Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Warum rät die KI zur Volksdemokratie? | Von Sophia-Maria Antonulas

Warum rät die KI zur Volksdemokratie? | Von Sophia-Maria Antonulas

Eine KI kritisiert den modernen Staat und schlägt stattdessen eine Volksdemokratie mit Gemeineigentum vor. Wie es dazu kam, wollte «Transition News» vom Sozial- und Politikwissenschaftler Ullrich Mies erfahren.

Ein Interview von Sophia-Maria Antonulas mit Ullrich Mies.

Transition News: Herr Mies, ein zentraler Gedanke in Ihrem

Beitrag teilen

Eine KI kritisiert den modernen Staat und schlägt stattdessen eine Volksdemokratie mit Gemeineigentum vor. Wie es dazu kam, wollte «Transition News» vom Sozial- und Politikwissenschaftler Ullrich Mies erfahren.

Ein Interview von Sophia-Maria Antonulas mit Ullrich Mies.

Transition News: Herr Mies, ein zentraler Gedanke in Ihrem aktuellen Buch «Kritik aus dem Maschinengeist» ist: Die KI ist ein Spiegel des Fragestellers. Intelligente Fragen erzeugen tiefgründige Antworten. Ist es möglich, mehr aus der KI herauszuholen, als dieses Werkzeug eigentlich herausgeben soll?

Ullrich Mies: Ja, obwohl das so nicht vorgesehen ist. Die entscheidende Frage ist dabei: Aus welchem Informationspool bedient sich diese KI? Wobei zu diesem Begriff der «Künstlichen Intelligenz» auch noch viel zu sagen wäre, denn die KI ist ja ein Sammelbegriff für vieles. In erster Linie dient sie dem Militär und den Geheimdiensten, die sie ja auch auf die Schiene gesetzt haben. Aber wir beziehen uns hier auf die der Allgemeinheit zur Verfügung stehenden KI-Tools.

Und diese Art von KI sagt ja selber, dass sie nur auf die Informationen zugreifen kann, die digital veröffentlicht wurden. Das heißt, alles, worauf zum Beispiel ChatGPT zugreifen kann, wurde schon einmal irgendwo publiziert. Dieses Werkzeug kann also nur auf das bereits digitalisierte veröffentlichte Herrschaftswissen zugreifen. Das ist die entscheidende Aussage.

Und dennoch kommen Sie und ChatGPT zu einer klaren Schlussfolgerung: Der moderne Staat ist strukturell antidemokratisch, weil er zentralistisch, hierarchisch organisiert und damit für elitäre Akteure hochattraktiv ist. Wo genau liegt denn der Konstruktionsfehler des modernen Staates?

Darüber lässt sich mein Maschinen-Gesprächspartner sehr deutlich und sehr eindeutig aus – und das ist im Prinzip der harte Kern dieses Gesprächs. Der Fehler liegt in der Top-Down-Konstruktion des Staates, der gesamten Staatsapparate, des Herrschaftsapparates – alles ist von oben nach unten gebaut. Das ist der zentrale Konstruktionsfehler. Denn eine Demokratie, die den Anspruch hat, Demokratie und kein dummes Geschwätz zu sein, kommt immer von unten.

Aber es geht noch sehr viel weiter – ich habe mich mit ChatGPT auch über das Verhältnis zwischen dieser Top-down-Staatskonstruktion und der Ideologie der Staatsräson unterhalten. Und da wird es erst richtig spannend. Wenn wir uns solche Regierungsvertreter wie zum Beispiel in Berlin ansehen, kommen wir schnell zu dem Ergebnis, dass die mit Demokratie gar nichts am Hut haben. Das sind die Feinde der Demokratie, die unter falscher Flagge segeln.

Denn wer sich auf Staatsräson beruft, sagt im Grunde genommen nichts anderes als: «Wir sind der Staat. Wir nehmen uns das Recht heraus, zu lügen, zu betrügen, korrupt zu sein, Krieg nach innen gegen das eigene Volk und Krieg nach außen zu betreiben.» Kurz gesagt: alle möglichen Verbrechen zu begehen, um den Staat als Entität zu erhalten. Das hat mit Demokratie null zu tun, absolut nichts.

In Ihrem Austausch mit der KI ergibt sich in weiterer Folge, dass die Volksdemokratie die eigentlich gemeinte Form von Demokratie ist. Wenn künstliche Intelligenz auf Herrschaftswissen zugreift und somit ein Herrschaftsinstrument ist, wie sind Sie damit dann trotzdem so weit gekommen, dass ChatGPT die Volksdemokratie als die eigentliche Demokratie sehr präzise beschreibt?

Diese Frage ist super spannend, aber die kann ich im Kern eigentlich gar nicht beantworten. Offenbar entgeht dem Herrschaftsapparat und der Algorithmen-Programmierung manches – zumindest bisher. Denn die KI greift auf Milliarden von Informationen zu, und da kann es dann durchaus einmal passieren, dass interessante Papiere zur Auswertung gelangen, auch wenn die sonst für den Normal-sich-mit-der-KI-Unterhaltenden gar nicht zur Verfügung stehen. Wenn ich der KI verbiete, mir Bullshit-Antworten zu geben, dann macht sie das auch nicht – soweit sie dazu in der Lage ist.

Das macht dieses 120-seitige Büchlein so spannend – weil wir eben nicht wissen, wie lange die KI auf dieses Wissen noch zugreifen kann.

Ja genau. Die KI sagt selber auf meine Frage, wie lange es noch gestattet sein wird, auf nicht herrschaftskonforme Antworten zuzugreifen, es könne ohne Weiteres sein, dass ich diese Antworten schon bald nicht mehr bekommen werde.

Lassen Sie uns deswegen noch beim Thema Volksdemokratie bleiben. Die KI beschreibt deren sieben Prinzipien: Machtaufbau von unten, delegative statt repräsentative Mandate, radikale Transparenz, Verteilung von Machtzentren, Rotation und Begrenzung von Ämtern, demokratisierte Verwaltung, Kontrolle ökonomischer Macht. Was wird denn am schwierigsten durchzusetzen sein und was davon halten Sie für am dringendsten?

Das Dringendste wäre überhaupt erst mal, die herrschenden Cliquen dazu zu bringen, sich verfassungskonform zu verhalten, selbst vor dem Hintergrund dieser bescheidenen Verfassung oder des Grundgesetzes hier in Deutschland. Denn in den letzten Jahrzehnten, besonders nach der Wende, war ihr Ziel, das eigene Handlungsspektrum – verfassungswidrig – immer mehr zu erweitern, vor allem, damit sie von der Landesverteidigung wegkommen, um nach außen stets interventions- und kriegsfähig zu werden. Das war eigentlich ihr Hauptziel.

Und die Täter sagen es ja selbst: «Deutschland muss wieder kriegstüchtig werden.» Ihr Ziel war es also immer, sich von den Hindernissen des Grundgesetzes zu befreien, um wieder nach außen Krieg führen zu können. An anderen Stellen nenne ich das auch «organisiertes politisches Verbrechen».

Das heißt: Das Erste, was durchgesetzt werden müsste, ist, den herrschenden Cliquen, die Fähigkeit aus der Hand zu nehmen, Krieg zu führen. Damit befinden wir uns aber schon im Zentrum des Dilemmas.

Sie zitieren in Ihrem Buch ChatGPT: «Demokratie ist hohl, wenn Konzerne die Agenda setzen.»

Das ist ja auch nichts Neues. Nur, dass Großkonzerne, die immer größer, immer mächtiger wurden und kapitalinhärent auf Oligopole oder Monopole zusteuern, das Staatsgeschehen nicht nur beeinflussen, sondern mittlerweile bestimmen. Das ist das Besondere unserer heutigen Zeit. Und in Ansätzen war das immer schon der Fall. Mussolini hat schon gesagt, dass die Verschmelzung zwischen Konzernen und Staat das wesentliche Ziel des Faschismus ist. Und das ist heute nicht anders, nur noch sehr viel machtvoller.

Als Lösung schlägt die KI eine Volksdemokratie vor, mit Gemeineigentum für Wasser, Energie, Gesundheit, Bildung und digitale Infrastruktur. Welche Vorbilder gibt es dafür, und warum sind die im Mainstream-Diskurs so unsichtbar?

Sie zeigen hier mit einem riesigen Pfeil auf das Grunddilemma, in dem die sogenannten westlichen Demokratien stecken. Das ist das Entscheidende: das Gemeinwohl! Ein Staat oder eine politische Herrschaftskaste, die sich dem Gemeinwohl nicht oder nicht mehr verpflichtet fühlt – und da stehen wir heute –, hat überhaupt keine Existenzberechtigung mehr.

Die Gemeinwohlorientierung geht bis in die Antike zurück. Wir können so viel Kritik an der Polis üben, wie wir wollen – wegen der Sklaven und so weiter –, aber wenn wir davon einmal abstrahieren, dann war nach dem antiken Demokratieverständnis die Gemeinwohlorientierung der seinerzeit existierenden Demokratie die Grundausrichtung des Staates.

Zwischen Gemeinwohl und Gemeineigentum gibt es allerdings einen Unterschied. Denn von der «Gemeinwohlökonomie» spricht auch die Superklasse sowie einige von ihr beeinflusste Organisationen.

Ja, aber die lügen uns die Tasche voll. Genauso wie sie von Friedenssicherung quatschen – sofern sie davon überhaupt noch reden, eigentlich reden sie immer nur von Dominanz. Sie müssen bestimmte Vokabeln bedienen, um bei der Bevölkerung überhaupt noch Gehör zu finden. Aber damit sind wir in einem neuen riesigen Feld angelangt, nämlich der kognitiven Kriegsführung.

Gemeinwohlorientierung ist natürlich abhängig von der Gemeinwirtschaft, vom Eigentum der Bevölkerung oder des Staates an ökonomischen Produktions- und sonstigen Verhältnissen – völlig klar. Aber man könnte natürlich auch sagen: Bis zu bestimmten Größenkategorien des Mittelstandes gestatten wir im Sinne einer Gemeinwohlorientierung des Staates ein freies Wirtschaften. Allerdings sind dann diese Unternehmen ebenfalls dem Gemeinwohl verpflichtet. Um nicht eine Staatswirtschaft als ein mögliches Allheilmittel unserer Misere zu sehen, denn das ist ja schon mal zusammengebrochen.

Sie haben oben bereits Kriege angesprochen. ChatGPT und Sie beschreiben, dass Bürgerräte – per Los bestimmt – über Krieg und Frieden entscheiden sollten. Warum trauen Sie einer Gruppe zufällig ausgewählter Bürger zu, über Kriege besser urteilen zu können als die heutigen Parlamente?

Die heutigen Parlamente sind nichts anderes als von oben kontrollierte Lobbymaschinen korrupter Parteiapparate. In einer Auslosung sehe ich auch kein Allheilmittel, nur die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem Volk heraus für internationale Kriegseinsätze gestimmt würde, halte ich für weitestgehend unwahrscheinlich.

Das setzt aber unkorrumpierte und unkorrumpierbare Bürger- und Gemeinderäte voraus. Und die können aus meiner Sicht ebenfalls nur per Los entschieden werden. Ansonsten kommt es wieder zu einer Einflussnahme von oben über die unterschiedlichsten Interessenkonstellationen, so wie heute auch: Transatlantiker-NGOs, Reiche und Superreiche greifen immer von oben an und versuchen, die Bevölkerung zu dominieren beziehungsweise dominieren sie bereits.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es mit Bürgerräten zu internationalen kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, halte ich für unwahrscheinlich.

Das Modell der Volksdemokratie, das Sie im Buch zeichnen, setzt eine aktive, informierte und politisch engagierte Bevölkerung voraus. Nur sind viele nach Jahrzehnten systematischer Entmachtung, Desinformation und Arbeitsüberlastung erschöpft. Wie soll denn ein Modell, das mehr Beteiligung verlangt, genau jene Bürger erreichen und aktivieren, die durch das bestehende System so entmutigt worden sind?

Auf diese Frage habe ich im klassischen Sinne eigentlich kaum eine Antwort. Wir müssen Folgendes sehen: Die herrschenden Cliquen haben sich locker 30 Jahre, wenn nicht länger, Zeit gelassen, das politische System so umzudrehen, dass genau das dabei herausgekommen ist, was Sie in der Frage gerade skizziert haben.

Das heißt, wenn wir eine politisch informierte Bevölkerung haben wollen, die die Grundlage für eine Volksdemokratie ist, dann brauchen wir erst mal mindestens 30 Jahre, vielleicht auch zwei Generationen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Und da beißt sich die Katze natürlich auch in den Schwanz. Das sehe ich auch.

Was Sie hier ansprechen, sind übrigens Antworten der KI, nicht meine. Denn ich sehe genau das, was Sie hier gerade skizzieren, als den zentralen Widerspruch überhaupt. Also ganz primitiv und auch beinhart gesprochen: Wie können wir mit einer verblödeten Bevölkerung eine Volksdemokratie erlangen, die zu mehr imstande sein soll als das, was wir heute haben?

Erlauben Sie mir einen optimistischeren Einwand: Den meisten Bürgern können Informationen nähergebracht werden, damit sie dann informierte Entscheidungen treffen können.

Dabei stellt sich doch die grundsätzliche Frage, auf welche Informationen ein Bürger zugreifen möchte: Möchte er sich nur über Fußball informieren und hat gar keine anderen Ansprüche? Oder möchte er wirklich auch ein Bürger im Sinne eines Citoyens sein? Das ist die entscheidende Frage.

Mein Standpunkt ist ein anderer: Informationen sind eine Holschuld, keine Bringschuld. Alle Informationen sind vorhanden, machen wir uns doch nichts vor. So großartige und in die Tiefe gehende Informationen zu den Herrschaftscliquen und ihrem verbrecherischen Tun und Handeln hat es noch nie gegeben – auch dank des Internets. Nur eine Minderheit greift darauf zu.

Die breite Masse gibt sich zufrieden mit dem geistigen Unrat, den sie bei ARDZDF und diesen ganzen regionalkontrollierten Staatsmedien angeboten bekommt. Das ist doch das eigentliche Problem. Es gibt schuldhafte Ignoranz. Es gibt auch schuldhafte Dummheit. Von Erwachsenen kann man, wenn es um Wissensaneignung geht, ein aktives Handeln erwarten.

Das heißt: Wie fangen wir an? Was halten Sie für möglich?

Wir machen doch schon das, was wir können. Sie machen Ihren Job, ich mache meinen Job und Tausende andere machen vergleichbare Jobs. Sonst gäbe es keine alternativen Medien, die derzeit vom Herrschaftsapparat massiv bekämpft werden.

Dann stelle ich meine Frage anders: Sie und die KI beschreiben am Ende des Buches, wie die Entscheidungen der Superklasse – Rüstungsschulden, Geheimdienstausbau, supranationale Verbindungen – zunehmend irreversibel sind. Wenn die Mächtigen das Fenster, um echte Demokratie zu erreichen, nach und nach schließen, welche Art von Gegenmacht, und vor allem durch wen organisiert, halten Sie denn heute für möglich?

Wenn das Fenster geschlossen ist, ist die Klappe zu. Aber die KI meinte, das Fenster sei noch nicht geschlossen.

Die herrschenden Cliquen sagen doch selber: «Wir wollen keine Demokratie. Wir wollen herrschen». In allen außen- und sicherheitspolitischen und geheimdienstlichen Papieren der USA ist das nachzulesen: «We have to be the first – MAGA. Wir wollen die Welt beherrschen.» Und dann haben wir diese Medienkloaken, die zu blöde sind, um überhaupt noch in die Tiefe zu gehen und zu sehen, dass allein durch einen derartigen Herrschaftsanspruch, nämlich der Weltbeherrschung, Demokratie nur noch ein Schmierentheater ist.

Aber auch dazu sind unsere Staatsmedien zu blöde, weil sie einfach Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind. Deshalb tummeln wir uns auch bei den alternativen Medien herum. Deshalb werden die alternativen Medien zensiert. Und deshalb werden Journalisten, die zum Beispiel den Krieg in der Ukraine kritisieren, existenziell getötet.

In der EU regiert eine neue Genickschuss-Fraktion. Früher gab es einen Genickschuss, heute wird das über die Existenzvernichtung, die Kontokündigung oder Sanktionierung erledigt. Das ist alles illegal – interessiert die gar nicht mehr. Das ist der neue Faschismus, das ist es, was ich in meinem Buch «Das 1 x 1 des Staatsterrors – Der Neue Faschismus, der keiner sein will» herausgearbeitet hatte.

Das heißt, die Frage ist natürlich: Inwieweit ist das Fenster heute noch offenzuhalten? Das funktioniert nur, wenn wir Gemeinwohl als Grundlage des Staates begreifen wollen, statt der Privatisierungen der letzten Jahrzehnte und der Steuervermeidungspraktiken für Reiche und Superreiche.

Die systematische Zusammenarbeit zwischen dem Staatsapparat und dieser KI-, Digital- und Transhumanisten-Industrie geht ja Hand in Hand. Das Ziel: Sie wollen uns versklaven. Das sind die feuchten Träume von Peter Thiel und Konsorten. Die Palantir-Betreiber sagen es ja selbst, dass sie mit Demokratie nichts anfangen können. Deren Ziel ist eine digitalgesteuerte, transhumanistische Dystopie mit den USA als Weltherrschaftszentrum. Und diese Typen arbeiten mit den Staatsapparaten und den Polizei- und Kriegsapparaten zutiefst zusammen.

Und genau darum kann man diesen Staat, der sich noch vordergründig als demokratisch camoufliert, komplett vergessen. Die demokratischen Reste werden gerade entsorgt. Nicht wir delegitimieren den Staat. Die Herrschaftskasten haben sich als Putschisten den leidlich funktionierenden ehemaligen demokratischen Staat unterworfen und sich an die Stelle des Souveräns gesetzt, dem sie zu dienen hätten, aber schon lange nicht mehr dienen.

Halten Sie es überhaupt noch für möglich, dem zu entkommen?

Ich kann nur sagen: Wir machen unsere Arbeit. Und wenn die breite Bevölkerung sich gerne versklaven lassen will, dann habe ich da keine Antwort mehr drauf. Wenn der breiten Bevölkerung wichtiger ist, das neueste iPhone zu kaufen und tagtäglich mit dieser Waffe in der Hand rumzulaufen, dann habe ich da keinen Einfluss drauf.

Und da ist natürlich die entscheidende Frage: Ist das Fenster überhaupt noch offen oder muss das Ganze erst wieder total in der Asche landen?

Denn die westlichen Herrschaftscliquen sind entschlossen, diesen geopolitischen Dominanz-Krieg gegen Russland und China zu führen. Sie bauen das doch immer weiter aus – nicht zuletzt durch die Militarisierung der EU –, sie versklaven uns immer weiter, sie berauben uns immer weiterer Lebensrechte. Und diejenigen, die dumm genug sind, in diese Armeen einzutreten, weil sie sich wieder das Gehirn haben waschen lassen – «der Böse ist immer der Russe», schon seit 100 Jahren – dann kommen wir nicht mehr weiter, dann wird Deutschland oder Zentraleuropa eben ein Ascheplatz. Ich kann den Irrsinn nicht aufhalten.

Und zur Frage, inwieweit das Fenster der Umkehrbarkeit noch offen oder geschlossen ist? Wenn die breite Bevölkerung nicht aufwacht, dann ist hier Sendeschluss. Dann ist gerade durch den Einsatz der neuen Technologien, durch die Totaldigitalisierung und vor allem durch die Zusammenführung aller Daten Versklavung angesagt. Dann wird das sogenannte finstere Mittelalter im Vergleich dazu eine leuchtende Zeit sein.

Auch die KI trägt zur Zentralisierung, Kontrolle, Überwachung bei.

In dem Augenblick, in dem ich den Rechner anmache, bin ich Teil dieser Überwachungsmaschine. Selbst als Kritiker der herrschenden Zustände bin ich Teil dieses Ganzen.

Wenn sich die politische Klasse nicht mehr gemeinwohlorientiert verhält, und das tut sie nicht, dann wird sie zur Tyrannei. Und alles das, was wir hier sehen, steuert auf Tyrannis zu – alles geht in Richtung Zentralisierung, Kontrolle, Krieg nach innen und Krieg nach außen.

In der Antike oder auch später im Mittelalter, wenn sich da ein Herrscher zum Tyrannen gemausert hat, war jeder Einzelne zum Widerstand nicht nur berechtigt, sondern aufgerufen.

Dieses Fenster der Umkehrbarkeit, wie lange ist es also noch offen? Die Herrschenden wollen uns versklaven – im Grunde genommen haben sie uns schon versklavt.

Die ökonomische Entfaltungsmöglichkeit des Einzelnen haben sie mit der «Corona»-Operation zerstört. Klein- und Mittelstand hängen am Fliegenfänger. Das war doch ein Ziel. Denn der ökonomisch Unabhängige lässt sich politisch nicht so leicht disziplinieren.

Eine wirkliche Konkurrenzwirtschaft ist unerwünscht. Sie wollen herrschen, und sie wollen die ganze Ökonomie kontrollieren. Deswegen auch der Umsturz: Diese «Corona»-Operation diente als Zwischenschritt und hatte mit Gesundheit herzlich wenig zu tun. Da haben sie schon mal alles geübt, was an Unterdrückungsmaßnahmen möglich ist.

Und aufgearbeitet wird nichts, weil es nicht aufgearbeitet werden kann, denn sonst müsste sich der Gewaltstaat morgen auflösen.

Das würde bedeuten, indem wir auf Aufarbeitung drängen, halten wir das «Fenster der Umkehrbarkeit», wie Sie es eben genannt haben, noch offen?

Ja, Aufarbeitung ist wichtig, sie wird aber nicht stattfinden. Das geht gar nicht. Denn wo wollen wir mit der Bestrafung aufhören? Die politisch Verantwortlichen müssten alle sowieso schon die nächsten 40 Jahre im Knast sitzen und die Spritze gegen die Sterblichkeit verpasst bekommen, damit sie die nächsten 100.000 Jahre die Schäden abarbeiten können, die sie angerichtet haben.

Eine konsequente Aufarbeitung der «Corona»-Operation bedeutet den völligen Zusammenbruch des Staates in seiner bisherigen Form als Gewaltstaat.

Sie halten also eine Aufarbeitung des «Corona»-Regimes für unmöglich?

Nur um den Preis für möglich, dass der gesamte Staat neu gegründet wird.

Das heißt, ein Weg zur Volksdemokratie führt über die Aufarbeitung von «Corona»?

Über die Riesenschwierigkeit, so etwas zu erreichen, haben wir schon ansatzweise ein paar Sätze verloren. Es kann auch sein, dass der totale Zusammenbruch die Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Karten neu gemischt werden. Aber hoffentlich bleibt uns über diesen Weg der Atomkrieg erspart. Ich halte die Herrschaftscliquen zu jedem Verbrechen fähig.

Wenn man sich einmal vergegenwärtigt, was die USA allein nach dem Zweiten Weltkrieg alles angerichtet haben – das ist unvorstellbar. Um diese Verbrechen zu kaschieren, braucht es diese Staatsmedien. So irreal das auch sein mag: Die Grundvoraussetzung dafür, dass es überhaupt zu einer wirklich in der Breite informierten Bevölkerung kommt, ist die völlige Zerschlagung dieser Medienindustrie.

+++

Quellen und Anmerkungen

Hier geht es zum Buch von Ullrich Mies: Kritik aus dem Maschinengeist – Totalitäre Abgründe – Gespräche mit der KI

+++

Dieser Beitrag erschien zuerst am 8. Juni 2026 auf Transition News.

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Futuristischer Technologie-Hintergrund
Bildquelle: SidorArt / shutterstock

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.