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Laut einem Bericht der New York Times (NYT) hat Israel mehrere Jahre lang versucht, den ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad anzuwerben. Das Ziel bestünde darin, den Politiker einst an die Macht im Nahost-Land zu bringen. Das Vorhaben sei jedoch misslungen.
In den ersten Tagen der US-israelischen Militäroperation gegen Iran habe der Geheimdienst Mossad versucht, Ahmadineschad aus Teheran zu einem sicheren Ort zu bringen. Nun stehe er unter Hausarrest in Iran, überwacht von der Islamischen Revolutionsgarde.
Aus einem Gespräch mit hochrangigen Beamten in Washington und Teheran erfuhr die NYT, dass der Mossad erstmals im Jahr 2023 Kontakt zu Ahmadineschad aufnahm, als er zu Besuch in Guatemala war. Im Jahr 2024 sei der Iraner nach Budapest gereist, wo er an der Ludovika-Universität für öffentlichen Dienst als Gastsprecher an einer Konferenz zum Thema Klimawandel teilnehmen sollte. Tatsächlich habe er sich mit dem damaligen Mossad-Chef David Barnea persönlich getroffen. Der Geheimdienst habe darüber seine Kollegen in der CIA informiert.
Gergely Deli, der Rektor der Ludovika-Universität, gab gegenüber der NYT zu, dass die Konferenz ein Deckmantel für geheime Verhandlungen war. Der Ex-Präsident sei auf Bitte eines ungarischen Beamten eingeladen worden, dessen Namen der Rektor nicht preisgeben möchte.
Im Jahr 2025 habe Ahmadineschad Budapest erneut besucht, wo es ihm nach Angaben seiner Leibwächter aus der Revolutionsgarde mindestens zweimal gelungen sei, den Sicherheitsvorkehrungen zu entkommen und längere Treffen abzuhalten. Im Reisebericht der Leibwächter hieß es, Ahmadineschad habe seine Abwesenheiten mit einem Treffen mit Universitätsprofessoren begründet.
Als Höhepunkt der Mossad-Operation nannte die NYT Ereignisse nach dem israelischen Angriff am 28. Februar 2026 auf Teheran. Laut Quellen brachten Mossad-Agenten den Ex-Präsidenten in einem schwarzen Peugeot aus seiner Residenz zu einem geheimen Versteck. Ahmadineschad sei jedoch von den israelischen Plänen, ihn in Iran an die Macht zu bringen, enttäuscht gewesen, und habe die Unterkunft unter ungeklärten Umständen verlassen.
Erst am vergangenen Montag, dem 6. Juli, wurde Ahmadineschad wieder öffentlich gesehen, als er kurzzeitig an der Trauerprozession für den verstorbenen Obersten Führer Ali Chamenei teilnahm. Im NYT-Artikel wurde darauf hingewiesen, dass er mit gesenktem Kopf dastand, vermeintlich umgeben von Sicherheitsbeamten. Sein aktueller Status bleibe unklar. Vier hochrangige iranische Beamte teilten der Zeitung mit, dass er sich in Iran unter Aufsicht der Revolutionsgarde befinde.
Während seiner Amtszeit zwischen 2005 und 2013 war Ahmadineschad der prominenteste politische Hardliner des Landes. Unter anderem sprach er von der Vernichtung Israels, nahm das Programm der Uran-Anreicherung wieder auf und ordnete scharfe Maßnahmen gegen Protestierende an, die seine Wiederwahl im Jahr 2009 in Frage stellten.
Nach dem Rücktritt vom Amt des Präsidenten mäßigte er seine Ansichten deutlich. Der Falke von einst trimmte sich den Bart, lernte Englisch und tauschte die beige Regenjacke gegen dunkle Maßanzüge aus. Darüber hinaus soll er laut der NYT Botoxinjektionen erhalten haben.
Er präsentierte sich oft als gemäßigter Politiker, gab Interviews und hielt Reden, in denen er sich zur iranischen Popmusik äußerte, die Sicherheitskräfte des Landes kritisierte und der herrschenden Klasse finanzielle Korruption vorwarf.
Sein Verhältnis zu den iranischen Behörden war kompliziert, schildert die NYT. Hochrangige Funktionäre marginalisierten ihn und schränkten seine Bewegungsfreiheit ein. Trotzdem wurde ihm ein Sitz im Rat des Obersten Führers gewährt. Wenige Tage vor dem Ausbruch des Krieges im Februar nahm Ahmadineschad an einer Sitzung dieses Rates teil.
Am 28. Februar meldete die iranische Nachrichtenagentur ILNA den Tod des Ex-Präsidenten infolge eines US-israelischen Angriffs. Am nächsten Tag dementierte die Publikation den eigenen Bericht.
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