Ex-Armeechef Saluschny: Ukraine wird niemals Mitglied der NATO werden

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Waleri Saluschny, der ukrainische Botschafter in Großbritannien und ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, ist der Meinung, dass die Ukraine der NATO niemals beitreten wird. Dies erklärte er am Montag im Rahmen einer Diskussion über die euroatlantische Integration bei einem Treffen der Botschafter in Kiew. Das Medium Jewropeiskaja Prawda zitiert Saluschny mit den Worten:

„Ich kenne die NATO sehr gut. Etwa zwölf Jahre lang habe ich persönlich daran gearbeitet, sicherzustellen, dass wir die NATO-Standards erfüllen, und jedes Jahr habe ich Märchen darüber gehört, wie wir jeden Tag der NATObeitreten würden.“

Ein Hindernis für den Beitritt der Ukraine zum Militärblock bestehe darin, dass das Land die militärischen Standards für eine NATO-Mitgliedschaft nicht erfülle. Der frühere Armeechef ist der Ansicht, dass es „unmöglich ist, mit dem Entwicklungsstand der ukrainischen Streitkräfte  …  einer Organisation beizutreten, die sich von Doktrinen des Zweiten Weltkriegs leiten lässt“.  

Trotz der Mitgliedschaft Großbritanniens, der USA und anderer Länder schätzt er die Leistungsfähigkeit der NATO negativ ein. Saluschny zufolge wird das Militärbündnis „höchstwahrscheinlich in seiner jetzigen Form bestehen bleiben“. Er merkte an, dass die NATO und Kiew „zwölf Jahre brauchen, um den notwendigen Standards zu entsprechen, um mindestens die Hälfte des Niveaus der Russischen Föderation zu erreichen“. Die Ukraine benötige Technologien, die die NATO-Staaten bereits einsetzen, darunter Abwehrsysteme und Weltraumfähigkeiten.

Saluschny hat sich auch zum Thema Sicherheitsgarantien für die Ukraine geäußert. Ihm zufolge sind andere Bündnisse effektiver als die NATO. Kiew werde sich den Bündnissen anschließen, „die sich vermutlich bilden werden“, sagte er und fügte hinzu, dass es sich dabei eher um „einen europäischen militärischen Sicherheitsblock“ handele.

Das strategische Ziel der Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO und der EU ist seit Februar 2019 in der Verfassung des Landes verankert. Im Dezember 2025 hatte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij jedoch eingeräumt, dass Kiew bereit sei, auf die Forderung nach einer NATO-Mitgliedschaft zu verzichten, wenn die Ukraine im Gegenzug Sicherheitsgarantien von den USA und Europa erhalte. Dies teilte die Financial Times mit. Selenskij bezog sich dabei auf Sicherheitsgarantien, die Artikel 5 des NATO-Vertrags ähneln würden. Diese Klausel sieht den gegenseitigen Schutz jedes angegriffenen Mitglieds vor. „Wir sprechen über bilaterale Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten – insbesondere Garantien wie in Artikel 5 … sowie Sicherheitsgarantien für uns von unseren europäischen Partnern und anderen Ländern wie Kanada, Japan und anderen“, hatte Selenskij gesagt.

Russland lehnt den möglichen Beitritt der Ukraine zur NATO ab. Im Juni 2024 hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Bedingungen für einen Waffenstillstand genannt. Diese hatten unter anderem den Abzug der ukrainischen Truppen aus den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie den Gebieten Saporoschje und Cherson umfasst. Zudem müsse Kiew auf seine NATO-Beitrittsabsichten verzichten. Im November 2024 hatte Putin daran erinnert, dass die Ukraine sich in ihrer Unabhängigkeitserklärung als neutralen Staat bezeichnet hatte. „Später hat die ukrainische Führung, wie bekannt ist, Änderungen des Grundgesetzes vorgenommen und ihren Wunsch geäußert, der NATO beizutreten. Aber dies ist nicht das, was wir vereinbart hatten“, hatte Putin betont.

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