Offiziell: Israel erklärt den Weltraum zur neuen Kampfdimension und entwickelt die dafür nötigen militärischen Fähigkeiten

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Was bislang vor allem nach Science-Fiction klang, wird in Israel nun Teil der offiziellen Militärplanung: Die israelischen Streitkräfte wollen den Weltraum nicht länger nur für Aufklärung, Kommunikation und Überwachung nutzen, sondern ihn ausdrücklich zu einer „Kampfdimension“ weiterentwickeln. Das steht nicht in einem Strategiepapier irgendeiner Denkfabrik, sondern im neuen Mehrjahresplan „Choshen“ der IDF für die Jahre 2026 bis 2030.

Die Formulierung der israelischen Armee lässt wenig Interpretationsspielraum. Unter Punkt 12 des Plans heißt es zum Bereich Weltraum, dieser solle sich „von einer operativen Dimension zu einer Kampfdimension“ entwickeln. Dafür müsse sich die IDF organisatorisch neu aufstellen. Bemerkenswert ist auch der Zeithorizont: Israel bezeichnet den Aufbau dieser Fähigkeiten als zentrale nationale Anstrengung, die ausdrücklich über den laufenden Fünfjahresplan hinausreichen soll.

Dabei beginnt Israel keineswegs bei null. Militärische Satelliten liefern bereits heute Aufklärungsdaten für laufende Operationen. Während des Krieges gegen Iran wurden Satellitenbilder nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Echtzeit zur Zielgenerierung und zur Unterstützung israelischer Angriffe eingesetzt. Verteidigungsministeriums-Generaldirektor Amir Baram erklärte, der Weltraum sei eine strategische nationale Priorität „erster Ordnung“ und Israel werde den Aufbau seiner Weltraummacht mit allen verfügbaren Mitteln vorantreiben.

Im Juli wurde die Richtung noch deutlicher. Bei einem Besuch der für weltraumgestützte Aufklärung zuständigen Einheit 9900 ließ sich Baram neue Entwicklungsprogramme vorstellen und erklärte, Israel plane seine Weltraumfähigkeiten inzwischen für die kommenden 20 bis 30 Jahre. Die bereits im Krieg eingesetzten Systeme seien „combat-proven“ – also im Kampfeinsatz erprobt. Nun sollen die „nächste Generation von Fähigkeiten“ und, wie Baram es formulierte, die „nächste Generation von Überraschungen“ entwickelt werden.

Damit verschiebt sich eine entscheidende Grenze. Satelliten waren jahrzehntelang die Augen moderner Armeen. Israel plant nun offiziell für eine Zukunft, in der der Weltraum selbst Bestandteil des militärischen Kampfraums wird. Gleichzeitig sieht „Choshen“ massive Investitionen in KI, Robotik und autonome Systeme vor – Technologien, die künftig mit weltraumgestützter Aufklärung und militärischer Entscheidungsfindung verschmelzen können.

Wie weit Israel dabei tatsächlich gehen wird, bleibt geheim. Öffentlich bestätigt sind bislang keine konkreten orbital stationierten Laserkanonen oder anderen Weltraum-Angriffswaffen. Deshalb wäre es verfrüht, solche Systeme als bereits beschlossen darzustellen. Bestätigt ist jedoch der strategische Schritt, der ihnen vorausgehen würde: Israel erklärt den Weltraum offiziell zur künftigen Kampfdimension und baut die dafür erforderlichen militärischen Fähigkeiten aus.

Auch technisch hat Israel die Schwelle zum Kampf außerhalb der Atmosphäre bereits erreicht. Das Verteidigungsministerium bestätigte Anfang August, dass Arrow 2 und Arrow 3 in den vergangenen Jahren ballistische Raketen aus Iran und Jemen im Weltraum außerhalb der Atmosphäre abgefangen haben. Gleichzeitig werden diese Systeme weiterentwickelt.

Der Wettlauf um die nächste militärische Dimension ist damit keine Zukunftsvision mehr. Nach Land, Meer, Luft und Cyberspace wird nun auch der Weltraum immer offener zum Kriegsschauplatz erklärt. Israel sagt es inzwischen selbst.

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