Rekordhoch: Ausländische Unternehmen bauen Russland-Geschäft aus

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Ausländische Unternehmen bauen ihre Präsenz in Russland aus. Zwischen Januar und Mai 2026 wurden 3.100 ausländische Rechtsträger registriert – ein Höchststand seit acht Jahren, schreibt die Zeitung Iswestija. Erstmals seit 2023 überstieg damit die Zahl der Neuregistrierungen solcher Unternehmen die Zahl der Liquidationen, so die Zeitung weiter.

Damit kehrt sich der negative Trend um, der nach dem Rückzug westlicher Konzerne im Jahr 2022 eingesetzt hatte.

Die meisten Neuzulassungen stammen aus China und den GUS-Staaten, gefolgt von der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und Südkorea. Iswestija berichtet:

„‚Die Volksrepublik China stellte die wichtigste Quelle dieses Wachstums dar. Auf sie entfallen rund 58 Prozent der Neuregistrierungen‘, teilte Andrei Gluschkin, geschäftsführender Gesellschafter von Main Division, mit. Laut Gluschkin erschließen chinesische Marken aktiv die Bereiche E-Commerce, Einzelhandel und Bauwesen. An zweiter Stelle stehen Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien gemessen an der Zahl der Registrierungen. Einen nennenswerten Beitrag leisten auch Unternehmen aus der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und Südkorea. Neue Marktteilnehmer interessieren sich vor allem für Bereiche, die mit Importsubstitution und Lokalisierung zusammenhängen. Dazu gehören Industrieelektronik, Basissoftware, kritische Güter, Verpackungen, Polymere, Pharmazeutika, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel.“

Zu den gefragten Bereichen zählen auch der Groß- und Onlinehandel sowie die Lieferung von Fahrzeugen, Ausrüstung, Elektronik, Bekleidung, Haushaltswaren und Produktionskomponenten.

Ausländische Unternehmen hätten Chancen erkannt, die es zuvor nicht gegeben habe, so die Einschätzung von Branchenexperten. Deshalb nehme die Zahl ausländischer Konzerne stetig zu. Sie seien dabei, ihre erste Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen in Russland abzuschließen, meint Sergei Katyrin, Vorsitzender der Russischen Industrie- und Handelskammer. Während ausländische Unternehmen nach 2022, als durch den Rückzug westlicher Konzerne zahlreiche Marktnischen frei wurden, ihre Produkte zunächst punktuell und über Zwischenhändler vertrieben hätten, gingen sie nun zu einer umfassenden Marktpräsenz über. Dazu gehörten eigene Produktionskapazitäten, Verarbeitungsanlagen sowie eine eigene Infrastruktur und Logistik. Gleichzeitig blieben Sanktions-, Zahlungs- und Rechtsrisiken hoch, weshalb langfristige Investitionen langsamer zunähmen als der allgemeine Handel, stellen Beobachter fest.

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