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Nur 29 von 16.200 Firmen treiben fast die Hälfte des deutschen Produktivitätswachstums. Eine Analyse zeigt, warum Mut wichtiger ist als Branche oder Größe
Gerade einmal 0,2 Prozent der deutschen Unternehmen sind für 47 Prozent des gesamten Produktivitätswachstums in Deutschland verantwortlich. Das ergibt eine Analyse der Beratung McKinsey aus 16.200 Unternehmen – ein Querschnitt, der für gut ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts steht. Nur 29 untersuchte Unternehmen zogen die Volkswirtschaft nach vorne. Der Rest sorgte allenfalls für Stillstand oder bremste sie sogar.
Welche 29 Unternehmen die Wachstumstreiber Deutschlands sind und aus welchen Branchen sie kommen, sagt McKinsey nicht. Nur so viel: Es sind Firmen, die mit Mut statt Zögern agieren. Unternehmen, die Transformationsprozesse mutiger angingen, schnitten systematisch besser ab. Das decke sich mit dem Befund, dass das alte deutsche Geschäftsmodell – günstige Energie einkaufen, Prozesse optimieren und teure Spezialprodukte ins Ausland verkaufen – am Ende sei. Wer nur noch das Bestehende optimiere, gehe mit dem Standort Deutschland unter, der auf Optimierung und nicht auf Wachstum setze.
Die gute Nachricht steckt gleichwohl in derselben Nachricht: Wenn nur so wenige Unternehmen die deutsche Produktivität tragen, ist das Potenzial umso größer. Und offenbar scheinen viele Unternehmenslenker das Problem erkannt zu haben. In einer Befragung von 80 CxOs großer und mittelgroßer Unternehmen im Frühjahr 2026 gaben 65 Prozent an, akuten Handlungsbedarf für fundamentale, disruptive Veränderungen zu sehen – sofort oder innerhalb der nächsten zwei Jahre. Doch ob aus der Erkenntnis auch die Konsequenz folgt, ist eine ganz andere Frage.
McKinsey sieht dabei vier zentrale Herausforderungen für die Firmen:
Dagegen setzt McKinsey ebenfalls vier Lösungen:
Gerade beim Thema KI werden die McKinsey-Autoren bei der Präsentation am Dienstag deutlich: Jeder investiere irgendwie in KI, aber nur wenige sehen den Wert. Jeder habe Zugang zur Technologie, aber kaum jemand generiere einen Wettbewerbsvorteil daraus. Das liege vor allem an einer Kompetenzlücke. In den USA nutzen fast acht von zehn Beschäftigten KI regelmäßig bei der Arbeit – in Deutschland sind es vier von zehn. Gerade der menschliche Faktor könnte sich im globalen Rennen also zur deutschen Achillesferse entwickeln.