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In Kärnten, der Steiermark und Wien berichten Behörden und Medien derzeit von einer Serie von Übergriffen und Drogendelikten. Die Vorfälle unterscheiden sich in den Details, weisen jedoch auffällige Gemeinsamkeiten auf. Viele der Beschuldigten sind jung, teils noch strafunmündig. Die Taten reichen von bewaffneten Auseinandersetzungen bis hin zu sexueller Gewalt.
In Villach musste sich eine 25-jährige Frau vor Gericht verantworten. Sie hatte nach Polizeiangaben in ihrer Wohnung größere Mengen Kokain portioniert, während ihr Kind im Nebenzimmer schlief. Die Frau galt bisher als unbescholten und verfügte über eine abgeschlossene Ausbildung. Ihr Partner, ein 40-jähriger Algerier, der bereits einmal abgeschoben worden und später wieder eingereist war, erhielt drei Jahre unbedingte Haft. Sie selbst wurde zu zwei Jahren teilweise bedingter Freiheitsstrafe verurteilt.
In Graz belasten Anwohner den Volksgarten. Ein dort lebender Inder schildert, dass Dealer zunehmend aggressiv reagieren, sobald man sie anspricht. Seit Einrichtung der Schutzzone im Juli 2024 hat die Polizei dort mehr als tausend Betretungsverbote und knapp 1.500 Anzeigen verhängt. Unterdessen verhandelte das Straflandesgericht einen Fall, in dem ein Barbershop in der Südsteiermark als Umschlagplatz für Kokain gedient haben soll. Bei einem Streit schoss ein 24-Jähriger einem Kontrahenten gezielt ins Bein.
In Wien verteilen sich die Vorfälle über mehrere Bezirke. Am Cizekplatz in der Donaustadt griff ein E-Scooter-Fahrer einen 58-Jährigen an, fuhr ihm gezielt gegen die Beine und rollte anschließend über beide Sprunggelenke. Der Verletzte musste operiert werden und fiel monatelang aus. Anwohner sprechen von einer Gruppe, die den Platz unsicher macht. Inzwischen organisieren Freiwillige nächtliche Kontrollfahrten. Die Polizei warnt ausdrücklich vor Selbstjustiz.
In Favoriten, einem Wiener Gemeindebezirk, stieß ein gleichaltriger Syrer eine 24-jährige Frau nach einem über Wochen angebahnten Snapchat-Treffen zu Boden und beraubte sie. In der Brigittenau nahm die Polizei einen 15-jährigen Iraker fest. Ihm wird vorgeworfen, eine 14-Jährige über längere Zeit sexuell missbraucht, bedroht und geschlagen zu haben.
In der Leopoldstadt verursachte ein 30-jähriger Afghane mit 1,8 Promille einen Unfall mit einem Linienbus, versuchte zu flüchten und schlug einen Beamten. In Floridsdorf endete die Verfolgungsjagd eines 15-jährigen Ukrainers auf einem gestohlenen Motorrad in einem Unfall. Am selben Abend setzte die Polizei dort einen Taser gegen einen 30-jährigen Iraker ein, der mit einem Holzpflock vor einer religiösen Einrichtung Passanten einschüchterte.
Ein noch nicht 14-jähriger Jugendlicher in der Brigittenau soll allein für 270 Straftaten verantwortlich sein. Weil er strafunmündig ist, bleiben gerichtliche Konsequenzen aus.
Genau an diesem Punkt entzündet sich die politische Auseinandersetzung. Die ÖVP will das Strafmündigkeitsalter von 14 auf 12 Jahre senken. Integrationsministerin Claudia Bauer argumentiert, der Staat müsse reagieren, wenn Zwölfjährige rauben, sexuell übergriffig werden oder mit Messern angreifen. Justizministerin Anna Sporrer von der SPÖ lehnt eine generelle Absenkung ab und setzt auf erweiterte Möglichkeiten der stationären Unterbringung. Auch in den Ländern bleibt die Position uneinheitlich.
Zahlen aus dem Innenministerium verdeutlichen das Ausmaß. Im Jahr 2025 wurden 3.137 Minderjährige als Tatverdächtige bei Suchtgiftdelikten erfasst, darunter 1.118 mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Zahl der Anzeigen gegen syrische 10- bis 14-Jährige stieg von rund 25 Fällen im Jahr 2015 auf fast 1.000 im Jahr 2024.
Ein verwandter Fall beschäftigt derzeit deutsche Gerichte. Ein 21-jähriger Syrer, der 2021 als unbegleiteter Minderjähriger nach Österreich gekommen und in Wien gemeldet war, hatte im ICE bei Straßkirchen mit Axt und Hammer auf Fahrgäste eingeschlagen. Vier Menschen wurden schwer verletzt. Das Landgericht Regensburg ordnete seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie an, weil er an paranoider Schizophrenie leidet und als schuldunfähig gilt. Das österreichische Innenministerium führt parallel das Verfahren zur Aberkennung des Asylstatus fort.
Das Gewaltschutzzentrum Oberösterreich zieht in seiner aktuellen Bilanz einen anderen Schluss. Es warnt vor Social-Media-Phänomenen wie den „Tradwives“ und der Manosphere, die problematische Geschlechterbilder verstärken. Im Jahr 2025 wurden in dem Bundesland 2.422 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Kulturelle Herkunft spielt aus Sicht der Fachstelle eine geringere Rolle als der Einfluss von Bezugspersonen in der Phase der Identitätsfindung.
Die Ereignisse der vergangenen Tage belegen keinen flächendeckenden Sicherheitskollaps. Sie machen jedoch sichtbar, dass in einzelnen Stadtteilen und Regionen Gewalt und Drogenhandel weiterhin zum Alltag gehören. Zugleich bleibt der Umgang mit sehr jungen, oft mehrfach auffälligen Tätern politisch ungelöst.
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