereits früher sichtbar waren: die Unterordnung individueller Patientenrechte unter staatlich definierte Ziele, die moralische Aufladung medizinischer Entscheidungen, die Ausgrenzung abweichender Stimmen und die zunehmende Macht zentraler Institutionen darüber, welche Behandlung als zulässig gilt.
Für Sharav liegt gerade darin die historische Lektion: Solche Entwicklungen beginnen nicht mit den schlimmsten Konsequenzen. Sie beginnen mit der Bereitschaft, grundlegende ethische Grenzen schrittweise zu verschieben.