FC Barcelona sagt Ehrung der Weltmeister wegen Polizeieinsatzes gegen 17-jährigen Fan ab

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Der FC Barcelona streicht die geplante Ehrung seiner acht Weltmeister. Anlass ist der umstrittene Polizeieinsatz gegen einen 17-jährigen Barça-Fan, der eine Estelada, die Flagge der katalanischen Separatisten, bei sich hatte.

Aus der geplanten Feier wird so ein politisches Statement. Der Präsident des FC Barcelona Joan Laporta stellt sich klar auf die Seite des Teenagers und kritisiert die Polizei scharf. Die Estelada soll beim Spiel jetzt bewusst gezeigt werden – anstelle der eigentlich geplanten Zeremonie.

Auf Videos ist zu sehen, wie mehrere Beamte den Teenager zu Boden bringen und schlagen. Die Polizei stellt den Vorfall anders dar und erklärt, der Junge habe sich gewehrt, Beamte beleidigt und einen von ihnen angeblich angegriffen.

Es geht letztlich um die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes. Natürlich darf die Polizei eingreifen, wenn sich jemand wehrt oder einen Beamten angreift. Aber das hat seine Grenzen, gerade bei einem Minderjährigen.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat mittlerweile eine Untersuchung angeordnet. Selbst er räumt ein, dass die angewandte Gewalt unverhältnismäßig war.

Richtig heikel wird die Sache durch die Flagge. Die Estelada ist seit Jahren Symbol im Streit zwischen Barcelona und Madrid. Dass ausgerechnet sie jetzt im Zentrum eines Polizeieinsatzes steht, sorgt landesweit für Wirbel.

Barça gießt dabei noch Öl ins Feuer: Mit der abgesagten Ehrung macht der Klub aus einem Polizeivorfall eine Frage der katalanischen Identität.

Dabei braucht es weder Sympathie für die Unabhängigkeitsbewegung noch Kritik an der Polizei, um die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zu stellen. Im ganzen Land wird nun darüber diskutiert, ob es wirklich nötig war, so auf einen 17-jährigen Teenager einzuschlagen, der bereits am Boden lag.

Und diese Antwort sollte nicht davon abhängen, welche Fahne er dabei hatte – sondern nur davon, was wirklich passiert ist.

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