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Altersarmut in Österreich: Jede vierte alleinstehende Rentnerin betroffen

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Trotz eines im europäischen Vergleich relativ guten Pensionssystems haben viele ältere Menschen in Österreich mit Geldsorgen zu kämpfen. Besonders alleinstehende Frauen über 65 sind davon betroffen.

Die Armutsgefährdung im Alter ist nach wie vor ein tief verwurzeltes Problem. Die Rentenreform zielt vor allem darauf ab, dass Menschen länger arbeiten – statt die Situation der Ärmsten wirklich zu verbessern.

Nach aktuellen Zahlen der Statistik Austria waren im Jahr 2024 rund 269.000 Menschen über 65 armutsgefährdet. Das entspricht etwa 16 Prozent dieser Altersgruppe. Frauen sind deutlich stärker betroffen als Männer – 19 Prozent der Frauen über 65 gegenüber zwölf Prozent der Männer.

Noch schlechter sieht es bei Alleinstehenden aus. Alleinlebende Rentnerinnen haben ein Armutsrisiko von 28 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie bei alleinstehenden Rentnern – 14 Prozent. Die Armutsgrenze für einen Einpersonenhaushalt lag im Jahr 2025 bei rund 1.827 Euro netto im Monat. Viele Rentnerinnen erreichen diesen Betrag nicht, auch wenn sie eine Ausgleichszulage beziehen.

Durchschnittliche Alterspension von Frauen: ca. 1.500–1.700 Euro brutto pro Monat. Durchschnittliche Alterspension von Männern: ca. 2.400–2.620 Euro brutto pro Monat.

Die Pensionslücke zwischen den Geschlechtern beträgt damit weiterhin rund 40 Prozent. Ursachen dafür sind vor allem unterbrochene Erwerbsbiografien durch Kindererziehung und Pflege, Teilzeitarbeit und niedrigere Löhne in typischen Frauenberufen. In Österreich gibt es keine gesetzlich garantierte Mindestpension. Stattdessen springt die Ausgleichszulage ein, wenn die Pension zu niedrig ist.

Die Richtsätze für das Jahr 2026 betragen für Alleinstehende 1.308,39 Euro und für Paare 2.064,12 Euro.

Selbst mit 40 Beitragsjahren und Bonus liegt der Betrag für Alleinstehende oft nur bei rund 1.700 Euro. Das reicht in vielen Fällen nicht aus, um über der Armutsgrenze zu bleiben – vor allem bei steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten. Rund 223.000 Menschen beziehen derzeit eine Ausgleichszulage.

Die größte Pensionsreform seit Jahrzehnten konzentriert sich vor allem auf die langfristige Finanzierbarkeit des Systems. Ab dem Jahr 2026 wird das Antrittsalter für die Korridorpension schrittweise von 62 auf 63 Jahre angehoben und die erforderlichen Versicherungsmonate steigen von 480 auf 504.

Eine neue Teilpension soll den Übergang in den Ruhestand flexibler machen. Der Krankenversicherungsbeitrag für Pensionisten steigt von 5,1 auf sechs Prozent. Die Pensionserhöhung im Jahr 2026 beträgt durchschnittlich 2,7 Prozent – mit Staffelung zugunsten niedrigerer Pensionen.

Die Reform soll Menschen länger arbeiten lassen, um das Pensionssystem trotz des demografischen Wandels finanziell zu stabilisieren. Allerdings ändert sie wenig an der bestehenden Altersarmut.

Nach zwei Rezessionsjahren 2023/2024 erholt sich die österreichische Wirtschaft nur langsam. Für das Jahr 2026 werden moderate Wachstumsraten von etwa 0,5 Prozent erwartet. Die Inflation ist noch relativ hoch und wird im Jahr 2027 voraussichtlich auf etwa 2,5 Prozent sinken.

Für Rentner mit fixem Einkommen gleicht die jährliche Pensionsanpassung die Teuerung oft nur teilweise aus. Alleinstehende Personen spüren die steigenden Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel am stärksten.

Auf Österreichs Pensionisten rollt im Herbst eine weitere finanzielle Belastung zu. Mehr als zwei Millionen Senioren müssen heuer erstmals die e-Card-Gebühr bezahlen, von der sie bisher ausgenommen waren.

Konkret werden im November 2026 26,85 Euro direkt von der Pension abgezogen – nur Bezieher einer Ausgleichszulage bleiben von der neuen Abgabe verschont.

Die Gebühr wird zwar erst ab dem Jahr 2027 verpflichtend, wird aber bereits im November 2026 im Voraus eingehoben, während die doppelte November-Pension bereits im Oktober ausbezahlt wird. Für viele Senioren kommt diese neue Abgabe nach den bereits im Vorjahr erhöhten Krankenversicherungsbeiträgen und der geplanten nicht vollständigen Inflationsanpassung der Pensionen in den kommenden Jahren als nächste bittere Pille.

Die e-Card-Gebühr selbst steigt von 25 auf 26,85 Euro. Bei hohen Lebenshaltungskosten bedeutet das für viele Betroffene erneut weniger Geld im Börserl – höhere Abzüge bei gedämpften Pensionserhöhungen.

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