CDU Sachsen-Anhalt setzt auf Anti-Merz-Wahlkampf: Hallervorden vergleicht Kanzler mit Hitler

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Die CDU Sachsen-Anhalt setzt ihre Wahlkampftour mit Dieter Hallervorden fort. Beim dritten gemeinsamen Auftritt von Ministerpräsident Sven Schulze und dem 90-jährigen Kabarettisten und Schauspieler in dessen Geburtsstadt Dessau teilte Hallervorden erneut gegen Kanzler Friedrich Merz aus, dem er Kriegstreiberei vorwirft. 

„Tagchen, Friedrich Merz. Ich wollte Ihnen schreiben, doch lass’ ich’s lieber bleiben und sag’s, dass es alle hören: Kriegstüchtig sollen wir sein, so wie vor 90 Jahren. Zur Hölle sollen sie fahren, die das von uns verlangen“, sang Hallervorden. Im Hintergrund der musikalischen Darbietung waren Aufnahmen von Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius zu sehen, die mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen marschierender Soldaten zusammengeschnitten worden waren.

Ablehnende Reaktionen zu diesem Auftritt aus den Reihen der Union ließen nicht lange auf sich warten. „Bitte?! Hallervorden vergleicht da die Bundesrepublik und den Bundeskanzler in der Bemühung, verteidigungsfähig zu werden, mit dem Deutschen Reich samt Führer in 1936?!“, echauffierte sich das CDU-Mitglied und Kommunikationsberater Daniel Eck auf X. Nichts davon sei mit der heutigen Situation vergleichbar, so Eck weiter. „Hallervorden unterstellt also der Bundesregierung auf einer CDU-Veranstaltung die Vorbereitung eines Angriffskrieges?!“

Auch Thorsten Alsleben, CDU-Mitglied und Geschäftsführer der Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, ging auf Distanz zur Wahlkampfveranstaltung seiner Partei. „Ich bin ziemlich sicher, dass das als eine der verunglücktesten Wahlkampagnen in die Parteiengeschichte eingehen wird“, kommentierte er die Wahlkampfstrategie von Sven Schulze. Alsleben weiter: „Offener Konflikt mit der Bundespartei mit mehreren Themen (Sicherheitspolitik, Israel, Rente mit 63), die der eigene Spitzenkandidat, wenn er gewählt wird, gar nicht umsetzen kann.“

Bereits der Auftritt von Schulze und Hallervorden vergangene Woche in Magdeburg – RT DE berichtete – sorgte für einen Eklat. Der altgediente Kabarettist nutzte die CDU-Bühne für eine Generalabrechnung mit der Bundespolitik. In einem musikalischen Beitrag kritisierte der Schauspieler den Kanzler scharf und bezeichnete Pistorius als „Kriegsminister“. Zudem kritisierte Hallervorden die Bundesregierung für die Unterstützung des israelischen „Völkermords“ in Gaza.

Diese Verbalattacke rief die frisch gebackene CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann auf den Plan. „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression“, sagte sie gegenüber Bild.

Hallervorden griff Hoppermanns Aussagen bei seinem Auftritt in Dessau auf und sagte, in der „Völkermordfrage“ sei „vielleicht ein kleiner Nachhilfeunterricht für Frau Hoppermann nötig – zum Beispiel beim spanischen Ministerpräsidenten Sánchez“. Mittlerweile hätten sich über 30 Staaten der Klage Südafrikas beim Internationalen Gerichtshof angeschlossen, laut der Israel mit dem Krieg in Gaza gegen die Völkermordkonvention verstoße, führte Hallervorden dazu aus. „Irgendwas muss da doch dran sein“, so Hallervorden, der zugleich betonte, dass Israels Existenzrecht außer Frage stehe.

In Richtung der CDU-Generalsekretärin sagte Hallervorden: „Selbst, wenn ich Pantomime machen würde, würde die bestimmt noch ein unzulässiges Wort entdecken.“

In ihrer Kritik am Wahlkampf der CDU Sachsen-Anhalt und dem Auftritt Hallervordens hatte Hoppermann zuvor gesagt: „Wir stehen zur Meinungs- und Kunstfreiheit, doch auch hier gibt es Grenzen – mindestens aber muss die Kunst mit deutlichem Widerspruch leben.“

Mit Blick auf die Diskussion innerhalb der CDU erklärte Ministerpräsident Schulze, er habe zwar mit Hoppermann gesprochen und schätze ihre Meinung, teile aber nicht jede Position. Zugleich betonte er: „Bei mir als Ministerpräsident gilt Meinungsfreiheit hier in Sachsen-Anhalt heute genauso wie in der Zukunft.“ Er wolle nicht, dass aus der Staatskanzlei oder von anderer Stelle vorgegeben werde, was auf den Bühnen des Landes gespielt werde. Kritik gehöre zu einer Demokratie dazu, so der CDU-Politiker. „Ich werde nicht umfallen, wenn es mal Gegenwind gibt.“

„Sie haben nicht damit gerechnet, dass ein Ministerpräsident namens Sven Schulze so viel Rückgrat hat, zu sagen: Wir lassen uns von denen aus Berlin nicht vorschreiben, wie wir in Sachsen-Anhalt Wahlen zu machen haben“, kommentierte Hallervorden, der sich für diese Haltung ausdrücklich beim Ministerpräsidenten bedankte.

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