Jetzt will Iran den Spieß umdrehen: Das sind die Pläne, mit denen der Westen den Preis des Krieges spüren soll

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Washington will Iran mit Krieg, Blockade und immer härteren Sanktionen wirtschaftlich in die Knie zwingen. Doch Teheran will den Spieß nun umdrehen: Wenn die eigene Wirtschaft stranguliert wird, soll der wirtschaftliche Schmerz zurück in den Westen getragen werden – über dessen empfindlichste Stelle: Energie.

Nach einem aktuellen Bericht von InvestingLive soll ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärt haben, Teheran bereite eine neue Phase des „Wirtschaftskrieges“ vor. Demnach könnten gezielt Öl- und Energieanlagen in den Golfstaaten ins Visier genommen werden, insbesondere Infrastruktur, mit der Saudi-Arabien und andere Produzenten die blockierte Straße von Hormus umgehen können.

Das politische Kalkül dahinter wäre ebenso einfach wie gefährlich: weniger Öl auf dem Weltmarkt, höhere Preise – und steigende Benzinpreise in den USA unmittelbar vor den Midterm-Wahlen.

Der konkrete Plan beruht auf einer anonymen iranischen Quelle. Doch die grundsätzliche Drohung ist real: Reuters berichtete bereits Anfang August unter Berufung auf fünf Quellen, Iran habe die Golfstaaten ausdrücklich gewarnt, im Falle neuer US-Angriffe kritische Energieinfrastruktur in der Region anzugreifen.

Aus Trumps Wirtschaftskrieg könnte ein globaler Preiskrieg werden

Washington verschärft gleichzeitig den Druck. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am 20. August die nach seinen Worten härtesten Sanktionen der Geschichte gegen Iran an. Auch Staaten, Unternehmen und Finanzinstitutionen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machen, geraten ins Visier.

Doch genau hier liegt das Risiko: Iran muss die USA militärisch nicht besiegen, um ihnen wirtschaftlich weh zu tun.

Der Ölmarkt reagiert bereits. Brent stieg am Donnerstag auf 93,78 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit Ende Juli. Schon die Aussicht auf eine weitere Eskalation reicht aus, um einen Risikoaufschlag auf den Ölpreis zu treiben.

Sollten zusätzlich zu den Problemen in Hormus tatsächlich Pipelines, Exportterminals, Raffinerien oder andere Energieanlagen am Golf ausfallen, würde der Konflikt eine neue Dimension erreichen. Dann ginge es nicht mehr nur darum, wie viel iranisches Öl fehlt, sondern darum, wie viel Öl die gesamte Golfregion überhaupt noch sicher auf den Weltmarkt bringen kann.

Und am Ende bezahlt der Bürger

Ein dauerhaft höherer Ölpreis verteuert Diesel, Benzin, Heizöl und Flugreisen. Lastwagen und Schiffe transportieren Waren teurer, Landwirtschaft und Industrie zahlen höhere Energiekosten – und diese Kosten wandern schließlich weiter in die Preise von Lebensmitteln und Konsumgütern.

Iran könnte damit versuchen, genau das zu erreichen, was Washington mit seinen Sanktionen in Teheran erreichen will: wirtschaftlichen Druck auf die Bevölkerung erzeugen, bis der politische Preis des Krieges zu hoch wird.

Der Unterschied: Wenn dieser Kampf über den globalen Ölmarkt ausgetragen wird, bezahlen ihn nicht nur Iraner und Amerikaner.

Dann landet die Rechnung auch bei uns – an der Tankstelle, beim Heizen, beim Einkaufen und letztlich in nahezu jedem Produkt, das transportiert oder mit Energie hergestellt werden muss.

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