Rotes Meer: Schiffsversicherungen kündigen Schiffen aus Saudi-Arabien

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Am Freitag teilte eine Reihe führender Versicherer bei Lloyd’s of London mit, Schiffe, die mit Saudi-Arabien verbunden sind, nicht mehr zu versichern, wie die Financial Times berichtet. Es geht dabei um spezialisierte Versicherungen für Kriegsrisiken; die Reaktionen dieser Versicherer entscheiden oft letzten Endes darüber, ob Schiffe eine bestimmte Strecke bedienen oder nicht.

„Mehrere der führenden Schiffsversicherer für Kriegsfälle bei Lloyd’s of London sagten am Freitag, sie würden Schiffe mit irgendeiner ‚Saudi-Berührung‘ von der Deckung ausschließen, sagten zwei Broker; das gelte auch für Schiffe, die unter anderer Flagge fahren, aber in der Vergangenheit saudische Häfen angefahren hätten.“

Auslöser dafür ist die Ankündigung der jemenitischen Ansarallah, Schiffe, die Saudi-Arabien im Roten Meer ansteuern, unter Feuer zu nehmen. Saudi-Arabien konnte bisher seine Einbußen durch die Schließung der Straße von Hormus verringern, indem der Ölexport über den westlichen Hafen Yanbu erhöht wurde. Der Hafen Yanbu ist über eine Pipeline mit den großen Ölfeldern im Osten Saudi-Arabiens verbunden. Die über Yanbu maximal mögliche Ausfuhrmenge aus Saudi-Arabien deckt immerhin fünf Millionen von den vor Beginn des Iran-Kriegs üblichen Ausfuhren von sieben Millionen Barrel Erdöl ab.

Am Montag hatten die Huthi eine Blockade für Saudi-Arabien angekündigt, nachdem zuvor ein Luftangriff Saudi-Arabiens eine Waffenruhe gebrochen hatte. Am Mittwochabend hatte Ansarallah (Huthi) zwei saudische Öltanker, Encelia und Layla, mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Einer davon geriet danach in Brand.

Zuletzt hatte Saudi-Arabien den jemenitischen Hafen Hodeidah bombardiert; am Samstag erwiderte der Jemen das mit Raketen auf den Hafen von Yanbu.

Schiffe mit Verbindungen in die USA, nach Großbritannien und nach Israel zahlen bereits höhere Prämien an Versicherungen für die Durchfahrt durch das Rote Meer. Aber nun geht es um einen völligen Ausschluss jeglicher Verbindung nach Saudi-Arabien – und das bedeutet wiederum, dass die Erdölexporte über Yanbu zumindest massiv eingeschränkt werden.

Eine Reihe von Schiffen, die bereits mit Öl aus Saudi-Arabien in Richtung Asien unterwegs waren, drehte daraufhin ab, um ihr Ziel über das Mittelmeer und die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung zu erreichen. Andere, wie die griechische Merbabu, die 700.000 Barrel Öl nach Indien transportiere, hätten ihren Transponder abgestellt und versuchten so, durch die Bab al-Mandab zu gelangen, so die FT. Der Versuch scheint erfolgreich gewesen zu sein – die Merbabu (IMO 9388364) bewegt sich aktuell auf die Westküste Indiens zu.

Zwei chinesische Tanker, die ebenfalls Rohöl aus Saudi-Arabien transportieren, sollen am Donnerstag Bab al-Mandab erfolgreich durchfahren haben; sie sendeten kontinuierlich „chinesische Besatzung und Besitzer“.

Die Reaktion der Versicherer dürfte nun dazu beitragen, dass Saudi-Arabien, das bisher bei weitem nicht in dem Ausmaß vom durch Israel und die USA begonnenen Iran-Krieg betroffen war wie die Mehrzahl der Golfstaaten, nun ebenfalls massive Verluste erleidet.

Der Schiffsverkehr im Suez-Kanal und im Roten Meer liegt noch immer bestenfalls bei der Hälfte dessen, was vor Ansarallahs Reaktion auf den Gaza-Krieg üblich war – etwa 30 Schiffe täglich im Vergleich zu 75. Viele der großen Reedereien sind immer noch vorsichtig und fahren weiterhin um das Kap der Guten Hoffnung. Die weltgrößte Reederei Maersk hat in den vergangenen Tagen wieder alle Routen durch die Straße von Hormus ausgesetzt und einen Teil der Routen durch das Rote Meer wieder auf den Umweg rund um Afrika zurückverlegt.

Mehr zum Thema — Iran-Krieg eskaliert: Huthi greifen saudische Öltanker im Roten Meer an

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